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Dienstag, 21. März 2017

Rezension zu "Bad Romeo & Broken Juliet: Ich werde immer bei dir sein" von Leisa Rayven

Toller gefühlvoller Abschluss der Dilogie, der nicht mit Kitsch aufwartet

 

Zum Inhalt:
Ich werde immer bei dir sein ist der 2. Teil der Dilogie Bad Romeo and Broken Juliet
Cassie kann es nicht fassen: Ethan steht tatsächlich vor ihrer Tür und bittet sie nach all den Jahren um eine letzte Chance. Er scheint es wirklich ernst zu meinen, aber Cassie weiß nicht was sie tun soll. Immer noch sind ihr die damaligen Aufs und Abs ihrer Beziehung präsent und sie hat Angst, dass diese auch beim dritten Anlauf wieder auftreten. Wirklich glauben, dass Ethan sich geändert hat, tut sie nicht. Wieder nimmt sie den Leser mit auf eine Reise in die Vergangenheit. Kann sie es schaffen, Ethan ein drittes - und letztes - Mal zu verzeihen?

Meine Meinung:
Eigentlich wissen ja jetzt mittlerweile alle, dass ich gar kein Fan von diesen ganzen Erotikromanen a la 50 Shades of Grey bin. Deswegen war ich auch sehr skeptisch als ich Wohin du auch gehst in den Händen hielt. Da ich zum ersten Teil keine Rezension geschrieben habe, fasse ich mich hier einfach mal kurz: Es hat mir unglaublich gut gefallen, denn lange habe ich diesen Sog nicht mehr gespürt, den man erlebt, wenn man in eine Geschichte zu 100% hineintaucht. Nun habe ich mich an den Abschlussband gemacht - und war nicht minder begeistert.

Man taucht praktisch sofort wieder in die Geschichte ein und es ist, als wäre man nie weg gewesen. Man weiß sofort wieder, was im ersten Band geschehen ist und kann nahtlos an die Geschichte anknüpfen. Die Sprache ist wie schon im 1. Band sehr flüssig und man kann dem Erzählstil der Autorin sehr gut folgen ohne sich großartig konzentrieren zu müssen. Wie schon im vorherigen Teil ist es sehr leicht, sich in die Protagonistin Cassie hineinzuversetzen, da die Autorin auch hier wieder die Ich-Perspektive verwendet. So erlebt man die Geschichte durch ihre Augen. Insgesamt sorgt der Schreibstil der Geschichte durch seine Flüssigkeit, dass sich die gesamte Handlung wie ein Film anfühlt, der einem abgespielt wird. Dadurch, dass man sich alle Szenerien sehr gut vorstellen kann, wird man zum Weiterlesen angeregt und blättert so Seite für Seite des Buches um.

Bei den Charakteren stehen - natürlicherweise - die beiden Protagonisten im Vordergrund: Ethan und Cassie. Dies ist aber auch vollkommen logisch, da es schließlich um ihre Liebesgeschichte geht. Trotzdem kommen auch die anderen auftretenden Personen nicht zu kurz und so gibt es viele Szenen in denen die beiden Protagonisten mit ihren Freunden und Familien interagieren. Bei allen Charakteren ist es möglich, hinterher zu entscheiden, welchen Charakter man sympathisch findet und welche man eher nicht mag. Dennoch empfand ich Ethan und Cassie doch etwas ausgearbeiteter als ihre Familien und Freunde und hoffe, dass da vielleicht noch ein paar Side-Stories kommen (habe da schon einiges auf Amazon und Goodreads gesehen). Es wäre jedenfalls unheimlich interessant, auch in das Leben der anderen Personen vorzudringen. Auch wenn in diesem Band sicherliche nicht nur Cassies gute Seiten dargestellt werden, hat man sie doch trotzdem irgendwo gern und leidet und lacht mit ihr mit während sie sich durch die Erzählung kämpft.

Auch die Handlung hat mir ausnehmend gut gefallen. Sie bleibt durchgehend spannend, so dass es kaum möglich ist, das Buch aus der Hand zu legen. Gelungen fand ich insbesondere die Balance zwischen den verschiedenen Einblicken in Cassies Gefühlswelt sowie dem Vorantreiben der Haupthandlung. So hatte man immer einen Blick auf die Innenseite der Protagonisten und konnte sich nicht nur in die Personen einfühlen, sondern sich diese ins wirkliche Leben denken. Auch weist das Buch viele Cliff-Hanger an den Kapitelenden auf. Immer wieder wird zwischen Vergangenheit und Gegenwart hin- und her gesprungen, was auch gut ausgewiesen ist, so dass man sich nicht fragen muss, in welchem Handlungsstrang man sich eigentlich gerade befindet. Damit aber der Leser nicht gelanweilt wird, enden viele Kapitel, ohne gerade die Lösung eines bestimmten Konfliktes aufzudecken. Diese Strategie funktioniert perekt und so blättert man Seite für Seite um, während die lebhafte Erzählung einen förmlich mitreißt. Auch der Einstieg zurück in die Geschichte fällt dem Leser sehr leicht, so dass er sich direkt daran erinnern kann, was vorher passiert ist.

Das Ende hat mr ausnehmend gut gefallen. Es rundet den Roman und die Geschichte im Allgemeinen sehr gut ab, da es keine Uneklärtheiten mehr gibt, die den Leser stören könnten. Was mich besonders begeistern konnte, war die Unvorhergesehenheit von Cassies Entscheidungen. Man konnte bis zum Schluss nicht sagen, ob sie sich für oder gegen Ethan entscheidet, so dass man keine typische vorhersagbare Romeo und Julia- Geschichte vorgesetzt bekam, sondern eine Handlung, bei der die Leser mitfiebern konnten, ohne sich das Ende vorher zu spoilern. Besonders, da das Ende nicht übermäßig kitschig gewirkt hat konnte ich persönlich den Roman gut für mich abschließen. Dadurch unterscheidet er sich von dem Großteil der Liebesromane aus dieser Sparte, da er durchaus real wirkt und einem nicht eine utopische Liebesgeschichte präsentiert.

Fazit:
Ein gelungener Abschluss einer unglaublich guten Geschichte , die nicht mit viel Kitsch, aber dennoch mit viel Romantik und auch Erotik aufwartet. Auch wenn es Sexszenen gibt, sind diese nicht allzu detailliert ausgeführt und lassen dem Leser noch ein wenig Spielraum für seine Fantasie. Der Schreibstil ist sehr flüssig und reißt den Leser durch die lebhafte Erzählung, sowie durch die vielen Cliffhanger an den Kapitelenden stark mit. Dadurch ist das Buch schneller beendet, als man überhaupt gucken kann. Obwohl natürlich Cassie und Ethan im Vordergrund stehen, kann man doch genügend Interaktion zwischen ihnen und den Nebenpersonen des Buches beobachten. Dadurch erhalten auch diese ein Gesicht und es lässt sich festhalten, welcher Charakter sympathisch ist und welcher nicht. Das Ende rundet den Roman nochmals sehr gut ab, besonders, da es nicht geballt mit Kitsch ist und den Leser bis zum Schluss im Unwissen darüber lässt, was nun aus Cassie und Ethan wird. Ein toller Liebesroman gepaart mit erotischen Elementen, für den ich sehr gerne 5 Sterne vergebe.

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Allgemeine Infos zum Buch
Erscheinungsdatum Erstausgabe : 22.10.2015
Aktuelle Ausgabe : 22.10.2015
Verlag : FISCHER Taschenbuch
ISBN: 9783596033232
Flexibler Einband 416 Seiten
Sprache: Deutsch

Freitag, 24. Februar 2017

Rezension zu "Die Bestimmung: Tödliche Wahrheit" von Veronica Roth

Handlung bleibt an vielen Stellen zusammenhanglos

 

Zum Inhalt:
Die Bestimmung: Tödliche Wahrheit ist der 2. Teil der Trilogie Die Bestimmung.
Nach dem Simulationsangriff, der dafür gesorgt hat, dass die Ferox die Altruan dezimieren, ist Krieg zwischen den Fraktionen ausgebrochen. Niemand ist mehr sicher - allen voran die Unbestimmten, zu denen auch Tris und Four gehören. Nicht wissend, wo sie hin können, fliehen die beiden zu den Amite. Doch dort können sie nicht lange bleiben. Jeanine muss endlich das Handwerk gelegt werden, sonst werden noch mehr unschuldige Menschen sterben. Dass sie die Bevölkerung der Stadt in ihrer Macht hat, hat sie ja schon durch die fraktionenübergreifende Simulation bewiesen. Doch aufhalten können sie nur Tris und Four - aber zwischen den beiden krieselt es gewaltig. Können die beiden trotz aller Unstimmigkeiten einen Weg finden, gegen Jeanine zu kämpfen? 

Meine Meinung:
Es ist ein Weilchen her, seit ich den ersten Teil der Die Bestimmung-Trilogie gelesen habe, was unter anderem daran lag, dass ich vom ersten Band eher mäßig begeistert war. Leider hat sich das beim 2. Band nicht wirklich geändert. 

Durch die Ich-Perspektive, die die Autorin für ihre Erzählung benutzt, kann sich der Leser in Tris hineinversetzen und die Geschichte durch ihre Augen erleben. Man kann der Handlung aufgrund der flüßigen und leicht verständlichen Sprache gut folgen, so dass man keine große Konzentration aufwinden muss, um die Geschichte zu verfolgen. Leider bleiben aber die Kapitel irgendwie zusammenhanglos, so kam es mir zumindest vor. Mir haben die Verbindungen zwischen den Kapiteln irgendwie gefehlt, so dass plötzlich irgendetwas geschah, ohne, dass das vorherige Kapitel Aufschluss darüber gegeben hätte. Man kommt sich dadurch vor, als hätte man nicht gründlich genug gelesen, aber selbst beim Zurückblättern konnte sich mir nicht erschließen, warum Tris so handelt wie sie es tut. Auch die Kapitel selbst fand ich unheimlich lang gehalten, so dass es fast unmöglich war, eines in einem Rutsch zu beenden. Trotzdem konnte man bei einer Lesepause mitten im Kapitel schnell wieder in das Buch hineinfinden. 

Allerdings konnten auch die Charaktere nicht wirklich überzeugen. Natürlich stehen Tris' Gedanken und Gefühle im Vordergrund, weil sie die Protagonistin der Reihe und die Erzählerin der Geschichte ist. Dennoch hatte ich das Gefühl, dass es wirklich nur um sie und um niemanden sonst ging. Interaktionen mit Nebencharakteren waren kaum vorhanden. Alle bis auf Tris haben keine große Rolle in der Romanhandlung innegehabt. So war es unmöglich, diese besser kennenzulernen, besonders, da durch die Reise in die anderen Fraktionen auch neue Personen vorgestellt wurden. Diese Charaktere blieben leider etwas farblos und mir war das Schicksal vieler deswegen eigentlich egal, da ich mich nicht in sie hineinversetzen konnte. Leider gibt es auch kaum Interaktion mit Tobias. Auch er wurde ziemlich außen vor gelassen, so dass im Grunde nur Tris selbst wichtig war. Man erfährt zwar einiges neues über seinen Hintergrund und ihn, dennoch hätte ich gedacht, dass es mehr Szenen mit ihm und Tris geben würde. So erhält auch Tobias keine Tiefe und verharrt als simpler Charakter auf dem Papier. Leider war Tris selbst auch supernervig zwischenzeitlich. Sie zeigte über die gesamte Handlung hinweg nicht eine Spur von Charakterentwicklung sondern blieb in ihrem immergleichen Muster stecken. In jedem Kapitel beklagte sie sich über die gleichen Dinge, was ich zwar verstehen kann, es aber dennoch so gehäuft auftrat, dass man nur noch die Augen darüber verdrehen konnte. Somit konnte mich auch die Charaktergestaltung nicht wirklich überzeugen. 

Die Handlung selbst empfand ich persönlich als unglaublich zäh. Es gab zwar spannende Stellen, aber diese waren nicht sonderlich lang, so dass die Handlung kurz danach wieder vor sich hin dümpelte. Dadurch, dass man als Leser nur mit Tris wirklich vertraut ist, gibt es kaum Abwechslung im Handlungsverlauf und der Roman selbst erscheint einem sehr schnell als langweilig. Allerdings hatte ich allgemein große Probleme, in die Handlung hineinzufinden. Ich wusste kaum noch etwas aus dem 1. Band, so dass mir viele Geschehnisse und Personen einfach nicht mehr bewusst waren. Auch die kurzen Rückblicke, die Tris immer wieder einwirft, haben mir nicht wirklich helfen können, mich mit der Handlung des 2. Bandes vertraut zu machen und nahtlos an das 1. Buch anzuknüpfen. Auch, dass zwischenzeitlich in der Handlung zwischen den Kapiteln hin und her gesprungen wird, fand ich sehr verwirrend. Manche Sachen habe ich wirklich mehrmals lesen müssen, um zu überprüfen, ob ich nicht ein paar Seiten übersprungen habe. Dadurch wurde man sehr aus dem Lesefluss gerissen und die stockende Handlung machte es zusätzlich schwer, zurück ins Buch und das vorherige Geschehen zu finden. Eine Steigerung zum Handlungsverlauf im 1. Band kann ich somit nicht wirklich feststellen. 

Der Cliff-Hanger am Ende brachte etwas mehr Leben in den Handlungsverlauf. Endlich passierte etwas recht Unvorhergesehenes. Dadurch, dass das Buch nicht rund, sondern eher abrupt endet, möchte man unbedingt weiterlesen, da man wissen möchte, was im nächsten Band vor sich geht. Die fehlende Spannung im gesamten Handlung wurde hier ein wenig wettgemacht, konnte jedoch nicht ganz übertönt werden. Wahrscheinlich wird es wieder eine Weile dauern, bis ich den 3. Teil lese, obwohl ich hoffe, dass dieser mit etwas mehr Spannung aufwarten kann.  

Fazit:
Die Bestimmung: Tödliche Wahrheit konnte mich insgesamt gar nicht überzeugen. Zwar ist das Buch flüssig geschrieben und das Ende war unglaublich spannend und macht Lust auf mehr, aber die Handlung dümpelte größtenteils vor sich hin und es gab kaum Interaktion mit anderen Charakteren. Die Handlung war aufgrund verschiedener Sprünge in den Kapiteln recht zusammenhanglos und hat mich stark aus dem Lesefluss gerissen, ebenso wie ich recht genervt von Tris' fehlender Charakterentwicklung war. Dass es kaum gute Rückblicke auf den 1. Band gab, machte es mir umso schwerer, in die Geschichte hineinzufinden, da ich weder sonderlich viel von den Charakteren noch vom Geschehen selbst behalten habe. Ich hoffe, dass der 3. Band ein wenig besser von der Charakter- und Handlungsgestaltung ist. Ich kann für Tödliche Wahrheit jedoch nur 2 Sterne vergeben.

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Allgemeine Infos zum Buch 
Erscheinungsdatum Erstausgabe : 10.12.2012
Aktuelle Ausgabe : 17.03.2014
Verlag : Goldmann
ISBN: 9783442480623
Flexibler Einband 512 Seiten
Sprache: Deutsch

Freitag, 17. Februar 2017

Rezension zu "Opal: Schattenglanz" von Jennifer L. Armentrout

Gelungener 3. Teil, der nicht nur Handlung selbst weiterbringt...

 

Zum Inhalt:
Opal: Schattenglanz ist der 3. Band der Lux-Reihe. Endlich ist es geschafft: Dawson konnte aus den Fängen des VM befreit werden und darf jetzt wieder bei seinem Bruder und seiner Schwester sein. Daemon und Dee sind überglücklich, ihren Bruder wiederzuhaben, doch längst ist nicht mehr alles so wie vorher. Dee steckt in tiefer Trauer und Dawson kann das Zusammensein mit seinen Geschwistern auch nicht wirklich genießen. Denn das VM hat immer noch seine Freundin Beth und wie sie gerettet werden kann, ist fraglich. Dass Dawson sie aufgibt, kommt daher gar nicht erst in Frage, denn ein Leben ohne Beth kann er sich nicht vorstellen. Niemand kann ihn von seinem waghalsigen Plan abhalten. Doch für die Rettungsaktion benötigen Katy, Dawson und die anderen Lux Hilfe. Und der Einzige, der ihnen beistehen kann, ist Blake... 

Meine Meinung:
Ich habe bisher die vorherigen beiden Bände der Lux-Reihe gelesen (leider gibt es dazu keine Rezension aufgrund von Zeitmangel) und mit dem 2. Band konnte mich die Geschichte um Daemon, Katy und ihre Freunde packen. der erste Band war ganz ok, während ich den 2. Teil fast schon eingeatmet habe. Dasselbe ist jetzt wieder beim 3. Band passiert. 

Die Sprache des Romans ist unglaublich flüssig und leicht zu verfolgen. Schnell hat man sich aufgrund der Ich-Perspektive in Katy hineinversetzt und verfolgt die Handlung mit ihren Augen. Dabei wird man wie in einen Sog gezogen, der es einem schwermacht, das Buch aus der Seite zu legen. Die Kapitel passen perfekt aneinander und schaffen einen guten Übergang zueinander aufgrund des flüssigen Schreibstils, den die Autorin an den Tag legt. Man muss sich nicht übermäßig konzentrieren um das Geschehen zu verfolgen, sondern kann sich gut von der Handlung und dem Erzählstil treiben lassen. Die Kapitel selbst sind abwechselnd mal etwas kürzer und mal etwas länger gehalten, was eine gute Abwechslung bietet. So kann man ganz gut mindestens ein Kapitel schaffen, bevor man eine Lesepause einlegt. Was mir allerdings bei der deutschen Übersetzung aufgefallen ist, waren viele Rechtschreibfehler, die manchmal gehäuft im Text, manchmal gestreut vorkamen. Diese haben mich sehr oft aus dem Lesefluss gerissen und das fand ich ein bisschen schade. So musste man nämlich immer überprüfen, ob man sich nur verlesen hatte, oder ob es an dem Text selbst lag. Da ich die gebundene Ausgabe gelesen habe, kann ich nichts genaues zu der Taschenbuchausgabe diesbezüglich sagen. Dies ist jedoch der einzige Makel, den ich am Geschriebenen finden konnte. 

Die Charaktere selbst gefallen mir von Band zu Band besser. Jede Person, die in  dem Roman vorkommt, seien es Katy und Daemon, oder Carissa, entwickelt sich weiter und wird tiefer und vielschichtiger. Somit wird nicht nur die Handlung vorangetrieben, sondern auch an den Charakteren gearbeitet, damit der Leser auch die Handlungen und Verhaltensweisen aller auftretenden Personen nachvollziehen kann. Daemon und Katy sind am besten ausgearbeitet, was daran liegt, dass die beiden die Protagonisten der Serie sind und man sich zusätzlich noch in Katy hineinversetzt während man liest. Was mir besonders gefallen hat, ist, dass nun auch einige neue Charaktere eingeführt werden, die die Geschichte spannend halten. Leider haben diese noch keine große Relevanz gezeigt, aber ich hoffe, dass sich dies im nächsten Band ändern wird. Was ich ein wenig schade fand, war, dass sich mittlerweile alles nur noch um Daemon und Katy dreht. Seit die beiden im letzten Band zusammenkamen, hocken sie nur noch aufeinander und die Beziehung zu Katy und ihren Freunden, sowie ihr Schulalltag rückt ein wenig in den Hintergrund. Für den nächsten Teil fände ich es daher gut, wenn auch die Nebencharaktere wieder ein wenig mehr in den Vordergrund gerückt werden würden. Trotzdem kann man am Ende des Buches über jede Person sagen, ob sie einem sympathisch ist oder nicht. Jede hat eine gewisse Tiefe erhalten, was hoffentlich noch ausgebaut wird. 

Der Handlungsverlauf hat mich bei Opal ähnlich gefesselt, wie beim zweiten Band der Serie. Die Handlung bleibt durchgehend spannend, so dass man einfach weiterlesen muss. An nennenswerte Längen, kann ich mich nicht erinnern. Wenn man einmal angefangen hat zu lesen, wirkt das Buch wie ein Sog, der einen mitreißt. Was auch dafür sorgt, dass man weiterlesen will, sind die vielen Cliff-Hanger an den Kapitelenden. Selten war ich so gespannt darauf, wie es mit der Handlung weiterging wie bei dieser Serie. Deswegen habe ich es auch recht zügig geschafft, dieses Buch zu beenden. Trotzdem hätte ich mir ein wenig mehr Interaktion von Katy in ihrem Schulalltag gewünscht, da sie ansonsten fast nur an Daemon klebt und nichts fernab von ihm unternimmt. 

Am Ende wird klar, dass sich die Lage immer mehr zuspitzt. Ich habe sehr stark mitgefiebert, da man nicht genau weiß, wie das Buch enden wird. Als ich die letzte Seite umgeblättert habe, wollte ich am liebsten sofort weiterlesen, da der Cliff-Hanger am Ende Lust auf mehr macht und nicht sonderlich viel über den weiteren Verlauf der Handlung preisgibt. Dadurch, dass immer noch viele Sachen ungeklärt bleiben, möchte man Antworten auf seine Fragen erhalten. Ich bin sehr gespannt, wie es im Folgeband weitergehen wird und was aufgedeckt wird und was nicht.  

Fazit:
Bei Opal: Schattenglanz handelt es sich um einen gelungenen 3. Band, bei dem man sofort mit dem 4. Teil weitermachen möchte. Die Geschichte lässt sich flüssig und leicht lesen, während die Ich-Perspektive dem Leser hilft, sich in Katy hineinzuversetzen. Dadurch ist man mitten im Geschehen. Leider sind mir die Nebencharaktere ein wenig zu kurz gekommen, was hoffentlich im nächsten Band berücksichtigt wird. Trotzdem waren alle Charaktere sehr tiefgründig und gut gestaltet, da jeder seine Ecken und Kanten hatte. Dadurch, dass es durchgängig spannend blieb, wird die Vorfreude auf den 4. Band nur geschürt. Die vielen Cliff-Hanger, besonders das Ende, lassen den Leser mitfiebern und weiterlesen. Dadurch ist es gar nicht möglich, dass Langweile entsteht. Daher vergebe ich für Opal: Schattenglanz 5 von 5 möglichen Sternen. Hoffentlich wird der 4. Band genauso spannend. 

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Allgemeine Infos zum Buch
Erscheinungsdatum Erstausgabe : 24.04.2015
Aktuelle Ausgabe : 24.04.2015
Verlag : Carlsen
ISBN: 9783551583338
Fester Einband 464 Seiten
Sprache: Deutsch

Samstag, 28. Januar 2017

Rezension zu "Feuer und Flut" von Victoria Scott

Mittelmäßiger Auftakt mit großen Parallelen zu Die Tribute von Panem und Die Auserwählten

 

Zum Inhalt:
Feuer und Flut ist der 1. Band der gleichnamigen Dilogie. Tella verflucht ihr Teenagerleben seit sie aus der großen Metropole Boston mitten in die Pampa ziehen musste, wo nie etwas passiert. Und das alles nur wegen ihrem Bruder Cody! Warum musste er auch so schwer krank werden? Doch obwohl sie ihrem neuen Zuhause nichts abgewinnen kann, hofft sie, dass es ihrem Bruder hilft, zu genesen. Aber ihm geht es immer schlechter und die Ärzte wissen keinen Rat mehr. Tella ist komplett verzweifelt - bis sie eine Einladung zum Brimstone Bleed erhält, einem Rennen, das aus 4 Etappen besteht. Der Preis für den Sieger: das Heilmittel für die erkrankte Person, in Tellas Fall die Medizin für Cody. Diese Chance kann Tella sich nicht entgehen lassen und beschließt, an dem Rennen teilzunehmen. Unterstützung erhält sie dabei von Madox, einem kleinen schwarzen, genetisch veränderten Fuchs, der sie als Pandora durch das Rennen begleitet. Tella schlägt sich durch die ersten beiden Etappen und obwohl ihr großes Ziel, Cody zu retten, immer vor ihren Augen schwebt, passiert doch das Unglaubliche: Tella verliebt sich. Doch in einem Rennen auf Leben und Tod ist für die Liebe kein Platz...

Meine Meinung:
Da ich mich sehr für Dystopien und allgemein für Romane mit dystopischen Elementen interessiere, sprang mir Feuer und Flut sofort ins Auge, als ich es im Buchladen entdeckte. Da ich außerdem schon von vielen Buchbloggern auf dieses Buch hingewiesen wurde, steckte mich der Hype an und ich musste es einfach mitnehmen. Leider konnte der Auftakt des Zweiteilers mich nicht wirklich überzeugen.

Der verwendete Schreibstil ist sprachlich gesehen nicht wirklich etwas Besonderes. Ich fand ihn ganz ok, mehr aber auch nicht. Man konnte den Erzählungen gut folgen, ohne dass man sich großartig konzentrieren musste und das war ganz in Ordnung für ein Jugendbuch. Die Geschichte ist aus Tellas Perspektive erzählt und eigentlich gefällt mir so etwas auch immer ganz gut - wenn da nicht trotzdem eine gewisse Distanz zum Leser zu spüren gewesen wäre. Irgendwie kam ich nicht wirklich an Tella heran, so, als wäre zwischen mir und ihr eine unsichtbare Mauer, so dass ich eher eine Augenzeugin der Außenwelt wurde, anstatt dass ich wirklich beim Geschehen dabei war. Das fand ich etwas schade, denn dadurch lässt man die Geschichte selbst nicht allzu nah an einen heran und das Mitfühlen mit Charakteren und das Mitfiebern die Handlung betreffend wird problematisch. Was mir trotzdem gut gefallen hat, war die Balance, die die Autorin zwischen Handlungen der Personen und ihrer jeweiligen Gefühlswelt schafft. Auch wenn die Handlungsebene doch ein wenig mehr im Vordergrund steht, hatte man einen guten Einblick in die Innensicht der Charaktere, so dass sie nicht nur auf ihre Handlungen und ihr Verhalten reduziert werden. Teilweise waren mir die Kapitel leider ein wenig zu lang. Viele konnte ich nicht in einem Rutsch durchlesen, sondern musste einige Pausen machen. Trotzdem hat man gut zurück in die Geschichte gefunden, wenn man doch mitten im Kapitel eine Auszeit einlegen musste.

Sich in die Charaktere einzufühlen fiel mir ganz besonders schwer, besonders bei Tella. Obwohl man sie von allen am besten kennenlernt, herrscht, wie zuvor schon bereits erwähnt, eine gewisse Distanz zum Leser, so dass man sich nicht wirklich in sie einfühlen kann. Besonders am Anfang mochte ich Tella auch überhaupt nicht. Sie wirkte auf mich wie eine Oberzicke und war mir viel zu tussig gestaltet, was sich besonders in ihren Aussagen widerspiegelte. Erst gegen Mitte des Buches hatte ich mich einigermaßen an sie gewöhnt, aber eine wirkliche Sympathie empfinde ich trotzdem nicht wirklich für sie. Insgesamt sind alle Charaktere recht tief gestaltet, vor allem da sie eine eigene Hintergrundgeschichte haben und diese nach und nach im Verlauf des Buches aufgedeckt werden. Trotzdem gibt es kaum Interaktion zwischen ihnen und Tella, so dass auch die Nebenpersonen sehr flach und unausgereift auf mich wirkten und man nicht richtig mit ihnen mitfühlen konnte. Auch die Liebesgeschichte, die etwa ab der Mitte des Buches angeschnitten wird, wirkte auf mich sehr gestellt und kam für mich vollkommen aus dem Nichts. Hier hätte die Autorin etwas mehr Entwicklungsspielraum freihalten sollen, denn besonders wenn man sich die Beziehung zwischen den beiden Personen ansieht, gerade wenn man sich die anfänglichen Begegnungen noch einmal genauer vor Augen führt, merkt man, dass alles viel zu abrupt und schnell geht und nicht wirklich zu der Geschichte passt. Das war auf jeden Fall sehr schade. Da die Reihe eh auf 2 Bände ausgelegt ist, hätte ich mir gewünscht, dass hier dieser Erzählstrang ein wenig langsamer aufgegriffen und verstärkt dann im Folgeband weitergesponnen wird.

Auch der Handlungsverlauf konnte mich bisher nicht wirklich überzeugen. Es gab viele Längen innerhalb der Geschichte, die sich teilweise zu einer richtigen Quälerei auswuchsen. Zwischenzeitlich habe ich nicht mehr als eine oder zwei Seiten gelesen, da mich die Geschichte einfach nicht fesseln konnte. Vielleicht lag dies auch an der großen Ähnlichkeit zu den Ideen zu Die Tribute von Panem und Die Auserwählten. Ständig hatte ich das Gefühl, dass hier Ideen aus den beiden Reihen komplett übernommen worden waren, da die Autorin nicht wirklich etwas Neues eingebaut hatte. Einzig und allein die Geschichte mit den Pandoras war das einzig neue Element, das im gesamten Handlungsverlauf auftrat, was allerdings auch hier wieder große Ähnlichkeiten zu Digimon aufwies. Wenn die Geschichte allerdings einmal Fahrt aufgenommen hatte, konnte sie den Leser dennoch gut fesseln, so dass man das Buch nicht aus der Hand legen konnte. Besonders die vielen unerwarteten Wendungen überraschten den Leser oft und ließen ihn noch ein wenig mehr über die Charaktere nachdenken. Leider tritt die Hintergrundgeschichte des Brimstone Bleeds selbst ein wenig zu sehr in den Hintergrund. Dies wird nur kurz nebenbei abgehandelt, gliederte sich meines Empfindens nach allerdings nicht sonderlich gut in den Roman ein. Das war sehr schade, denn so erfährt der Leser nicht wirklich Näheres über den Sinn dieser Veranstaltung, beziehungsweise, warum sie überhaupt existiert.

Das Ende wartet mit einem Cliff-Hanger auf, so dass man als Leser unbedingt weiterlesen möchte, wie es in den nächsten beiden Etappen weitergeht. Es fügt sich recht gut in die Geschichte ein und macht Lust auf mehr. Auch die Leseprobe zum zweiten Band konnte mich doch sehr fesseln. Ich bin gespannt, wie es dann in Salz und Stein weitergeht. 

Fazit:
Ein doch recht flacher Auftakt dieser zweiteiligen Reihe, der viel mehr Potential gehabt hätte, wenn er mehr neue Ideen eingebaut hätte und allgemein die Charaktere wesentlich besser ausgearbeitet worden wären. So erinnert mich Feuer und Flut doch viel zu sehr an Die Tribute von Panem und Die Auserwählten und bringt, abgesehen von den Pandoras, keine neuen Elemente ein. Durch die kaum vorhandene Interaktion zwischen Tella und ihren Konkurrenten, erscheinen alle anderen Charaktere doch sehr flach, da sie nicht viel zu sagen haben, auch wenn ihre Hintergrundgeschichte selbst sehr interessant ist. Tella selbst fand ich am Anfang des Buches unglaublich ätzend, weil sie so tussig wirkte. Dies änderte sich zwar im Verlauf des Romans ein wenig, aber wirklich sympathisch ist sie mir immer noch nicht. Auch Informationen zu der Entstehung des Rennens sind kaum vorhanden und werden nur kurz im letzten Drittel des Buches abgehandelt, was ich sehr schade fand, denn dadurch wirkt auch die Idee dahinter flach und unwichtig. Allein das Ende fand ich doch sehr spannend gehalten. Der Cliff-Hanger macht Lust auf mehr und ich bin gespannt, wie es weitergeht. Für Feuer und Flut vergebe ich 3 von 5 Sterne, weil es mich einfach in zu vielen Punkten nicht überzeugen konnte, jedoch auch seine guten Seiten aufweist.

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Allgemeine Infos zum Buch
Erscheinungsdatum Erstausgabe : 25.05.2015
Aktuelle Ausgabe : 25.05.2015
Verlag : cbt
ISBN: 9783570162934
Fester Einband 400 Seiten
Sprache: Deutsch

Samstag, 21. Januar 2017

Rezension zu "Die sieben Schwestern" von Lucinda Riley

Mittelmäßiger Reihenauftakt mit lehrreichem historischen Hintergrund

 

Zum Inhalt:
Die sieben Schwestern ist der 1. Band der gleichnamigen Reihe. Maia d'Aplièse ist die älteste von 6 Töchtern, die ihr Vater aus allen Teilen der Welt adoptiert hat. Als einzige ist sie auf dem Anwesen ihres Vaters geblieben während ihre Schwestern in alle Ecken der Erde verstreut worden sind. Gerade, als Maia einige Tage in Lndon verbringt, verstirbt jedoch ihr geliebter Vater. Ihre komplette Welt bricht zusammen, denn ohne Pa Salt wird das Anwesen "Atlantis" nie wieder dasselbe sein. Als sich die Schwestern beim Notar einfinden, werden ihnen Briefe überrreicht - Briefe, die ihr Vater jeder von ihnen kurz vor seinem Tod gewidmet hat. Sie enthalten Hinweise auf ihren eigentlichen Geburtsort. Gemeinsam mit dem Schriftsteller Floriano begibt sich Maia auf die Suche nach ihrer Vergangenheit - und taucht ein ins Brasilien der 1920er Jahre, das stark von Aufbruchsstimmung geprägt ist...

Meine Meinung:
Da ich lange keine Familienromane mit Geheimnissen gelesen habe, dachte ich mir, dass es mal wieder an der Zeit ist, das zu tun. In der Bibliothek sprang mir daher dieses Buch von Lucinda Riley ins Auge und so lieh ich es mir kurzerhand aus, weil ich noch nie einen solchen Roman gelesen habe, der besonders Brasilien in den Vordergrund rückt.

Die Sprache, die die Autorin verwendet, fand ich nicht in irgendeiner Art und Weise besonders. Sie legt extremen Wert auf die Handlungen der Charaktere, anstatt noch etwas näher ihr Gefühlsleben zu beleuchten. Somit wird klar, dass gravierend der Verlauf der Handlung im Vordergrund des Buches steht, was ich allerdings nicht ganz so tragisch finde. Leider gibt es jedoch zwischenzeitlich solch verschachtelte Sätze, dass man diese mehrmals lesen muss, um wirklich zu verstehen, was hier gemeint ist. Ich weiß leider nicht, ob dies der deutschen Übersetzung geschuldet ist, aber es war dann zwischenzeitlich ein wenig anstrengend, den Erzählungen zu folgen, wenn in einem Satz viel zu viele Informationen enthalten waren. Das Buch selbst ist in zwei Erzählstränge unterteilt; im Gegenwartsstrang wird aus Maias Sicht erzählt während der Vergangenheitsstrang Izabellas Geschichte, Maias Urgroßmutter, darlegt. Bei den Kapiteln, in denen es vornehmlich um Maia geht, wird aus der Ich-Perspektive berichtet, während Izabellas Erzählstrang durch einen personalen Erzähler ausgedrückt wird. Obwohl ich normalerweise ein großer Freund der Ich-Perspektive bin, hat mir bei diesem Buch eher der personale Erzählstil bei Izabella zugesagt. Irgendwie kam ich Maia, trotz der Tatsache, dass man in sie hineinschlüpft, nicht wirklich nah, sondern wurde immer auf Distanz gehalten. So fiel es mir auch schwer, mich mit ihr auseinanderzusetzen, geschweige denn mich wirklich in sie hineinzudenken. Dies hat mir bei der Erzählperspektive von Izabella um einiges besser gefallen, so dass ich mich ihr hinterher näher fühlte als Maia. Das die Autorin noch einmal zwischen den Erzählperspektiven hin- und herwechselt, hat mir auch gut gefallen. Es bietet ein wenig Abwechslung und trennt Maia und Izabella als Charaktere voneinander. Leider hätte ich mir gewünscht, dass die Sprache in Izabellas Erzählstrang noch ein wenig mehr an die Zeit angepasst ist. Einen wirklichen Unterschied zu der Erzählweise der Gegenwartskapitel habe ich da leider nicht feststellen können. Das fand ich ein wenig schade. Was mir zudem noch aufgefallen ist, ist, dass einige Kapitel äußerst lang sind, sie also nicht unbedingt in einem Rutsch machbar für alle Leser erscheinen. Trotzdem sind einige Lesepausen möglich, da immer wieder Zeitsprünge in die Kapitel eingebaut werden, an denen man kurz Halt machen kann.

Wie ich vorhin schon erwähnt habe, hatte ich einige Probleme mich in Maia hineinzudenken, denn trotz Ich-Perspektive gab es so etwas wie eine unsichtbare Wand die zwischen mir und der Protagonistin stand. Ich konnte mich überhaupt nicht mit ihr identifizieren, weshalb der Gegenwartsstrang für mich definitiv mehr Schwächen aufweist als Izabellas Geschichte. Während des Handlungsverlaufs hatte ich das Gefühl, dass Maia selbst nur als Medium zur Vermittlung von Izabellas Biografie dient. Im Gegenwartsstrang gab es nämlich keine großartigen Nebencharaktere, die wichtig werden und Maia selbst blieb für mich nur eine Person auf dem Papier, allerdings kein Charakter, den ich mir ins wirkliche Leben hätte denken können. Dadurch wurde die Geschichte für mich recht unspannend. Izabellas Erzählung erschien mir allerdings weitaus interessanter, besonders, was die Charaktere betrifft. Es gibt viel mehr Charaktere, sowohl Protagonisten als auch Nebenpersonen, und um Längen mehr Interaktion mit ihnen. Einerseits wurden die Charaktere somit viel Tiefer, weil es eben mehr Handlungsspielraum gab. Andererseits wurde das Geschehen in diesem Handlungsstrang viel eher am Leben gehalten als es im Gegenwartsteil des Buches der Fall war. Somit hat es mir mehr Spaß gemacht, Izabellas Geschichte fortzusetzen als die von Maia.

Auch der Handlungsverlauf hat mir im Vergangenheitsteil des Romans um Längen besser gefallen als der im Gegenwartsteil. Letzterer galt eher als Rahmen für die Geschichte im Allgemeinen, war jedoch nicht unbedingt zwingend notwendig für mich. Dadurch, dass es im Gegenwartsteil im Vergleich sehr wenig Interaktion gab, kamen mir viele von Maias Entscheidungen und Handlungen, sowie das Geschehen an sich selbst sehr übereilt vor, was für mich nicht zu der Geschichte gepasst hat. Insgesamt war die Geschichte um Maia sehr langwierig und konnte mich nicht wirklich fesseln. Durch diese Passagen des Romans musste ich mich wirklich durchquälen, während Izabellas Geschichte mir viel interessanter erschien. Diese ist durch den historischen Hintergrund - den Entwurf der Christo-Statue als Rahmenhandlung - unglaublich tiefgehend und interessant, besonders, da sich an der wahren Begebenheit orientiert wurde. Das hat mir sehr gut gefallen und bringt dem Leser zudem geschichtliches Wissen näher, das er nicht in der Schule erwerben kann. Durch die jeweiligen Cliff-Hanger beim Erzählstrangwechsel möchte man unbedingt weiterlesen, besonders was Izabellas Geschichte angeht. Die Hoffnung darauf, ihre Biografie weiterzuverfolgen, ließ mich die Langwierigkeiten des Gegenwartsstranges ertragen.

Das Ende rundet zwar den Vergangenheitsstrang recht gut ab, besonders, da einiges davon noch in der Gegenwartshandlung geklärt wird. Mit dem Ende von Maias Geschichte bin ich allerdings nicht ganz so zufrieden. Irgendwie er schien mir alles so abgehackt und abrupt, so dass es nicht wirklich gut in den restlichen Teil des Romans eingbunden ist. Stattdessen gibt die Autorin in den letzten zwei Kapiteln schon einen Ausblick auf die nächste Schwester, deren Vergangenheit beleuchtet wird. Das hätte ich mir persönlich ein wenig anders gewünscht. Stattdessen hätte man Maias Geschichte ein wenig mehr abrunden können, weil hier nun nicht wirklich Informationen über Ally präsentiert werden, die nicht auch am Anfang des 2. Teils hätten stehen können. Auch, dass viele Dinge trotzdem noch ungeklärt blieben, hat mich ein wenig gestört. Dabei geht es vornehmlich um einige Angelegenheiten Pa Salt und Maia betreffend, die ich hier aber aufgrund von Spoilern nicht weiter ausführen möchte. Da im nächsten Band Ally die Rolle der Protagonistin übernehmen wird, denke ich nicht, dass es dahingehend eine Aufklärung geben wird. Schade.
 
Fazit:
Für mich ein recht mittelmäßiger Auftakt dieser Familienserie. Der historische Hintergrund ist unglaublich interessant, ebenso wie die Geschehnisse um Izabella, doch der Gegenwartsstrang war mir leider ein wenig zu lasch. Man kann sich weder in Maia, noch in irgendeine ihrer Handlungen hineinversetzen, da sie praktisch nur als Medium dazu dient, Izabellas Geschichte zu erzählen. Diese ist um einiges tiefer, mit interessanten Charakteren und Cliff-Hangern, so dass man unbedingt weiterlesen möchte. Auch der Rahmen, den die Autorin mit dem Bau der Christo-Staute setzt, hat mir sehr gut gefallen und bringt dem Leser auch historisches Hintergrundwissen näher. Auch hier hat mir das Ende des Vergangenheitsstrangs gut gefallen, während der Gegenwartsstrang mit einigem Holpern schließlich zum Stillstand kam. Wirklich gepasst hat das Ende hier nicht. Das fand ich etwas schade. Ich hoffe, dass der nächste Band Die Sturmschwester mit einer etwas interessanteren Geschichte und tiefergehenden Charakteren in der Gegenwartshandlung aufwarten kann. Für Die sieben Schwestern vergebe ich 3 Sterne.

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Allgemeine Infos zum Buch
Erscheinungsdatum Erstausgabe : 09.03.2015
Aktuelle Ausgabe : 19.09.2016
Verlag : Goldmann
ISBN: 9783442479719
Flexibler Einband 550 Seiten
Sprache: Deutsch

Montag, 16. Januar 2017

Rezension zu "Die 100" von Kass Morgan

Beklemmende Dystopie mit viel Potential

 

Zum Inhalt:
Die Menschheit, 300 Jahre in der Zukunft: Der Planet Erde ist nach dem atomaren Krieg unbewohnbar geworden. Trotzdem haben ihn eine Handvoll Menschen überlebt, welche auf ein großes Raumschiff ausgewichen ist, das in 3 Klassen unterteilt ist: Walden, Arcadia und Phoenix. Wer auf dem Schiff ein gutes Leben haben möchte, muss die Regeln befolgen und diese sind strikt und vielseitig. Wer gegen sie verstößt, kommt unter Arrest und muss auf seinen Prozess warten. Wird der Angeklagte für schuldig befunden erwartet ihn die Todesstrafe, welche allerdings erst durchführbar ist, wenn die Täter volljährig sind. Besorgniserregend: in letzter Zeit wurden fast alle Angeklagten für schuldig befunden und so schnell wie möglich hingerichtet. Dies soll sich nun aber ändern. Die Idee der Schiffsregierung: 100 jugendliche Straftäter auf die Erde schicken um zu prüfen, ob sie wieder bewohnbar ist. Unter ihnen ist die Ärztin in Ausbildung Clarke, der Sohn des Präsidenten namens Wells, der bei seiner großen Liebe sein möchte, und der intelligente Bellamy, der um jeden Preis seine kleine Schwester beschützen will. Doch alleine bei ihrer Ankunft auf dem blauen Planeten wird ihnen klar, dass sie allerhand Schwierigkeiten bewältigen müssen...

Meine Meinung:
Während einer Werbepause habe ich den Trailer zur gleichnamigen Serie gesehen, wusste aber nicht, dass es einen Roman dazu gibt. Kurz bevor ich die Serie anfangen wollte, entdeckte ich dann im Thalia das Buch dazu und musste es natürlich gleich mitnehmen. So ist meine Rezension vom Aufbau der Serie unbeeinflusst und basiert aussschließlich auf der Buchfassung der Autorin.

Insgesamt empfand ich den Schreibstil, den die Autorin nutzt, als sehr objektiv und eher auf die Interaktion der Charaktere fokussiert als auf ihr Gefühlsleben. Vielleicht liegt dies auch daran, dass sie keine Ich-Perspektive genutzt hat, sondern den personalen Erzähler. Trotzdem empfand ich diesen objektiven Schreibstil nicht als störend. Man musste sich ein wenig an ihn gewöhnen, aber nach wenigen Kapiteln konnte ich sehr gut damit umgehen. Jedes Kapitel ist abwechselnd aus der Sicht von den 3 Jugendlichen geschrieben, die die Protagonisten des Romans sind, was einerseits auf verschiedene Handlungsstränge hindeutet und andererseits die Charaktere noch einmal vielschichtiger darstellt. Dadurch kommt viel Abwechslung in die Geschichte selbst, so dass man sich nicht nur auf einen Charakter, sondern auf verschiedene Protagonisten und ihre Hintergrundgeschichte konzentriert. Die Kapitel selbst sind nicht sonderlich lang, so dass man eines auf jeden Fall während eines Leseflusses schaffen kann. Dadurch, dass alle von ihnen mit einem Cliff-Hanger enden, möchte man aber so schnell weiterlesen um zu wissen, wie es mit dem jeweiligen Charakter weitergeht. 

Die Charaktere selbst sind unglaublich verschieden und vielschichtig gestaltet, vor allem da alle Protagonisten, und auch die Nebenfiguren, verschiedene Ziele verfolgen und mit verschiedenen Erwartungen auf die Erde geschickt worden sind. Dies liegt vor allem an den verschiedenen Persönlichkeiten, die jeder Charakter innehat. DIes fällt besonders bei der wörtlichen Rede der Charaktere auf. Da auch kein Charakter wie der andere ist, hat man so verschiedene Persönlichkeiten, die aufeinandertreffen und nicht immer gleich gut miteinander auskommen. Die Protagonisten erhalten besondere Tiefe durch die bruchstückhaft dargestellte Vorgeschichte, die in jedem Kapitel eingebaut wird. Dadurch gelingt es dem Leser, ein wenig hinter die Kulissen zu blicken und die Charaktere besser kennenzulernen, ebenso wie ihre Handlungen besser nachzuvollziehen. Auch wenn der Großteil der Personen, die in der Handlung auftreten, die Protagonisten der Buchserie sind, kommen doch einige Nebencharaktere vor, beispielsweise Graham oder Bellamys Schwester Octavia, ebenso wie Clarkes Freundin Octavia. Zwar lernt man diese nicht ganz so gut kennen wie die Hauptpersonen, trotzdem gibt es einige Interaktion mit ihnen, so dass sie nicht nur auf dem Papier existieren. Auch kann man am Ende des ersten Bandes darüber urteilen, ob man diesen oder jenen Charakter mag, was mir persönlich sehr wichtig ist, da man so ein Gefühl für die jeweiligen Hauptpersonen bekommt.

Der Handlungsverlauf blieb für mich durchgehend spannend. Ich wurde praktisch sofort von der Geschichte mitgerissen und erinnere mich an keine nennenswerten Längen. Die 315 Seiten lasen sich fast wie von selbst. Besonders für Spannung sorgen die verschiedenen Handlungsstränge, die durch die verschiedenen Charaktere geschaffen werden. Besonders die Vergangenheitsschnipsel sorgen für mehr Hintergrundinfos über die Protagonisten und bringen somit viel mehr Leben in die Geschichte insgesamt. Ständig passiert etwas neues, so dass man die zukünftige Handlung nicht vorhersagen kann, da man keine Erwartungen an den weiteren Verlauf der Geschichte stellen kann. Was zudem noch äußerst interessant ist, ist die Situation auf dem Schiff, die auch durch weitere Kapitel noch näher beleuchtet wird. Dadurch erfährt man nicht nur, wie das Leben auf der Erde weitergeht, sondern bekommt auch einen Einblick in das Leben auf dem Raumschiff. Dies sorgt dafür, dass auch das Raumschiff als Lebensraum kein abstrakter Ort bleibt, sondern dem Leser nähergebracht und durch die Beschreibungen der Autorin noch mehr konkretisiert wird.

Der Cliff-Hanger am Ende des Romans macht definitiv Lust auf mehr. Deswegen hoffe ich, dass ich auch bald den 2. Band der Serie lesen kann. Er rundet meiner Meinung nach den ersten Band sehr gut ab, obwohl die Handlung im Auftakt der Serie vielleicht doch ein bisschen kurz gehalten ist. Da der Abschluss aber durchaus vielversprechend ist, möchte man auf jeden Fall weiterlesen, besonders, da sich nicht genau voraussagen lässt, wie die Geschichte weitergeht.

Fazit:
Für mich erweist sich Die 100 als toller Auftakt einer etwas anderen Dystopie, die sehr viel Potential aufweist. Die wechselnde Charaktersicht hält die Spannung aufrecht, ebenso die Rückblicke in die Vergangenheit, die die Tiefe der Charaktere Stück für Stück freilegen. Die verschiedenen Handlungsstränge machen Lust auf mehr. Dadurch, dass dann auch noch die meisten Kapitel mit einem Cliff-Hanger enden, möchte man unbedingt weiterlesen und gleitet praktisch durch das relativ kurze Buch. Obwohl auch viel Sci-Fi-Vokabular benutzt wird, ist die Sprache des Romans doch relativ einfach gehalten, so dass man den Erzählungen der Autorin gut folgen kann. Auch wenn mir die Charaktere und die bisherige Handlung sehr gut gefallen, gibt es trotzdem noch eine Menge Potential, aus dem der 2. Band der Serie schöpfen kann. Für diesen tollen ersten Band vergebe ich daher trotzdem 5 von 5 Sternen, weil er mir im Gesamtpaket einfach unglaublich gut gefallen hat.

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Allgemeine Infos zum Buch:
Erscheinungsdatum Erstausgabe : 27.07.2015
Aktuelle Ausgabe : 27.07.2015
Verlag : Heyne
ISBN: 9783453269491
Flexibler Einband 320 Seiten
Sprache: Deutsch

Samstag, 14. Januar 2017

Rezension zu "Maybe Someday" von Colleen Hoover

Berührende Geschichte, die jedoch leider nur die Protagonisten wichtig erscheinen lässt

 

Zum Inhalt: 
Sydney ist 22 und ihr Leben könnte nicht besser laufen. Sie studiert ihr Wunschfach - Musik - ist mit ihrer besten Freundin Tori in die erste Wohnung gezogen und hat ihren super tollen Freund Hunter. Was Sydney jedoch nicht weiß: ihre Beziehung ist nicht so glücklich wie es scheint. Denn Hunter betrügt sie - und zwar mit keiner geringeren als Tori. Sydney findet dies allerdings nicht selbst heraus, sondern über ihren Nachbarn Ridge. Dieser sitzt jeden Abend auf seinem Balkon und spielt Gitarre, kann allerdings aufgrund einer Schreibblockade keine neuen Songs mehr zustande bringen und bittet Sydney deswegen um Hilfe. Als sie schließlich aus ihrer Wohnung flüchtet, um der ganzen Situation zu entgehen, sucht Sydney Zuflucht bei Ridge. Dieser bietet ihr an, in das leere Zimmer der WG, die nur aus Warren, Bridgette und ihm besteht zu ziehen - allerdings nur, wenn sie ihm weiter beim Songschreiben hilft. Sydney kommt das Angebot gerade recht, denn in der Wohnung mit Tori möchte sie auf keinen Fall bleiben. Doch beim Songschreiben bleibt es zwischen Ridge und ihr nicht: die beiden spüren eine gegenseitige Anziehungskraft und kommen sich immer näher. Und das, obwohl Ridge eine Freundin hat...

Meine Meinung:
Wer mich kennt, weiß, dass ich bereits schon einige Colleen-Hoover-Bücher verschlungen habe. Auch wenn mir nicht alle gleich gut gefallen haben, musste ich mir Maybe Someday einfach zulegen, da ich das Thema unglaublich interessant fand und es wenige gute Romane über Musik gibt. 

Die Sprache ist, wie bei eigentlich allen Colleen-Hoover-Romanen zuvor, sehr einfach gehalten, so dass man der Erzählung sehr gut folgen kann. Sie orientiert sich gleichermaßen am Innenleben der Charaktere als auch an ihren Handlungen, so dass eine gute Balance zwischen beiden Komponenten entsteht. Dadurch, dass sie auch sehr schnörkellos ist, muss man nicht sonderlich viel Konzentration aufwenden, um der Erzählung zu folgen. Abwechselnd wird aus Sydneys und Ridges Sicht erzählt. Das hat mir außerordentlich gut gefallen, denn so kennt man nicht nur die Gedanken- und Gefühlswelt eines einzigen Charakters, sondern die von beiden Protagonisten. Dadurch kann man sich ein ungefähres Bild davon machen, was in der zukünftigen Handlung passieren wird und man kann sich perfekt in die beiden hineinversetzen. Etwas schade fand ich, dass Ridges Kapitel trotz allem immer noch ein wenig kürzer gehalten waren, als Sydneys Kapitel. Während Sydneys Erzählungen meist über 10 Seiten oder mehr gingen, waren Ridges Kapitel oftmals nur halb so lang. Dadurch hatte man, trotz allem, doch noch einen besseren Einblick über Sydney selbst.

Sydney und Ridge lernt man auch im Verlauf des Buches von allen Charakteren am besten kennen. Besonders Ridge ist ein unglaublich interessanter Charakter, alleine schon dadurch, dass der Leser eine riesige Überraschung erlebt, wenn Sydney und er zum ersten Mal wirklich aufeinander treffen. Durch die Eigenarten der beiden Protagonisten schafft Colleen Hoover einzigartige Personen und behandelt auch sensible Themen, die sonst nicht in der Art und Weise angesprochen werden, wie sie es tut. Das gefällt mir immer außerordentlich gut an ihren Romanen. Außer Sydney und Ridge sind außerdem noch Warren und Maggie Charaktere, die der Leser besser kennenlernt. Alle anderen Personen, die im Buch erwähnt werden oder ein paar Auftritte haben, wirken komplett farblos, weil so gut wie gar nicht angesprochen oder charakterisiert werden. Das beste Beispiel sind hier Sydneys Eltern, von denen auch öfter geredet wird. Es findet kein einziges Mal eine Interaktion zwischen ihnen und ihrer Tochter statt, was ich wirklich sehr schade fand, vor allem, da Sydney sie selbst des öfteren erwähnt. Auch Hunter und Tori kommen nur kurz am Anfang vor und bis auf eine einzige Interaktion mit Hunter gibt es nichts weiter über diesen Charakter festzuhalten. Das Gleiche gilt für Bridgette, wodurch die Charaktere für mich nur auf dem Papier existieren, da ich sie mir nicht ins wirkliche Leben denken kann. Dadurch konzentriert sich die Handlung bzw. der Roman im Allgemeinen nur auf Sydney und Ridge, was ich sehr schade finde, denn verschiedene Handlungsstränge hätten hier ihr Potential zur Ausarbeitung gefunden.

Insgesamt fand ich den Handlungsverlauf ganz ok, wenn er auch einige Längen aufweist. Besonders die Song-Entstehungsphasen mit Sydney und Ridge waren für mich unglaublich interessant, besonders, da man sich die Songs selbst auch anhören konnte, so dass man eine Vorstellung von ihrem Klang hatte. Trotzdem gab es keine richtige Abwechslung. Ridge und Sydneys Beziehung - oder eher Nicht-Beziehung - stand die ganze Zeit im Vordergrund. Es gab kein Kapitel in dem die beiden fernab voneinander etwas unternommen haben, beziehungsweise, dass Sydney über ihr Studium oder ihren Job erzählt hat, generell einmal mit anderen Personen außerhalb der WG interagiert oder ähnliches. Auch das Musikthema rückt schnell in den Hintergrund, was ich auch sehr schade fand. Das war nach einiger Zeit unheimlich ermüdend für mich und schmälerte meine Motivation weiterzulesen. Trotzdem behandelt das Buch ein sehr sensibles Thema und stellt die eigene Entscheidungskraft infrage, was verschiedene Situationen betrifft. Viele unerwartete Wendungen können den Leser trotz einiger Längen im Handlungsverlauf überraschen, so dass dieser an das Ende des Buches gelanfen will, da viele Entscheidungen der Charaktere gar nicht klar abzusehen sind. 

Das Ende war mir persönlich vielleicht doch einen Tick zu kitschig, bildet aber auf jeden Fall einen sehr schönen Abschluss zur Gesamthandlung. Es fügt sich gut in die Geschichte ein und rundet den Roman gut ab. Fans von Schnulzenromanen kommen hier auf jeden Fall auf ihre Kosten. Wer es nicht ganz so romantisch mag, empfindet das Ende vielleicht genau wie ich ein wenig zu dick aufgetragen.

Fazit:
Ein recht guter Roman, der ein äußerst sensibles Thema behandelt und die eigene Entscheidungskraft und Moral infrage stellt. Der Sprachstil lässt sich gut verfolgen und die Ich-Perspektive, ebenso wie die wechselnde Charaktersicht helfen dem Leser, sich in die Protagonisten hineinzuversetzen. Nervig war, dass es nur um Sydney und Ridge ging und um gar nichts anderes, so dass sowohl die anderen Charaktere als auch das Thema des Songschreibens recht farblos blieb. Hier hätte ich mir ein wenig mehr Kommunikation mit der Außenwelt gewünscht, besonders bei Sydney. Dadurch wirkt die Handlung schnell langweilig, da im Grunde immer nur wieder das Gleiche passiert, obwohl es mehr Möglichkeiten gegeben hätte, die Handlungsstränge auszuarbeiten. Trotzdem möchte man das Buch beenden, da sich überhaupt nicht absehen lässt, wie die Charaktere sich letzten Endes doch entscheiden. Empfehlen kann ich diesen Roman Musikliebhabern, die mit den Songs sogar noch ein interaktives Erlebnis erfahren und Fans von Liebesromanen, die es nicht stört, wenn das Hauptaugenmerk hauptsächlich nur auf den Protagonisten liegt. Nach reiflicher Überlegung bekommt Maybe Someday von mir gerade noch so 4 von 5 Sternen.

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Allgemeine Infos zum Buch:
Erscheinungsdatum Erstausgabe : 18.03.2016
Aktuelle Ausgabe : 18.03.2016
Verlag : dtv Verlagsgesellschaft
ISBN: 9783423740180
Flexibler Einband 432 Seiten
Sprache: Deutsch

Donnerstag, 18. Februar 2016

Rezension zu "Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki" von Haruki Murakami

Ein philosophisches Buch über Freundschaft, Liebe und die eigene Vergangenheit

 

Zum Inhalt
Tsukuru Tazaki ist niemand besonderes. Er sieht nicht besonders aus, hat keine besonderen Noten und auch sonst keine herausstechenden Merkmale. Er ist einfach farblos. Das Einzige, was ihn besonders macht, sind seine vier besten Freunde, die alle eine Farbe im Namen tragen: Rot, Blau, Weiß und Schwarz. Alles unternehmen sie gemeinsam, führen Projekte durch, lernen zusammen und werden eine richtige Gemeinschaft. Bis sie Tsukuru im ersten Universitätsjahr die Freundschaft kündigen und er sich nicht mehr bei ihnen melden soll.

Mittlerweile ist Tsukuru 36, baut und verbessert erfolgreich Bahnhöfe und trifft auf Sarah, eine Frau mit der er sein Leben verbringen könnte. Allerdings merkt Sarah, dass etwas mit Tsukuru nicht stimmt. Irgendetwas scheint seit damals in ihm zerbrochen zu sein. Wenn ihre Liebe Bestand haben soll, sagt Sarah, muss Tsukuru sich seiner Vergangenheit stellen. Und so macht sich Tsukuru auf die Reise in seiner Vergangenheit und was damals wirklich geschehen ist.

Meine Meinung
Schon des öfteren habe ich viel gutes über die Bücher von Haruki Murakami gehört, mich jedoch nicht getraut eines von ihnen in die Hand zu nehmen und wirklich zu lesen. Dieser Roman ist also der erste den ich von dem Autor lese.

Die Sprache, die Murakami in seinem Buch benutzt, ist sehr simpel gehalten, so dass jeder dem Handlungsverlauf gut folgen kann. Dennoch ist sie wenn man ein wenig tiefergehend blickt, sehr tiefgründig und philosophisch und verbreitet eine sehr wichtige Nachricht: dass niemand farblos ist, dass jeder eine eigene Persönlichkeit hat und sich nicht über andere definieren sollte. Sehr schön wird dies in Tsukurus Gesprächen mit seinen Freunden und Sarah deutlich. Während die Handlung sich eher auf das tatsächliche Agieren der Charaktere konzentriert, spielen sich die Gespräche auf einer höheren Ebene ab als auf einer handlungsbezogenen. Stattdessen geht es um wichtige Themen wie Freundschaft, Liebe und Verlust. Themen, die zwar in vielen Büchern behandelt werden, allerdings nicht so tiefgründig bearbeitet und überdacht worden sind. Zwischenzeitlich hatte ich beim Lesen das Gefühl, mir gegenüber säße ein alter Japaner, der Lebensweisheiten erteilt, was jedoch in keiner Weise nervig war. Eher vermittelte es dem Leser ein Gefühl von Nähe und Wärme, so dass man sich während des Lesens gut aufgehoben fühlte. Zwar wird aus der personalen Erzählperspektive berichtet, aber dennoch kann man sich sehr gut in Tsukuru einfühlen und erlebt die Handlungen und Gespräche hautnah mit ihm mit. Die Kapitel selbst zogen sich überhaupt nicht und obwohl sie etwas länger gehalten waren, konnte man sie schnell beenden.

Tsukuru ist im Grunde der einzige Charakter, den man wirklich kennenlernt. Schließlich begleitet man ihn durch den ganzen Roman. Bisher hat sich mir jedoch kein Buchcharakter so deutlich eingeprägt wie Tsukuru. Er hat eine einzigartige Persönlichkeit, baut Bahnhöfe, was mir bisher auch noch nicht untergekommen ist und bezeichnet sich selbst als farblos. Aber das ist Tsukuru ganz sicher nicht. Er ist einer der interessantesten und vielschichtigsten Charaktere, über die ich je etwas gelesen habe und allein durch seine Einzigartigkeit ganz sicher nicht farblos. Leider empfand ich nicht bei allen Personen so. Tsukurus Freunde, die im Romanverlauf aufgesucht werden, kamen mir im Vergleich zu Tsukuru sehr lasch und unpersönlich vor. Ich hatte das Gefühl, dass sie diejenigen waren, die farblos sind, obwohl alle eine Farbe in ihrem Namen tragen. Natürlich erfährt man auch etwas über ihr bisheriges Leben, aber bei keinem war man so nah am Geschehen wie bei Tsukuru. Und das obwohl auch seine Freunde viel erlebt haben. Trotzdem merkte man durch die Distanz zum Leser auch die Distanz zwischen Tsukuru und seinen Freunden. Es war einfach zu lange her, als Tsukuru den ersten Schritt in ihre Richtung wagte und obwohl sie sich freundlich begegnen, spürt man besonders bei seinen männlichen Freunden die Kluft der Trennung. Bei Eri merkte man schon wieder etwas mehr von der Vertrautheit, die bei den anderen gefehlt hat. Dennoch war auch hier die Distanz zwischen den beiden Personen unübersehbar. Trotzdem passt diese wirklich gut in die Geschichte hinein wie ich finde. Es wäre irgendwie merkwürdiger, wenn sich plötzlich alle wieder in die Arme fallen würden.

Der Besuch bei seinen Schulfreunden deckt viele Sachen auf, von denen Tsukuru nichts wusste und die daher auch erstaunend und schockierend für ihn und den Leser sind. Dies hält den Handlungsverlauf äußerst interessant und man möchte das Buch nicht aus der Hand legen. Ich wollte unbedingt wissen, wie es weitergeht und vor allem ob sich noch mehr Ungereimtheiten bezüglich dem plötzlichen Kontaktabbruch ergaben oder auflösten. Auch wenn das, was für die Trennung gesorgt hat, im ersten Moment fantastisch klingt ohne großartig spoilern zu wollen, gewöhnt man sich doch recht schnell an die Vorwürfe und Tatsachen die gegen Tsukuru sprechen. Dennoch hat man ein sehr großes Vertrauen in ihnm, so dass man die Wahrheit der Anschuldigungen schnell anzweifelt. Was ich allerdings ein kleines bisschen schade fand war, dass obwohl vieles aufgedeckt wird, immer noch einiges im Verborgenen bleibt und der Fantasie des Lesers überlassen ist. Ich hätte mir lieber eine gesamte Aufklärung der Geschichte gewünscht, auch wenn dies durch einige Umstände eh nicht möglich gewesen wäre. Trotzdem hätte mich das zufriedener zurückgelassen.

Das Ende des Buches war ein sehr schöner und runder philosophischer Abschluss, der wie die Faust aufs Auge zum gesamten Buch gepasst hat. Alle Handlungen finden zu einem einzigen Strang und es werden noch ein paar Unklarheiten aufgedeckt auch wenn es nicht alle waren. Besonders gut gefallen hat mir das Schlussgespräch zwischen Tsukuru und Eri, welches mein Philosophenherz ungemein höher schlagen ließ. Insgesamt war das Buch sehr philosophisch und hat mich sehr berühren können. Ich denke nicht, dass dies das einzige Buch des Autors sein wird, was ich lesen werde.

Fazit:
Insgesamt ein wundervoller philosophischer Roman mit einer bedeutenden Nachricht an die Leser. Jeder ist etwas besonderes, auch wenn er meint, dem ist nicht so und er erfährt speziell durch Liebe, Verlust und Freundschaft seinen Schliff. Man fühlt sich richtig in die Geschichte ein, rätselt mit Tsukuru und besucht seine Freunde um zu erfahren was damals geschah. Für mich gab es keine Längen, die wirklich nennenswert wären, da immer wieder etwas neues passierte und Murakami eine sehr schöne Art hat, dieses Neue zu erzählen. Ich habe das Buch bereits im Januar beendet, konnte aber aufgrund meiner Klausurphase keine Rezension schreiben. Dennoch hat mich dieses Buch immer noch nicht losgelassen und ich denke manchmal an Tsukurus Geschichte zurück. Für diesen wundervollen Roman vergebe ich daher 5 Sterne.

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Allgemeine Infos zum Buch 
Erscheinungsdatum Erstausgabe : 09.01.2014
Aktuelle Ausgabe : 13.07.2015
Verlag : btb Verlag (TB)
ISBN: 9783442749003
Flexibler Einband 352 Seiten
Sprache: Deutsch

Sonntag, 10. Januar 2016

Rezension zu "Die Beschenkte" von Kristin Cashore

Toller Auftakt einer märchenhaften Reihe

 

Zum Inhalt:
Die Beschenkte ist der erste Band der Reihe Die sieben Königreiche von Kristin Cashore. In der Welt, in der Katsa lebt, sind Beschenkte etwas ganz Besonderes. Oft tragen sie nützliche Gaben, die dem König und dem jeweiligen Königreich nutzen können, wie beispielsweise ein beschenkter Kämpfer. Auch Katsa ist eine Beschenkte. Doch sie wird von allen in den Königreichen gefürchtet. Denn sie ist das Mädchen mit der Gabe zu töten. Als König Randas Instrument führt sie seine Aufträge aus - aber diese sind alles andere als gerecht. Dennoch hat sie keine andere Wahl als sich ihm zu fügen. Bis Prinz Bo aus dem Königreich Lienid auftaucht. Sobald Katsa in seine silbrig-goldenen Augen blickt, weiß sie, dass auch er ein Beschenkter ist - sie weiß nur nicht, mit welcher Gabe. Bo ist der Einzige in allen Königreichen, der keine Angst vor Katsa zu haben scheint. Im Kampf gegen einen König mit einer äußerst gefährlichen Gabe werden die beiden Beschenkten zu Verbündeten - und mehr...

Meine Meinung:
Seit längerer Zeit schon liegt die Reihe um die sieben Königreiche bei mir im Regal herum und hat schon Staub angesetzt, als ich endlich beschlossen habe, den ersten Band um Katsa und Bo zu lesen. Die Beschenkte ist eines der ersten Bücher, die ich in diesem Jahr gelesen habe und wird daher auch bei meiner Lesechallenge 2016 berücksichtigt.

Dass Die Beschenkte in einer mittelalterlichähnlichen Zeit spielen soll, merkt man an der Atmosphäre und den einzelnen Aufbauten der Königreiche. Es gibt weder Elektrizität, noch Autos, sondern man kann sich nur zu Pferd und zu Fuß bewegen. Diese Atmosphäre, die ich gerade erwähnt habe, hat die Autorin meiner Meinung nach wunderbar einfangen können. Man fühlt sich richtig in die Zeit versetzt, in der die Geschichte spielt. Man wird an keinem Punkt aus seiner kleinen Zeitreise zurückgeholt, weder sprachlich noch atmosphärisch gesehen. Auch die Sprache hat die Autorin sehr detailliert und aufwendig atmosphärisch gestalten können. Katsa und alle anderen Charaktere reden nicht so, als würden sie aus der heutigen Zeit stammen, wobei man die Gespräche sehr gut nachvollziehen und verstehen kann. Natürlich unterscheidet sich die mittelalterliche Sprache in einige Punkten von unserer heutigen, so dass viele Worte, die in jener Zeit gang und gebe waren, mittlerweile nicht mehr verwendet werden. Mir persönlich haben sich keine Verständnisschwierigkeiten aufgetan, obwohl die Autorin manche Sachen sehr schwülstig umschreibt. Im Großen und Ganzen orientiert sich die Sprache mehr auf die Handlungen der Charaktere als auf ihre Gefühle, aber trotzdem bricht die Autorin an einigen Stellen des Buches mit der reinen Beschreibung der Situation und schweift sprachlich ein wenig aus um einen bestimmten Sachverhalt zu beschreiben. Das ist auch eines der Dinge, die Spannung hervorrufen und die Aufmerksamkeit des Lesers wecken, da er hier merkt, dass diese beschriebene Situation anscheinend sehr wichtig ist. Die Kapitel selbst sind oftmals relativ kurzgehalten, nur zwischenzeitlich lassen sich Kapitel von 20 bis 25 Seitenlänge finden. Somit kann man auch als Leser mit wenig Zeit mindestens ein Kapitel schaffen. Trotzdem baute die Autorin häufig Sinnabschnitte ein, so dass man auch da eine Pause einlegen und wieder nahtlos in das Buch einfinden kann.

Die Charaktere waren auch sehr gut ausgearbeitet und sind schön gestaltet worden. Natürlich lernt man Katsa und Bo am besten von allen kennen, trotzdem gibt es eine gewisse Distanz zwischen den Lesern und den Charakteren. Dies liegt daran, dass das Buch in einem personalen Erzählstil gehalten wird, wodurch man nicht direkt in Katsas Kopf "hineinschauen" kann. Die Nebencharaktere hätten ein wenig öfter auftreten können wie ich finde. Raffin, Giddon, Oll, Randa und alle anderen haben nur ein paar wenige Auftritte bevor Katsa und Bo sich auf die Reise begeben. Zwar hat man einen ungefähren Eindruck, wie diese Charaktere so ticken, aber es fehlte irgendwie der Bezug zwischen Leser und Charakter. Es war einfach schwer, sich diese Charaktere als Filmcharaktere oder Personen aus dem echten Leben vorzustellen obwohl man hier auch Katsas Beziehung zu den Charakteren kennt. Das fand ich ein kleines bisschen schade. Denn ansonsten dreht sich die gesamte Geschichte nur um Katsa und Bo. Und obwohl beide unglaublich detaillierte und interessante Charaktere sind, konnte es mit der Zeit ein wenig langweilig werden, da es eben nur um die beiden Protagonisten geht. Hier hätte ich mir ein bisschen mehr Einfluss der Nebencharaktere gewünscht.

Den Handlungsverlauf selbst fand ich ebenso gut durchdacht wie die Charaktere es waren. Ich kann mich an keine Stelle im Buch erinnern, wo der Handlungsverlauf mich gelangweilt hat. Besonders den Anfang und das Ende des Buches fand ich sehr mitreißend. Zu Beginn wird man einfach in die Geschichte hineingeworfen und muss sich als Leser erst einmal orientieren was gerade los ist, denn die Szene ist nicht gerade langweilig, sondern eher hektisch und actionreich gestaltet. Der Schluss konnte mich besonders fesseln, da alle Punkte, die Katsa und Bo im Verlauf der Geschichte aufdecken, endlich ein großes Ganzes ergeben konnten und man gespannt auf den weiteren Verlauf gespannt war. Dennoch hätte ich mir ein wenig mehr Details über die Königreiche gewünscht. Zwar erklärt der Erzähler sehr gut, welches Königreich welches ist und die momentane politische Lage in jedem von ihnen, dennoch erleben Katsa und Bo selbst nicht diese Königreiche, sondern reisen nur durch sie hindurch ohne den Leser aufzuklären, welche Leute sie treffen oder ähnliches. Die Reise an sich hat mir glaube ich am wenigsten gefallen, einfach, weil sie so hektisch heruntergeschrieben wurde: Erst waren sie da und da, dann sind sie mit den Pferden da rüber geritten und waren jetzt in Königreich xy. Das fand ich eigentlich sehr schade, denn abgesehen von der Interaktion zwischen Bo und Katsa und dem Reiten passiert nicht sonderlich viel. Die Landschaft die sie durchqueren wurde nur unzureichend beschrieben, so dass es schwer war, sich die jeweiligen Orte vorzustellen.

Das Ende hingegen hat mir wieder super gefallen. Zwar hat man schon eine gewisse Vorahnung, was passieren wird, aber man ist trotzdem gespannt, wie die Autorin das umsetzt. Ich habe die letzten 100 bis 150 Seiten in einem Rutsch durchgelesen, weil das Ende wirklich unheimlich spannend gestaltet war. Auch der Epilog gibt nochmals einen runden Abschluss zum Buch und greift nochmal genauer auf, was jetzt mit Katsa und Bo los ist. Da im nächsten Buch eine andere Dame mit dem Namen Fire im Vordergrund stehen soll, fand ich es sehr schön, dass die Autorin Katsa und Bo mit diesem Epilog so gut abgerundet hat.

Fazit:
Die Beschenkte ist ein toller Auftakt zu einer Reihe wie aus dem Märchenbuch, allerdings nicht aus einem besonders schönen. Die Gegend und die Themen über die gesprochen wird, sind hart und realitätsnah und verbergen Intrigen und Lügen um die Macht der Könige. Der Sprachstil fügt sich super in die dargestellte mittelalterlich-ähnliche Zeit ein, so dass man sich die Szenerien gut vorstellen und Gedanken und Gefühle der Charaktere verstehen kann. Leider rücken die Nebenpersonen ein wenig zu sehr in den Hintergrund, so dass die Geschichte um Katsa und Bo den gesamten Roman dominiert. Dies kann für den ein oder anderen Leser ein wenig langweilig werden, was jedoch durch den äußerst spannenden Handlungsverlauf kompensiert werden kann. Ständig passiert irgendetwas Neues, so dass man das Buch nicht aus der Hand legen kann. Allerdings hat mir die Beschreibung der Reise nicht ganz so gut gefallen. Es wirkte so als hätte die Autorin diesen Teil des Buches möglichst rasch herunterschreiben müssen, damit noch Platz für die restliche Handlung bleibt. So kommen die Beschreibung der Landschaft und weitere Details über die Königreiche leider etwas kurz. Ich hoffe, das ändert die Autorin mit dem 2. Band der Reihe. Somit gibt es für Die Beschenkte 4 von 5 möglichen Sternen.

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Allgemeine Infos zum Buch
Taschenbuch: 512 Seiten
Verlag: Carlsen (22. Februar 2011)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3551310092
ISBN-13: 978-3551310095

Mittwoch, 30. Dezember 2015

Rezension zu "Traumsammler" von Khaled Hosseini

Durch ständig neu aufgeworfene Abschnitte ist die Geschichte sehr verwirrend

 

Zum Inhalt:
Abdullah ist 10 Jahre alt und lebt mit seinem Vater, seiner Stiefmutter, seinem Stiefbruder und seiner Schwester Pari in ärmlichen Verhältnissen. Er und Pari sind ein Herz und eine Seele, dabei ist die Kleine gerade einmal 3 Jahre alt. Zumindest sind sie das, bis ihr Vater einsieht, dass er nicht mehr für die beiden, ihren Stiefbruder Iqbal und seine neue Frau sorgen kann. Unter Tränen werden die beiden Geschwister getrennt und Pari kommt in der Wadhati-Familie unter. Doch statt sich an ihren Bruder zu erinnern gerät er für sie immer mehr in Vergessenheit...
Abdullah hingegen will seine Schwester wiedersehen, doch es will ihm nicht gelingen. Erst Jahrzehnte später taucht ein Dokument auf, das Pari beweist, dass sie einen Bruder hat. Ist es zu spät für die Geschwister um noch zusammenzufinden?

Meine Meinung:
Da ich bereits Tausend strahlende Sonnen von Khaled Hosseini gelesen habe, musste ich natürlich auch Traumsammler lesen, besonders, da dieser Roman so hoch gelobt worden ist. Leider konnte dieser mich nicht so überzeugen wie es bei anderen der Fall war.

Zuerst einmal möchte ich wie immer über die Sprache des Romans reden. Wer Khaled Hosseinis Bücher kennt, weiß, dass er sehr schnörkellos, aber dennoch recht poetisch schreibt. Dies ist bei Traumsammler genauso. Man ist sehr nah am Geschehen und fühlt sich dementsprechend auch den Charakteren und der Handlung des Romans sehr nah. Genau wie in seinem Vorgänger benutzt der Autor gewisse Worte aus seiner Muttersprache um den Leser der Situation und vor allem auch seinem Heimatland näherzubringen. Obwohl die Worte in einer fremden Sprache geschrieben sind und der Großteil der Leser nicht Hosseinis Muttersprache mächtig ist, sind diese Worte im Kontext gesehen dennoch verständlich. Oft erklärt Hosseini sie auch in einem kurzen Nebensatz um den Leser nicht in der Luft hängen zu lassen. Somit stellt die Benutzung seiner Muttersprache kein großes Hindernis für den Leser dar. Oft beschreibt Hosseini die Situationen, in denen sich seine Charaktere befinden sehr direkt und häufig recht objektiv. Dadurch erfährt der Leser nur, was passiert, jedoch nicht die Bewertungen des Erzählers. Dieser wechselt im Verlauf der Handlung des Öfteren und gewährt Einblick in den Kopf verschiedener Personen, am häufigsten wird jedoch der personale Erzähler benutzt, der sich nicht direkt im Kopf des jeweiligen Protagonisten befindet. Leider fand ich die Länge der Kapitel etwas unpassend gewählt. Die Kapitel an sich ergeben Sinn, aber oftmals sind sie zu lang um sie in einem Rutsch wirklich durchlesen zu können. Da ich in den letzten Monaten kaum Zeit hatte wegen Unistress und dem ganzen Kram, bin ich oft wieder aus der Geschichte herausgekommen, weil ich nicht mehr wusste um was es überhaupt ging.

Leider ist es nicht das Einzige, was mir an dem Roman nicht so gut gefallen hat. Auch die Charaktere waren für mich schwierig zu erfassen, so dass ich kaum etwas über sie sagen kann. Jedes Kapitel stellt einen anderen Charakter in den Vordergrund und macht ihn somit (für einen kurzen Moment zumindest) zum Protagonisten. Denkt man anfangs, dass dies doch eigentlich Pari und Abdullah sein müssten, wird man enttäuscht. Zwar finde ich es gut, dass Hosseini verschiedene Charaktere sprechen lässt, da viele auch zum Wiedersehen der beiden Geschwister beitragen, aber einige Passagen fand ich unnötig, da diese einfach geschrieben worden waren ohne mit der Handlung zusammenzuhängen. Zumindest erschien mir das so. Dadurch, dass auch ständig ein Protagonistenwechsel stattfand, konnten die Charaktereigenschaften der einzelnen Personen kaum oder nur unzureichend herausgestellt werden. Sie wirkten nicht real auf den Leser, sondern schienen nur Mittel zum Zweck zu sein, die Geschichte voranzutreiben. Somit liegt der Fokus des Romans klar auf der Handlung während die Personen zurückfallen und in den Hintergrund treten müssen. Die Balance zwischen Handlung und Charakterzügen der Personen bleibt aus; stattdessen wird mehr Gewicht darauf gelegt, ihren Nutzen für die Geschichte hervorzuheben während ihre Persönlichkeiten mit jedem Kapitel unwichtiger werden.

Den Handlungsverlauf empfand ich als unglaublich verwirrend. Dies lag nicht nur an den langen Kapiteln, sondern auch an den vielen Personen und ihrem Handeln und Gesagtem. Irgendwie konnte ich den Zusammenhang zwischen den einzelnen Geschichten, die sich zu einer zusammenfügen sollten, nicht ganz erkennen. Man muss sich als Leser sehr stark konzentrieren um mitzukommen und die Zusammenhänge zu verstehen. Tut man das nicht, muss man oft mehrere Seiten oder Kapitel zurückblättern um sich in Erinnerung zu rufen, was bisher passiert ist. Ich hatte das Gefühl, dass man sich als Leser die gesamte Geschichte vollkommen selbstständig erarbeiten musste. Man bekam von dem Autor die Kapitel, sozusagen als Puzzleteile, während der Leser sie zu einem Gesamtbild zusammensetzen sollte. Man erhält nur Fetzen von der Gesamthandlung, das in irgendeiner Weise eine Geschichte ergeben soll, dennoch habe ich nach Beendigung des Buches, was jetzt auch schon über 2 Monate zurückliegt, immer noch nicht alle Puzzleteile zusammensetzen können. Die Kapitel selbst gehen nicht fließend ineinander über. Das ständige Herausreißen und Hineinwerfen in die nächste Situation ist irgendwie abrupt und gehört manchmal gar nicht wirklich zusammen. Auch muss man sich sehr häufig fragen, wo ich mich gerade befinde. Bin ich gerade in der Gegenwart, der Vergangenheit? Welcher Charakter bin ich jetzt? - Das sind wohl die häufigsten Fragen die ich mir während des Lesens gestellt habe. Auch wenn der Fluss in der Geschichte nicht wirklich vorhanden war hatte ich trotzdem das Gefühl nah am Geschehen zu sein und mich gut in die jeweiligen Situationen hineinversetzen zu können. Somit konnte man zumindest die Handlung miterleben wenn man schon große Probleme hatte, sie zu verstehen.
Das Ende empfand ich als sehr bitter und traurig. Irgendwie habe ich mir etwas Anderes erhofft und auch erwartet, aber das ist nicht eingetreten. Der Abschluss der Geschichte fühlte sich für mich falsch und auch richtig zugleich an - irgendwie hatte ich das Gefühl, dass etwas fehlte aber irgendwie auch nicht. Das Gefühl, hängen gelassen zu sein, habe ich hier am Ende des Romans ganz besonders deutlich gespürt und ob ich mit dem Abschluss an sich zufrieden bin kann ich immer noch nicht wirklich sagen. Dies liegt höchstwahrscheinlich auch an der Distanz zu den einzelnen Charakteren, obwohl man sich nach der traurigen Reise durch die Zeit etwas anderes erhofft hatte.

Fazit:
Leider konnte Traumsammler meine Erwartungen überhaupt nicht erfüllen. Für mich war die Geschichte viel zu verworren um überhaupt einen Fluss in der Handlung herzustellen und man brauchte auch sehr lange um wieder in die Geschichte hineinzufinden nachdem man eine Lesepause gemacht hat. Auch die Charaktere konnten mich nicht wirklich überzeugen. Sie dienen praktisch nur als Mittel zum Zweck, die Handlung voranzutreiben und existieren nur auf dem Papier. Man lernt nur ihre Geschichte kennen, während ihre Gedanken und Gefühle oft außen vor bleiben. Einzig und allein die Sprache konnte durch ihre Poesie ein wenig bei mir punkten. Sie ist das Instrument was den Leser an das Geschehen fesselt, so dass man trotz all der Verwirrung weiterlesen möchte. Ansonsten war Traumsammler für mich leider nur eine emotionale und mitfühlende Geschichte, der aufgrund der oberflächlichen Charaktere und ihrer Verworrenheit das Herz gefehlt hat. Somit kann ich für diesen Roman leider nur 2 Sterne vergeben.

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Allgemeine Infos zum Buch
Erscheinungsdatum Erstausgabe : 31.07.2013
Aktuelle Ausgabe : 25.09.2014
Verlag : FISCHER Taschenbuch
ISBN: 9783596198207
Flexibler Einband 448 Seiten
Sprache: Deutsch