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Montag, 16. Januar 2017

Rezension zu "Die 100" von Kass Morgan

Beklemmende Dystopie mit viel Potential

 

Zum Inhalt:
Die Menschheit, 300 Jahre in der Zukunft: Der Planet Erde ist nach dem atomaren Krieg unbewohnbar geworden. Trotzdem haben ihn eine Handvoll Menschen überlebt, welche auf ein großes Raumschiff ausgewichen ist, das in 3 Klassen unterteilt ist: Walden, Arcadia und Phoenix. Wer auf dem Schiff ein gutes Leben haben möchte, muss die Regeln befolgen und diese sind strikt und vielseitig. Wer gegen sie verstößt, kommt unter Arrest und muss auf seinen Prozess warten. Wird der Angeklagte für schuldig befunden erwartet ihn die Todesstrafe, welche allerdings erst durchführbar ist, wenn die Täter volljährig sind. Besorgniserregend: in letzter Zeit wurden fast alle Angeklagten für schuldig befunden und so schnell wie möglich hingerichtet. Dies soll sich nun aber ändern. Die Idee der Schiffsregierung: 100 jugendliche Straftäter auf die Erde schicken um zu prüfen, ob sie wieder bewohnbar ist. Unter ihnen ist die Ärztin in Ausbildung Clarke, der Sohn des Präsidenten namens Wells, der bei seiner großen Liebe sein möchte, und der intelligente Bellamy, der um jeden Preis seine kleine Schwester beschützen will. Doch alleine bei ihrer Ankunft auf dem blauen Planeten wird ihnen klar, dass sie allerhand Schwierigkeiten bewältigen müssen...

Meine Meinung:
Während einer Werbepause habe ich den Trailer zur gleichnamigen Serie gesehen, wusste aber nicht, dass es einen Roman dazu gibt. Kurz bevor ich die Serie anfangen wollte, entdeckte ich dann im Thalia das Buch dazu und musste es natürlich gleich mitnehmen. So ist meine Rezension vom Aufbau der Serie unbeeinflusst und basiert aussschließlich auf der Buchfassung der Autorin.

Insgesamt empfand ich den Schreibstil, den die Autorin nutzt, als sehr objektiv und eher auf die Interaktion der Charaktere fokussiert als auf ihr Gefühlsleben. Vielleicht liegt dies auch daran, dass sie keine Ich-Perspektive genutzt hat, sondern den personalen Erzähler. Trotzdem empfand ich diesen objektiven Schreibstil nicht als störend. Man musste sich ein wenig an ihn gewöhnen, aber nach wenigen Kapiteln konnte ich sehr gut damit umgehen. Jedes Kapitel ist abwechselnd aus der Sicht von den 3 Jugendlichen geschrieben, die die Protagonisten des Romans sind, was einerseits auf verschiedene Handlungsstränge hindeutet und andererseits die Charaktere noch einmal vielschichtiger darstellt. Dadurch kommt viel Abwechslung in die Geschichte selbst, so dass man sich nicht nur auf einen Charakter, sondern auf verschiedene Protagonisten und ihre Hintergrundgeschichte konzentriert. Die Kapitel selbst sind nicht sonderlich lang, so dass man eines auf jeden Fall während eines Leseflusses schaffen kann. Dadurch, dass alle von ihnen mit einem Cliff-Hanger enden, möchte man aber so schnell weiterlesen um zu wissen, wie es mit dem jeweiligen Charakter weitergeht. 

Die Charaktere selbst sind unglaublich verschieden und vielschichtig gestaltet, vor allem da alle Protagonisten, und auch die Nebenfiguren, verschiedene Ziele verfolgen und mit verschiedenen Erwartungen auf die Erde geschickt worden sind. Dies liegt vor allem an den verschiedenen Persönlichkeiten, die jeder Charakter innehat. DIes fällt besonders bei der wörtlichen Rede der Charaktere auf. Da auch kein Charakter wie der andere ist, hat man so verschiedene Persönlichkeiten, die aufeinandertreffen und nicht immer gleich gut miteinander auskommen. Die Protagonisten erhalten besondere Tiefe durch die bruchstückhaft dargestellte Vorgeschichte, die in jedem Kapitel eingebaut wird. Dadurch gelingt es dem Leser, ein wenig hinter die Kulissen zu blicken und die Charaktere besser kennenzulernen, ebenso wie ihre Handlungen besser nachzuvollziehen. Auch wenn der Großteil der Personen, die in der Handlung auftreten, die Protagonisten der Buchserie sind, kommen doch einige Nebencharaktere vor, beispielsweise Graham oder Bellamys Schwester Octavia, ebenso wie Clarkes Freundin Octavia. Zwar lernt man diese nicht ganz so gut kennen wie die Hauptpersonen, trotzdem gibt es einige Interaktion mit ihnen, so dass sie nicht nur auf dem Papier existieren. Auch kann man am Ende des ersten Bandes darüber urteilen, ob man diesen oder jenen Charakter mag, was mir persönlich sehr wichtig ist, da man so ein Gefühl für die jeweiligen Hauptpersonen bekommt.

Der Handlungsverlauf blieb für mich durchgehend spannend. Ich wurde praktisch sofort von der Geschichte mitgerissen und erinnere mich an keine nennenswerten Längen. Die 315 Seiten lasen sich fast wie von selbst. Besonders für Spannung sorgen die verschiedenen Handlungsstränge, die durch die verschiedenen Charaktere geschaffen werden. Besonders die Vergangenheitsschnipsel sorgen für mehr Hintergrundinfos über die Protagonisten und bringen somit viel mehr Leben in die Geschichte insgesamt. Ständig passiert etwas neues, so dass man die zukünftige Handlung nicht vorhersagen kann, da man keine Erwartungen an den weiteren Verlauf der Geschichte stellen kann. Was zudem noch äußerst interessant ist, ist die Situation auf dem Schiff, die auch durch weitere Kapitel noch näher beleuchtet wird. Dadurch erfährt man nicht nur, wie das Leben auf der Erde weitergeht, sondern bekommt auch einen Einblick in das Leben auf dem Raumschiff. Dies sorgt dafür, dass auch das Raumschiff als Lebensraum kein abstrakter Ort bleibt, sondern dem Leser nähergebracht und durch die Beschreibungen der Autorin noch mehr konkretisiert wird.

Der Cliff-Hanger am Ende des Romans macht definitiv Lust auf mehr. Deswegen hoffe ich, dass ich auch bald den 2. Band der Serie lesen kann. Er rundet meiner Meinung nach den ersten Band sehr gut ab, obwohl die Handlung im Auftakt der Serie vielleicht doch ein bisschen kurz gehalten ist. Da der Abschluss aber durchaus vielversprechend ist, möchte man auf jeden Fall weiterlesen, besonders, da sich nicht genau voraussagen lässt, wie die Geschichte weitergeht.

Fazit:
Für mich erweist sich Die 100 als toller Auftakt einer etwas anderen Dystopie, die sehr viel Potential aufweist. Die wechselnde Charaktersicht hält die Spannung aufrecht, ebenso die Rückblicke in die Vergangenheit, die die Tiefe der Charaktere Stück für Stück freilegen. Die verschiedenen Handlungsstränge machen Lust auf mehr. Dadurch, dass dann auch noch die meisten Kapitel mit einem Cliff-Hanger enden, möchte man unbedingt weiterlesen und gleitet praktisch durch das relativ kurze Buch. Obwohl auch viel Sci-Fi-Vokabular benutzt wird, ist die Sprache des Romans doch relativ einfach gehalten, so dass man den Erzählungen der Autorin gut folgen kann. Auch wenn mir die Charaktere und die bisherige Handlung sehr gut gefallen, gibt es trotzdem noch eine Menge Potential, aus dem der 2. Band der Serie schöpfen kann. Für diesen tollen ersten Band vergebe ich daher trotzdem 5 von 5 Sternen, weil er mir im Gesamtpaket einfach unglaublich gut gefallen hat.

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Allgemeine Infos zum Buch:
Erscheinungsdatum Erstausgabe : 27.07.2015
Aktuelle Ausgabe : 27.07.2015
Verlag : Heyne
ISBN: 9783453269491
Flexibler Einband 320 Seiten
Sprache: Deutsch

Mittwoch, 25. Februar 2015

Rezension zu "Kalonas Fall" von P.C. & Kristin Cast

Für mich die bisher schlechteste House of Night-Story

 

Zum Inhalt:
Kalonas Fall ist die 4. House of Night-Story. Durch die Hauptreihe der House of Night-Bände ist der geflügelte Unsterbliche Kalona allen Fans der Serie wohlbekannt. Dass er nicht ganz freiwillig auf Erden wandelt, ist auch vielen klar. Doch wie genau kam es dazu? Kalona und sein Bruder Erebos wurden von Mond und Sonne geschaffen und sind zwei Brüder, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Und doch haben beide ein und dasselbe Ziel: Die Gunst der Göttin Nyx zu gewinnen, die über die Erde und die Anderwelt wacht. Doch Kalonas Besessenheit von der Göttin ist fast schon krank. Er will sie für sich allein, will sie mit niemandem teilen. Und dafür würde er alles tun...

Meine Meinung:
Normalerweise sind meine Inhaltsangaben ja etwas länger, aber das kann ich hier bei Kalonas Fall nicht durchführen. Dies liegt einfach daran, dass ich ansonsten zu viel von der Geschichte vorweg nehmen würde, was leider schon der Klappentext zur Genüge tut. Zwar ist der Ausschnitt, der auf dem Buchrücken zu finden ist, sehr nichtssagend und macht den Leser eigentlich auch recht neugierig auf den Inhalt der Novelle, doch sobald man das Buch aufschlägt und die richtige Inhaltsangabe auf der Innenseite liest, wird klar, dass diese die gesamte Handlung vorweg nimmt. Deswegen habe ich eigentlich recht lange gebraucht, um die Story zu beenden.

Doch nicht nur durch diese recht lange und ausführliche Darlegung der Geschichte wird unglaublich viel verraten, sondern auch schon durch die Hauptreihe von House of Night. Da ich davon ausgehe, dass viele von euch mittlerweile die Reihe beendet haben, oder weit am Ende sind wenn sie Kalonas Fall lesen, wissen viele was ich meine, wenn ich sage, dass auch die Hauptreihe viel vorweg nimmt und somit Kalonas Fall zu einem dahinplätschernden Etwas wird, dessen Ende allen House of Night-Lesern bereits bekannt ist. Das gleiche Problem hatte ich auch mit Neferets Fluch. Auch hier wurde schon im 1. Band so viel verraten, dass ein zusätzliche Novella recht unnötig wurde. Dagegen fand ich Dragons Schwur und Lenobias Versprechen sehr gut und auch interessant gestaltet, weil man noch nicht so viel über die Figuren wusste. Das ist weder bei Kalona noch bei Neferet der Fall gewesen und so dümpeln die beiden Geschichten vor sich hin.

Der Schreibstil in Kalonas Fall unterscheidet sich stark von dem, der in den anderen Teilen genutzt wird. Grund dafür ist, dass die gesamte Handlung wie eine Sage oder Legende erzählt wird. Dies spiegelt sich auch in der direkten Rede der Charaktere wider, bsw. in Mutter Erde. Dieser Wechsel des Schreibstils scheint dem ein oder anderem Leser etwas gewöhnungsbedürftig. So war dies auch bei mir. Irgendwie kam ich überhaupt nicht in die Geschichte und fand dieses märchenhafte Erzählen eigentlich richtig langweilig. Ich habe es kaum geschafft, 1 Seite am Stück zu lesen geschweige denn ein ganzes Kapitel. Irgendwie schien für mich nicht wirklich Spannung aufzukommen, was auch wieder daran lag, dass der Großteil der Geschichte schon bekannt war und zum Anderen daran, dass eigentlich kaum etwas passierte. Die Handlung plätscherte vor sich hin und schien überhaupt keinen richtigen Höhepunkt erreichen.

Auch die Charaktere sind mir kaum in Erinnerung geblieben. Im Gegensatz zur Hauptreihe fand ich die dargestellten Protagonisten sehr flach und überhaupt nicht durchdacht genug. Natürlich weiß ich, dass es sich bei Kalonas Fall um eine Novelle handelt, sprich einer Kurzgeschichte zur Haupthandlung. Trotzdem hätte ich mir etwas mehr von den Charakteren erwartet, besonders von Kalona, der ja der Hauptcharakter des Buches ist.

Die Charakterzüge Kalonas fand ich sehr vorhersehbar, sowie ich Kalona selbst als Charakter sehr vorhersehbar fand Natürlich wissen diejenigen, die die Hauptreihe mitverfolgen, was mit Kalona geschah und weshalb er auf Erden wandeln muss. Vielleicht war ich auch deswegen von seiner Darstellung nur minder begeistert.Auch Nyx, die auch eine große Rolle spielt, war sehr flach und schien mir sehr naiv, was im Vergleich zur Hauptreihe in einem großen Kontrast steht. Auch hier schienen mir ihre Handlungen sehr vorhersehbar und langweilig und konnten mich nicht dazu bewegen, das Buch weiterzulesen.

Die Novelle wurde für mich erst gegen Ende richtig spannend, vor allem weil eine Komponente hinzukommt, die den ein oder anderen Leser ja doch interessiert. Hier wurde zum ersten Mal Spannung aufgebaut und man konnte das Buch nicht aus der Hand legen. Diese einzige Sache bleibt aber leider auch das einzig Spannende an dem Buch, denn das Ende , also wie genau es zu Kalonas Fall kam, ist uns allen bekannt. Dies war für mich jedoch wieder genauso unspektakulär gestaltet wie der Rest des Buches. 
 
Fazit:
Für mich die bisher schlechteste House of Night-Story. Der Großteil der Handlung wird schon im Klappentext erzählt und was dort nicht erzählt wurde, wird in der Haupthandlung der Reihe vorweggenommen. Zwar kennt man das Ende und möchte wissen, wie es zu Kalonas Fall kommen konnte, dennoch wurde dieser Werdegang für den Leser so langweilig gestaltet, dass man kaum ein Kapitel am Stück lesen konnte. Der Schreibstil, der in diesem Teil sehr märchen- und sagenhaft ist, passt zwar recht gut aufgrund der mythologischen Bezüge, dennoch fand ich es sehr schwer in ihn hineinzufinden, was auch das Hineinfinden in die Charaktere erschwerte. Somit kann ich Kalonas Fall nur 2 Sterne geben, da mich außer einem einzigen Handlungsstrang nichts wirklich begeistern konnte.

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Allgemeine Infos zum Buch
Erscheinungsdatum Erstausgabe : 25.09.2014
Aktuelle Ausgabe : 25.09.2014
Verlag : FISCHER FJB
ISBN: 9783841422231
Fester Einband: 272 Seiten
Sprache: Deutsch