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Mittwoch, 22. März 2017

Rezension zu "Godspeed: Die Suche" von Beth Revis

"Die Suche" nach spannenden Stellen

 

Zum Inhalt:
Godspeed: Die Suche ist der 2. Teil der Godspeed-Reihe von Beth Revis. 
3 Monate ist es jetzt her, seit Amy aus ihrer Kyro-Kammer an Bord der Godspeed aufgetaut wurde und seitdem hat sich einiges geändert. Junior hat nun die Aufgaben des Ältesten nach dessen Tod übernommen und versucht, das Raumschiff ohne die Droge Phydus zu regieren. Doch das will überhaupt nicht funktionieren. Die Leute wünschen sich die Kontrolle von Phydus zurück und hören aufgrund von Entzugserscheinungen auf zu arbeiten. Eine Rebellion ist im Gange, angeführt von Juniors Freund Bartie, die unbedingt verhindert werden muss. Zeitgleich wird das Schiff von einer Mordserie erschüttert. Verschiedene Menschen sterben an einer Überdosis Phydus-Pflaster, die alle dieselben Worte tragen: Folge dem Anführer. Junior muss schleunigst den Mörder finden, bevor noch mehr Menschen in seine Fänge geraten und sich von Junior abwenden. Doch damit nicht genug: Orion, der eigentlich vor Junior hätte Ältester werden sollen, hat Amy verschiedene Hinweise hinterlassen. Hinweise, die die Ankunft der Godspeed auf der Zentauri-Erde betreffen...
 
Meine Meinung:
Es ist nun ein kleines Weilchen her, dass ich den ersten Teil der Godspeed-Reihe gelesen habe und soweit ich mich daran erinnere, war ich von dem Band leider nur mäßig begeistert. Trotzdem wollte ich unbedingt wissen, wie es mit Junior und Amy weitergeht, besonders, nachdem der Älteste nun nicht mehr das Schiff regiert, sondern Junior an die Macht gekommen ist.

Die Sprache ist der ähnlich, die im ersten Band verwendet wird. Die Sätze reihen sich flüssig aneinander und sind nicht zu kurz. Für ein Jugendbuch reicht der Schreibstil also vollkommen aus. Man wird als Leser direkt in die Geschichte hineingeworfen und startet mitten im Geschehen ohne viel Vorgeplänkel. Dennoch werden immer wieder Bruchstücke über die bisherigen Geschehnisse des vorherigen Bandes eingeworfen, so dass man als Leser wieder daran erinnert wird, falls man nicht mehr so vertraut mit der Handlung des Vorgängers sein sollte. Abwechselnd wird aus Juniors und Amys Sicht die Geschichte erzählt, so dass man im Grunde zwei Erzählstränge dargeboten bekommt, die verschiedene Handlungspunkte abdecken. So wird ein wenig Spannung erhalten, da man in beiden Handlungsverläufen wissen möchte, wie es weitergeht. Die Kapitel sind abwechselnd mal etwas länger und mal etwas kürzer gehalten, so dass es gut möglich ist, eine kurze Pause zwischen ihnen einzulegen. Auch wenn man ein längeres Kapitel vor sich hat, ist es möglich, zwischendrin Pausen einzulegen, da es des Öfteren Abschnitte gibt, in denen in der Handlung gesprungen wird. Hier ist auch der Wiedereinstieg in die Handlung besser als irgendwo mittendrin im Kapitel.

Zu den Charakteren kommen bis auf Bartie, Victria und Kit keine großartigen Neuzugänge hinzu, so dass man prinzipiell mit allen auftretenden Personen vertraut ist. Leider hatte ich auch nicht wirklich das Gefühl, dass die vorhandenen Personen sich in irgendeiner Art und Weise weiterentwickelt hätten, so dass alle in ihren gleichen Mustern und Verhaltensweisen feststeckten. Irgendwie erschien es mir als ob die Charaktere nicht wirklich etwas dazugelernt hätten, so dass sie immer recht vorhersehbar in ihren Entscheidungen waren. Dadurch erschienen mir die Charaktere etwas langweilig und einseitig gestaltet. Gerade im zweiten Band hätte ich hier noch einige Facetten mehr gesehen. Bei Amy scheint es sich nur darum zu drehen, was mit ihren Eltern wird und bei Junior ist es nur wichtig, wie er das Schiff ohne Phydus regieren kann. Einen wirklichen Einblick in die weitere Gefühlswelt der Protagonisten erhält man leider nicht, so dass größtenteils eben nur die Entwicklung der Handlung im Vordergrund steht. Leider gibt es auch kaum weitere Interaktion mit den Nebencharakteren. Entweder gibt es Interaktion zwischen Amy und Junior, oder die beiden erforschen im Alleingang ihre eigenen Probleme. Auch die anfängliche Liebesgeschichte, die im ersten Band gesponnen wird, wurde zurückgestellt, so dass es bis auf zwei Mal keine Erwähnung dieses Themas zwischen Amy und Junior gab. Das fand ich ein wenig schade, da diese auf jeden Fall zumindest eine Erwähnung wert gewesen wäre. So wirkte die freundschaftliche Kommunikation zwischen Amy und Junior oft sehr gestellt. Auch die Nebencharaktere erschienen mir recht farblos, da sie kaum einen richtigen Platz in der Handlung erhielten. Stattdessen kamen sie nur vor, wenn sie in irgendeiner Art und Weise als Schlüsselfiguren fungieren sollten. Das fand ich doch etwas schade, da ich mir gerade im zweiten Band eine Ausarbeitung derselben gewünscht hätte.

Hatte ich beim ersten Band die doch etwas zäh gestaltete Handlung bemängelt, wurde ich auch leider mit Die Suche nicht zufriedengestellt. Ich habe mich bei diesem Buch auch auf die Suche begeben muss - leider auf die Suche nach spannenden Stellen. Irgendwie zog sich die Handlung für mich wie Kaugummi und es passiererte kaum etwas, was mich wirklich mitreißen konnte. Ich hörte oft schon nach wenigen Kapiteln zu lesen auf, da ich mich wirklich überhaupt nicht in die Handlung einfinden konnte. Es gab wirklich unzählige Längen, die mich vom Weiterlesen abhielten. Leider halfen da auch die kurzgehaltenen Kapitel nicht, so dass man sich nicht sonderlich stark motivieren konnte, die Handlung selbst voranzutreiben. Was mir dennoch gut gefallen hat, waren die unglaublich überraschenden Wendungen, mit der die Autorin ihre Geschichte ausschmückt. Wie bei einem Thriller stellt man verschiedene Mutmaßungen an, wer nun die Bewohner des Raumschiffes umbringt und wird am Ende doch sehr überrascht von dem Ausgang und dem Motiv des Täters. Dies war jedoch nicht das einzig Überraschende an dem Handlungsverlauf, sondern auch weitere Wendungen die eingebaut wurden, die der Leser so nicht erwartet. Somit konnte ich hier doch sehr begeistert werden, auch wenn es nicht über die restlichen Längen hinwegtäuscht.

Das Ende hingegen hat mir wiederum gut gefallen. Es macht neugierig auf den letzten Band der Reihe und wie es nicht nur mit Amy und Junior weitergeht. Es rundet besonders mit den letzten Worten dieses Jugendbuch gut ab und ist in einem Rutsch schaffbar, da sich nun die Handlung auspegelt. Das Ende empfand ich komischerweise dennoch etwas spannender als den Großteil des restlichen Buches. Ich bin jedenfalls gespannt, wie die Autorin die Geschichte im letzten Band zuende führt.

Fazit:
Für mich hat sich Godspeed: Die Suche als ein eher mittlemäßiger Nachfolger des ersten Bandes entpuppt. Die Handlung ist an den meisten Stellen unglaublich zäh und bis auf die Protagonisten und einige Nebencharaktere geraten keine weiteren Personen in den Fokus des Buches. Dadurch bleiben viele eindimensional, so dass man als Leser nicht wirklich festhalten kann, wen man mag und wen nicht. Auch Amy und Junior schienen nicht so, als hätten sie sich weiterentwickelt, wodurch auch die Interaktion zwischen den beiden recht langweilig war. Der Schreibstil hat mir dennoch gut gefallen. Er war sehr flüssig und durch die beiden Sichten, sowohl auf Amy als auch auf Junior hatte man zwei verschiedene Erzählstränge, die durch aus Potential hätten. Leider wird dieses durch die fehlende Spannung nicht wirklich ausgeschöpft. Das Ende hat mir hingegen wieder sehr gut gefallen, da es einerseits den Roman gut abrundet und andererseits auch die Wendung der Geschichte sehr überraschend kam. Hier wird der Leser gewissermaßen ins Unbekannte geleitet und kann miträtseln und -raten wer auf dem Raumschiff mordet, ohne etwas Vorhersehbares annehmen zu können. Für Godspeed: Die Suche vergebe ich daher 3 von 5 Sternen und hoffe, dass der letzte Band mit etwas mehr Spannung aufwarten kann.
 
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Allgemeine Infos zum Buch
Erscheinungsdatum Erstausgabe : 27.07.2012
Aktuelle Ausgabe : 01.08.2014
Verlag : Oetinger Taschenbuch
ISBN: 9783841502520
Flexibler Einband 464 Seiten
Sprache: Deutsch

Samstag, 28. Januar 2017

Rezension zu "Feuer und Flut" von Victoria Scott

Mittelmäßiger Auftakt mit großen Parallelen zu Die Tribute von Panem und Die Auserwählten

 

Zum Inhalt:
Feuer und Flut ist der 1. Band der gleichnamigen Dilogie. Tella verflucht ihr Teenagerleben seit sie aus der großen Metropole Boston mitten in die Pampa ziehen musste, wo nie etwas passiert. Und das alles nur wegen ihrem Bruder Cody! Warum musste er auch so schwer krank werden? Doch obwohl sie ihrem neuen Zuhause nichts abgewinnen kann, hofft sie, dass es ihrem Bruder hilft, zu genesen. Aber ihm geht es immer schlechter und die Ärzte wissen keinen Rat mehr. Tella ist komplett verzweifelt - bis sie eine Einladung zum Brimstone Bleed erhält, einem Rennen, das aus 4 Etappen besteht. Der Preis für den Sieger: das Heilmittel für die erkrankte Person, in Tellas Fall die Medizin für Cody. Diese Chance kann Tella sich nicht entgehen lassen und beschließt, an dem Rennen teilzunehmen. Unterstützung erhält sie dabei von Madox, einem kleinen schwarzen, genetisch veränderten Fuchs, der sie als Pandora durch das Rennen begleitet. Tella schlägt sich durch die ersten beiden Etappen und obwohl ihr großes Ziel, Cody zu retten, immer vor ihren Augen schwebt, passiert doch das Unglaubliche: Tella verliebt sich. Doch in einem Rennen auf Leben und Tod ist für die Liebe kein Platz...

Meine Meinung:
Da ich mich sehr für Dystopien und allgemein für Romane mit dystopischen Elementen interessiere, sprang mir Feuer und Flut sofort ins Auge, als ich es im Buchladen entdeckte. Da ich außerdem schon von vielen Buchbloggern auf dieses Buch hingewiesen wurde, steckte mich der Hype an und ich musste es einfach mitnehmen. Leider konnte der Auftakt des Zweiteilers mich nicht wirklich überzeugen.

Der verwendete Schreibstil ist sprachlich gesehen nicht wirklich etwas Besonderes. Ich fand ihn ganz ok, mehr aber auch nicht. Man konnte den Erzählungen gut folgen, ohne dass man sich großartig konzentrieren musste und das war ganz in Ordnung für ein Jugendbuch. Die Geschichte ist aus Tellas Perspektive erzählt und eigentlich gefällt mir so etwas auch immer ganz gut - wenn da nicht trotzdem eine gewisse Distanz zum Leser zu spüren gewesen wäre. Irgendwie kam ich nicht wirklich an Tella heran, so, als wäre zwischen mir und ihr eine unsichtbare Mauer, so dass ich eher eine Augenzeugin der Außenwelt wurde, anstatt dass ich wirklich beim Geschehen dabei war. Das fand ich etwas schade, denn dadurch lässt man die Geschichte selbst nicht allzu nah an einen heran und das Mitfühlen mit Charakteren und das Mitfiebern die Handlung betreffend wird problematisch. Was mir trotzdem gut gefallen hat, war die Balance, die die Autorin zwischen Handlungen der Personen und ihrer jeweiligen Gefühlswelt schafft. Auch wenn die Handlungsebene doch ein wenig mehr im Vordergrund steht, hatte man einen guten Einblick in die Innensicht der Charaktere, so dass sie nicht nur auf ihre Handlungen und ihr Verhalten reduziert werden. Teilweise waren mir die Kapitel leider ein wenig zu lang. Viele konnte ich nicht in einem Rutsch durchlesen, sondern musste einige Pausen machen. Trotzdem hat man gut zurück in die Geschichte gefunden, wenn man doch mitten im Kapitel eine Auszeit einlegen musste.

Sich in die Charaktere einzufühlen fiel mir ganz besonders schwer, besonders bei Tella. Obwohl man sie von allen am besten kennenlernt, herrscht, wie zuvor schon bereits erwähnt, eine gewisse Distanz zum Leser, so dass man sich nicht wirklich in sie einfühlen kann. Besonders am Anfang mochte ich Tella auch überhaupt nicht. Sie wirkte auf mich wie eine Oberzicke und war mir viel zu tussig gestaltet, was sich besonders in ihren Aussagen widerspiegelte. Erst gegen Mitte des Buches hatte ich mich einigermaßen an sie gewöhnt, aber eine wirkliche Sympathie empfinde ich trotzdem nicht wirklich für sie. Insgesamt sind alle Charaktere recht tief gestaltet, vor allem da sie eine eigene Hintergrundgeschichte haben und diese nach und nach im Verlauf des Buches aufgedeckt werden. Trotzdem gibt es kaum Interaktion zwischen ihnen und Tella, so dass auch die Nebenpersonen sehr flach und unausgereift auf mich wirkten und man nicht richtig mit ihnen mitfühlen konnte. Auch die Liebesgeschichte, die etwa ab der Mitte des Buches angeschnitten wird, wirkte auf mich sehr gestellt und kam für mich vollkommen aus dem Nichts. Hier hätte die Autorin etwas mehr Entwicklungsspielraum freihalten sollen, denn besonders wenn man sich die Beziehung zwischen den beiden Personen ansieht, gerade wenn man sich die anfänglichen Begegnungen noch einmal genauer vor Augen führt, merkt man, dass alles viel zu abrupt und schnell geht und nicht wirklich zu der Geschichte passt. Das war auf jeden Fall sehr schade. Da die Reihe eh auf 2 Bände ausgelegt ist, hätte ich mir gewünscht, dass hier dieser Erzählstrang ein wenig langsamer aufgegriffen und verstärkt dann im Folgeband weitergesponnen wird.

Auch der Handlungsverlauf konnte mich bisher nicht wirklich überzeugen. Es gab viele Längen innerhalb der Geschichte, die sich teilweise zu einer richtigen Quälerei auswuchsen. Zwischenzeitlich habe ich nicht mehr als eine oder zwei Seiten gelesen, da mich die Geschichte einfach nicht fesseln konnte. Vielleicht lag dies auch an der großen Ähnlichkeit zu den Ideen zu Die Tribute von Panem und Die Auserwählten. Ständig hatte ich das Gefühl, dass hier Ideen aus den beiden Reihen komplett übernommen worden waren, da die Autorin nicht wirklich etwas Neues eingebaut hatte. Einzig und allein die Geschichte mit den Pandoras war das einzig neue Element, das im gesamten Handlungsverlauf auftrat, was allerdings auch hier wieder große Ähnlichkeiten zu Digimon aufwies. Wenn die Geschichte allerdings einmal Fahrt aufgenommen hatte, konnte sie den Leser dennoch gut fesseln, so dass man das Buch nicht aus der Hand legen konnte. Besonders die vielen unerwarteten Wendungen überraschten den Leser oft und ließen ihn noch ein wenig mehr über die Charaktere nachdenken. Leider tritt die Hintergrundgeschichte des Brimstone Bleeds selbst ein wenig zu sehr in den Hintergrund. Dies wird nur kurz nebenbei abgehandelt, gliederte sich meines Empfindens nach allerdings nicht sonderlich gut in den Roman ein. Das war sehr schade, denn so erfährt der Leser nicht wirklich Näheres über den Sinn dieser Veranstaltung, beziehungsweise, warum sie überhaupt existiert.

Das Ende wartet mit einem Cliff-Hanger auf, so dass man als Leser unbedingt weiterlesen möchte, wie es in den nächsten beiden Etappen weitergeht. Es fügt sich recht gut in die Geschichte ein und macht Lust auf mehr. Auch die Leseprobe zum zweiten Band konnte mich doch sehr fesseln. Ich bin gespannt, wie es dann in Salz und Stein weitergeht. 

Fazit:
Ein doch recht flacher Auftakt dieser zweiteiligen Reihe, der viel mehr Potential gehabt hätte, wenn er mehr neue Ideen eingebaut hätte und allgemein die Charaktere wesentlich besser ausgearbeitet worden wären. So erinnert mich Feuer und Flut doch viel zu sehr an Die Tribute von Panem und Die Auserwählten und bringt, abgesehen von den Pandoras, keine neuen Elemente ein. Durch die kaum vorhandene Interaktion zwischen Tella und ihren Konkurrenten, erscheinen alle anderen Charaktere doch sehr flach, da sie nicht viel zu sagen haben, auch wenn ihre Hintergrundgeschichte selbst sehr interessant ist. Tella selbst fand ich am Anfang des Buches unglaublich ätzend, weil sie so tussig wirkte. Dies änderte sich zwar im Verlauf des Romans ein wenig, aber wirklich sympathisch ist sie mir immer noch nicht. Auch Informationen zu der Entstehung des Rennens sind kaum vorhanden und werden nur kurz im letzten Drittel des Buches abgehandelt, was ich sehr schade fand, denn dadurch wirkt auch die Idee dahinter flach und unwichtig. Allein das Ende fand ich doch sehr spannend gehalten. Der Cliff-Hanger macht Lust auf mehr und ich bin gespannt, wie es weitergeht. Für Feuer und Flut vergebe ich 3 von 5 Sterne, weil es mich einfach in zu vielen Punkten nicht überzeugen konnte, jedoch auch seine guten Seiten aufweist.

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Allgemeine Infos zum Buch
Erscheinungsdatum Erstausgabe : 25.05.2015
Aktuelle Ausgabe : 25.05.2015
Verlag : cbt
ISBN: 9783570162934
Fester Einband 400 Seiten
Sprache: Deutsch

Samstag, 21. Januar 2017

Rezension zu "Die sieben Schwestern" von Lucinda Riley

Mittelmäßiger Reihenauftakt mit lehrreichem historischen Hintergrund

 

Zum Inhalt:
Die sieben Schwestern ist der 1. Band der gleichnamigen Reihe. Maia d'Aplièse ist die älteste von 6 Töchtern, die ihr Vater aus allen Teilen der Welt adoptiert hat. Als einzige ist sie auf dem Anwesen ihres Vaters geblieben während ihre Schwestern in alle Ecken der Erde verstreut worden sind. Gerade, als Maia einige Tage in Lndon verbringt, verstirbt jedoch ihr geliebter Vater. Ihre komplette Welt bricht zusammen, denn ohne Pa Salt wird das Anwesen "Atlantis" nie wieder dasselbe sein. Als sich die Schwestern beim Notar einfinden, werden ihnen Briefe überrreicht - Briefe, die ihr Vater jeder von ihnen kurz vor seinem Tod gewidmet hat. Sie enthalten Hinweise auf ihren eigentlichen Geburtsort. Gemeinsam mit dem Schriftsteller Floriano begibt sich Maia auf die Suche nach ihrer Vergangenheit - und taucht ein ins Brasilien der 1920er Jahre, das stark von Aufbruchsstimmung geprägt ist...

Meine Meinung:
Da ich lange keine Familienromane mit Geheimnissen gelesen habe, dachte ich mir, dass es mal wieder an der Zeit ist, das zu tun. In der Bibliothek sprang mir daher dieses Buch von Lucinda Riley ins Auge und so lieh ich es mir kurzerhand aus, weil ich noch nie einen solchen Roman gelesen habe, der besonders Brasilien in den Vordergrund rückt.

Die Sprache, die die Autorin verwendet, fand ich nicht in irgendeiner Art und Weise besonders. Sie legt extremen Wert auf die Handlungen der Charaktere, anstatt noch etwas näher ihr Gefühlsleben zu beleuchten. Somit wird klar, dass gravierend der Verlauf der Handlung im Vordergrund des Buches steht, was ich allerdings nicht ganz so tragisch finde. Leider gibt es jedoch zwischenzeitlich solch verschachtelte Sätze, dass man diese mehrmals lesen muss, um wirklich zu verstehen, was hier gemeint ist. Ich weiß leider nicht, ob dies der deutschen Übersetzung geschuldet ist, aber es war dann zwischenzeitlich ein wenig anstrengend, den Erzählungen zu folgen, wenn in einem Satz viel zu viele Informationen enthalten waren. Das Buch selbst ist in zwei Erzählstränge unterteilt; im Gegenwartsstrang wird aus Maias Sicht erzählt während der Vergangenheitsstrang Izabellas Geschichte, Maias Urgroßmutter, darlegt. Bei den Kapiteln, in denen es vornehmlich um Maia geht, wird aus der Ich-Perspektive berichtet, während Izabellas Erzählstrang durch einen personalen Erzähler ausgedrückt wird. Obwohl ich normalerweise ein großer Freund der Ich-Perspektive bin, hat mir bei diesem Buch eher der personale Erzählstil bei Izabella zugesagt. Irgendwie kam ich Maia, trotz der Tatsache, dass man in sie hineinschlüpft, nicht wirklich nah, sondern wurde immer auf Distanz gehalten. So fiel es mir auch schwer, mich mit ihr auseinanderzusetzen, geschweige denn mich wirklich in sie hineinzudenken. Dies hat mir bei der Erzählperspektive von Izabella um einiges besser gefallen, so dass ich mich ihr hinterher näher fühlte als Maia. Das die Autorin noch einmal zwischen den Erzählperspektiven hin- und herwechselt, hat mir auch gut gefallen. Es bietet ein wenig Abwechslung und trennt Maia und Izabella als Charaktere voneinander. Leider hätte ich mir gewünscht, dass die Sprache in Izabellas Erzählstrang noch ein wenig mehr an die Zeit angepasst ist. Einen wirklichen Unterschied zu der Erzählweise der Gegenwartskapitel habe ich da leider nicht feststellen können. Das fand ich ein wenig schade. Was mir zudem noch aufgefallen ist, ist, dass einige Kapitel äußerst lang sind, sie also nicht unbedingt in einem Rutsch machbar für alle Leser erscheinen. Trotzdem sind einige Lesepausen möglich, da immer wieder Zeitsprünge in die Kapitel eingebaut werden, an denen man kurz Halt machen kann.

Wie ich vorhin schon erwähnt habe, hatte ich einige Probleme mich in Maia hineinzudenken, denn trotz Ich-Perspektive gab es so etwas wie eine unsichtbare Wand die zwischen mir und der Protagonistin stand. Ich konnte mich überhaupt nicht mit ihr identifizieren, weshalb der Gegenwartsstrang für mich definitiv mehr Schwächen aufweist als Izabellas Geschichte. Während des Handlungsverlaufs hatte ich das Gefühl, dass Maia selbst nur als Medium zur Vermittlung von Izabellas Biografie dient. Im Gegenwartsstrang gab es nämlich keine großartigen Nebencharaktere, die wichtig werden und Maia selbst blieb für mich nur eine Person auf dem Papier, allerdings kein Charakter, den ich mir ins wirkliche Leben hätte denken können. Dadurch wurde die Geschichte für mich recht unspannend. Izabellas Erzählung erschien mir allerdings weitaus interessanter, besonders, was die Charaktere betrifft. Es gibt viel mehr Charaktere, sowohl Protagonisten als auch Nebenpersonen, und um Längen mehr Interaktion mit ihnen. Einerseits wurden die Charaktere somit viel Tiefer, weil es eben mehr Handlungsspielraum gab. Andererseits wurde das Geschehen in diesem Handlungsstrang viel eher am Leben gehalten als es im Gegenwartsteil des Buches der Fall war. Somit hat es mir mehr Spaß gemacht, Izabellas Geschichte fortzusetzen als die von Maia.

Auch der Handlungsverlauf hat mir im Vergangenheitsteil des Romans um Längen besser gefallen als der im Gegenwartsteil. Letzterer galt eher als Rahmen für die Geschichte im Allgemeinen, war jedoch nicht unbedingt zwingend notwendig für mich. Dadurch, dass es im Gegenwartsteil im Vergleich sehr wenig Interaktion gab, kamen mir viele von Maias Entscheidungen und Handlungen, sowie das Geschehen an sich selbst sehr übereilt vor, was für mich nicht zu der Geschichte gepasst hat. Insgesamt war die Geschichte um Maia sehr langwierig und konnte mich nicht wirklich fesseln. Durch diese Passagen des Romans musste ich mich wirklich durchquälen, während Izabellas Geschichte mir viel interessanter erschien. Diese ist durch den historischen Hintergrund - den Entwurf der Christo-Statue als Rahmenhandlung - unglaublich tiefgehend und interessant, besonders, da sich an der wahren Begebenheit orientiert wurde. Das hat mir sehr gut gefallen und bringt dem Leser zudem geschichtliches Wissen näher, das er nicht in der Schule erwerben kann. Durch die jeweiligen Cliff-Hanger beim Erzählstrangwechsel möchte man unbedingt weiterlesen, besonders was Izabellas Geschichte angeht. Die Hoffnung darauf, ihre Biografie weiterzuverfolgen, ließ mich die Langwierigkeiten des Gegenwartsstranges ertragen.

Das Ende rundet zwar den Vergangenheitsstrang recht gut ab, besonders, da einiges davon noch in der Gegenwartshandlung geklärt wird. Mit dem Ende von Maias Geschichte bin ich allerdings nicht ganz so zufrieden. Irgendwie er schien mir alles so abgehackt und abrupt, so dass es nicht wirklich gut in den restlichen Teil des Romans eingbunden ist. Stattdessen gibt die Autorin in den letzten zwei Kapiteln schon einen Ausblick auf die nächste Schwester, deren Vergangenheit beleuchtet wird. Das hätte ich mir persönlich ein wenig anders gewünscht. Stattdessen hätte man Maias Geschichte ein wenig mehr abrunden können, weil hier nun nicht wirklich Informationen über Ally präsentiert werden, die nicht auch am Anfang des 2. Teils hätten stehen können. Auch, dass viele Dinge trotzdem noch ungeklärt blieben, hat mich ein wenig gestört. Dabei geht es vornehmlich um einige Angelegenheiten Pa Salt und Maia betreffend, die ich hier aber aufgrund von Spoilern nicht weiter ausführen möchte. Da im nächsten Band Ally die Rolle der Protagonistin übernehmen wird, denke ich nicht, dass es dahingehend eine Aufklärung geben wird. Schade.
 
Fazit:
Für mich ein recht mittelmäßiger Auftakt dieser Familienserie. Der historische Hintergrund ist unglaublich interessant, ebenso wie die Geschehnisse um Izabella, doch der Gegenwartsstrang war mir leider ein wenig zu lasch. Man kann sich weder in Maia, noch in irgendeine ihrer Handlungen hineinversetzen, da sie praktisch nur als Medium dazu dient, Izabellas Geschichte zu erzählen. Diese ist um einiges tiefer, mit interessanten Charakteren und Cliff-Hangern, so dass man unbedingt weiterlesen möchte. Auch der Rahmen, den die Autorin mit dem Bau der Christo-Staute setzt, hat mir sehr gut gefallen und bringt dem Leser auch historisches Hintergrundwissen näher. Auch hier hat mir das Ende des Vergangenheitsstrangs gut gefallen, während der Gegenwartsstrang mit einigem Holpern schließlich zum Stillstand kam. Wirklich gepasst hat das Ende hier nicht. Das fand ich etwas schade. Ich hoffe, dass der nächste Band Die Sturmschwester mit einer etwas interessanteren Geschichte und tiefergehenden Charakteren in der Gegenwartshandlung aufwarten kann. Für Die sieben Schwestern vergebe ich 3 Sterne.

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Allgemeine Infos zum Buch
Erscheinungsdatum Erstausgabe : 09.03.2015
Aktuelle Ausgabe : 19.09.2016
Verlag : Goldmann
ISBN: 9783442479719
Flexibler Einband 550 Seiten
Sprache: Deutsch

Dienstag, 29. September 2015

Rezension zu "Du und ich und all die Jahre" von Amy Silver

Silvester als Tag der Abschlüsse und Neubeginne

 

Zum Inhalt:
Nicole ist Regisseurin und lebt mit ihrem Mann Dom und ihren beiden Hunden in einem schönen großen Haus in London. Gemeinsam mit ihrem besten Freund Julian feiert sie seit Jugendtagen Silvester und tauscht sich mit ihm über ihre Neujahrsvorsätze aus. Doch seit ein paar Jahren ist nichts mehr so wie vorher. Nicholes Leben scheint in Trümmern zu liegen: Sie muss sich mit mittelmäßigen Jobs über Wasser halten, ihre Ehe kriselt seit Jahren und mit ihrer besten Freundin Alex versteht sie sich überhaupt nicht mehr. Wäre doch nur Julian hier um ihr durch ihre schwere Zeit zu helfen. Als sie eine Einladung zu einer Neujahrsparty in New York erhält, sieht sie sich mit einer noch schwierigeren Aufgabe konfrontiert. Denn wahrscheinlich wird dort auch ihr Ex Aidan anwesend sein, den sie einfach nicht vergessen kann... Wie wird Nicole also all diesen Sachen gegenüberstehen?

Meine Meinung:
Du und ich und all die Jahre war wochenlang in den Spiegel-Bestsellerlisten und ich fand die Idee dahinter sehr interessant. Es gibt einen Handlungsstrang, der in der Vergangenheit spielt, besonders auf vergangene Silvester bezogen, und einen der in der Gegenwart stattfindet. Obwohl sich die gesamte Handlung nur über wenige Tage erstreckt, sind diese auf den mehr als 300 Seiten sehr detailliert beschrieben und werden vor allem durch Nicoles Erinnerung an die verschiedenen Silvesternächte noch verlängert.

Obwohl die Sprache nicht besonders poetisch ist, sondern sich mehr auf die dargestellte Handlung konzentriert, kann man ihr gut folgen und sich auch besonders gut in die Situationen hineinversetzen. Der Leser hat somit das Gefühl, dass er die Szenerien zusammen mit Nicole durchlebt und auch mitten im Geschehen ist. Dies liegt besonders an der Ich-Perspektive, die Amy Silver in ihrem Buch verwendet. Der gesamte Roman ist nämlich aus Nicoles Sicht geschrieben. Dadurch lernt man sie als Charakter auch besonders gut kennen, allerdings nicht unbedingt auf ihre Gefühle bezogen, da die Handlung sich tatsächlich mehr auf die Interaktion der Charaktere zu konzentrieren scheint. Zudem hilft auch das verwendete Präsens, sich noch besser in die Situationen hineinzuversetzen, so dass man als Leser das Gefühl hat, alles würde vor dem inneren Auge ablaufen. Allerdings waren die Kapitel mitunter sehr lang, so dass es manchmal sehr schwer war, diese in einem Rutsch zu beenden. Damit beziehe ich mich besonders auf die Kapitel, die in der Vergangenheit spielen. Diese sind besonders detailliert herausgearbeitet worden, nicht nur, um den Leser ein wenig aufzuklären, sondern auch um die Charaktere selbst ein wenig mehr zu formen. Leider fiel es bei einer Lesepause nicht immer ganz so leicht wieder in die Geschichte hineinzufinden. Manchmal musste ich ein wenig zurückblättern um mich wieder daran zu erinnern was passiert war. Dies kam zwar nicht allzu häufig vor, dennoch war es etwas nervig. 

Kommen wir jedoch nun zu den Charakteren. Insgesamt sind Nicole und Julian die Charaktere, die am detailliertesten herausgearbeitet worden sind, Julian ist dabei auch die sympathischste Person. Die anderen Charaktere, die eher als Nebencharaktere fungierten, kamen leider ein wenig flach rüber. Dies lag vor allem daran, dass sie sehr stark in den Hintergrund rückten, da Nicoles Beziehung mit Aidan und Julian immer wichtiger zu werden schien. Zum Schluß konnte ich nicht wirklich sagen, ob ich Dom oder Alex oder allgemein einen der anderen Nebencharaktere sonderlich sympathisch oder unsympathisch fand. Alle wirkten sehr unausgereift als hätten sie keinen richtigen Charakter. Leider war ich mit Nicole als Charakter auch nicht sonderlich zufrieden. Nicole wirkt während des gesamten Buches sehr unentschlossen, da sie scheinbar nie weiß, was sie tun oder wie sie sich entscheiden soll. Dadurch, dass sie sehr sprunghaft ist und sich praktisch auf jeder Seite des Romans umentscheidet nervte sie mich nach einiger Zeit nur noch, so dass ich das Buch so schnell wie möglich beenden wollte. 

Dies war allerdings nicht der einzige Grund, warum ich das Buch verschlang. Durch die Inhaltsangabe, die meiner hier sehr ähnlich ist, erfährt man praktisch nichts über Nicole und ihre Freunde und Bekannte. Warum kriselt ihre Ehe? Was ist zwischen ihrer besten Freundin und ihr passiert, dass die beiden nicht mehr miteinander reden? Diese Fragen möchte der Leser unbedingt aufklären, was aber nicht Knall auf Fall passiert. Zwar werden dem Leser manchmal kleine Bröckchen hingeworfen, so dass er mutmaßen kann was passiert ist. Die Vergangenheitsrückblicke klären jedoch alle Ereignisse Stück für Stück auf. Dabei ist der Großteil der Wendungen sehr überraschend, was den Effekt der Neugierde noch etwas mehr verstärkt. Durch die fehlenden Informationen bleibt die Handlung durchgehend spannend und durch die neuen Fakten, die der Leser Seite für Seite aufdeckt, lernt man Julian und Nicole sehr gut kennen und versteht, warum sie als Charaktere so geworden sind, wie sie im Buch dargestellt werden. Die lässt sich allerdings nicht nur über die beiden Hauptcharaktere sagen, sondern auch über die Nebencharaktere, die über die Rückblicke definiert werden sollen.

Das Ende wurde relativ offen gelassen, trotzdem wird man als Leser zu sehr in eine bestimmte Richtung gelenkt, wie die Geschichte weitergehen würde. Hier hätte ich mir gewünscht, dass die Autorin dem Leser tatsächlich etwas mehr Spielraum lässt als sie es in Wirklichkeit tut. Allgemein wirkte das Ende auf mich sehr abrupt geschrieben, so, als hätte die Autorin das Buch unbedingt beenden müssen. Dadurch wirkte das Ende recht gezwungen. Schade eigentlich, da ich mir einen runderen Abschluß für das Buch gewünscht hätte.

Fazit:
Leider eher ein mittelmäßiger Roman, der zwar mit einem interessanten Handlungsverlauf aufwarten kann, dessen Charaktere jedoch flach und nervig für mich waren. Wirklich anfreunden konnte ich mich während des gesamten Buches nur mit Julian, während Nicole für mich in ihren Entscheidungen einfach viel zu unentschlossen war. Besonders dies war für mich nach einiger Zeit sehr anstrengend. Die Idee der Geschichte ist mal etwas anderes, besonders die Art, wie diese erzählt wird, aber die Charaktere machen hier leider vieles zunichte. Zudem hätte ich mir gewünscht, dass die Sprache ein bisschen mehr auf Nicoles Gefühlswelt einging. Dies war meiner Meinung nach kaum merkbar. Dabei wäre das vielleicht auch hilfreich gewesen den Charakter etwas besser zu verstehen. Somit kann ich für Du und ich und all die Jahre leider nur 3 Sterne vergeben.

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Allgemeine Infos zum Buch
Erscheinungsdatum Erstausgabe : 02.01.2013
Aktuelle Ausgabe : 02.01.2013
Verlag : Rowohlt Taschenbuch
ISBN: 9783499259890
Flexibler Einband 352 Seiten
Sprache: Deutsch

Montag, 17. August 2015

Rezension zu "Die Bestimmung" von Veronica Roth

Mittelmäßiger Auftakt, der erst ab der Hälfte an Fahrt gewinnt

 

Zum Inhalt:
Die Bestimmung ist der erste Band der gleichnamigen Reihe von Veronica Roth. In der Welt, der Tris lebt, sind die Menschen in unterschiedliche Fraktionen eingeteilt: Alle sind entweder Altruan, Candor, Amite, Ferox oder Ken. Jede Fraktion legt bestimmte Grundregeln an den Tag, nach denen ihre Mitglieder leben müssen. So wird von den Altruan erwartet, dass diese besonders selbstlos sind, während bei den Amite Friedfertigkeit an oberster Stelle steht. Zu welcher Fraktion man selbst gehören will entscheidet man mit 16 Jahren. Ein Eignungstest prüft die Initianten, welche Fraktion am besten zu ihnen passt. Der Eignungstest ist zwar nur eine Orientierung für die Jugendlichen, trotzdem wählen in der Zeremonie der Bestimmung die meisten die Fraktion, die im Eignungstest für sie ausgewählt wurde. Tris ist das jedoch nicht möglich- denn sie ist eine Unbestimmte. Das bedeutet, dass die Werte mehrer Fraktionen auf sie zutreffen und zudem, dass sie sehr gefährlich für die Gemeinschaft der Fraktionen ist. Tris flüchtet sich zu den Ferox und wil beweisen, dass sie doch irgendwo dazugehört. Doch der Kampf um einen Platz in der Fraktion der Mutigen erweist sich als schwieriger als gedacht, doch damit nicht genug bereitet ihr ihr Ausbilder Four auch noch Probleme...

Meine Meinung:
Ich liebe und vergöttere Dystopien und apokalyptische Welten (wie durch einen Teil meiner Rezensionen bereits klargeworden sein müsste) und so war es kaum verwunderlich, dass auch bald Die Bestimmung in mein Bücherregal wandern würde. Aufmerksam geworden bin ich auf das Buch durch den Kinotrailer, der mich sehr fesselte. Da ich den Film noch nicht gesehen hatte beschloss ich somit, erst das Buch zu lesen.

Die Sprache im Buch ist sehr leicht verständlich und lässt sich gut verfolgen. Somit ist sie auch gut nachvollziehbar und Handlungen und Szenerien sind für das innere Auge des Lesers leicht vorstellbar. Insgesamt ist die Sprache, die die Autorin hier benutzt, sehr flüssig und leicht, konzentriert sich allerdings mehr auf das Geschehen als auf die Gefühlsregungen der Figuren. Die Geschichte selbst ist in der Ich-Perspektive geschrieben; Erzählerin ist hier unsere Protagonistin Tris, die versucht, sich trotz ihrer Unbestimmtheit in die Fraktion der Ferox einzufügen. Dadurch lernt man Tris, ihr früheres Leben und ihre Gedankengänge sehr gut kennen und kann sich von allen Charakteren in sie am besten hineinversetzen. Des weiteren ist auch die Welt der Fraktionen sehr detailliert gestaltet. Durch Tris erfährt der Leser am Anfang des Buches grobe Grundzüge über die Fraktionen und ihre Entstehungsgeschichte während sich dies im Verlauf des Buches immer mehr auflöst und mehr auf die feinen Details der Fraktionen eingegangen wird, beispielsweise die Kleidung der Mitglieder. Dies zeigt, dass die Autorin die Welt, die sie hier erschaffen hat, sehr gut durchdacht hat, aber trotzdem weiterhin einige Fragen offenlässt, die auch am Ende des Buches nicht beantwortet werden. Ich hoffe, dies wird noch in einem der anderen beiden Bände der Trilogie geschehen. Auch das Präsens, die verwendete Zeitform in der der Auftakt geschrieben ist, hat mir sehr gut gefallen. Dadurch konnte ich mich sehr direkt und hautnah in dieses Geschehen hineinversetzen und man fühlt sich so als wäre man wirklich mitten in der Szenerie dabei. Zusätzlich muss ich sagen, dass die Kapitel mitunter sehr lang waren, man also nicht unbedingt direkt mit einem Kapitel fertig wurde. Dadurch, dass die Handlung zusätzlich während der ersten 200 Seiten des Buches sehr zäh ist, fällt es also immens schwer, wieder in die Handlung und das vorherige Geschehen hineinzufinden. Ich musste manchmal oft mehrere Seiten zurückblättern oder nochmals ein Kapitel beginnen bevor ich wusste, was mich noch erwarten würde. Das fand ich leicht kontraproduktiv, werde auf die zähe Handlung aber gleich noch mal etwas genauer eingehen.

Kommen wir aber nun zu der Charakterdarstellung in Die Bestimmung. Von allen auftretenden Personen lernt man Tris am besten kennen - irgendwie auch logisch; schließlich ist sie unsere Protagonistin und erzählt von der Handlung in der Ich-Perspektive. Leider finde ich allgemein betrachtet die Charaktere noch sehr unausgereift und flach, da man sie nicht richtig gut kennen lernt. Hier hat es mir ein wenig an Details gemangelt. Zwar erfuhr man, mit wem Tris sympathisierte und mit wem nicht, aber über ihre Freunde erfährt man so gut wie gar nichts, außer aus welcher Fraktion sie stammen bevor sie zu den Ferox wechselten. Hier hätte ich ein wenig Hintergrundgeschichte zu den Charakteren sehr interessant gefunden; so aber wirken sie leider wirklich flach und unwirklich auf den Leser. Außerdem wirkten manche Geschehnisse mit ihnen etwas zu plötzlich und gezwungen. Was mir allerdings wirklich gut gefallen hat war Tris' Charakterentwicklung. Man lernt sie als das schüchterne Altruan-Mädchen kennen und entwickelt sich auf den 475 Seiten zu einer taffen Ferox. Diese Verwandlung kann auf den Leser etwas zu plötzlich wirken, war aber im Großen und Ganzen dennoch gut nachvollziehbar. 

Zudem konnte mich die Geschichte nicht von Anfang an fesseln. Ich quälte mich durch die ersten 200 Seiten bis mich endlich die Handlung packte und Spannung aufgebaut wurde. Die Einführung in Tris' Welt ist zwar sehr interessant und detailliert beschrieben und gestaltet, täuscht aber nicht über die fehlende Spannung in der ersten Hälfte des Buches hinweg. Nachdem ich 200 Seiten gelesen hatte, hatte ich das Gefühl, es wäre nich überhaupt nichts passiert, da wirklich keine Spannung aufkommen wollte. Erst in der zweiten Hälfte des Buches wurde dies besser und die Geschichte konnte mich endlich mitreißen, da auch etwas zu passieren schien. Die Interaktion, die deswegen auch zwischen Four und Tris entsteht wirkt daher auch sehr plötzlich und sehr gezwungen und ich bin noch nicht so sicher, ob ich mit den Dingen wie sie sind so glücklich bin. Es gab zwar zwischenzeitlich auch überraschende Wendungen, doch leider war der Großteil für mich recht vorhersehbar und unspannend gestaltet.

Das Ende wiederum wirkte sehr fulminant und weckt die Neugier des Lesers auf den 2. Teil. Auch hier war leider einiges wie schon im Handlungsverlauf sehr vorhersehbar, was auch wieder die Spannung ein wenig herausnimmt. Die beigefügte Leseprobe bei der Taschenbuchedition steigert die Neugierde des Lesers noch und er möchte unbedingt mehr erfahren. So wie es aussieht scheint der 2. Band direkt an Die Bestimmung anzuknüpfen. Ich bin gespannt, was da noch kommen wird. 

Fazit:
Für mich leider nur ein recht durchwachsener Auftakt, bei dem mir ebenso viele Dinge gefallen wie nicht gefallen. Die Sprache ist schön zu lesen und leicht verständlich und auch die Welt, die die Autorin hier kreiert ist wahnsinnig gut durchdacht und auch leicht vorstellbar für den Leser, doch dafür hat es an Detailarbeit an den Charakteren gemangelt. Man lernt nur Tris richtig gut kennen während die anderen Charaktere sehr weit außen vor bleiben und noch nicht einmal richtige Persönlichkeiten haben. Dadurch war auch Tris' und Fours' Interaktion sehr plötzlich und gezwungen. Des Weiteren braucht die Handlung fast bis zu Hälfte des Buches um wirklich an Spannung aufzubauen, verliert aber durch manche vorhersehbare Wendung wieder daran. Das Ende hingegen macht wiederum Lust auf den 2. Teil, den ich definitiv auch noch lesen werde. Somit vergebe ich für Die Bestimmung 3 von 5 Sternen.

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Allgemeine Infos zum Buch
Erscheinungsdatum Erstausgabe : 19.03.2012
Aktuelle Ausgabe : 08.09.2014
Verlag : cbt
ISBN: 9783570309360
Flexibler Einband 480 Seiten
Sprache: Deutsch

Donnerstag, 13. August 2015

Rezension zu "Über uns der Himmel" von Kristin Harmel

Konnte mich leider überhaupt nicht fesseln

 

Zum Inhalt:
2001: Das Leben könnnte für Kate und Patrick nicht schöner sein. Frisch verheiratet sind sie in ihre neue Wohnung in Manhattan gezogen, die nicht weit von Patricks Arbeitsplatz entfernt ist. Eines Morgens geht Kate am Hudson River joggen, als plötzlich ein Flugzeug ins das World Trade Center kracht - genau in die Etage, auf der Patrick arbeitet. Der Anschlag hinterlässt viel Zerstörung, sowie tiefe Trauer bei Kate.

13 Jahre später scheint Kate doch endlich nochmals ihr Glück gefunden zu haben. Sie hat ihren großen Traum verwirklicht und ist Musiktherapeutin geworden mit einer gut laufenden Praxis und vor kurzem hat sie sich mit ihrem Freund Dan verlobt. Doch langsam kommen ihr Zweifel ob das die richtige Entscheidung war. Denn plötzlich trifft sie in ihren Träumen auf Patrick, der ihr sagt, dass er sie liebt. Durch die Realität dieser Träume wird Kate richtig mitgenommen. Will ihr toter Ehemann ihr damit etwas sagen? Aber was? Festhaltend an ihrer großen Liebe beginnt Kate an ihr Glück zu glauben - allerdings auf eine andere Weise als sie gedacht hätte...

Meine Meinung:
Über uns der Himmel ist mal wieder ein Bahnhofskioskeinkauf von mir gewesen und ich wurde durch den sehr ansprechenden Klapentext gefesselt. Da die Idee hinter der Geschichte sehr interessant klang, musste ich das Buch unbedingt haben, besonders weil Musik ein sehr großer Themenkomplex des Buches ist.

Durch die ersten 100 Seiten des Buches rutscht man nur so durch. Kristin Harmels Schreibstil ist locker und leicht und man kann ihren Erzählungen recht gut folgen. Auch hier hatte ich wieder das Gefühl, dass ich die Handlung selbst erlebe. Die ganze Geschichte ist aus Kates Perspektive geschrieben worden, was dem Leser hilft, sich in sie hineinzuversetzen. Das verwendete Präsens lässt den Leser dabei noch etwas näher in die Geschichte hineintauchen. Jedoch fiel nach diesen 100 Seiten die Spannung stark ab und ich konnte mich kaum bewegen weiterzulesen. Woran es genau lag kann ich nicht sagen, aber ich hatte einfach nicht mehr das Bedürfnis, fortzufahren. Ständig schien immer das Gleiche zu passieren: Kate hat die Träume, sie streitet sich mit Dan und sagt sich immer wieder selbst sie müsse aufhören, weiter so an Patrick zu hängen. Das war nach einiger Zeit wirklich sehr nervig und man konnte sich denken, was passieren würde, wenn sie wieder aus einem dieser Träume aufwachte. Auch der Wortlaut klang immer wieder gleich, egal ob Kate sagte, sie müsse sich von Patrick lösen oder eine ihrer Bezugspersonen. Der Schreibstil schien für mich im Laufe der Geschichte immer mehr abzuflachen.  Die Kapitel selbst sind zudem noch relativ lang. Ich hatte große Probleme, wieder in die Geschichte hineinzufinden und wusste oft nicht, was vorher passiert war, oder in welcher Beziehung Kate mit dieser oder jener Person steht.

Das fand ich auch ein wenig schade. Die Nebencharaktere fallen in der Geschichte wirklich unter den Tisch. Wenn Gina, Kates beste Freundin auftaucht, weiß man oft gar nicht mehr wer sie ist, weil sie gerade einmal zwei oder drei Auftritte im Buch hatte. Diese Verwirrung schmälerte meine Motivation noch mehr, was wirklich sehr schade ist, da sensible Themen wie Trauerbewältigung, Schwerhörigkeit und Musiktherapie immer wieder aufgegriffen werden und man auch als Leser viel über diese Sachen erfährt. Doch leider bleiben die Charaktere sehr stark auf dem Papier hängen. Man erfährt nicht genug über sie um sich selbst ein Bild zu machen, da sie nur äußerst wenige Auftritte haben. Aber nicht nur die Menschen, die Kate privat kennt fallen sehr unter den Tisch, sondern auch die Personen, mit denen sie in der Musiktherapie zusammenarbeitet. Irgendwie war mir das zu grob gestaltet. Es klang immer so, als würde sie sagen, dass sie mit der Person arbeitet, aber was genau sie machte, klang nie wirklich heraus. Das war wirklich sehr schade, da sie im Buch selbst sagt, dass es ihr Traumjob ist. Allerdings hatte ich mit Kate genau das gleiche Problem wie mit allen anderen Charakteren: es fiel mir unglaublich schwer mich in sie hineinzuversetzen, was wahrscheinlich auch an den ganzen nervigen Wiederholungen lag. Aber irgendwie wurde ich mit ihr als Charakter nicht warm. Ich konnte zwar die Handlung gut mitverfolgen, aber ich war nicht Kate, der das passierte, sondern irgendein Außenstehender, der nur beobachtet. Auch ihre Gefühle und ihr Schicksal, Patrick verloren zu haben, konnten mich nicht wirklich erreichen. Warum genau weiß ich nicht, aber es gelang mir einfach nicht. Natürlich konnte ich mit ihr mitfühlen, aber die Trauer, die sie im Buch auch näher beschreibt, kam nicht so nah an mich heran. Auch die Ich-Perspektive half mir nicht wirklich, Kate besser zu verstehen und kennenzulernen. Das einzige, was mir wohl an ihr gefallen hat, ist tatsächlich ihre Charakterentwicklung, die sie durchmacht, da ihre Trauerbewältigung nicht innerhalb von 50 Seiten abgeschlossen ist.

Zum Handlungsverlauf kann ich eigentlich nur sagen, dass die ersten 100 Seiten wirklich gut waren, aber danach immer wieder nur das Gleiche zu passieren scheint. Was passierte war äußerst vorhersehbar und konnte mich einfach nicht fesseln - sehr zu meinem Bedauern muss ich sagen, da der Klappentext so vielversprechend klang. Die ständigen Handlungs- und Wortwiederholungen machten es nicht besser, sondern ließen mich das Buch immer seltener in die Hand nehmen.

Allein das Ende hat mir gut gefallen, eben weil es im Gegensatz zum Rest der Geschichte nicht allzu vorhersehbar ist. Es wirkte nicht übertrieben, sondern genau richtig eingesetzt und passte auch gut zu Kates Charakterentwicklung. Auch ist es nicht zu abrupt sondern fügt sich recht gut in die letzten Seiten der Geschichte ein. Das hat mir ganz gut gefallen und ist eigentlich mein Highlight des Buches gewesen.

Fazit:
Leider war das Buch, trotz guter Idee und ansprechendem Klappentext überhaupt nicht ansprechend für mich und hat mich eher enttäuscht als begeistert. Zwar werden sensible Themen aufgegriffen, aber im Laufe des Buches scheinen diese immer mehr unter den Tisch zu fallen, um Platz für Kates Gefühlschaos zu machen. Das fand ich sehr schade, zumal ich hier das Gefühl hatte, dass vieles aus Handlungs- und Wortwiederholungen bestand. Dies ist ein Grund warum die Geschichte für mich nach etwa 100 Seiten recht langweilig wurde. Ich konnte mich einfach nicht mehr dazu bewegen, weiterzulesen, obwohl der Schreibstil der Autorin sehr gut und ansprechend ist. Auch mit den Charakteren wurde ich nicht wirklich warm. Ich konnte mit Kate überhaupt nichts anfangen und die anderen Nebencharaktere schienen während des Handlungsverlaufs immer unwichtiger zu werden. Das Ende hingegen hat mir wiederum ganz gut gefallen, weil es echt wirkte und nicht abgehackt und übertrieben. Zudem passte es ganz gut zu Kates Charakterentwicklung. Über uns der Himmel bekommt mit Hängen und Würden 3 Sterne von mir, weil die Idee der Geschichte großes Potenzial hat. Vielleicht gibt es jemanden, dem das Buch besser gefällt als mir.

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Allgemeine Infos zum Buch
Erscheinungsdatum Erstausgabe : 16.03.2015
Aktuelle Ausgabe : 16.03.2015
Verlag : Blanvalet Taschenbuchverl
ISBN: 9783442383337
Flexibler Einband 480 Seiten
Sprache: Deutsch

Freitag, 8. Mai 2015

Rezension zu "Weit weg und ganz nah" von Jojo Moyes

Roadtrip mit Umwegen

 

Zum Inhalt:
Jess Thomas lebt mit ihrer Tochter Tanzie, ihrem Stiefsohn Nicky und dem Riesenhund Norman am Rande des Existenzminimums seit ihr Mann Marty die vier vor 2 Jahren sitzengelassen hat. Jess tut alles um ihren Kindern ein schönes Leben zu ermöglichen - deswegen hat sie mehrere Jobs gleichzeitig, unter anderem als Putzfrau und Bardame. Als Tanzie, die ein wahres Matheass ist, die Chance angeboten wird, speziell von der Hochbegabtenschule St. Anne's gefördert zu werden, gerät Jess in ziemliche Bedrängnis. Ein Stipendium wäre eine großartige Möglichkeit; dazu muss Tanzie eine Mathematik-Olympiade in Schottland meistern um dieses zu bekommen. Doch obwohl durch ein Stipendium die größten Kosten gedeckt wären, ist die Aufnahmegebühr trotzdem noch viel zu hoch. Als Jess während ihrer Schicht in der Bar ein Haufen Geldscheine findet, wittert sie ihre Chance. Dass dieses Geld jedoch Mr. Nicholls gehört, für den sie putzt, verdrängt Jess. Und auch, dass sie den Mann bestohlen hat, der ihnen ihre Hilfe anbietet, zur Olympiade zu kommen...

Meine Meinung:
Ich habe bisher alle beiden Bestseller von Jojo Moyes auf Deutsch gelesen -und es war klar, dass der nächste auch gleich in mein Regal wandern musste. Eine Handvoll Worte und Ein ganzes halbes Jahr behandelten sehr interessante und vor allem auch ernste Themen, mit denen sich die heutige Gesellschaft häufig auseinandersetzen muss. Mit Jess eine Frau zu schaffen, die am Existenzminimum lebt, fand ich sehr interessant, denn auch die Schere zwischen Arm und Reich wird in Deutschland sowie in ganz Europa immer größer und deswegen war ich schon vom Klappentext des Buches sehr angezogen.

Leider ist die Sprache nicht so fesselnd wie die der beiden Vorgänger. Irgendwie hatte ich das Gefühl, dass alles nur so vor sich hin plätscherte und keine richtige Spannung aufkommen wollte. Das führte dazu, dass das Buch schnell langweilig wurde und man sich lieber etwas anderem zuwandte. Zwar ist das Thema "Leben an der Armutsgrenze" und "Chancenungleichheit" heutzutage sehr relevant  und interessant, und vor allem in dem Buch auch sehr detailliert geschildert, aber trotzdem kann sich der Leser sehr schnell langweilen, obwohl er so viel erfährt. Was mir jedoch gut an der im Buch verwendeten Sprache gefallen hat, war, dass man sich die Charaktere und Situationen sehr gut vorstellen konnte und sie sich als real existierende Personen denken konnte. In den Unterhaltungen hat mich die Vielfalt der Sprache dann sehr überrascht. Geht es in einem Moment sehr ernst und streng zu, ist die Unterhaltung im nächsten Teil schon wieder vollkommen anders - und es wirkt nicht aufgesetzt, ganz im Gegenteil. Es passt gut zu den Charakteren und ihren Eigenschaften. Weit weg und ganz nah besteht größtenteils aus sehr langen Kapiteln, was es schwer macht, mitten im Kapitel wieder in die Geschichte hineinzufinden. Da ich mich, wie schon erwähnt, sehr gelangweilt habe, habe ich das Buch manchmal sogar für mehrere Wochen nicht angefasst, weil ich einfach keine Lust hatte, weiterzulesen. Das war sehr schade, denn die Sprache ist leicht verständlich, aber dennoch unspannend.

Mein Highlight des Buches waren die Charaktere. Schon bei ihren anderen Romanen habe ich gemerkt, dass Jojo Moyes sehr viel wert auf die Charaktergestaltung legt. Das ist bei diesem Werk nicht anders, denn  auch hier sind die Charaktere detailliert gestaltet und besitzen tiefgründige Eigenschaften. Da alle Charaktere "aus dem Rahmen fallen", möchte man unbedingt mehr wissen, beispielsweise wie Jess es schafft, mehrere Jobs gleichzeitig zu haben und wie Nicky und Tanzie mit ihren unterschiedlichen Ansichten klarkommen und sich dennoch so gut verstehen. Was ich vielleicht noch erwähnen sollte, ist, dass jedes Kapitel aus einer anderen Charakterperspektive geschrieben ist. Zwar wechselt die Sicht hauptsächlich zwischen Jess und Mr. Nicholls hin und her, man bekommt jedoch auch Einblicke in Tanzies und Nickys Gedanken- und Gefühlswelt. So lernt man jeden Charakter sehr gut kennen und auch das soziale Milieu, in dem sie sich bewegen. Nebencharaktere gibt es so gut wie keine. Die meisten tauchen nur auf einer kurzen Station auf dem Roadtrip auf und spielen danach keine weitere Rolle mehr. Trotzdem sind auch diese auf ihre eigene Art sympathisch, genau wie die Hauptcharaktere. Dadurch kann man mit allen Personen sehr gut mitfühlen.

Den Handlungsverlauf fand ich sehr langweilig gestaltet und damit auch sehr vorhersehbar. Ungefähr dreiviertel der Geschichte besteht aus der Fahrt nach Schottland -und es scheint immer das gleiche zu passieren. Alle fahren, Norman muss irgendwann raus, etwas Unvorhergesehenes geschieht und dann suchen sich alle ein billiges Hotel und Jess und Mr. Nicholls schlafen im Auto. Morgens macht Jess belegte Brote und dann geht der ganze Kreis wieder von vorne los. Durch diese sich immer wiederholenden Szenen wird die ganze Geschichte schnell langweilig und man möchte eigentlich gar nicht mehr weiterlesen. Richtig Spannung kam für mich erst auf den letzten 100 bis 150 Seiten auf, die ich auch fast in einem Rutsch durchgelesen habe.

Das Ende ist um Längen spannender als der ganze restliche Teil des Buches, besonders weil es vollkommen unvorhersehbar ist und man erst einmal ein wenig stutzen muss. Allerdings war es schon komisch, wie viele Zufälle noch auftraten. Der Epilog war für mich etwas zu viel, da er für mich zu viel verrät, was nach dem eigentlichen Ende noch passiert. Deswegen hätte er ruhig weggelassen werden können, da für mich das Buch nach dem letzten normalen Kapitel beendet war.

Fazit:
Ehrlich gesagt bin ich sehr froh, das Buch beendet zu haben. Ich hatte sehr damit zu kämpfen, auch wenn das Thema sehr spannend war, aber die Gleichförmigkeit der Handlung gestaltete vieles sehr langweilig, was die Sprache noch unterstützte. Auch wenn diese in Unterhaltungen vielfältig und einfach ist, fehlt einem doch die Motivation, das Buch zu lesen. Was für mich wirklich gelungen war, waren die liebevoll gestalteten Charaktere und die letzten 150 Seiten des Buches, da endlich mal Spannung aufkam und sich auch die Vielfältigkeit der Sprache belohnt machte. Von daher bekommt Weit weg und ganz nah gerade noch so 3 Sterne von mir.

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Allgemeine Infos zum Buch
Erscheinungsdatum Erstausgabe : 23.05.2014
Aktuelle Ausgabe : 23.05.2014
Verlag : Polaris Verlag
ISBN: 9783499267369
Flexibler Einband: 510 Seiten
Sprache: Deutsch

Mittwoch, 28. Januar 2015

Rezension zu "Die Auserwählten: Im Labyrinth" von James Dashner

Wurde für mich erst gegen Ende richtig spannend

 

Zum Inhalt:
Im Labyrinth ist der 1. Band der Reihe Die Auserwählten. Als Thomas auf einer seltsamen Lichtung erwacht, die er noch nie in seinem Leben zuvor gesehen hat, kann er sich an nichts erinnern, außer an seinen Namen. Dies geht jedoch nicht nur ihm so, sondern auch den anderen 40 Jungen, die ihn bei seiner Ankunft begrüßen. Vollkommen verwirrt versucht Thomas herauszufinden, warum er hier ist. Die Jungs, die sich selbst "Lichter" nennen, sollen einen Ausweg aus dem Labyrinth finden, das sich hinter den riesigen Toren, die die Lichtung umgeben befindet. Thomas möchte helfen und einer der Läufer werden, die tagtäglich das Labyrinth erkunden und nach einem Ausweg suchen. Doch es ist gefährlich, durch das Labyrinth zu streifen, besonders nachts, und schon bald befinden Thomas und die anderen Lichter sich in großer Gefahr.

Meine Meinung:
Momentan schießen Dystopien aus dem Boden wie nie zuvor und viele werden hochgelobt und als großer Kino-Blockbuster verfilmt. Auch bei dem ersten Teil der Maze Runner-Reihe war dies so und deswegen war ich auch gleich angetan, als ich den Trailer im Kino sah. Und da dieser so vielversprechend aussah, musste ich gleich das Buch dazu lesen.

Irgendwie fand ich die Idee, das man praktisch nichts über den Hauptcharakter weiß, extrem spannend und eigentlich war genau das der Punkt, wo die Geschichte mich extrem mitgerissen und angesprochen hat. Ich fand die limitierte Perspektive, die man durch Thomas' Gedächtnisverlust einnimmt, total gut gemacht und man möchte mehr über ihn erfahren: welche Person er vor der Sache mit dem Labyrinth war, mit wem er etwas zu tun hatte und vor allem warum gerade er auf der Lichtung gelandet ist. Einige dieser Fragen werden am Ende des ersten Teils aufgeklärt, was mir gut gefallen hat. So bekommt man als Leser eine leichte Ahnung, was mit den Lichtern passiert ist, aber die Spannung auf den zweiten Teil wird dennoch geschürt, da nicht alles verraten wird, was essentiell für die Geschichte ist. Das hat mir wirklich gefallen und mich neugierig auf den zweiten Teil der Reihe gemacht.
Leider fand ich es ein wenig schade, dass man nicht wirklich Thomas selbst ist, wenn es um die Erzählperspektive geht, sondern außerhalb der Lichter und eher wie ein stiller Beobachter hinter Thomas herläuft und alles erlebt. Wenn James Dashner hierfür die Ich-Perspektive genommen hätte, hätte ich mich um Längen besser in Thomas hineinversetzen können. So aber fühlte ich mich etwas distanziert, nicht nur von Thomas sondern vom allgemeinen Geschehen auf der Lichtung.

Der Schreibstil von James Dashner ist sehr detailliert, so dass man sich als Leser vieles genau vorstellen kann. Wenn man zuerst den Trailer gesehen hat, kann es natürlich sein, dass man mehr Illustrationen zu den einzelnen Gebäuden im Kopf hat. Trotzdem konnte man seinen Erzählungen leicht folgen, da er in einer sehr verständlichen Sprache schreibt. Zu Anfang des Romans führt der Autor dem Leser einige Begrifflichkeiten vor, die die Lichter in ihrer Alltagssprache gebrauchen. Worte wie "Neppdepp" oder "Klonk" erscheinen zunächst ein wenig der Kindersprache entnommen und keinen tieferen Sinn zu haben. Je weiter man jedoch in der Handlung voranschreitet, desto deutlicher wird dem Leser die Bedeutung dieser Worte. Ist man zunächst wie Thomas total ahnungslos von dem Leben auf der Lichtung, so wächst man doch genau wie er immer mehr in die Gemeinschaft der Lichter hinein und versteht ihre Sprache, die sie verwenden, am Ende genauso gut wie Thomas. Man wird sozusagen selbst in die Gemeinschaft eingegliedert.

Kommen wir nun jedoch zum weiteren Handlungsverlauf der Geschichte. Klingt die ganze Story um Thomas und die Lichter doch sehr mysteriös und von Geheimnissen durchzogen, muss ich sagen, dass ich die ersten 200 Seiten des Buches so langweilig fand, dass ich es am liebsten abgebrochen hätte. Irgendwie kam ich nicht richtig in die Handlung rein und nichts motivierte mich so wirklich, das Buch fortzuführen. Das fand ich wirklich schade, vor allem, da der Anfang so vielversprechend klang. Allerdings passierte auf diesen 200 Seiten auch kaum etwas, weshalb ich wirklich mit dem Gedanken spielte, die Geschichte auf sich beruhen zu lassen. Erst kurz danach kam etwas Leben in die Geschichte, jedoch auch nicht so viel, als dass ich total von der Handlung mitgerissen wurde. Das passierte nämlich erst gegen Ende des ersten Teils, was für mich eigentlich nicht unbedingt den Bedingungen eines guten Buches entspricht. So konnten mich insgesamt nur etwa 270 Seiten von etwa 500 begeistern. Ist zwar mehr als die Hälfte, aber dennoch sehr wenig.

Auch mit den Charakteren bin ich noch nicht wirklich warm geworden. Natürlich merkt man schon, wem Thomas vertraut, aber mir fiel dies nicht ganz so leicht, da einige Charaktere sehr zwiespältig Thomas gegenüber handelten. Das machte es mir nicht leicht, diese Charaktere einzuschätzen, ihnen zu vertrauen und sie ins Herz zu schließen. Dass ich überhaupt einen Charakter ins Herz geschlossen habe, ist nur bei Chuck der Fall; ansonsten hatte ich einfach noch zu wenig Informationen zu Thomas, den Lichtern und ihren Handlungsweisen selbst, so dass ich keine Möglichkeit hatte, die anderen Personen etwas näher kennenzulernen und zu entscheiden ob ich sie nun mag oder nicht. Wie schon gesagt, hatte ich auch zu Thomas keine richtige Bindung, da ich mich schon durch die Erzählperspektive sehr distanziert von ihm fühlte. Ich denke mal, dass der Autor damit auch die Distanziertheit Thomas' von sich selbst widerspiegeln wollte, aber trotzdem sagte mir das gar nicht zu. Somit muss ich leider auch sagen, dass selbst Thomas als Charakter mich noch nicht ganz überzeugt hat.

Trotzdem möchte ich die Reihe weiterlesen, auch wenn ich jetzt viele Kritikpunkte angebracht habe, denn das Ende macht Lust auf mehr und hinterfragt sehr vieles was geschehen ist, besonders was deren Wahrheitsgehalt betrifft. Ich bin gespannt, was Thomas und die Lichter im 2. Band der Serie erleben werden, denn das relativ offene Ende schürt die Vorfreude doch sehr.

Fazit:
Um ehrlich zu sein, habe ich mir ein wenig mehr von dem Buch erhofft. Da ich den Film (noch) nicht gesehen habe, kann ich gar nicht sagen, ob es sich mehr lohnt, den Film zu schauen oder das Buch zu lesen. Die Distanz zwischen den Charakteren und dem Leser war einfach so groß, dass man sich überhaupt nicht entscheiden konnte, ob man einen Charakter mochte oder eben nicht. Zwar fand ich die Idee echt cool, dass Thomas sich an nichts erinnern kann und dem Leser damit auch in seiner Sicht auf ihn einschränkt, aber irgendwie hätte ich es mir gewünscht, dass ich mich ein bisschen mehr in Thomas hineinversetzen kann. Auch, dass auf den ersten 200 Seiten kaum etwas passiert ist, fand ich sehr enervierend und hätte mir hier ein bisschen mehr Leben gewünscht. Wenn man dann aber doch bis zum Ende des Buches abwartet, bekommt man ein Ende serviert, so dass man das Buch nicht mehr aus der Hand legen kann. Es leitet perfekt zum 2. Teil über und macht neugierig auf das weitere Geschehen. Für den ersten Band der Maze Runner-Reihe vergebe ich daher nur 3 von 5 Sternen.

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Allgemeine Infos zum Buch
Erscheinungsdatum Erstausgabe : 01.10.2014
Aktuelle Ausgabe : 01.10.2014
Verlag : Carlsen Verlag GmbH
ISBN: 9783551313485
Flexibler Einband: 496 Seiten
Sprache: Deutsch

Sonntag, 4. Januar 2015

Rezension zu "Das Meer der Seelen: Nur eine Nacht" von Jodi Meadows

Nicht der Abschluss, den ich mir gewünscht hätte

 

Zum Inhalt:
Nur eine Nacht ist der 3. Teil der Reihe Das Meer der Seelen. Das Ende der Welt hat begonnen: Das Jahr der Seelen wird mit einem fürchterlichen Erdbeben eingeleitet und erinnert Ana und Sam, wie wenig Zeit sie noch haben, die Menschheit vor Janans Aufstieg zu bewahren. Mithilfe einer kleinen Gruppe von Menschen schafft es Ana, aus Heart zu fliehen. Doch Deborl ist ihnen schon bald auf den Fersen. Ana braucht schleunigst einen Plan, wie sie es am besten anstellt, Janans Aufstieg zu verhindern, denn ansonsten wird die ganze Menschheit ausgelöscht. Wird sie es schaffen, Janan zu stoppen? Und wird ihr noch Zeit bleiben, ihr Leben mit Sam zu verbringen, dem Mann den sie liebt?

Meine Meinung:
Nachdem für mich Nur ein Leben und Nur eine Liebe absolute Kracher waren und ich wissen wollte, wie es weitergeht, habe ich in unserer Bibliothek den 3. Teil der Das Meer der Seelen-Trilogie gesehen und natürlich sofort ausleihen müssen.

Nur eine Nacht beginnt auch schon spannend mit der Flucht aus Heart, wobei einige von Anas Freunden verletzt werden und ich freute mich auf ein ähnlich actionreiches Geschehen wie im 2. Teil. Doch nach der Flucht begann die Geschichte irgendwie abzuflauen. Die Handlung schien nur noch vor sich dahinzuplätschern und die Spannung, die Jodi Meadows einbaut, wirkte leider überhaupt nicht auf mich. Auch wenn die Sprache der Autorin wieder sehr flüssig und gut zu lesen und verstehen ist, kommt man in der Geschichte doch nicht so ganz mit, weil man immer wieder abdriftet aufgrund der langweiligen Handlung. Das fand ich sehr schade, vor allem, da mir die Action im 2. Band richtig gut gefallen hat. Wie es scheint, hat Jodi Meadows alle ihre Spannungsmomente im 2. Teil verteilt, so dass für Nur eine Nacht kaum noch etwas übrig blieb. Das fand ich sehr schade, denn so quält man sich durch den größten Teil des Buches.
Außerdem möchte ich noch eine kurze Anmerkung zur deutschen Übersetzung machen. Ich habe die englische Originalfassung nicht gelesen sondern die deutsche Übersetzung in die Hand genommen. Was mir hier besonders aufgefallen ist, ist, dass es unglaublich viele Wortwiederholungen gibt, die vollkommen unnötig gewesen wären. Das hat für mich auch zwischenzeitlich den Lesefluss unterbrochen und ich habe mich wirklich gefragt, warum dieser Satz oder diese Satzsequenz nicht anders übersetzt wurde.

Dies liegt aber nicht an der Erzählperspektive. Wie immer erleben wir alles aus Anas Sicht. Auch im 3. Band ist dies nicht anders und so schlüpfen wir auch dieses Mal in Anas Körper. Durch die Ich-Perspektive kann man sich wieder richtig gut in die Story hineinversetzen und fühlt sich selbst, als würde man mit Sam, Stef, Whit, Orrin und den anderen versuchen, die Welt zu retten. Das ist der Autorin wieder sehr gut gelungen.

Auch was die Kapitellänge angeht, fand ich es sehr schwierig, wieder in die Handlung einzusteigen. Egal, ob es jetzt am Kapitelanfang oder irgendwo mittendrin war - jedes Mal musste ich zurückblättern, weil ich den größten Teil des Geschehens schon wieder vergessen hatte. Das fand ich sehr schade. Dieses Bedürfnis hatte ich bei den ersten beiden Bänden nicht, daher fand ich es sehr schade, dass ich genau dies beim Abschlussband tun musste.
Wie schon zu Beginn des 2. Bandes gibt Jodi Meadows auch in Nur eine Nacht eine kurze Rekapitulation der Ereignisse. Obwohl ich diese nicht zwingend gebraucht hätte, fand ich sie dennoch nützlich, vor allem wieder für die Quereinsteiger, die lange Zeit nicht zum Lesen dieses Teils gekommen sind.

Die Charaktere waren für mich eigentlich wieder relativ ordentlich gestaltet, auch wenn jetzt im 3. Band nicht mehr wirklich viel Charakterentwicklung stattfindet. Was mir jedoch sehr gut gefallen hat, war, dass Jodi Meadows den Charakter von Whit etwas mehr in den Vordergrund gestellt hat und in Anas kleiner Gruppe mitläuft. Mir gefällt sehr gut, wie sie ihn auftreten lässt und zu einem späteren Zeitpunkt schließt man ihn richtig ins Herz. Allerdings muss ich dazu sagen, dass mich einige Dinge, die die Charaktere betrafen überhaupt nicht berühren konnten. Auch wenn es irgendwelche schlimmen Dinge waren wie Tod (ja, soviel darf ich ja wohl spoilern, auch wenn ich nicht verrate wer stirbt ;) ), schwere Verletzungen oder ähnliches, konnte mich das nicht wirklich im Herzen treffen. Ich weiß nicht was ich mir gedacht habe, aber irgendwie wirkte ich ziemlich teilnahmslos als ich las, was die Autorin mit ihren Charakteren macht. Das fand ich wirklich schade. Denn so wirken manche Szenen aber auch Charaktere sehr emotionslos gestaltet.

Auch die "finale Schlacht" wie ich das Ende, den Spannungshöhepunkt, einmal nennen will, fand ich auch irgendwie recht gefühlslos erzählt, obwohl es hier wieder etwas spannender wurde. Hier hatte ich allerdings das Problem, dass ich mir die ganze Szenerie nicht wirklich ausmalen konnte. Dies passiert mir nur ganz selten und auch nur dann, wenn ich wirklich keine Ahnung habe, wie eine bestimmte Szene vonstatten gehen soll. Hiermit konnte "Nur eine Nacht" also bei mir leider keine Pluspunkte sammeln.

Das Ende konnte mich halbwegs zufriedenstellen, wenn auch nicht vollkommen. Hier wird aus einer vollkommen anderen Sichtweise erzählt, der erste und einzige Perspektivwechsel der gesamten Trilogie. Aber auch hier gab es irgendwie wieder einiges was ich anders gemacht, oder besser gesagt, anders aufgelöst hätte. So habe ich das Ende mit einem relativ verzehrten Lächeln auf den Lippen gelesen, weil es mich doch nicht ganz ausgefüllt hat.

Fazit:
Ein recht durchschnittliches Ende für eine überdurchschnittliche Trilogie. Habe mir um Längen mehr erwartet, was die einzelnen Handlungspunkte und ihre Spannungsmomente anging. So plätscherte das gesamte Geschehen nur so vor sich hin und ich war wirklich froh, als ich das Buch zur Seite legen konnte. Ich fand es sehr schade, denn die ersten beiden Bände der Trilogie haben mich richtig vom Hocker gehauen, besonders der 2. Teil. Dahingegen wirkt der 3. Band sehr schwach und hat mich sehr enttäuscht, obwohl die Darstellung der Charaktere wirklich gut war. Somit gibt es nur 3 Sterne für den Abschlussband Nur eine Nacht.

Neugierig geworden? Dann bestell das Buch gleich hier

Allgemeine Infos zum Buch
Erscheinungsdatum Erstausgabe : 18.08.2014
Aktuelle Ausgabe : 18.08.2014
Verlag : Goldmann
ISBN: 9783442476039
Flexibler Einband: 420 Seiten
Sprache: Deutsch

Dienstag, 4. November 2014

Rezension zu "Kein Ort ohne Dich" von Nicholas Sparks

Zwei Geschichten, von denen die Bedeutsamere ein wenig untergeht

 

Zum Inhalt:
Es ist tiefster Winter. Die Straßen sind glatt und rutschig und man sollte besser nicht mit dem Auto unterwegs sein. Der 91-jährige Ira denkt aber nicht daran. Binnen kurzer Zeit hat er einen Unfall und steht an der Schwelle des Todes. Das einzige was ihn am Leben hält, sind die Erinnerungen an Ruth, seine verstorbene Frau, während er in der Kälte ausharrt und auf Rettung wartet...

Gleichzeitig kämpfen Sophia und Luke, ein junges Paar, um ihre Liebe. Sie studiert Kunstgeschichte und hofft, nach ihrem Studium einen guten Arbeitsplatz in einem bekannten Museum zu erhaschen; er ist Bullenreiter und arbeitet nebenbei auf der Ranch seiner Mutter. Eine gemeinsame Zukunft scheint unvorstellbar zu sein, da beide ihr bisheriges Leben nicht aufgeben wollen.

Das Schicksal will es, dass die 3 Personen sich begegnen. Doch können sich die beiden Generationen gegenseitig retten? 
Meine Meinung:
"Oh mein Gott! Ein neuer Sparks", dachte ich als ich seine Mitteilung bezüglich seines neuen Romans gesehen habe. Natürlich war sofort klar, dass ich mir auch dieses Buch holen musste. Leider kam ich erst jetzt dazu, seinen Roman zu lesen, aufgrund von Schul- und hinterher Unistress. Das soll mich jedoch nicht an einer Rezension zu diesem Buch hindern.
Dass es sich diesmal um 2 verschiedene Geschichten handelt, die hier erzählt werden, war für mich sehr neu, da ich mich nicht erinnern kann, dass es solch einen Sparks schon einmal gegeben hat. Falls ja, möge mir das bitte verziehen sein; ich habe noch nicht alle seine Bücher gelesen.

Jedenfalls stürzte ich mich mit Feuereifer in die Geschichte - und lernte direkt zu Anfang Ira kennen, der alte Mann der auf einer abgelegenen Straße einen Unfall hat. Was mir hier sehr gut gefallen hat, ist, dass Ira selbst schildert, was genau geschehen ist, warum er von der Straße abkam und jetzt in diesem Auto liegt. Dadurch konnte ich micht persönlich sehr gut in ihn hineinversetzen. Hinzu kam noch das verwendete Präsens, so dass ich mich fühlte, als wäre ich tatsächlich dabei. Das fand ich sehr schön und ich wollte unbedingt wissen, wie es weiter geht.

Leider verlief sich dieser Wunsch im Sand als Sophias und Lukes Handlungsstrang eingeführt wurden. Zwar berichtet der Erzähler hier nicht aus der Ich-Perspektive vom Geschehen, aber dennoch fühlt man sich den Figuren sehr nah, vielleicht noch etwas näher als es bei Ira der Fall ist. Vielleicht liegt es daran, dass Sophia und Luke nur wenig älter sind als ich und Sophia selbst das College besucht. Jedenfalls habe ich die beiden Kapitel zu Luke und Sophia schneller gelesen, als das erste Kapitel um Ira. Das änderte sich auch im ganzen Buch hindurch nicht. Obwohl Ira sich selbst reflektiert, sein Leben mit dem Leser nochmal durchlebt und dem Leser auch Geheimnisse offenbart, die er sein Leben lang gehütet hat, konnte mich seine Geschichte nicht wirklich berühren oder fesseln. Ich fand Iras Handlungsstrang sogar sehr langatmig und habe mehrmals das Buch zur Seite legen müssen, weil es mich einfach nicht richtig unterhalten konnte. Das fand ich sehr schade. Denn Iras Geschichte ist um einiges bedeutsamer und tiefgründiger als Lukes und Sophias Erzählstrang.

Deswegen war ich auch echt verwundert, dass mich Sophias und Lukes Geschichte mehr in ihren Bann gezogen hat, als die von Ira. Irgendwie passierte dort viel mehr: die Konflikte zwischen Sophia und Luke beispielsweise oder auch die Sorgen und Probleme, die die beiden hatten, wirkten auf mich insgesamt etwas liebevoller gestaltet als Iras Erzählstrang. Zwar ist es nicht uninteressant, was Ira in der Vergangenheit erlebt hat, aber dennoch gefiel mir die benutzte Sprache irgendwie nicht, beziehungsweise konnte sie mich nicht so sehr fesseln, dass ich am liebsten das Buch in einem Rutsch durchgelesen hätte.

Was mir zudem nicht sonderlich gut gefallen hat, war, wie Sophia, Luke und Ira sich begegnen. Das Ganze findet erst recht gegen Ende des Buches statt und wirkte auf mich irgendwie recht gestellt. Irgendwie konnte ich dem Autor nicht wirklich abnehmen, dass er das ernst meinte. Ich hätte es viel besser gefunden, wenn die drei sich schon gegen Mitte des Buches begegnet wären. Viele Dinge, die nämlich nach dem gemeinsamen Treffen passieren, wirken nämlich sehr vertraut, wie es nur bei Menschen ist, die sich schon länger kennen. Somit war das Ende für mich sehr unrealistisch, weil alles nach dem Motto "Friede, Freude, Eierkuchen" abgelaufen ist. Auch hier hatte ich wieder das Gefühl, dass das überhaupt nicht passen wollte und habe mich fürchterlich darüber geärgert, dass Nicholas Sparks das so geschrieben hatte. Normalerweise bin ich wirklich bessere und realistischere Enden von ihm gewöhnt. Wirklich traurig!
Fazit:
Alles in allem kann man glaube ich sagen, dass ich nicht ganz so begeistert von Sparks' neuestem Werk bin. Zwar wirkte Iras Story sehr interessant, wurde aber dennoch so langweilig gehalten, dass ich mehrere lange Pausen machen musste um das Buch zu beenden. Dahingegen hat mir Sophias und Lukes Story schon besser gefallen, auch was die einzelnen Handlungen der beiden anging. Auch fand ich die Charaktere nicht zu flach, sondern sie hatten auf den gesamten 537 Seiten genug Tiefe, dass man sich in sie hineinversetzen und ihre Gefühle nachvollziehen konnte.

Das Ende kam mir sehr konstruiert vor, genauso wie die Begegnung zwischen Ira, Sophia und Luke. Damit erschien es mir nicht wirklich glaubwürdig, was ich sehr schade finde. Das hätte man anders lösen können. Auch das Ende insgesamt wirkte auf mich etwas unrealistisch. Es war mir im Gegensatz zu dem vorherigen Geschehen irgendwie zu friedlich und zu utopisch, könnte man fast schon sagen. Daher gibt es für Kein Ort ohne Dich auch nur 3 Sterne.
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Allgemeine Infos zum Buch
Erscheinungsdatum Erstausgabe : 25.11.2013
Aktuelle Ausgabe : 25.11.2013
Verlag : Heyne
ISBN: 9783453268395
Fester Einband: 544 Seiten
Sprache: Deutsch