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Samstag, 21. Januar 2017

Rezension zu "Die sieben Schwestern" von Lucinda Riley

Mittelmäßiger Reihenauftakt mit lehrreichem historischen Hintergrund

 

Zum Inhalt:
Die sieben Schwestern ist der 1. Band der gleichnamigen Reihe. Maia d'Aplièse ist die älteste von 6 Töchtern, die ihr Vater aus allen Teilen der Welt adoptiert hat. Als einzige ist sie auf dem Anwesen ihres Vaters geblieben während ihre Schwestern in alle Ecken der Erde verstreut worden sind. Gerade, als Maia einige Tage in Lndon verbringt, verstirbt jedoch ihr geliebter Vater. Ihre komplette Welt bricht zusammen, denn ohne Pa Salt wird das Anwesen "Atlantis" nie wieder dasselbe sein. Als sich die Schwestern beim Notar einfinden, werden ihnen Briefe überrreicht - Briefe, die ihr Vater jeder von ihnen kurz vor seinem Tod gewidmet hat. Sie enthalten Hinweise auf ihren eigentlichen Geburtsort. Gemeinsam mit dem Schriftsteller Floriano begibt sich Maia auf die Suche nach ihrer Vergangenheit - und taucht ein ins Brasilien der 1920er Jahre, das stark von Aufbruchsstimmung geprägt ist...

Meine Meinung:
Da ich lange keine Familienromane mit Geheimnissen gelesen habe, dachte ich mir, dass es mal wieder an der Zeit ist, das zu tun. In der Bibliothek sprang mir daher dieses Buch von Lucinda Riley ins Auge und so lieh ich es mir kurzerhand aus, weil ich noch nie einen solchen Roman gelesen habe, der besonders Brasilien in den Vordergrund rückt.

Die Sprache, die die Autorin verwendet, fand ich nicht in irgendeiner Art und Weise besonders. Sie legt extremen Wert auf die Handlungen der Charaktere, anstatt noch etwas näher ihr Gefühlsleben zu beleuchten. Somit wird klar, dass gravierend der Verlauf der Handlung im Vordergrund des Buches steht, was ich allerdings nicht ganz so tragisch finde. Leider gibt es jedoch zwischenzeitlich solch verschachtelte Sätze, dass man diese mehrmals lesen muss, um wirklich zu verstehen, was hier gemeint ist. Ich weiß leider nicht, ob dies der deutschen Übersetzung geschuldet ist, aber es war dann zwischenzeitlich ein wenig anstrengend, den Erzählungen zu folgen, wenn in einem Satz viel zu viele Informationen enthalten waren. Das Buch selbst ist in zwei Erzählstränge unterteilt; im Gegenwartsstrang wird aus Maias Sicht erzählt während der Vergangenheitsstrang Izabellas Geschichte, Maias Urgroßmutter, darlegt. Bei den Kapiteln, in denen es vornehmlich um Maia geht, wird aus der Ich-Perspektive berichtet, während Izabellas Erzählstrang durch einen personalen Erzähler ausgedrückt wird. Obwohl ich normalerweise ein großer Freund der Ich-Perspektive bin, hat mir bei diesem Buch eher der personale Erzählstil bei Izabella zugesagt. Irgendwie kam ich Maia, trotz der Tatsache, dass man in sie hineinschlüpft, nicht wirklich nah, sondern wurde immer auf Distanz gehalten. So fiel es mir auch schwer, mich mit ihr auseinanderzusetzen, geschweige denn mich wirklich in sie hineinzudenken. Dies hat mir bei der Erzählperspektive von Izabella um einiges besser gefallen, so dass ich mich ihr hinterher näher fühlte als Maia. Das die Autorin noch einmal zwischen den Erzählperspektiven hin- und herwechselt, hat mir auch gut gefallen. Es bietet ein wenig Abwechslung und trennt Maia und Izabella als Charaktere voneinander. Leider hätte ich mir gewünscht, dass die Sprache in Izabellas Erzählstrang noch ein wenig mehr an die Zeit angepasst ist. Einen wirklichen Unterschied zu der Erzählweise der Gegenwartskapitel habe ich da leider nicht feststellen können. Das fand ich ein wenig schade. Was mir zudem noch aufgefallen ist, ist, dass einige Kapitel äußerst lang sind, sie also nicht unbedingt in einem Rutsch machbar für alle Leser erscheinen. Trotzdem sind einige Lesepausen möglich, da immer wieder Zeitsprünge in die Kapitel eingebaut werden, an denen man kurz Halt machen kann.

Wie ich vorhin schon erwähnt habe, hatte ich einige Probleme mich in Maia hineinzudenken, denn trotz Ich-Perspektive gab es so etwas wie eine unsichtbare Wand die zwischen mir und der Protagonistin stand. Ich konnte mich überhaupt nicht mit ihr identifizieren, weshalb der Gegenwartsstrang für mich definitiv mehr Schwächen aufweist als Izabellas Geschichte. Während des Handlungsverlaufs hatte ich das Gefühl, dass Maia selbst nur als Medium zur Vermittlung von Izabellas Biografie dient. Im Gegenwartsstrang gab es nämlich keine großartigen Nebencharaktere, die wichtig werden und Maia selbst blieb für mich nur eine Person auf dem Papier, allerdings kein Charakter, den ich mir ins wirkliche Leben hätte denken können. Dadurch wurde die Geschichte für mich recht unspannend. Izabellas Erzählung erschien mir allerdings weitaus interessanter, besonders, was die Charaktere betrifft. Es gibt viel mehr Charaktere, sowohl Protagonisten als auch Nebenpersonen, und um Längen mehr Interaktion mit ihnen. Einerseits wurden die Charaktere somit viel Tiefer, weil es eben mehr Handlungsspielraum gab. Andererseits wurde das Geschehen in diesem Handlungsstrang viel eher am Leben gehalten als es im Gegenwartsteil des Buches der Fall war. Somit hat es mir mehr Spaß gemacht, Izabellas Geschichte fortzusetzen als die von Maia.

Auch der Handlungsverlauf hat mir im Vergangenheitsteil des Romans um Längen besser gefallen als der im Gegenwartsteil. Letzterer galt eher als Rahmen für die Geschichte im Allgemeinen, war jedoch nicht unbedingt zwingend notwendig für mich. Dadurch, dass es im Gegenwartsteil im Vergleich sehr wenig Interaktion gab, kamen mir viele von Maias Entscheidungen und Handlungen, sowie das Geschehen an sich selbst sehr übereilt vor, was für mich nicht zu der Geschichte gepasst hat. Insgesamt war die Geschichte um Maia sehr langwierig und konnte mich nicht wirklich fesseln. Durch diese Passagen des Romans musste ich mich wirklich durchquälen, während Izabellas Geschichte mir viel interessanter erschien. Diese ist durch den historischen Hintergrund - den Entwurf der Christo-Statue als Rahmenhandlung - unglaublich tiefgehend und interessant, besonders, da sich an der wahren Begebenheit orientiert wurde. Das hat mir sehr gut gefallen und bringt dem Leser zudem geschichtliches Wissen näher, das er nicht in der Schule erwerben kann. Durch die jeweiligen Cliff-Hanger beim Erzählstrangwechsel möchte man unbedingt weiterlesen, besonders was Izabellas Geschichte angeht. Die Hoffnung darauf, ihre Biografie weiterzuverfolgen, ließ mich die Langwierigkeiten des Gegenwartsstranges ertragen.

Das Ende rundet zwar den Vergangenheitsstrang recht gut ab, besonders, da einiges davon noch in der Gegenwartshandlung geklärt wird. Mit dem Ende von Maias Geschichte bin ich allerdings nicht ganz so zufrieden. Irgendwie er schien mir alles so abgehackt und abrupt, so dass es nicht wirklich gut in den restlichen Teil des Romans eingbunden ist. Stattdessen gibt die Autorin in den letzten zwei Kapiteln schon einen Ausblick auf die nächste Schwester, deren Vergangenheit beleuchtet wird. Das hätte ich mir persönlich ein wenig anders gewünscht. Stattdessen hätte man Maias Geschichte ein wenig mehr abrunden können, weil hier nun nicht wirklich Informationen über Ally präsentiert werden, die nicht auch am Anfang des 2. Teils hätten stehen können. Auch, dass viele Dinge trotzdem noch ungeklärt blieben, hat mich ein wenig gestört. Dabei geht es vornehmlich um einige Angelegenheiten Pa Salt und Maia betreffend, die ich hier aber aufgrund von Spoilern nicht weiter ausführen möchte. Da im nächsten Band Ally die Rolle der Protagonistin übernehmen wird, denke ich nicht, dass es dahingehend eine Aufklärung geben wird. Schade.
 
Fazit:
Für mich ein recht mittelmäßiger Auftakt dieser Familienserie. Der historische Hintergrund ist unglaublich interessant, ebenso wie die Geschehnisse um Izabella, doch der Gegenwartsstrang war mir leider ein wenig zu lasch. Man kann sich weder in Maia, noch in irgendeine ihrer Handlungen hineinversetzen, da sie praktisch nur als Medium dazu dient, Izabellas Geschichte zu erzählen. Diese ist um einiges tiefer, mit interessanten Charakteren und Cliff-Hangern, so dass man unbedingt weiterlesen möchte. Auch der Rahmen, den die Autorin mit dem Bau der Christo-Staute setzt, hat mir sehr gut gefallen und bringt dem Leser auch historisches Hintergrundwissen näher. Auch hier hat mir das Ende des Vergangenheitsstrangs gut gefallen, während der Gegenwartsstrang mit einigem Holpern schließlich zum Stillstand kam. Wirklich gepasst hat das Ende hier nicht. Das fand ich etwas schade. Ich hoffe, dass der nächste Band Die Sturmschwester mit einer etwas interessanteren Geschichte und tiefergehenden Charakteren in der Gegenwartshandlung aufwarten kann. Für Die sieben Schwestern vergebe ich 3 Sterne.

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Allgemeine Infos zum Buch
Erscheinungsdatum Erstausgabe : 09.03.2015
Aktuelle Ausgabe : 19.09.2016
Verlag : Goldmann
ISBN: 9783442479719
Flexibler Einband 550 Seiten
Sprache: Deutsch

Samstag, 15. August 2015

Rezension zu "Hope Forever" von Colleen Hoover

Für mich viel zu kitschig und realitätsfern

 

Zum Inhalt:
Linden Sky Davis, genannt Sky, ist 17, adoptiert und wohnt mit ihrer besten Freundin Six Fenster an Fenster. Da Six sich ständig neu verliebt, hat sie abends oft ihre neueste Errungenschaft bei sich daheim - und die Freunde ebendieser Errungenschaft sind mit Sky zusammen. Blöd nur, dass Sky noch nie etwas für einen Jungen empfunden hat. Ein Kuss erweckt in ihr höchstens ein Taubheitsgefühl und sie kann sich nicht dagegen wehren. Bis sie Dean Holder kennenlernt - den Badboy der Schule. Eigentlich würde sich Sky nicht mit ihm abgeben, schließlich soll er einen schwulen Jungen verprügelt haben, doch dann lernt sie seine verletzliche Seite kennen. Als sie hinter ein dunkles Geheimnis in ihrer Vergangenheit kommt, steht Holder ihr mit aller Macht zur Seite während sie immer mehr in ihre Erinnerungen eintaucht...

Meine Meinung:
Hope Forever ist das zweite Buch der Autorin nach ihrem großen Erfolg Weil ich Layken liebe. Letzteres habe ich schon gelesen und da es mir sehr gut gefallen hat, beschloss ich, auch ihren Zweitling zu lesen, dessen Rezensionen überwiegend positiv waren.

Der Schreibstil in Hope Forever ist ganz in Ordnung. Er ist sehr schnörkellos, ohne viele Metaphern oder ähnliche Stilmittel und beschränkt sich tatsächlich eher auf die Handlungsbeschreibung als auf die Gefühle von Sky. Dadurch, dass aber eben eher die Handlung im Vordergrund steht, rücken Skys Emotionen und Gedanken, sowie ihre Persönlichkeit selbst recht stark in den Hintergrund. Zwar ist die Geschichte aus ihrer Perspektive erzählt, dennoch fiel es mir besonders am Anfang schwer, mich in sie hineinzuversetzen. Was mir allerdings sehr gut an Colleen Hoovers Schreibstil gefallen hat, ist, wie er einen mitreißt. Man hat wirklich das Gefühl, das Geschehen vor Augen zu haben. Das ist ganz besonders am Anfang der Fall, wo die Grundzüge der Handlung vorgestellt werden. Leider hatte ich das Gefühl, dass dieser Schreibstil im Laufe der Geschichte immer mehr abflachte, so dass ich mich wirklich quälen musste, das Buch weiterzulesen. Dies lag vor allem an den kitschigen Gesprächen, die Sky und Holder führten, wo ich mir zwischenzeitlich echt dachte Im Ernst??? Das fand ich wirklich sehr nervig und ließ mich des Öfteren die Augen verdrehen. Auf diesen Aspekt komme ich allerdings nochmal in der Charakterbewertung zu sprechen. Die Kapitel sind insgesamt recht kurz gehalten. Manche sind länger als andere, besonders gegen Ende des Buches, aber es fällt sehr leicht, wieder in die Geschichte hineinzukommen, auch wenn man mitten im Kapitel eine Lesepause einlegte.

Nun komme ich aber zu den Charakteren. Sky lernt man natürlich am besten kennen, da sie auch die Erzählerin der Geschichte ist und aus der Ich-Perspektive berichtet, was passiert. Leider hatte ich nicht das Gefühl, dass ihre Emotionen im Vordergrund standen, sondern eher die Handlungen an sich. Somit sieht man als Leser nur ihre "äußere" Seite. Erst gegen Ende des Buches hatte ich das Gefühl, dass sich der Fokus ein wenig mehr von der Handlung abwandte und auf ihre Gedanken und Gefühlswelt konzentrierte. Erst hier lernt man Sky erst richtig gut kennen, was schon viel früher hätte geschehen können. Im Gegensatz zu Sky stehen bei Holder tatsächlich seine Gefühle im Vordergrund. Er wirkt im Laufe des Buches ein wenig wie ein Anhängsel von Sky, das ihr folgt wie ein treues Hündchen. Dies fand ich allerdings ein wenig übertrieben, da Holder, wenn er nicht gerade mit Sky zusammen ist, kaum erwähnt wird. Allgemein hatte ich das Gefühl, dass die Nebencharaktere stark außen vor gelassen werden. So lernt man weder Skys beste Freundin Six, noch ihren neuen allerbestesten Freund auf der ganzen Welt Breckin genauer kennen. Auch Skys Adoptivmutter Karen hat nur wenige Auftritte im Buch; erst gegen Ende scheint sie nochmals wichtig zu werden. Der Fokus liegt also ganz klar auf Skys und Holders Liebesgeschichte - und da wäre das Wort kitschig noch viel zu nett. Die Gespräche der beiden strotzen vor Koseworten wie Baby oder Süße (Kosenamen, die ich niemals meinem Freund geben würde) und generell erschien es mir so, als wären Gesprächsteile aus schlechten Liebesromanen entnommen. Hier einmal ein kleines Beispiel:

"Er legt seine Hand auf mein Herz und greift nach meiner Linken, um sie auf seines zu legen. Dann sieht er mich an, als wolle er sich vergewissern, dass ich in diesem Moment ganz bei ihm bin. >>Scheiß auf all die ersten Male, Sky. Das Einzige, was bei dir für mich zählt, ist das Für-Immer.<<
 Ich küsse ihn. Und
wie ich ihn küsse. Und ich hoffe, dass er in meinem Kuss spürt, wie sehr jeder Faser meines Seins ihn mit der Liebe für ihn erfüllt ist. Holder schlingt die Arme um meine Taille, hebt mich sanft von sich herunter und legt mich aufs Bett. Er kniet über mir und sieht auf mich herab. >> Ich liebe dich<<, sagt er ernst. >>Ich liebe dich schon von der ersten Sekunde an. Aber ich konnte es dir nicht sagen, weil es sich nicht richtig angefühlt hätte, solange es noch so viel gab, was ich vor dir geheim halten musste<<." (S. 403)

Der Großteil ihrer Gespräche lief so ab und gab mir das Gefühl, als wäre nichts wichtiger als einen Freund zu haben. Allgemein waren ihre Gesprächsthemen auch in Teilen wirklich realtiätsfern, was mindestens genauso nervig war. Deswegen konnte ich auch ihren Interaktionen und Handlungen im Laufe des Geschehens nicht wirklich etwas abgewinnen.

Zum Handlungsverlauf kann ich nur sagen, dass ich das Gefühl hatte, dass er, je weiter ich las, immer flacher und schlechter wurde. Schien am Anfang noch alles ganz glaubwürdig und logisch, entfernte sich der Handlungsverlauf immer mehr von diesen Kriterien. In Teilen schien er sehr abstrus und unglaublich, ebenso wie realitätsfern, was vor allem an den Gesprächen von Sky und Holder liegt. Auch viele Themen, die zu Anfang der Handlung angesprochen werden, rücken immer mehr in den Hintergrund. Das war mindestens genauso schade, denn Sky kündigt diese - implizit natürlich - groß an, aber in Wirklichkeit gibt es nur ein oder zwei Kapitel, die davon handeln. Was auch ein wenig gestört hat, war, dass es einen riesigen Sprung in der Handlung gab von über einem Monat. Sky fasst nur kurz zusammen was in diesem Monat passiert ist, aber mehr auch nicht. So abrupt in eine neue Handlung hineingeworfen zu werden, war nicht schön für mich, vor allem, da noch weniger Charakterzüge der Nebenpersonen aufgelistet oder enthüllt werden. Das einzig Gute am Handlungsverlauf waren die zum Teil wirklich überraschenden Wendungen. Vieles war zwar auch wieder sehr vorhersehbar - bsw. Skys Vergangenheit - aber anderes wiederum kam wirklich sehr überraschend. Damit hätte ich überhaupt nicht gerechnet
.
Das Ende war für mich recht gut gelöst. Wieder gibt es eine Erinnerung an Skys Vergangenheit. Hier gefällt mir die Idee, nochmals zurück in die Vergangenheit zu tauchen anstatt dem Leser eine super rosige Zukunft zu präsentieren in der alle ihr Happy End erleben. Das hat mir gut gefallen.

Ich glaube allerdings nicht, dass ich noch den Nachfolger Looking for Hope lesen werde (überhaupt: Die Titel sind sowieso schon englisch. Warum muss man dann noch eine englischere Übersetzung finden??). Die Leseprobe ließ anmuten, dass die gleiche Geschichte erzählt wird - nur aus Holders Sicht mit den gleichen Gesprächen und der gleichen Handlung, nur eben mit ein bisschen mehr Nebeninformationen zu Holder und seiner Familie selbst. Das muss ich wirklich nicht noch einmal lesen, zumal mir Hope Forever nicht wirklich gefallen hat.

Fazit:
Kann meiner Meinung nach mit dem Hype, der um dieses Buch entstanden ist, nicht mithalten. Im Gegensatz zu Weil ich Layken liebe ist die Handlung im Laufe der Geschichte sehr schwach, kitschig und realitätsfern. Auch wenn sie eine gute Idee und sehr ernste Themen innehat, hatte ich nicht das Gefühl, dass diese besonders gut aufgegriffen worden sind, sondern eher unter der Weiterführung der Liebesgeschichte unter den Tisch fallen. Dies war ganz genauso mit den Nebencharakteren. Die meisten hatten nur ein oder zwei Auftritte, bevor sie wieder unwichtig wurden. War der Schreibstil am Anfang noch ganz gut, verliert er sich im Laufe der Handlung immer mehr und hängt sich an kitschigen Gesprächen zwischen Sky und Holder auf. Das einzige, was mir wirklich gut gefallen hat, waren einige Wendungen, die sehr überraschend kamen, auch wenn einige wiederum sehr vorhersehbar waren. Daher bekommt Hope Forever nur 2 von 5 Sternen von mir.

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Allgemeine Infos zum Buch
Erscheinungsdatum Erstausgabe : 10.09.2014
Aktuelle Ausgabe : 01.10.2014
Verlag : DTV
ISBN: 9783423716062
Flexibler Einband 512 Seiten
Sprache: Deutsch

Samstag, 15. November 2014

Rezension zu "Liebe geht durch alle Zeiten: Rubinrot" von Kerstin Gier

Zurück in die Zu- ääh..Vergangenheit

 

Zum Inhalt:
Rubinrot ist der erste Band der Trilogie Liebe geht durch alle Zeiten. Wie viele Geheimnisse kann eine Familie eigentlich haben? Das zumindest denkt sich Gwendolyn wenn sie ihre Familie betrachtet, die alles andere als normal ist und aus einem großen Geheimnisknäuel zu bestehen scheint. Denn einige ihrer Verwandten können in der Zeit springen; sie sind Zeitreisende. Auch Gwendolyns Cousine Charlotte soll eine Zeitreisende sein und die ganze Familie wartet auf ihren ersten Sprung in die Vergangenheit. Als aber Gwendolyn letztendlich eines Tages plötzlich im London des vergangenen Jahrhunderts auftaucht, wird allen klar, dass irgendein Fehler unterlaufen ist. Statt Charlotte hat nämlich Gwendolyn das Gen geerbt. Und schon bald taucht Gwendolyn in die große geheimnissvolle Welt der Zeitreisenden ein - und trifft auf Gideon de Villers, formaly known as Mr Kotzbrocken, der mit ihr die ganzen Zeitreisen unternehmen soll. Doch kann das wirklich gut gehen?
 
Meine Meinung:
Ich habe wirklich lange einen riesigen Bogen um die Trilogie von Kerstin Gier gemacht. Gründe hatte ich dafür viele: Das Thema ist nicht meins, mein SuB-Stapel ist sowieso schon ein Monster und ich habe keine Zeit noch mehr zu lesen. Aufgrund einer mittlerweile recht guten Freundin auf lovelybooks.de (ja, Jenny, du bist gemeint ;)) hab ich dann doch mal angefangen, den ersten Teil der Trilogie zu lesen. Mit Misstrauen habe ich Rubinrot begonnen und mit Begeisterung habe ich den Teil wieder zur Seite gelegt und hätte mich am liebsten selbst dafür geohrfeigt, dass ich so blöd war, das Buch nicht vorher schon zu lesen.

Ich muss gestehen, dass ich bisher noch keinen Kerstin Gier-Roman gelesen habe. Deswegen war ich auch relativ neugierig und gespannt, was mich denn bei ihrem ersten Jugendbuch erwarten würde. Dass ihr Schreibstil mich gleich so vom Hocker hauen würde, hätte ich nicht gedacht. Man kann sich durch die Ich-Perspektive gleich sehr gut in Gwendolyn hineinversetzen und ihre Gedanken und Gefühle sehr gut nachvollziehen. Durch die Ich-Perspektive kommt es dem Leser gleich so vor, als wäre er selbst Gwendolyn und würde die Welt durch ihre Augen sehen. Das hat mir schon einmal ausnehmend gut gefallen. Dadurch, dass ein gutes "Hineinschlüpfen" in die Personen möglich ist, hatte Kerstin Gier schon einmal einen Pluspunkt bei mir gesammelt. Doch nicht nur dadurch konnte sie bei mir punkten. Besonders mit ihrer Variation an Sprache, die sie während des Romans verwendet hat sie mich begeistern können. Dadurch charakterisiert sie Gwendolyn am besten.
Richtig gut gefallen haben mir die witzigen Stellen des Buches.

"Quark edit biscuits - oder so ähnlich" (hab leider keine Seite mehr im Kopf)
oder auch

"Ich saß mit Mr-Gideon-formerly-known-as-Kotzbrocken in einem Beichtstuhl ... und flirtete, was das Zeug hielt! Himmel!" (S. 336)

haben mir den ein oder anderen Lachkrampf entlockt. Sowas kommt dann auch besonders gut, wenn man in der Bahn sitzt und die Leute alle einen anstarren als hätte man sie nicht mehr alle.
Doch nicht nur Gwendolyn wird richtig charakterisiert, sondern auch alle Menschen in ihrem Umfeld. Man lernt ihre Freundin Leslie richtig gut kennen, auch wenn sie nur ein paar Mal auftritt, jedoch gelingt die Ausarbeitung richtig gut. Auch Tante Glenda und Gwendolyns Mutter kommen dem Leser echt vor und nicht wie Charaktere, die nur auf dem Papier existieren. Man hat das Gefühl, dass jeder Charakter gleichwertig ist, da jeder einen bestimmten Anteil an Charakterisation erhält, selbst wenn der Charakter vielleicht nur ein paar Mal im Buch auftritt.

Der Charakter, der neben Gwendolyn am meisten auftritt ist Gideon de Villiers. Wie man schon an dem Zitat sieht, ist Gideon ein ziemlich arroganter Schnösel. Trotzdem hat man ihn als Leser irgendwie gern, selbst wenn er sich, besonders am Anfang, wie ein totaler Idiot verhält.

Auch zu den Zeitreisen und dem Verlauf des Buches möchte ich ein bisschen was sagen.
Die Zeitreisen haben mir ausnehmend gut gefallen. Man war einfach in der Zeit drin, in die die Autorin einen geschickt hat. Das Gefühl, einfach mitzureisen, war echt genial, da alles sehr authentisch wirkte und die Szenerie sehr den Originalszenen aus den jeweiligen Epochen nachempfunden war. Auch in dieser Hinsicht hat mir das Buch sehr viel Freude bereitet.

Zum Verlauf des Buches kann ich nur eines sagen: Man konnte der Handlung sehr leicht folgen. Auch, wenn man manchmal mitten im Kapitel aufhören musste zu lesen, sei es aus Zeitgründen oder aus anderen, kam man beim Wiedereinsetzen in die Geschichte sehr schnell wieder hinein. Man wurde praktisch direkt mitgesogen. Langweilig wurde das Buch in keinster Weise, da immer wieder etwas neues passierte, das den Leser in Atem hielt und seine Neugier weckte.

Auch das Ende hat mir sehr gut gefallen, auch wenn es etwas verwirrend war, aber gerade das hält die Trilogie auch spannend: es geht also weiter mit Gwendolyn und Gideon und es scheint in jeder Hinsicht noch besser zu werden als der gerade verschlungene erste Teil. Bitte mehr davon!

Fazit:
Ein wahrlich zauberhaftes Buch, in dessen Geschichte man so schnell hineingezogen wird, wie der Zeitsprung in den Beschreibungen des Buches vonstatten geht: erst wird es einem etwas mulmig im Bauch, doch dann ist man so in der Geschichte drin, dass man gar nicht mehr aufhören möchte zu lesen. Die Charaktere sind schön ausgearbeitet worden, genauso wie Gwendolyns Zeitreisen und die ganze Handlung des Buches an sich. Ich bin schon gespannt auf den zweiten Teil der Trilogie und vergebe für Rubinrot verdiente 5 Sterne. Seit langem konnte ein Buch nicht mehr so fesseln. Ich freue mich schon auf den zweiten Teil Saphirblau.

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Allgemeine Infos zum Buch
Erscheinungsdatum Erstausgabe : 16.01.2009
Aktuelle Ausgabe : 01.01.2014
Verlag : Arena
ISBN: 9783401506005
Flexibler Einband: 352 Seiten
Sprache: Deutsch