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Freitag, 24. Februar 2017

Rezension zu "Die Bestimmung: Tödliche Wahrheit" von Veronica Roth

Handlung bleibt an vielen Stellen zusammenhanglos

 

Zum Inhalt:
Die Bestimmung: Tödliche Wahrheit ist der 2. Teil der Trilogie Die Bestimmung.
Nach dem Simulationsangriff, der dafür gesorgt hat, dass die Ferox die Altruan dezimieren, ist Krieg zwischen den Fraktionen ausgebrochen. Niemand ist mehr sicher - allen voran die Unbestimmten, zu denen auch Tris und Four gehören. Nicht wissend, wo sie hin können, fliehen die beiden zu den Amite. Doch dort können sie nicht lange bleiben. Jeanine muss endlich das Handwerk gelegt werden, sonst werden noch mehr unschuldige Menschen sterben. Dass sie die Bevölkerung der Stadt in ihrer Macht hat, hat sie ja schon durch die fraktionenübergreifende Simulation bewiesen. Doch aufhalten können sie nur Tris und Four - aber zwischen den beiden krieselt es gewaltig. Können die beiden trotz aller Unstimmigkeiten einen Weg finden, gegen Jeanine zu kämpfen? 

Meine Meinung:
Es ist ein Weilchen her, seit ich den ersten Teil der Die Bestimmung-Trilogie gelesen habe, was unter anderem daran lag, dass ich vom ersten Band eher mäßig begeistert war. Leider hat sich das beim 2. Band nicht wirklich geändert. 

Durch die Ich-Perspektive, die die Autorin für ihre Erzählung benutzt, kann sich der Leser in Tris hineinversetzen und die Geschichte durch ihre Augen erleben. Man kann der Handlung aufgrund der flüßigen und leicht verständlichen Sprache gut folgen, so dass man keine große Konzentration aufwinden muss, um die Geschichte zu verfolgen. Leider bleiben aber die Kapitel irgendwie zusammenhanglos, so kam es mir zumindest vor. Mir haben die Verbindungen zwischen den Kapiteln irgendwie gefehlt, so dass plötzlich irgendetwas geschah, ohne, dass das vorherige Kapitel Aufschluss darüber gegeben hätte. Man kommt sich dadurch vor, als hätte man nicht gründlich genug gelesen, aber selbst beim Zurückblättern konnte sich mir nicht erschließen, warum Tris so handelt wie sie es tut. Auch die Kapitel selbst fand ich unheimlich lang gehalten, so dass es fast unmöglich war, eines in einem Rutsch zu beenden. Trotzdem konnte man bei einer Lesepause mitten im Kapitel schnell wieder in das Buch hineinfinden. 

Allerdings konnten auch die Charaktere nicht wirklich überzeugen. Natürlich stehen Tris' Gedanken und Gefühle im Vordergrund, weil sie die Protagonistin der Reihe und die Erzählerin der Geschichte ist. Dennoch hatte ich das Gefühl, dass es wirklich nur um sie und um niemanden sonst ging. Interaktionen mit Nebencharakteren waren kaum vorhanden. Alle bis auf Tris haben keine große Rolle in der Romanhandlung innegehabt. So war es unmöglich, diese besser kennenzulernen, besonders, da durch die Reise in die anderen Fraktionen auch neue Personen vorgestellt wurden. Diese Charaktere blieben leider etwas farblos und mir war das Schicksal vieler deswegen eigentlich egal, da ich mich nicht in sie hineinversetzen konnte. Leider gibt es auch kaum Interaktion mit Tobias. Auch er wurde ziemlich außen vor gelassen, so dass im Grunde nur Tris selbst wichtig war. Man erfährt zwar einiges neues über seinen Hintergrund und ihn, dennoch hätte ich gedacht, dass es mehr Szenen mit ihm und Tris geben würde. So erhält auch Tobias keine Tiefe und verharrt als simpler Charakter auf dem Papier. Leider war Tris selbst auch supernervig zwischenzeitlich. Sie zeigte über die gesamte Handlung hinweg nicht eine Spur von Charakterentwicklung sondern blieb in ihrem immergleichen Muster stecken. In jedem Kapitel beklagte sie sich über die gleichen Dinge, was ich zwar verstehen kann, es aber dennoch so gehäuft auftrat, dass man nur noch die Augen darüber verdrehen konnte. Somit konnte mich auch die Charaktergestaltung nicht wirklich überzeugen. 

Die Handlung selbst empfand ich persönlich als unglaublich zäh. Es gab zwar spannende Stellen, aber diese waren nicht sonderlich lang, so dass die Handlung kurz danach wieder vor sich hin dümpelte. Dadurch, dass man als Leser nur mit Tris wirklich vertraut ist, gibt es kaum Abwechslung im Handlungsverlauf und der Roman selbst erscheint einem sehr schnell als langweilig. Allerdings hatte ich allgemein große Probleme, in die Handlung hineinzufinden. Ich wusste kaum noch etwas aus dem 1. Band, so dass mir viele Geschehnisse und Personen einfach nicht mehr bewusst waren. Auch die kurzen Rückblicke, die Tris immer wieder einwirft, haben mir nicht wirklich helfen können, mich mit der Handlung des 2. Bandes vertraut zu machen und nahtlos an das 1. Buch anzuknüpfen. Auch, dass zwischenzeitlich in der Handlung zwischen den Kapiteln hin und her gesprungen wird, fand ich sehr verwirrend. Manche Sachen habe ich wirklich mehrmals lesen müssen, um zu überprüfen, ob ich nicht ein paar Seiten übersprungen habe. Dadurch wurde man sehr aus dem Lesefluss gerissen und die stockende Handlung machte es zusätzlich schwer, zurück ins Buch und das vorherige Geschehen zu finden. Eine Steigerung zum Handlungsverlauf im 1. Band kann ich somit nicht wirklich feststellen. 

Der Cliff-Hanger am Ende brachte etwas mehr Leben in den Handlungsverlauf. Endlich passierte etwas recht Unvorhergesehenes. Dadurch, dass das Buch nicht rund, sondern eher abrupt endet, möchte man unbedingt weiterlesen, da man wissen möchte, was im nächsten Band vor sich geht. Die fehlende Spannung im gesamten Handlung wurde hier ein wenig wettgemacht, konnte jedoch nicht ganz übertönt werden. Wahrscheinlich wird es wieder eine Weile dauern, bis ich den 3. Teil lese, obwohl ich hoffe, dass dieser mit etwas mehr Spannung aufwarten kann.  

Fazit:
Die Bestimmung: Tödliche Wahrheit konnte mich insgesamt gar nicht überzeugen. Zwar ist das Buch flüssig geschrieben und das Ende war unglaublich spannend und macht Lust auf mehr, aber die Handlung dümpelte größtenteils vor sich hin und es gab kaum Interaktion mit anderen Charakteren. Die Handlung war aufgrund verschiedener Sprünge in den Kapiteln recht zusammenhanglos und hat mich stark aus dem Lesefluss gerissen, ebenso wie ich recht genervt von Tris' fehlender Charakterentwicklung war. Dass es kaum gute Rückblicke auf den 1. Band gab, machte es mir umso schwerer, in die Geschichte hineinzufinden, da ich weder sonderlich viel von den Charakteren noch vom Geschehen selbst behalten habe. Ich hoffe, dass der 3. Band ein wenig besser von der Charakter- und Handlungsgestaltung ist. Ich kann für Tödliche Wahrheit jedoch nur 2 Sterne vergeben.

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Allgemeine Infos zum Buch 
Erscheinungsdatum Erstausgabe : 10.12.2012
Aktuelle Ausgabe : 17.03.2014
Verlag : Goldmann
ISBN: 9783442480623
Flexibler Einband 512 Seiten
Sprache: Deutsch

Montag, 28. März 2016

Rezension zu "Shylock Is My Name" von Howard Jacobson

Eine komplizierte Nacherzählung von Shakespeares Original

 

Zum Inhalt:
Mit Shylock Is My Name erzählt Howard Jacobson die Handlung von Shakespeares Der Kaufmann von Venedig nach. Dabei spielen einige Personen und Themen eine zentrale Rolle. Strulovitch, die Hauptperson der Geschichte, kann es nicht fassen: Seine Tochter Beatrice hat sich in einen Christen verliebt! Und das obwohl sie Jüdin ist und ihr Angebeteter sich bisher nicht gerade von der besten Seite gezeigt hat. Auf einem Friedhof im Golden Triangle von Cheshire treffen Strulovitch und Shylock aufeinander. Kurzerhand lädt er Shylock zu sich nach Hause ein und er wird für ihn Diskussionspartner und auch Ratgeber. Zeitgleich versucht D’Anton seinen Freunden Barnaby und Gratan zu helfen, indem er ein Bild von Strulovitch ersteigern und Beatrice mit ihrem Geliebten zusammenbringen will. Dadurch knüpft er unbeabsichtigt und teils unfreiwillig eine Verbindung zu Strulovitch und Shylock, wodurch er in einen Pakt hineingezogen wird, der über alles entscheiden soll...

Meine Meinung:
Da es schon wieder ein Weilchen her ist, dass ich ein englisches Buch gelesen habe, wollte ich mir mit Shylock Is My Name mal wieder etwas Gutes tun und bewarb mich bei einer Leserunde für das Werk. Leider muss ich gestehen, dass mich das Buch kaum bis gar nicht begeistern konnte. Ich muss zudem erwähnen, dass ich Der Kaufmann von Venedig leider nicht im Original gelesen habe, durch die Nacherzählung aber hoffte, einen ungefähren Blick auf die Geschichte zu bekommen.

Die Probleme fingen bei mr schon bei der Sprache an. Der Autor springt schon am Anfang zwischen Präsens und Vergangenheit hin und her, was es für mich sehr schwierig machte, der Handlung wirklich folgen zu können. Immer wieder musste ich neu ansetzen und hatte das Gefühl, aus dem vorherigen Abschnitt nichts behalten zu haben. Dies führte dazu, dass ich diesen dann auch noch ein bis zwei Mal lesen musste, bis ich wirklich alles verstand. Trotzdem war dies nicht immer möglich und ich hatte des Öfteren ein Wörterbuch bei mir liegen, um verschiedene Worte nachzuschlagen, da sie sich mir auch im Kontext nicht wirklich erschließen konnte. Dieses Buch ist also definitiv nichts für Einsteiger oder Gelegenheitsleser, da man an vielen Ecken mit der Sprache aneckt und nicht wirklich versteht, was der Autor dem Leser überhaupt mitteilen will. Dadurch fiel es mir auch schwer, mir die Situationen vorzustellen, die der Autor beschrieb. Nie sah ich Shylock und Strulovitch wie sie sich miteinander unterhielten, noch konnte ich mir eine der anderen Szenerien wirklich gut projizieren. So saß ich also oft mit dem Buch auf dem Sofa, las zwar etwas über die Handlung, konnte aber nicht wirklich in sie hineingezogen werden. Das fand ich etwas schade und hätte mir erhofft, dass der Autor dies etwas besser löste. So wurden die Kapitel, die eigentlich relativ kurz gehalten waren auch zu einem absoluten Albtraum für mich und ich brauchte zwischenzeitlich 2-3 Tage um 20 Seiten in dem Buch zu lesen.

Auch die Charaktere haben mir nicht wirklich zusagen können. Man bekommt zwar eine Einführung auf alle Haupt- und Nebenpersonen, ist aber zeitgleich so distanziert von diesen, dass auch diese nicht wie reale Personen wirken können. Man kann sie scih nur schwerlich vorstellen und sie wirken durch ihr immer gleiches Tun schnell langweilig und repetitiv auf den Leser. Dies war besonders bei Shylock und Strulovitch der Fall, die sich scheinbar nur über ihre "Jewishness" unterhalten konnten und kein anderes Thema fanden, über das sie sprechen wollten. Zudem fiel es mir schwer, die Namen der Personen zu behalten und den einzelnen Charakteren zuzuordnen, sowie die Beziehungen der Protagonisten zueinander mental festzuhalten. Ich benötigte fast das ganze Buch um mir endlich merken zu können, dass Leah und Shylock eine Tochter namens Jessica hatten, und dass Strulovitch, Kay und Beatrice zusammengehörten. Immer wieder verwechselte ich die Personen und musste mich daran erinnern, wer der- oder diejenige wieder war und was er oder sie in der Vergangenheit erlebt hatte. Einzig Plurabelles Geschichte fand ich zu anfang interessant und dachte, sie könnte ein Charakter sein, der dem Leser etwas näher gebracht wird, aber auch dies geschah nicht.

Die Handlung selbst konnte mich nur gegen Ende fesseln; zu drei Vierteln bestand sie nämlich aus endlosen Dialogen zwischen Shylock und Strulovitch, die sich über das Jüdisch-Sein, das Christentum und den Antisemitismus unterhielten. Dies wirkte zwar besonders am Anfang sehr interessant, vor allem da es immer noch ein wichtiges und ernstzunehmendes Thema ist, nervte den Leser jedoch spätestens beim 5. Wiederaufgreifen dessen. Die beiden schienen keine anderen Themen auf Lager zu haben als ihre Religion, wodurch sich das Buch unheimlich für mich zog. Erst im letzten Drittel wurde die Geschichte endlich interessant, denn erst hier traten einige Plottwists auf und es wurde von der doch recht objektiven Erzählweise auf eine amüsante Darstellung der Ereignisse geschwenkt. So kam endlich etwas Leben in die Geschichte und es fiel mir leichter, Motivation für das Weiterlesen zu finden.

Das Ende fand ich nur die Wendung betreffend überraschend. Alles, was drumherum passierte, konnte mich nicht wirklich fesseln und ich nahm es nach der Beendigung des Buches einfach so hin wie es war. Es ließ mich weder recht nachdenklich, noch besonders aufgeregt, sondern eher neutral und unbetroffen zurück. Somit war es für mich nur recht durchschnittlich und für mich nicht noch einmal lesenswert.

Fazit:
Für mich hat sich Shylock Is My Name leider zu einer richtigen Enttäuschung entpuppt. Die Distanz zu den Charakteren, die umständliche Sprache und die endlosen Dialoge über ein und dasselbe Thema haben nicht gerade meine Motivation gefördert, dieses Buch zu lesen. Vielleicht hätte ich es besser nachvollziehen können, wenn ich das Original von Shakespeare gelesen hätte. Wer gerne eine etwas kompliziertere Darstellung der Geschichte lesen möchte, kann ich dieses Buch empfehlen. Mich konnte es leider kaum bis gar nicht fesseln. Kein Charakter hat mir gefallen und die Handlung zieht sich extrem, bis es am Ende interessant wird und es endlich einmal zu einer überraschenden Wendung kommt. Da das Buch mir bis auf diesen letzten Aspekt nicht gefallen hat, bekommt Shylock Is My Name gerade noch 2 Sterne von mir.

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Allgemeine Infos zum Buch
Erscheinungsdatum Erstausgabe : 04.02.2016
Aktuelle Ausgabe : 04.02.2016
Verlag : The Hogarth Press Ltd
ISBN: 9780701188993
Flexibler Einband
Sprache: Englisch  

Mittwoch, 30. Dezember 2015

Rezension zu "Traumsammler" von Khaled Hosseini

Durch ständig neu aufgeworfene Abschnitte ist die Geschichte sehr verwirrend

 

Zum Inhalt:
Abdullah ist 10 Jahre alt und lebt mit seinem Vater, seiner Stiefmutter, seinem Stiefbruder und seiner Schwester Pari in ärmlichen Verhältnissen. Er und Pari sind ein Herz und eine Seele, dabei ist die Kleine gerade einmal 3 Jahre alt. Zumindest sind sie das, bis ihr Vater einsieht, dass er nicht mehr für die beiden, ihren Stiefbruder Iqbal und seine neue Frau sorgen kann. Unter Tränen werden die beiden Geschwister getrennt und Pari kommt in der Wadhati-Familie unter. Doch statt sich an ihren Bruder zu erinnern gerät er für sie immer mehr in Vergessenheit...
Abdullah hingegen will seine Schwester wiedersehen, doch es will ihm nicht gelingen. Erst Jahrzehnte später taucht ein Dokument auf, das Pari beweist, dass sie einen Bruder hat. Ist es zu spät für die Geschwister um noch zusammenzufinden?

Meine Meinung:
Da ich bereits Tausend strahlende Sonnen von Khaled Hosseini gelesen habe, musste ich natürlich auch Traumsammler lesen, besonders, da dieser Roman so hoch gelobt worden ist. Leider konnte dieser mich nicht so überzeugen wie es bei anderen der Fall war.

Zuerst einmal möchte ich wie immer über die Sprache des Romans reden. Wer Khaled Hosseinis Bücher kennt, weiß, dass er sehr schnörkellos, aber dennoch recht poetisch schreibt. Dies ist bei Traumsammler genauso. Man ist sehr nah am Geschehen und fühlt sich dementsprechend auch den Charakteren und der Handlung des Romans sehr nah. Genau wie in seinem Vorgänger benutzt der Autor gewisse Worte aus seiner Muttersprache um den Leser der Situation und vor allem auch seinem Heimatland näherzubringen. Obwohl die Worte in einer fremden Sprache geschrieben sind und der Großteil der Leser nicht Hosseinis Muttersprache mächtig ist, sind diese Worte im Kontext gesehen dennoch verständlich. Oft erklärt Hosseini sie auch in einem kurzen Nebensatz um den Leser nicht in der Luft hängen zu lassen. Somit stellt die Benutzung seiner Muttersprache kein großes Hindernis für den Leser dar. Oft beschreibt Hosseini die Situationen, in denen sich seine Charaktere befinden sehr direkt und häufig recht objektiv. Dadurch erfährt der Leser nur, was passiert, jedoch nicht die Bewertungen des Erzählers. Dieser wechselt im Verlauf der Handlung des Öfteren und gewährt Einblick in den Kopf verschiedener Personen, am häufigsten wird jedoch der personale Erzähler benutzt, der sich nicht direkt im Kopf des jeweiligen Protagonisten befindet. Leider fand ich die Länge der Kapitel etwas unpassend gewählt. Die Kapitel an sich ergeben Sinn, aber oftmals sind sie zu lang um sie in einem Rutsch wirklich durchlesen zu können. Da ich in den letzten Monaten kaum Zeit hatte wegen Unistress und dem ganzen Kram, bin ich oft wieder aus der Geschichte herausgekommen, weil ich nicht mehr wusste um was es überhaupt ging.

Leider ist es nicht das Einzige, was mir an dem Roman nicht so gut gefallen hat. Auch die Charaktere waren für mich schwierig zu erfassen, so dass ich kaum etwas über sie sagen kann. Jedes Kapitel stellt einen anderen Charakter in den Vordergrund und macht ihn somit (für einen kurzen Moment zumindest) zum Protagonisten. Denkt man anfangs, dass dies doch eigentlich Pari und Abdullah sein müssten, wird man enttäuscht. Zwar finde ich es gut, dass Hosseini verschiedene Charaktere sprechen lässt, da viele auch zum Wiedersehen der beiden Geschwister beitragen, aber einige Passagen fand ich unnötig, da diese einfach geschrieben worden waren ohne mit der Handlung zusammenzuhängen. Zumindest erschien mir das so. Dadurch, dass auch ständig ein Protagonistenwechsel stattfand, konnten die Charaktereigenschaften der einzelnen Personen kaum oder nur unzureichend herausgestellt werden. Sie wirkten nicht real auf den Leser, sondern schienen nur Mittel zum Zweck zu sein, die Geschichte voranzutreiben. Somit liegt der Fokus des Romans klar auf der Handlung während die Personen zurückfallen und in den Hintergrund treten müssen. Die Balance zwischen Handlung und Charakterzügen der Personen bleibt aus; stattdessen wird mehr Gewicht darauf gelegt, ihren Nutzen für die Geschichte hervorzuheben während ihre Persönlichkeiten mit jedem Kapitel unwichtiger werden.

Den Handlungsverlauf empfand ich als unglaublich verwirrend. Dies lag nicht nur an den langen Kapiteln, sondern auch an den vielen Personen und ihrem Handeln und Gesagtem. Irgendwie konnte ich den Zusammenhang zwischen den einzelnen Geschichten, die sich zu einer zusammenfügen sollten, nicht ganz erkennen. Man muss sich als Leser sehr stark konzentrieren um mitzukommen und die Zusammenhänge zu verstehen. Tut man das nicht, muss man oft mehrere Seiten oder Kapitel zurückblättern um sich in Erinnerung zu rufen, was bisher passiert ist. Ich hatte das Gefühl, dass man sich als Leser die gesamte Geschichte vollkommen selbstständig erarbeiten musste. Man bekam von dem Autor die Kapitel, sozusagen als Puzzleteile, während der Leser sie zu einem Gesamtbild zusammensetzen sollte. Man erhält nur Fetzen von der Gesamthandlung, das in irgendeiner Weise eine Geschichte ergeben soll, dennoch habe ich nach Beendigung des Buches, was jetzt auch schon über 2 Monate zurückliegt, immer noch nicht alle Puzzleteile zusammensetzen können. Die Kapitel selbst gehen nicht fließend ineinander über. Das ständige Herausreißen und Hineinwerfen in die nächste Situation ist irgendwie abrupt und gehört manchmal gar nicht wirklich zusammen. Auch muss man sich sehr häufig fragen, wo ich mich gerade befinde. Bin ich gerade in der Gegenwart, der Vergangenheit? Welcher Charakter bin ich jetzt? - Das sind wohl die häufigsten Fragen die ich mir während des Lesens gestellt habe. Auch wenn der Fluss in der Geschichte nicht wirklich vorhanden war hatte ich trotzdem das Gefühl nah am Geschehen zu sein und mich gut in die jeweiligen Situationen hineinversetzen zu können. Somit konnte man zumindest die Handlung miterleben wenn man schon große Probleme hatte, sie zu verstehen.
Das Ende empfand ich als sehr bitter und traurig. Irgendwie habe ich mir etwas Anderes erhofft und auch erwartet, aber das ist nicht eingetreten. Der Abschluss der Geschichte fühlte sich für mich falsch und auch richtig zugleich an - irgendwie hatte ich das Gefühl, dass etwas fehlte aber irgendwie auch nicht. Das Gefühl, hängen gelassen zu sein, habe ich hier am Ende des Romans ganz besonders deutlich gespürt und ob ich mit dem Abschluss an sich zufrieden bin kann ich immer noch nicht wirklich sagen. Dies liegt höchstwahrscheinlich auch an der Distanz zu den einzelnen Charakteren, obwohl man sich nach der traurigen Reise durch die Zeit etwas anderes erhofft hatte.

Fazit:
Leider konnte Traumsammler meine Erwartungen überhaupt nicht erfüllen. Für mich war die Geschichte viel zu verworren um überhaupt einen Fluss in der Handlung herzustellen und man brauchte auch sehr lange um wieder in die Geschichte hineinzufinden nachdem man eine Lesepause gemacht hat. Auch die Charaktere konnten mich nicht wirklich überzeugen. Sie dienen praktisch nur als Mittel zum Zweck, die Handlung voranzutreiben und existieren nur auf dem Papier. Man lernt nur ihre Geschichte kennen, während ihre Gedanken und Gefühle oft außen vor bleiben. Einzig und allein die Sprache konnte durch ihre Poesie ein wenig bei mir punkten. Sie ist das Instrument was den Leser an das Geschehen fesselt, so dass man trotz all der Verwirrung weiterlesen möchte. Ansonsten war Traumsammler für mich leider nur eine emotionale und mitfühlende Geschichte, der aufgrund der oberflächlichen Charaktere und ihrer Verworrenheit das Herz gefehlt hat. Somit kann ich für diesen Roman leider nur 2 Sterne vergeben.

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Allgemeine Infos zum Buch
Erscheinungsdatum Erstausgabe : 31.07.2013
Aktuelle Ausgabe : 25.09.2014
Verlag : FISCHER Taschenbuch
ISBN: 9783596198207
Flexibler Einband 448 Seiten
Sprache: Deutsch

Samstag, 15. August 2015

Rezension zu "Hope Forever" von Colleen Hoover

Für mich viel zu kitschig und realitätsfern

 

Zum Inhalt:
Linden Sky Davis, genannt Sky, ist 17, adoptiert und wohnt mit ihrer besten Freundin Six Fenster an Fenster. Da Six sich ständig neu verliebt, hat sie abends oft ihre neueste Errungenschaft bei sich daheim - und die Freunde ebendieser Errungenschaft sind mit Sky zusammen. Blöd nur, dass Sky noch nie etwas für einen Jungen empfunden hat. Ein Kuss erweckt in ihr höchstens ein Taubheitsgefühl und sie kann sich nicht dagegen wehren. Bis sie Dean Holder kennenlernt - den Badboy der Schule. Eigentlich würde sich Sky nicht mit ihm abgeben, schließlich soll er einen schwulen Jungen verprügelt haben, doch dann lernt sie seine verletzliche Seite kennen. Als sie hinter ein dunkles Geheimnis in ihrer Vergangenheit kommt, steht Holder ihr mit aller Macht zur Seite während sie immer mehr in ihre Erinnerungen eintaucht...

Meine Meinung:
Hope Forever ist das zweite Buch der Autorin nach ihrem großen Erfolg Weil ich Layken liebe. Letzteres habe ich schon gelesen und da es mir sehr gut gefallen hat, beschloss ich, auch ihren Zweitling zu lesen, dessen Rezensionen überwiegend positiv waren.

Der Schreibstil in Hope Forever ist ganz in Ordnung. Er ist sehr schnörkellos, ohne viele Metaphern oder ähnliche Stilmittel und beschränkt sich tatsächlich eher auf die Handlungsbeschreibung als auf die Gefühle von Sky. Dadurch, dass aber eben eher die Handlung im Vordergrund steht, rücken Skys Emotionen und Gedanken, sowie ihre Persönlichkeit selbst recht stark in den Hintergrund. Zwar ist die Geschichte aus ihrer Perspektive erzählt, dennoch fiel es mir besonders am Anfang schwer, mich in sie hineinzuversetzen. Was mir allerdings sehr gut an Colleen Hoovers Schreibstil gefallen hat, ist, wie er einen mitreißt. Man hat wirklich das Gefühl, das Geschehen vor Augen zu haben. Das ist ganz besonders am Anfang der Fall, wo die Grundzüge der Handlung vorgestellt werden. Leider hatte ich das Gefühl, dass dieser Schreibstil im Laufe der Geschichte immer mehr abflachte, so dass ich mich wirklich quälen musste, das Buch weiterzulesen. Dies lag vor allem an den kitschigen Gesprächen, die Sky und Holder führten, wo ich mir zwischenzeitlich echt dachte Im Ernst??? Das fand ich wirklich sehr nervig und ließ mich des Öfteren die Augen verdrehen. Auf diesen Aspekt komme ich allerdings nochmal in der Charakterbewertung zu sprechen. Die Kapitel sind insgesamt recht kurz gehalten. Manche sind länger als andere, besonders gegen Ende des Buches, aber es fällt sehr leicht, wieder in die Geschichte hineinzukommen, auch wenn man mitten im Kapitel eine Lesepause einlegte.

Nun komme ich aber zu den Charakteren. Sky lernt man natürlich am besten kennen, da sie auch die Erzählerin der Geschichte ist und aus der Ich-Perspektive berichtet, was passiert. Leider hatte ich nicht das Gefühl, dass ihre Emotionen im Vordergrund standen, sondern eher die Handlungen an sich. Somit sieht man als Leser nur ihre "äußere" Seite. Erst gegen Ende des Buches hatte ich das Gefühl, dass sich der Fokus ein wenig mehr von der Handlung abwandte und auf ihre Gedanken und Gefühlswelt konzentrierte. Erst hier lernt man Sky erst richtig gut kennen, was schon viel früher hätte geschehen können. Im Gegensatz zu Sky stehen bei Holder tatsächlich seine Gefühle im Vordergrund. Er wirkt im Laufe des Buches ein wenig wie ein Anhängsel von Sky, das ihr folgt wie ein treues Hündchen. Dies fand ich allerdings ein wenig übertrieben, da Holder, wenn er nicht gerade mit Sky zusammen ist, kaum erwähnt wird. Allgemein hatte ich das Gefühl, dass die Nebencharaktere stark außen vor gelassen werden. So lernt man weder Skys beste Freundin Six, noch ihren neuen allerbestesten Freund auf der ganzen Welt Breckin genauer kennen. Auch Skys Adoptivmutter Karen hat nur wenige Auftritte im Buch; erst gegen Ende scheint sie nochmals wichtig zu werden. Der Fokus liegt also ganz klar auf Skys und Holders Liebesgeschichte - und da wäre das Wort kitschig noch viel zu nett. Die Gespräche der beiden strotzen vor Koseworten wie Baby oder Süße (Kosenamen, die ich niemals meinem Freund geben würde) und generell erschien es mir so, als wären Gesprächsteile aus schlechten Liebesromanen entnommen. Hier einmal ein kleines Beispiel:

"Er legt seine Hand auf mein Herz und greift nach meiner Linken, um sie auf seines zu legen. Dann sieht er mich an, als wolle er sich vergewissern, dass ich in diesem Moment ganz bei ihm bin. >>Scheiß auf all die ersten Male, Sky. Das Einzige, was bei dir für mich zählt, ist das Für-Immer.<<
 Ich küsse ihn. Und
wie ich ihn küsse. Und ich hoffe, dass er in meinem Kuss spürt, wie sehr jeder Faser meines Seins ihn mit der Liebe für ihn erfüllt ist. Holder schlingt die Arme um meine Taille, hebt mich sanft von sich herunter und legt mich aufs Bett. Er kniet über mir und sieht auf mich herab. >> Ich liebe dich<<, sagt er ernst. >>Ich liebe dich schon von der ersten Sekunde an. Aber ich konnte es dir nicht sagen, weil es sich nicht richtig angefühlt hätte, solange es noch so viel gab, was ich vor dir geheim halten musste<<." (S. 403)

Der Großteil ihrer Gespräche lief so ab und gab mir das Gefühl, als wäre nichts wichtiger als einen Freund zu haben. Allgemein waren ihre Gesprächsthemen auch in Teilen wirklich realtiätsfern, was mindestens genauso nervig war. Deswegen konnte ich auch ihren Interaktionen und Handlungen im Laufe des Geschehens nicht wirklich etwas abgewinnen.

Zum Handlungsverlauf kann ich nur sagen, dass ich das Gefühl hatte, dass er, je weiter ich las, immer flacher und schlechter wurde. Schien am Anfang noch alles ganz glaubwürdig und logisch, entfernte sich der Handlungsverlauf immer mehr von diesen Kriterien. In Teilen schien er sehr abstrus und unglaublich, ebenso wie realitätsfern, was vor allem an den Gesprächen von Sky und Holder liegt. Auch viele Themen, die zu Anfang der Handlung angesprochen werden, rücken immer mehr in den Hintergrund. Das war mindestens genauso schade, denn Sky kündigt diese - implizit natürlich - groß an, aber in Wirklichkeit gibt es nur ein oder zwei Kapitel, die davon handeln. Was auch ein wenig gestört hat, war, dass es einen riesigen Sprung in der Handlung gab von über einem Monat. Sky fasst nur kurz zusammen was in diesem Monat passiert ist, aber mehr auch nicht. So abrupt in eine neue Handlung hineingeworfen zu werden, war nicht schön für mich, vor allem, da noch weniger Charakterzüge der Nebenpersonen aufgelistet oder enthüllt werden. Das einzig Gute am Handlungsverlauf waren die zum Teil wirklich überraschenden Wendungen. Vieles war zwar auch wieder sehr vorhersehbar - bsw. Skys Vergangenheit - aber anderes wiederum kam wirklich sehr überraschend. Damit hätte ich überhaupt nicht gerechnet
.
Das Ende war für mich recht gut gelöst. Wieder gibt es eine Erinnerung an Skys Vergangenheit. Hier gefällt mir die Idee, nochmals zurück in die Vergangenheit zu tauchen anstatt dem Leser eine super rosige Zukunft zu präsentieren in der alle ihr Happy End erleben. Das hat mir gut gefallen.

Ich glaube allerdings nicht, dass ich noch den Nachfolger Looking for Hope lesen werde (überhaupt: Die Titel sind sowieso schon englisch. Warum muss man dann noch eine englischere Übersetzung finden??). Die Leseprobe ließ anmuten, dass die gleiche Geschichte erzählt wird - nur aus Holders Sicht mit den gleichen Gesprächen und der gleichen Handlung, nur eben mit ein bisschen mehr Nebeninformationen zu Holder und seiner Familie selbst. Das muss ich wirklich nicht noch einmal lesen, zumal mir Hope Forever nicht wirklich gefallen hat.

Fazit:
Kann meiner Meinung nach mit dem Hype, der um dieses Buch entstanden ist, nicht mithalten. Im Gegensatz zu Weil ich Layken liebe ist die Handlung im Laufe der Geschichte sehr schwach, kitschig und realitätsfern. Auch wenn sie eine gute Idee und sehr ernste Themen innehat, hatte ich nicht das Gefühl, dass diese besonders gut aufgegriffen worden sind, sondern eher unter der Weiterführung der Liebesgeschichte unter den Tisch fallen. Dies war ganz genauso mit den Nebencharakteren. Die meisten hatten nur ein oder zwei Auftritte, bevor sie wieder unwichtig wurden. War der Schreibstil am Anfang noch ganz gut, verliert er sich im Laufe der Handlung immer mehr und hängt sich an kitschigen Gesprächen zwischen Sky und Holder auf. Das einzige, was mir wirklich gut gefallen hat, waren einige Wendungen, die sehr überraschend kamen, auch wenn einige wiederum sehr vorhersehbar waren. Daher bekommt Hope Forever nur 2 von 5 Sternen von mir.

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Allgemeine Infos zum Buch
Erscheinungsdatum Erstausgabe : 10.09.2014
Aktuelle Ausgabe : 01.10.2014
Verlag : DTV
ISBN: 9783423716062
Flexibler Einband 512 Seiten
Sprache: Deutsch

Samstag, 23. Mai 2015

Rezension zu "Shadow Falls Camp: Geboren um Mitternacht" von C. C. Hunter

1. Band leider gar nicht wie erwartet - Reihe hat aber durchaus Potenzial

 

Zum Inhalt:
Geboren um Mitternacht ist der 1. Band der Serie Shadow Falls Camp. Im Leben der 16-jährigen Kylie Galen läuft so gar nichts wie es sollte - ihre Eltern lassen sich scheiden, ihr Freund Trey hat mit ihr Schluss gemacht und zu allem Überfluss will ihre Mutter sie auch noch in ein Camp für schwer erziehbare Jugendliche stecken. Echt ätzend! Doch das Camp ist ganz anders als erwartet, denn hier treffen nicht kriminelle Jugendliche aufeinander, sondern Feen, Werwölfe, Gestaltwandler, Vampire und Hexen - Fabelwesen also. Und was soll Kylie hier? Naja, sie soll selbst eine von ihnen sein. Gegen diese Behauptung wehrt sich Kylie mit Händen und Füßen. Keiner kann sagen, was sie ist und ihre Fähigkeiten tut sie als bloßen Zufall ab. Doch kann ein "normaler" Mensch wirklich die Geister von Verstorbenen sehen? Gemeinsam mit ihren neuen Freundinnen Della und Miranda will Kylie auf die Spuren ihrer Identität kommen.

Meine Meinung:
Als Fan der House of Night-Serie musste ich mir dieses Buch einfach kaufen, alleine schon deswegen, da eine Empfehlung dafür auf dem Buchrücken ausgesprochen wurde. Nachdem ich schon vor mehreren Wochen meine Rezension hierzu abgetippt habe, mein PC diese aber nicht gespeichert hat, versuche ich jetzt, mithilfe meiner Notizen diese Rezension zu rekonstruieren.

Da es sich bei Geboren um Mitternacht um den ersten Teil der Reihe handelt, gibt es viele Charaktereinführungen, mit denen der Leser vertraut gemacht wird. Was mir hier sehr gut gefällt, ist, dass das erste Kapitel direkt mitten in der Handlung anfängt während Kylies Mutter im Vordergrund steht. Dadurch werden erste Konflikte bekannt und der Leser wird mit der Geschichte vertraut gemacht. Der Sprachstil ist ganz ok. Man kann ihm gut folgen und so auch der Geschichte, aber er sticht nicht durch große sprachliche Ergüsse oder ähnliches hervor. Im Allgemeinen hatte ich das Gefühl, der Schreibstil konzentriere sich mehr auf das körperliche Geschehen anstatt auf die Gedanken und Gefühle der Personen. Trotzdem traten für mich während des Lesens keine großen Verständnisprobleme auf und man konnte sich Orte und Situationen sehr gut vorstellen, die im Buch geschildert wurden. Die Geschichte wird überraschenderweise nicht aus Kylies Perspektive erzählt. Zwar konzentriert sich dieser größtenteils auf Kylies Sichtweise auf die Dinge, erzählt jedoch nicht aus der Ich-Perspektive vom Geschehen. Trotzdem fand ich, dass er ganz gut hineinpasste und man sich auch schön in Kylie hineinversetzen konnte. Leider hatte ich so meine Probleme mit den Unterhaltungen, die im Laufe der Geschichte geführt wurden. Irgendwie erschienen sie sehr flach, da es immer um die gleichen Themen ging: Kylies Identität oder Jungs. Dies langweilt nach kurzer Zeit und streckt die Handlung. Dadurch verliert man die Lust, weiterzulesen und so brauchte ich auch mehrere Monate um dieses Buch zu beenden.

Auch wenn der Klappentext es vielleicht schon andeutet - House of Night und Shadow Falls Camp ähneln sich vom Thema her sehr. Das muss ich leider auch über die Handlungsstränge und die Charaktere sagen. Hier gab es sehr viele Ähnlichkeiten, die ich gleich nochmals genauer ausführen werde. An den Charakteren kann man dies ganz besonders gut sehen wie ich finde. Kylie erinnert ein wenig an Zoey, da sie ähnliche Sachen durchmacht und anscheinend auch etwas besonderes ist. Kylie war mir am Anfang gleich sympathisch, jedoch nervte sie mich mit dem Fortschreiten der Handlung immer mehr. Das lag vor allem daran, dass sie sich auf jeder gefühlten 2. Seite über ihr Schicksal beschwert und über die Jungs im Camp quatscht, obwohl es im Moment wesentlich wichtigere Dinge für sie gibt. Allgemein fand ich die Gestaltung der Charaktere sehr flach und surreal. Sie wirkten eher wie 08/15-Charaktere, was wirklich schade ist, denn die Autorin hatte durchaus ein paar gute Ideen bsw. die Legasthenie einzubinden. Man lernt aber keinen einzigen Charakter, Kylie ausgenommen, auf den fast 500 Seiten genau kennen, so dass man sagen könnte, man mag diesen oder jenen. Das hätte ich mir zumindest gewünscht, schließlich schreibt man nicht 500 Seiten und stellt darin nur den Hauptcharakter richtig vor. Ich hoffe, das ändert sich mit dem 2. Band, denn es ist wirklich nervig, nicht zu wissen, wem man vertrauen kann. Zusätzlich hat mir auch die Charakterentwicklung sehr gefehlt. Ob es eine gab kann ich nicht sagen und wenn, dann habe ich sie anscheinend geflissentlich überlesen. Kein Charakter fällt aus seinem Anfangsverhalten heraus oder lernt dazu, sondern bleibt in dem immergleichen Verhaltensmuster, das er schon an den Tag legte, als er zum ersten Mal auftrat. Das hätte die Handlung nochmals um Längen interessanter gestaltet, als C. C. Hunter es bisher getan hat.

Auch insgesamt betrachtet verläuft die Geschichte langweilig und zäh, da es immer wieder um das Gleiche geht: Kylie will keine magischen Kräfte haben und Jungs. Besonders das letztere Thema ging mir immer mehr auf die Nerven und die Dreiecksgeschichte mit den Campjungs nimmt meiner Meinung nach viel zu viel Platz ein. Ich kann ja verstehen, dass die Autorin gerne eine Liebesgeschichte spannen möchte, aber wie sie das schon im ersten Band der Reihe tut ist mir persönlich ein bisschen zu viel. Auch dass es anscheinend immer mehrere Jungs sein müssen, auf die die Protagonistin steht, ist wirklich nervtötend. Die Reihe richtet sich an 14 - 17-jährige und vermittelt durch dieses ständige Hin- und Herspringen zwischen den Jungs einen sehr verqueren Umgang mit der Liebe. Das hat mich schon an House of Night genervt und das nervt mich auch hier. Erst auf den letzten 100 Seiten wird die Handlung richtig interessant, so dass es wirklich schwer fällt, das Buch zur Seite zu legen. Es ist wie ein Sog, der sich vom restlichen Handlungsgeschehen abhebt und erst jetzt das Potenzial des Buches richtig herausstechen lässt. Ich hätte es mir gewünscht, wenn nicht nur die letzten 100 Seiten so geschrieben worden wären. Jedenfalls würde ich mir den 2. Teil der Reihe genau so geschrieben wünschen.

Auch das Ende holt nochmals alles aus der Geschichte heraus und macht neugierig auf den 2. Teil, der in einer kurzen Leseprobe am Ende des Buches vorgestellt wird. Aus Neugierde werde ich diesen auf jeden Fall noch lesen.

Fazit:
Die Reihe Shadow Falls Camp hat meiner Meinung nach sehr viel Potenzial, nur wird dieses in diesem ersten Band unzureichend genutzt - leider. Die ersten 300 Seiten bestehen aus flachen Unterhaltungen über Jungs und Fähigkeiten, die sich immer wiederholen, obwohl mir der Einstieg ins Buch sehr viel Spaß gemacht hat, und aus flachen Charakteren, die immer wieder in ihre gleichen Verhaltensmuster verfallen. Erst gegen Ende wird das Niveau der Unterhaltungen angehoben und man bekommt richtig Lust, weiterzulesen. Die letzten 100 Seiten haben mir wirklich gut gefallen und ich bin sehr enttäuscht, dass C. C. Hunter nicht schon vorher so geschrieben hat. Für den 2. Band hoffe ich, dass Kylies Jungsgeschichten ein wenig mehr in den Hintergrund rücken und nicht ganz so enervierend sind wie zuvor. Geboren um Mitternacht bekommt daher "gute" 2 Sterne von mir, da die Reihe viel Potenzial hat und sich auf jeden Fall noch verbessern kann.

Neugierig geworden? Dann bestell das Buch gleich hier

Allgemeine Infos zum Buch
Erscheinungsdatum Erstausgabe : 01.06.2012
Aktuelle Ausgabe : 01.06.2012
Verlag : Fischer FJB
ISBN: 9783841421272
Flexibler Einband: 496 Seiten
Sprache: Deutsch

Freitag, 1. Mai 2015

Rezension zu "Etta and Otto and Russell and James" von Emma Hooper

Hat meine Erwartungen leider nicht erfüllt

 

Zum Inhalt:
Die 82-jährige Etta lebt mit ihrem Mann Otto auf einer Farm in Saskatchewan - also praktisch mitten im Nirgendwo. Ihr größter Wunsch ist es, das Meer zu sehen. Also macht sie sich eines Tages auf in Richtung Osten, um ihren großen Traum zu verwirklichen. Otto lässt sie dabei alleine zurück. Dieser macht sich große Sorgen um seine Frau, denn sie ist schwer krank. Gemeinsam mit Russell, seinem Nachbarn und langjährigem Schulfreund begibt er sich auf die Suche nach Etta - und erlebt dabei die abenteuerlichste Reise seines Lebens.

Meine Meinung:
Etta and Otto and Russell and James ist das erste Buch von Emma Hooper und fällt durch sein Cover nicht so sonderlich auf. Würde man das Buch nach seinem Cover beurteilen, würde man es höchstwahrscheinlich sehr schnell wieder weglegen. Da ich jedoch schon einige Rezensionen zu diesem Buch gelesen habe, wurde ich überzeugt, mir das Buch selbst anzuschaffen. Dies geschah dann durch eine Leserunde, an der ich leider aufgrund von heftigen Internetproblemen kaum teilnehmen konnte. Trotzdem möchte ich noch abschließend meine Rezension schreiben.
Der Handlungsverlauf erinnerte mich gleich ein wenig an Bäume reisen nachts von Aude le Corff und da ich solche Geschichten sehr mag, war es klar, dass ich dachte Etta and Otto and Russell and James würde mein Buch werden. Und so fing ich an, dass Buch zu lesen.

Emma Hoopers Schreibstil ist sehr flüssig und sie wechselt in den Perspektiven zwischen den Hauptpersonen hin und her, d.h. einmal wird die Geschichte aus Ettas Sicht, aus Ottos Sicht und aus Russells Sicht erzählt. Wer sein Englisch ein wenig auffrischen möchte, dem kann ich das Buch nur ans Herz legen. Ein Wörterbuch braucht man für dieses Buch sicherlich nicht, denn größtenteils lassen sich die Worte aus dem Kontext erschließen. Was mich aber durchaus an Emma Hoopers Schreibstil stört, ist, dass sie zwischenzeitlich viele hypotaktische Sätze schreibt wie:

"But five weeks ago the banks announced that everything was absolutely broken, right there in the paper, for anyone who hadn't noticed yet for themselves, and three weeks ago, Russell's father, who owned a shop right in the middle of downtown, an everything shop with wrenches and lemon candy and bolts of printed cotton in rows, had turned a bit white, then a bit dizzy, then had to sit down, then had to lie down, and then, after sweating and sweating and Russell getting so much cold water from the kitchen, carried in the biggest bronze pitcher, hefting it up the stairs, hugging himself, so cold with the water inside, and bringing it to the bedroom where his father was lying, at first alone, and then, soon, with the doctor standing by, and then, not too long after, with the doctor and the priest standing by, while Russel's mother cooked for everyone and dealt with all this goddamn paperwork until, two weeks ago, while Russel was carrying a twelfth bronze pitcher from the kitchen, so cold aggainst his stomach and chest, almost burning cold, Russell's father gave up and died." (S. 9)

Dies bringt den Leser meiner Meinung nach sehr aus dem Konzept. Ich habe den Satz selbst bestimmt fünf oder sechs Mal gelesen, weil sich mir der Kontext nicht richtig erschloß. Dies sollte eigentlich nicht der Sinn und Zweck des Schreibstils sein. Denn dadurch wird es dem Leser schwer gemacht, wieder in die Geschichte hineinzufinden und er verliert die Motivation, weiterzulesen.
Verwirrt hat mich auch der Wechsel zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Zwischenzeitlich war es schwer ersichtlich für mich, in welcher Zeit wir uns befanden, sei es Ottos Kindheit oder sei es Ettas Wanderung durch ein Kornfeld. Das brachte den Leser auch sehr aus dem Konzept, da die Orientierung einfach verloren geht. Auch die wörtliche Rede hat die Autorin weggelassen, so, als würde die Geschichte noch von einer vierten Person erzählt. Es war also auch schwer, zuzuordnen, was genau jetzt gesagt wurde, und vor allem, von wem.

Auch der Handlungsverlauf war mir an vielen Stellen ein wenig zu eintönig, bsw. beobachtete man eine Zeitlang nur, wie Etta durch ein Kornfeld läuft und im Grunde genommen nichts mehr außer ihr Wandern geschieht. Auch hatte ich das Gefühl, dass sich an einigen Stellen verschiedene Handlungen der Charaktere wiederholten, so, als hätte die Autorin noch ein paar Seiten mehr füllen müssen, als sie eigentlich könnte. Das nimmt der Geschichte etwas den Wind aus den Segeln und schmälert die Motivation des Lesers noch mehr, auch wenn Emma Hoopers Sprache an vielen Stellen sehr poetisch ist.

Die Charaktere waren liebevoll gestaltet und haben mir wohl von allen Aspekten des Buches am besten gefallen, da sie unheimlich schön ausgearbeitet waren. Man leidet mit Otto mit, der seine Frau sucht und man wünscht sich, dass Etta es bis zum Meer schafft, damit sie ihren Traum erfüllen kann. Interessant finde ich auch die Einblicke, die die Autorin dem Leser in die Vergangenheit der Protagonisten gewährt. Dadurch kann man etwas mehr nachvollziehen, was die Personen geformt hat und warum sie so handeln wie sie handeln. Dadurch findet auch die Charakterentwicklung statt, die man sich als Leser wünscht. Trotzdem hätte ich mir noch ein paar tiefergehende Nebencharaktere gewünscht, die die Welt und Handlungen der Hauptfiguren beeinflussen.

Leider hat mir der Schluss überhaupt nicht gefallen. Beziehungsweise war ich zu verwirrt um zu sagen, ob er mir gefiel oder nicht. Dies liegt größtenteils tatsächlich an der Sprache, die hier schon wieder fast zu poetisch wirkt, so dass der Leser sich in den Worten verstrickt. Das Einzige, was ich gemerkt habe, ist, dass das Ende offen ist, aber jeglicher Handlungszusammenhang ist mir leider unersichtlich geblieben. Gegen Ende beginnt Emma Hooper sogar, in den Abschnitten, in denen jeweils nur von einer Person erzählt wird, mehrere Charaktere einzugliedern. Dies geschieht zwar nur kurzzeitig über wenige Sätze hinweg, aber es reicht dennoch, den Leser genügend zu verwirren. So war das Buch am Ende ein reines Chaos für mich.

Fazit:
Leider konnte das Buch meine Erwartungen nicht erfüllen. Durch viele hypotaktische Sätze und Zeitsprünge ist man als Leser hinterher so verwirrt, dass man gar nicht mehr weiß wo einem der Kopf steht. Auch wiederholen sich viele Handlungen der Protagonisten, was den Leser schnell langweilen kann, da die Spannung komplett fehlt. Deswegen brauchte ich beispielsweise sehr lange, um das Buch zuende zu lesen. Was mir jedoch richtig gut gefallen hat, waren die Charaktere des Buches, die mit einer detaillierten Gestaltung aufwarten und lebendig und unverfälscht wirken. Dies hat für mich noch ein wenig herausgerissen und daher vergebe ich für Etta and Otto and Rssell and James 2 Sterne.

Neugierig geworden? Dann bestell das Buch gleich hier. Ab September 2015 ist auch die deutsche Ausgabe hier erhältlich

Allgemeine Infos zum Buch
Erscheinungsdatum Erstausgabe : 29.01.2015
Aktuelle Ausgabe : 29.01.2015
Verlag : Penguin UK
ISBN: 9780241185865
Flexibler Einband: 272 Seiten
Sprache: Englisch

Mittwoch, 25. Februar 2015

Rezension zu "Kalonas Fall" von P.C. & Kristin Cast

Für mich die bisher schlechteste House of Night-Story

 

Zum Inhalt:
Kalonas Fall ist die 4. House of Night-Story. Durch die Hauptreihe der House of Night-Bände ist der geflügelte Unsterbliche Kalona allen Fans der Serie wohlbekannt. Dass er nicht ganz freiwillig auf Erden wandelt, ist auch vielen klar. Doch wie genau kam es dazu? Kalona und sein Bruder Erebos wurden von Mond und Sonne geschaffen und sind zwei Brüder, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Und doch haben beide ein und dasselbe Ziel: Die Gunst der Göttin Nyx zu gewinnen, die über die Erde und die Anderwelt wacht. Doch Kalonas Besessenheit von der Göttin ist fast schon krank. Er will sie für sich allein, will sie mit niemandem teilen. Und dafür würde er alles tun...

Meine Meinung:
Normalerweise sind meine Inhaltsangaben ja etwas länger, aber das kann ich hier bei Kalonas Fall nicht durchführen. Dies liegt einfach daran, dass ich ansonsten zu viel von der Geschichte vorweg nehmen würde, was leider schon der Klappentext zur Genüge tut. Zwar ist der Ausschnitt, der auf dem Buchrücken zu finden ist, sehr nichtssagend und macht den Leser eigentlich auch recht neugierig auf den Inhalt der Novelle, doch sobald man das Buch aufschlägt und die richtige Inhaltsangabe auf der Innenseite liest, wird klar, dass diese die gesamte Handlung vorweg nimmt. Deswegen habe ich eigentlich recht lange gebraucht, um die Story zu beenden.

Doch nicht nur durch diese recht lange und ausführliche Darlegung der Geschichte wird unglaublich viel verraten, sondern auch schon durch die Hauptreihe von House of Night. Da ich davon ausgehe, dass viele von euch mittlerweile die Reihe beendet haben, oder weit am Ende sind wenn sie Kalonas Fall lesen, wissen viele was ich meine, wenn ich sage, dass auch die Hauptreihe viel vorweg nimmt und somit Kalonas Fall zu einem dahinplätschernden Etwas wird, dessen Ende allen House of Night-Lesern bereits bekannt ist. Das gleiche Problem hatte ich auch mit Neferets Fluch. Auch hier wurde schon im 1. Band so viel verraten, dass ein zusätzliche Novella recht unnötig wurde. Dagegen fand ich Dragons Schwur und Lenobias Versprechen sehr gut und auch interessant gestaltet, weil man noch nicht so viel über die Figuren wusste. Das ist weder bei Kalona noch bei Neferet der Fall gewesen und so dümpeln die beiden Geschichten vor sich hin.

Der Schreibstil in Kalonas Fall unterscheidet sich stark von dem, der in den anderen Teilen genutzt wird. Grund dafür ist, dass die gesamte Handlung wie eine Sage oder Legende erzählt wird. Dies spiegelt sich auch in der direkten Rede der Charaktere wider, bsw. in Mutter Erde. Dieser Wechsel des Schreibstils scheint dem ein oder anderem Leser etwas gewöhnungsbedürftig. So war dies auch bei mir. Irgendwie kam ich überhaupt nicht in die Geschichte und fand dieses märchenhafte Erzählen eigentlich richtig langweilig. Ich habe es kaum geschafft, 1 Seite am Stück zu lesen geschweige denn ein ganzes Kapitel. Irgendwie schien für mich nicht wirklich Spannung aufzukommen, was auch wieder daran lag, dass der Großteil der Geschichte schon bekannt war und zum Anderen daran, dass eigentlich kaum etwas passierte. Die Handlung plätscherte vor sich hin und schien überhaupt keinen richtigen Höhepunkt erreichen.

Auch die Charaktere sind mir kaum in Erinnerung geblieben. Im Gegensatz zur Hauptreihe fand ich die dargestellten Protagonisten sehr flach und überhaupt nicht durchdacht genug. Natürlich weiß ich, dass es sich bei Kalonas Fall um eine Novelle handelt, sprich einer Kurzgeschichte zur Haupthandlung. Trotzdem hätte ich mir etwas mehr von den Charakteren erwartet, besonders von Kalona, der ja der Hauptcharakter des Buches ist.

Die Charakterzüge Kalonas fand ich sehr vorhersehbar, sowie ich Kalona selbst als Charakter sehr vorhersehbar fand Natürlich wissen diejenigen, die die Hauptreihe mitverfolgen, was mit Kalona geschah und weshalb er auf Erden wandeln muss. Vielleicht war ich auch deswegen von seiner Darstellung nur minder begeistert.Auch Nyx, die auch eine große Rolle spielt, war sehr flach und schien mir sehr naiv, was im Vergleich zur Hauptreihe in einem großen Kontrast steht. Auch hier schienen mir ihre Handlungen sehr vorhersehbar und langweilig und konnten mich nicht dazu bewegen, das Buch weiterzulesen.

Die Novelle wurde für mich erst gegen Ende richtig spannend, vor allem weil eine Komponente hinzukommt, die den ein oder anderen Leser ja doch interessiert. Hier wurde zum ersten Mal Spannung aufgebaut und man konnte das Buch nicht aus der Hand legen. Diese einzige Sache bleibt aber leider auch das einzig Spannende an dem Buch, denn das Ende , also wie genau es zu Kalonas Fall kam, ist uns allen bekannt. Dies war für mich jedoch wieder genauso unspektakulär gestaltet wie der Rest des Buches. 
 
Fazit:
Für mich die bisher schlechteste House of Night-Story. Der Großteil der Handlung wird schon im Klappentext erzählt und was dort nicht erzählt wurde, wird in der Haupthandlung der Reihe vorweggenommen. Zwar kennt man das Ende und möchte wissen, wie es zu Kalonas Fall kommen konnte, dennoch wurde dieser Werdegang für den Leser so langweilig gestaltet, dass man kaum ein Kapitel am Stück lesen konnte. Der Schreibstil, der in diesem Teil sehr märchen- und sagenhaft ist, passt zwar recht gut aufgrund der mythologischen Bezüge, dennoch fand ich es sehr schwer in ihn hineinzufinden, was auch das Hineinfinden in die Charaktere erschwerte. Somit kann ich Kalonas Fall nur 2 Sterne geben, da mich außer einem einzigen Handlungsstrang nichts wirklich begeistern konnte.

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Allgemeine Infos zum Buch
Erscheinungsdatum Erstausgabe : 25.09.2014
Aktuelle Ausgabe : 25.09.2014
Verlag : FISCHER FJB
ISBN: 9783841422231
Fester Einband: 272 Seiten
Sprache: Deutsch

Samstag, 24. Januar 2015

Rezension zu "Verführung" von Elizabeth Anthony

Shades of Grey 2.0 - nur mit mehr historischem Hintergrund

 

Zum Inhalt:
Belfield Hall 1920: Sophie ist jung, hübsch und träumt davon eines Tages als Tänzerin in den großen Londoner Theatern aufzutreten. Dumm nur, dass sie als Küchenmagd des großen Herrenhauses Belfield Hall nie die Chance erhalten wird, jemals in einer Revue zu tanzen. Das glaubt Sophie zumindest - bis ein Erbschaftsstreit um den Landsitz entbrennt. Und Lady Beatrice, Sophies Herrin, dem Küchenmädchen ein äußerst unmoralisches Angebot macht: Sophie soll sich in ihrer Unschuld dem neuen Erben von Belfield Hall präsentieren. Zur Belohnung darf sie nach London ziehen und dort tanzen. Sophie befindet sich im Zwiespalt: Soll sie das Angebot annehmen und dabei riskieren, dass ihr Name in Verruf gerät? Oder soll sie besser ihr geordnetes Leben in der Küche von Belfield Hall führen, wie es eigentlich für sie vorherbestimmt ist?

Meine Meinung:
Verführung habe ich bei einer Leserunde gewonnen und ich muss zugeben, dass ich doch sehr skeptisch war. Nachdem mir der erste Teil von Shades of Grey gar nicht gefallen hat, war ich auch etwas misstrauisch was Verführung anging und hatte das Buch über ein Jahr im Regal stehen. Jetzt überkam mich trotzdem mal die Lust, das Buch zu lesen und so schnappte ich mir den Wälzer und ging an die Arbeit.

Elizabeth Anthonys Schreibstil ist leicht verständlich und man kann dem Handlungsverlauf leicht folgen. Allerdings fand ich leider, dass der Schreibstil an sich ganz okay war, aber man trotzdem nicht das Bedürfnis hatte die Geschichte um Sophie weiterzulesen. Man hatte zwar das Gefühl, dass man sich durch die verwendete Ich-Perspektive besonders gut in Sophie hineinversetzen konnte, aber trotzdem motivierte mich das nicht, weiterzulesen.
Was um Belfield Hall herumgeschah, d.h. was die anderen Mägde und Diener aber auch die anderen Herrschaften taten, fand ich sehr interessant gestaltet. Dadurch konnte man sich einige Situationen wirklich gut vorstellen, eben weil sie gut für den Leser illustriert worden waren. Dies bewirkte auch, dass der Leser sich wirklich gut in die Zeit und in die Szenerie hineinversetzen konnte. Diese Teile der Geschichte haben mir eigentlich am besten gefallen. Und hätten mir eigentlich auch vollkommen gereicht, um ehrlich zu sein.

Dass es in dem Buch um Sex geht, ist wohl längst kein Geheimnis. Und eigentlich wollte ich mich nur davon überzeugen lassen, dass nicht alle erotischen Romane so sind wie die Shades of Grey-Reihe. Leider konnte Verführung mich dahingehend überhaupt nicht überzeugen. Für mich gab es zu viele Parallelen mit der berühmten Buchreihe von E.L. James und zwar so viele, dass das für mich schon nicht mehr schön sondern nur noch langweilig war. Das fand ich äußerst schade. Leider hat Elizabeth Anthony in der Hinsicht meiner Meinung nach kein Stück Innovation geliefert. So werden Leser der Shades of Grey- oder Crossfire-Reihe sehr viele Ähnlichkeiten feststellen können. Ich habe zwar nur den ersten Teil der Shades of Grey-Reihe gelesen, trotzdem konnte ich in den Situationen viele Ähnlichkeiten feststellen.Das betrifft allerdings nicht nur die Situationen, sondern auch die Charaktere.

Dass Sophie noch Jungfrau ist, finde ich verständlich und nachvollziehbar, ist der Roman im historischen Kontext nicht ganz mit Erotikliteratur, die in der heutigen Zeit spielt, vergleichbar. Allerdings fand ich die Parallelen zwischen Lord Ashley und Christian Grey doch etwas sehr absichtlich gestaltet. Das fand ich sehr schade. Anscheinend stehen Frauen auf geheimnisvolle Männer mit komischen sexuellen Neigungen...

Auch was die restlichen Charaktere betraf, war ich nicht wirklich zufrieden mit ihrer Gestaltung. Natürlich spielen Sophie und Lord Ashley die Hauptrollen in der Geschichte, aber trotzdem hatte ich das Gefühl als würden sie nicht wirklich "echt" auf den Leser wirken. Zwar erlebt man die Geschichte durch Sophies Augen, und man konnte sich gut in ihre Situation hineinversetzen, aber sie erinnerte mich vom Charakter her einfach zu sehr an Anna aus Shades of Grey. Das machte Sophie für mich nicht wirklich glaubwürdig und daher auch eher zu einem flachen Charakter. Genau dasselbe war es mit Lord Ashley. Beim Charakterisieren musste ich immer wieder an Christian denken. Auch hier konnte der Charakter mich nicht recht überzeugen. Bei den Nebenfiguren war es genau das Gleiche. Zwar tauchten besonders am Anfang des Buches im Herrenhaus immer wieder Nebenfiguren auf, die der Leser auch nach recht kurzer Zeit gut charakterisieren konnte, aber je weiter man liest desto unwichtiger werden diese. Besonders in der Mitte des Buches wird die Flatterhaftigkeit der Nebenpersonen besonders deutlich, was einen nach einiger Zeit richtig nerven kann und man anfängt die Augen zu verdrehen. In dieser Hinsicht war ich also nicht wirklich von der Charaktergestaltung begeistert, eben weil kein Charakter es schaffte, dass ich mich so richtig in die Geschichte eingebunden fühle.

Erst ab der Mitte wurde das Buch einigermaßen interessanter für mich und konnte mich ein wenig mehr mitreißen. Trotzdem konnte für mich die rasche Abfolge der Handlung die recht lasch gestalteten Charaktere nicht wettmachen.
Zu dem Ende kann ich eigentlich gar nichts sagen, weil es mich schlicht und einfach nirgendwo besonders berührt hat. Das fand ich sehr traurig. Man liest fast 380 Seiten, nur um dann am Ende des Romans nicht wirklich etwas fühlen zu können. Ich könnte wirklich nicht sagen, dass mich das Ende in irgendeiner Art und Weise sonderlich schockiert, erfreut oder sonst irgendwie emotional berührt hätte. Ich kann letztlich aus diesem Buch überhaupt nichts mitnehmen.

Fazit:
Leider nicht ganz so wie ich es mir erhofft hatte. Ich mag die historischen Sachen, die die Autorin eingebaut hat und dass dieser historische Kontext im Roman eine wirklich große Rolle spielt. Allerdings rückt dieser Kontext nach und nach in den Hintergrund und ich hatte wirklich das Gefühl, dass es nur noch um Sophie und Lord Ashley gehen würde. Das war nach einiger Zeit wirklich zermürbend. Die Parallelen zwischen den einzelnen Charakteren aus Verführung und anderen erotischen Romanen fand ich mehr als nur zufällig. Manchmal kam ich mir vor als würde ich Shades of Grey (nochmal) lesen – nur mit ein bisschen mehr historischem Hintergrund. Die Charaktere waren viel zu flach und vorhersehbar und haben nach einiger Zeit ziemlich genervt, weil sie immer wieder in ihren gleichen Handlungsmustern blieben. Dadurch hatte ich auch irgendwann keine richtige Lust mehr auf das Buch, so dass mich der Schluss überhaupt nicht berühren konnte. Der erotische Roman bekommt daher leider nur 2 von 5 Sternen von mir.
Es soll wohl noch ein zweiter Band erscheinen, bisher allerdings nur auf Englisch. Das Erscheinungsdatum der deutschen Ausgabe ist noch nicht bekannt gegeben worden. Mal schauen, ob ich diesen dann auch noch lese.

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Allgemeine Infos zum Buch
Erscheinungsdatum Erstausgabe : 02.01.2014
Aktuelle Ausgabe : 02.01.2014
Verlag : Rowohlt Taschenbuch
ISBN: 9783499228605
Flexibler Einband: 384 Seiten
Sprache: Deutsch

Donnerstag, 11. Dezember 2014

Rezension zu "Himmelsfern" von Jennifer Benkau

Hat mich nicht vom Boden gelöst und in den Himmel befördert

 

Zum Inhalt:
Noa ist 17 und lebt mit ihrem Vater zusammen in einer kleinen Wohnung inmitten einer sehr grauen Stadt. Eigentlich führt sie ein ganz normales Leben - bis sie durch ein U-Bahnunglück schwer verletzt und nur durch jemanden, der auf sie fällt vor dem Tod bewahrt wird. Neugierig wie Noa ist möchte sie herausfinden, wer derjenige war, dem sie ihr Leben verdankt. Nach einigem Hin und Her kommt sie tatsächlich auf die Spur ihres Retters, doch die Ereignisse überschlagen sich und sie lernt Marlon kennen, mit dem etwas ganz und gar nicht zu stimmen scheint. Noa möchte ihm helfen, doch ob dies gelingen wird, steht in den Sternen. Kann ihre Liebe diese schwere Prüfung überdauern?

Meine Meinung:
Da ich schon die beiden Bücher der Dilogie Dark Canopy und Dark Destiny regelrecht verschlungen habe, habe ich mit Freude Jennifer Benkaus neuen Roman Himmelsfern erwartet. Allerdings taten Schul- und Abistress ihr übriges, so dass ich nicht dazu kam, ihr neuestes Werk sofort zu lesen. Erst jetzt habe ich es geschafft, Himmelsfern zu lesen - und meine hohen Erwartungen wurden nicht erfüllt. Und das war unglaublich enttäuschend.

Das lag allerdings nicht an der Sprache, die die Autorin verwendet. Diese hat mich genauso gepackt wie damals Dark Canopy, weil Frau Benkau auch sehr schöne Umschreibungen oder philosophische Gedanken zu bestimmten Situationen findet. Auch durch die Ich-Perspektive, die sie während des fast 500 Seiten langen Romans verwendet, kann man sich gut in die Protagonistin hineinversetzen und die Geschichte durchleben. Doch der Zauber, der Dark Canopy ausmachte, fehlte irgendwie. Als ich angefangen habe, das Buch zu lesen, dachte ich noch, dass sich dieses Gefühl legen würde, doch dem war nicht so. Und so fiel es mir auch unglaublich schwer in die Geschichte hineinzukommen und das Buch wirklich zu beenden.

Meiner Meinung nach zog sich die Geschichte unheimlich. Ich musste immer wieder auf die Seitenzahl schauen nur um festzustellen, dass ich gerade mal 2 oder 3 Seiten weitergelesen hatte. Das war wirklich frustrierend und hat mir auch wirklich den Spaß genommen. Zu lesen, dass Noa dies oder das tut, und das über 10 Seiten hinweg war wirklich langweilig und immens störend. Deswegen haben auch die Spannungsmomente, die zwischenzeitlich eingebaut waren, kaum eine Wirkung auf mich gehabt und gingen daher ein wenig unter. Sie wurden einfach zu wenig ausgeschöpft und mündeten nach 3 oder 4 Seiten wieder in die zähe Handlung. Hier hätte man definitiv mehr draus machen können, nicht nur von der Länge sondern auch von der Gestaltung her.

Ich muss auch dazu sagen, dass man nicht nur deswegen ein wenig Zeit mitbringen sollte, wenn man Himmelsfern liest, sondern auch, weil die Kapitel unglaublich lang sind und sich zwischenzeitlich über 40 Seiten erstrecken. Daher ist es auch unglaublich schwierig, mitten im Kapitel wieder einzustiegen; durch die dahinplätschernde Handlung bleibt dem Leser fast nichts im Gedächtnis, so dass er vielleicht ein paar Seiten zurückblättern und noch mal das Gelesene rekapitulieren muss, was sehr kontraproduktiv war. Schließlich möchte man als Leser quer ins Buch einsteigen können, wenn man einen Kapitelteil schon gelesen hat.

Auch während ich weitergelesen habe, habe ich einfach gemerkt, dass die Geschichte eigentlich überhaupt nicht mein Fall war und viele Momente einfach zu verrückt gestaltet worden waren. Dass es sich hierbei um ein Fantasy-Buch handelt, ist mir schon klar, aber die Ausgestaltung einiger Szenen war mir dann doch ein wenig zu viel und zu abgedreht.

Auch die Charaktere haben mir nicht wirklich gefallen. Sie schienen so blaß und durchsichtig, dass man sie nicht mal richtig als Personen wahrnehmen konnte. Sie blieben einfach auf dem Papier und der Leser konnte sie sich nicht als echte Personen vorstellen. Dies machte es auch schwer sich in den Großteil der Charaktere hineinzufühlen und ein weiterer Punkt der das Folgen der Geschichte erschwerte. Auch entwickelten sich die Charaktere nicht wirklich weiter, sondern blieben in immergleichen Mustern hängen, die den Leser nach etwa der Hälfte des Buches sehr langweilen könnte.

Noa wirkt zwar auf den Leser total sympathisch, aber leider steckt sie in genau der Rolle drin, in der sie nicht stecken möchte: In der graue-Maus/Opfer-Rolle. Durch ihre Naivität wirkt sie wie Bella in Twilight und nicht wie eine starke unabhängige junge Frau. Das kann den Leser nach einer Zeit genauso nerven, auch wenn sie die Hauptperson und Erzählerin der Geschichte ist.
Auch Marlon kann ich nicht wirklich etwas abgewinnen. Zu Anfang wirkt er wie ein Möchtegern-Bad-Boy, zeigt aber nach kurzer Zeit seine weiche Seite und wird genauso langweilig wie Noa, weil er sich danach auch nicht mehr weiterentwickelt.

Das Ende war sehr vorhersehbar, war aber im Gegensatz zum Rest der Geschichte ein wenig gefühlvoller geschrieben und konnte den Leser zumindest ein wenig bewegen, bevor er das Buch zuklappt.

Fazit:
Ich kann gar nicht sagen, wie enttäuscht ich von dem Roman bin. Ich hatte so hohe Erwartungen, aber die wurden nicht erfüllt. Die Geschichte hat mich nicht angesprochen und zog sich richtig. Die Spannungsmomente waren nicht richtig spannend und weckten den Leser nur kurzzeitig aus der Monotonie. Auch die Charaktere haben mir nicht gefallen, weil sie so fad und langweilig waren und über die schon 1000 Mal geschrieben wurde. Einzig und allein die Sprache hat mir wirklich gut an Himmelsfern gefallen - was schade ist, denn eigentlich hätte das Buch durchaus Potenzial gehabt. Daher gibt es leider nur 2 Sterne für Himmelsfern.

Neugierig geworden? Dann bestell das Buch gleich hier

Allgemeine Infos zum Buch
Erscheinungsdatum Erstausgabe : 16.09.2013
Aktuelle Ausgabe : 16.09.2013
Verlag : script5
ISBN: 9783839001431
Fester Einband: 496 Seiten
Sprache: Deutsch

Sonntag, 2. November 2014

Rezension zu "Memo von Meena" von Nancy Salchow

Hat mich leider nicht ganz fesseln können


Zum Inhalt:
Oliver scheint am Ziel seiner Träume zu sein. Er soll Kollumnist bei einem erfolgreichen Magazin werden. Die Sache hat allerdings einen Haken: Die Kollumne, die er als seine eigene betrachtet, soll nur von ihm übernommen werden. In Wirklichkeit gehört diese Kollumne nämlich Meena, die hochschwanger ist und aufgrund von verordneter Schonung ihren Job nicht weiter ausführen kann. Oliver soll somit als Ghostwriter fungieren. Dabei helfen sollen ihm Sprachmemos von Meena, die sie aufnimmt, um ein paar Ideen für ihre Kollumne zu sammeln. Doch Oliver fällt es schwer, sich in Meenas Gedanken zurechtzufinden, da sie scheinbar nie auf den Punkt mit ihren Ausführungen kommen kann. Und schon bald wird es ihm zur Mission, sich in Meena einzufühlen - und schneller als er denkt ist die fremde Stimme auf dem Diktiergerät mehr als nur ein Job für ihn...

Meine Meinung:
Memo von Meena ist die Bonusgeschichte, die sich bei dem Buch Liebe schreibt sich mit L finden lässt. Ich war sehr gespannt, eine etwas ältere Geschichte von Nancy Salchow zu lesen und deswegen habe ich mich mit Feuereifer in die Handlung gestürzt.

Wie immer ist der Schreibstil, die Nancy hier an den Tag legt, große Klasse; es fällt dem Leser einfach unglaublich leicht, sich in die anderen Charaktere hineinzudenken und ihre Gedankengänge nachzuvollziehen. Man fühlt sich, wie eigentlich bei jedem Nancy-Buch, direkt in die Handlung hineinkatapultiert und es fühlt sich komisch an, bei einer Lesepause aus der Welt, die die Autorin hier aufbaut, wieder herauszukommen.

Auch die Idee der Geschichte hat mir sehr gut gefallen. Ich kann mich nicht erinnern, schon mal etwas in der Richtung gelesen zu haben, wo wirklich zwei Personen allein über Sprachnachrichten "kommunizieren" oder besser gesagt, einander kennenlernen. Daher war die Idee hinter Nancys Roman etwas vollkommen Neues für mich, das ich gerne mitverfolgte.

Die Charaktere hätten meiner Meinung nach trotzdem noch ein wenig mehr ausgearbeitet werden können. Im Grunde lernt man nur Oliver und passiv gesehen auch Meena richtig kennen. Andere Personen treten so gut wie gar nicht auf. Das fand ich etwas schade. Schließlich möchte ich als Leser ja wissen, mit welchen anderen Menschen sich die Protagonisten umgeben. Diese Personen treten nur zwei oder drei Mal richtig auf. Dies schafft aber leider keine Bindung zu den Hauptpersonen. Das Problem, das hierbei noch entsteht, ist, dass die Nebencharaktere, wenn sie denn auftreten, noch nicht mal sonderlich lange in der Handlung auftreten. Das hätte wirklich ein wenig schöner gestaltet werden können. Auch waren manche Erwähnungen von Nebencharakteren recht unnötig wie ich finde. Hinterher wusste ich gar nicht, warum die Autorin es so gemacht hat, dass sie noch weitere Personen auftreten lässt, die für die Entwicklung der Geschichte keine weitere Bedeutung haben, oder, falls sie einen anderen Charakter in irgendeiner Weise verändern, warum sie es getan haben. Das hat mich wirklich sehr gestört muss ich zugeben.

Auch die Entwicklung von Meena und Oliver ist sehr vorhersehbar, was mich leider ein wenig in meiner Motivation beeinflusst hat, die Geschichte zuende zu lesen. Natürlich erwarte ich von einer Geschichte, die gerade einmal 100 Seiten lang ist nicht, dass sie alle möglichen Tiefgründigkeiten des Lebens aufgreift, aber trotzdem hätte ich es hier etwas schöner gefunden, wenn das Ende nicht ganz so offensichtlich gestaltet worden wäre wie es gemacht worden ist.

Dieses folgte leider auch viel zu schnell, ähnlich wie bei Das Glück im Augenwinkel. Irgendwie wirkte es so als wäre vollkommen zusammenhanglos dieses Ende geschrieben worden. Es kam viel zu abrupt, weshalb ich mich noch einmal hinsetzen musste um es nochmals zu lesen. Ich finde die Auflösung gar nicht mal schlecht, das behaupte ich auch nicht, aber dennoch hatte ich das Gefühl, dass mir ein paar elementare Sachen gefehlt haben. Es kam mir irgendwie sehr aufgesetzt vor, so, als wäre die Autorin gezwungen worden, das Buch so schnell fertig zu schreiben. Eigentlich schade, denn die Geschichte hat sehr viel Potenzial gehabt.

Fazit:
Leider ein recht enttäuschender Salchow wie ich finde. Die Sprache und die Idee der Handlung ist zwar echt richtig gut, dennoch täuscht sie nicht über das abrupte Ende, die leicht flachen Charaktere und den Mangel an weiteren auftretenden Personen hinweg. Es ging die ganze Zeit nur um Meena und Oliver; Konflikte mit anderen Menschen, die mit den Protagonisten in Beziehung stehen, kamen gar nicht vor. Das fand ich sehr schade. Dadurch, dass mir leider so viele Sachen an dem Buch nicht sonderlich gefallen haben, kann ich auch hier nur 2 Sterne vergeben.

Neugierig geworden? Dann bestell das Buch gleich hier

Allgemeine Infos zum Buch
Erscheinungsdatum Erstausgabe : 11.12.2012
Aktuelle Ausgabe : 11.12.2012
Verlag : neobooks Self-Publishing
ISBN: B00ANG5WWC 
Seitenanzahl: 100