Posts mit dem Label Lesechallenge 2017 werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Lesechallenge 2017 werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Freitag, 17. März 2017

Rezension zu "Hidden Figures - Unerkannte Heldinnen von Margot Lee Shetterly

Ein gutes Sachbuch zu einem wenig bekannten Teil der amerikanischen Raumfahrt

 

Zum Inhalt:
Katherine Johnson, Dorothy Vaughan und Mary Jackson - Namen, die vermutlich nur wenige Menschen auf der Welt etwas sagen. Doch diese drei Frauen wurden als "Computer in Röcken" mit der NASA in den 1950ern bis 60ern weltberühmt für ihre Berechnungen und großen Verdienste in der US-amerikanischen Raumfahrt. In einer Zeit in der Segregation zwischen schwarz und weiß noch legal und aktiv betrieben und Frauen eher als Hausfrauen und Mütter angesehen wurden, erkämpfen sich diese drei Frauen einen heißbegehrten Job als Rechnerinnen. Für die NASA sind ihre Fähigkeiten von unschätzbarem Wert, was die Frauen in eine Position bringt, eine bedeutende Welle der Veränderung im Kampf um Gleichberechtigung loszutreten...

Meine Meinung:
Da ich mich sehr für die Geschichte der amerikanischen Kultur interessiere (ich studiere immerhin ja auch Englisch :D), hat mich das Buch direkt angesprochen. Deswegen habe ich mich auch sehr gefreut, als ich es im Zuge einer Leserunde gewonnen habe.

Vorab sei gesagt: Dieses Buch ist KEIN Roman. Die Autorin Margot Lee Shetterly ist selbst Wissenschaftlerin und hat sich über 5 Jahre mit diesem Thema beschäftigt bevor sie sich an das Schreiben des Buches machte. Wer also hier eine schön geschriebene Romanhandlung erwartet, wird von diesem Buch am Ende dann doch sehr enttäuscht sein. Obwohl dieses Buch eigentlich ein Sachbuch ist, lässt es sich dennoch gut lesen wie ich finde. Man erfährt eine Menge über die US-amerikanische Geschichte, nicht nur was den Aufbau der Raumfahrt angeht sondern auch was die Trennung von schwarz und weiß anbelangt. So stellt die Autorin beispielsweise die Toilettensituation bei der Nasa dar, dass schwarze Mädchen nicht die Toiletten der "Weißen" benutzen dürfen und umgekehrt oder dass es einen separaten Tisch für die farbigen Arbeiterinnen gab. Dies so dargestellt zu lesen ist für jemanden, der diese ganze Situation nicht miterlebt hat und in einer recht offenen Welt lebt, kaum noch vorstellbar. Trotzdem helfen die Beschreibungen, sich ein wenig mehr in die Situation von vor 50 Jahren hineinzuversetzen. Leider fand ich es ein wenig schwer, den wissenschaftlichen Erklärungen der Autorin zu folgen. Dadurch, dass es sich viel um die Raumfahrt und die damit zusammenhängenden wissenschaftlichen Fachtermini dreht, kommt man als Laie nur schwer mit. Vieles erscheint einem recht unverständlich und es dauert eine Weile bis man sich einigermaßen in den Schreibstil einfinden kann. Auch die Zeitsprünge, die die Autorin zwischenzeitlich einbaut um die Handlung ein wenig voranzutreiben, kamen manchmal sehr unerwartet, so dass man sehr stark aus der Handlung gerissen wurde und sich erst einmal erneut in der Geschichte orientieren musste. Das fand ich etwas schade, da es meine Motivation ein wenig geschmälert hat, weiterzulesen. Was ich außerdem noch gut gefunden hätte, wären Fotos, die zumindest in einem Abbildungsverzeichnis auftauchen, damit man vielleicht eine ungefähre Vorstellung hat, wie bestimmt Szenerien zu der damaligen zeit aussahen. Zwar nennt die Autorin in ihrer Referenzliste einige Links zu den verschiedenen Bildern, jedoch hat man nicht immer einen Laptop oder ein Tablet bei sich, um diese Bilder abzurufen. So konnte ich mir einige Szenerien oder Bilder nur sehr schwer vorstellen.

Auch die drei Frauen, die die Protagonistinnen des Romans sind, haben mir sehr gut gefallen. Trotzdem waren neben ihnen auch andere Rechnerinnen wichtig. Zwar erhält man keinen richtigen Einblick in ihre jeweiligen Leben, wie es bei Katherine, Dorothy und Mary der Fall ist, aber auch ihre Taten und Leistungen für die NASA spielen eine wichtige Rolle im weiteren Verlauf. Besonders Dorothys und Marys Werdegang bei der NASA spielen eine wichtige Rolle im Buch, während Katherine bis zur Mitte der Geschichte fast komplett außer Acht gelassen wird. Dies ist allerdings überhaupt nicht schlimm, da alle drei Frauen unglaublich detailliert von der Autorin ausgearbeitet werden. Man kann ihrem Werdegang unglaublich gut folgen und auch ihre Hintergründe werden sehr gut erklärt, was einem hilft, die Frauen besser zu verstehen und sich in sie hineinzuversetzen. Ich habe mich besonders auf Katherines Karriere bei der NASA gefreut, weil sie im Grunde die eigentliche Protagonistin des Buches ist, was auch im Klappentext durch die aufgelisteten Meilensteine aufgelistet wird. Dennoch waren auch Marys und Dorothys Stationen bei der NASA sehr interessant zu lesen und besonders durch die Interviews, die die Autorin mit den Kindern der beiden Frauen führte, bekommt der Leser noch einmal einen genaueren Einblick in das Leben der beiden.

Der Verlauf des Buches selbst orientiert sich stark am Werdegang der drei Protagonistinnen als auch am Aufbau der NASA allgemein. Zwar baut die Autorin immer wieder Zeitsprünge ein, die den Leser schnell aus der Bahn werfen können; diese beziehen sich aber größtenteils auf Hintergrundinformationen zu dem jeweiligen Jahrzehnt, in dem sich der Leser und die Handlung gerade befindet. Dies ist unglaublich interessant, denn so bekommt man als Außenstehender auch einen Eindruck von der herrschenden Segregation in den USA und wie sich dies auf die Bevölkerung ausgewirkt hat. Dabei ist nicht einmal ein großes Vorwissen notwendig, um sich in die Situation der Farbigen hineinversetzen zu können, sondern wird langsam an die Situation herangeführt, so dass auch Leser, die sich zuvor nicht mit der Segregetion in Amerika beschäftigt haben, ein grundlegendes Verständnis davon bekommen. Man wird also mit Hidden Figures - Unerkannte Heldinnnen an ein Kapitel der amerikanischen Raumfahrtsgeschichte herangeführt, dass definitiv mehr Aufmerksamkeit verdient als es momentan bekommt.

Auch das Ende hat mir gut gefallen. Auch wenn die Autorin von vorneherein festhält, dass sie nicht alle Aspekte, die sie gerne einbringen möchte, einbringen kann, schafft sie es dennoch, noch einige neue interessante Fakten zu präsentieren. Allgemein lässt sich festhalten, dass das Ende sehr abrundend auf den restlichen Teil des Sachbuches wirkt und die Geschichte nicht abrupt abreißt. Hidden Figures - Unerkannte Heldinnen bietet somit ein Sachbuch, das unglaublich lehrreich ist.
Fazit:
Bei Hidden Figures - Unerkannte Heldinnen handelt es sich um ein gutes Sachbuch zu einem wenig bekannten Teil der amerikanischen Raumfahrt. Obwohl viel mit wissenschaftlichen Termini und Zeitsprüngen gearbeitet wird, ist es doch möglich, der Handlung einigermaßen gut zu folgen. Besonders die drei Protagonistinnen Katherine, Dorothy und Mary helfen dem Leser, sich in die Zeit hineinzuversetzen, in der die USA von Segregation und Benachteiligung der Frauen dominiert wurden und zeigen auf, dass trotz der Benachteiligung durch nicht vorhandene Beförderung oder getrennte Toiletten ein Eingreifen viel bewegen kann. Für dieses tolle Sachbuch, das mit einem schönen abrundenden Ende aufwartet, vergebe ich 4 von 5 Sternen.

Neugierig geworden? Dann bestell das Buch gleich hier
 
 Allgemeine Infos zum Buch
Erscheinungsdatum Erstausgabe : 02.01.2017
Aktuelle Ausgabe : 02.01.2017
Verlag : HarperCollins
ISBN: 9783959670845
Flexibler Einband 400 Seiten
Sprache: Deutsch
 

Samstag, 21. Januar 2017

Rezension zu "Die sieben Schwestern" von Lucinda Riley

Mittelmäßiger Reihenauftakt mit lehrreichem historischen Hintergrund

 

Zum Inhalt:
Die sieben Schwestern ist der 1. Band der gleichnamigen Reihe. Maia d'Aplièse ist die älteste von 6 Töchtern, die ihr Vater aus allen Teilen der Welt adoptiert hat. Als einzige ist sie auf dem Anwesen ihres Vaters geblieben während ihre Schwestern in alle Ecken der Erde verstreut worden sind. Gerade, als Maia einige Tage in Lndon verbringt, verstirbt jedoch ihr geliebter Vater. Ihre komplette Welt bricht zusammen, denn ohne Pa Salt wird das Anwesen "Atlantis" nie wieder dasselbe sein. Als sich die Schwestern beim Notar einfinden, werden ihnen Briefe überrreicht - Briefe, die ihr Vater jeder von ihnen kurz vor seinem Tod gewidmet hat. Sie enthalten Hinweise auf ihren eigentlichen Geburtsort. Gemeinsam mit dem Schriftsteller Floriano begibt sich Maia auf die Suche nach ihrer Vergangenheit - und taucht ein ins Brasilien der 1920er Jahre, das stark von Aufbruchsstimmung geprägt ist...

Meine Meinung:
Da ich lange keine Familienromane mit Geheimnissen gelesen habe, dachte ich mir, dass es mal wieder an der Zeit ist, das zu tun. In der Bibliothek sprang mir daher dieses Buch von Lucinda Riley ins Auge und so lieh ich es mir kurzerhand aus, weil ich noch nie einen solchen Roman gelesen habe, der besonders Brasilien in den Vordergrund rückt.

Die Sprache, die die Autorin verwendet, fand ich nicht in irgendeiner Art und Weise besonders. Sie legt extremen Wert auf die Handlungen der Charaktere, anstatt noch etwas näher ihr Gefühlsleben zu beleuchten. Somit wird klar, dass gravierend der Verlauf der Handlung im Vordergrund des Buches steht, was ich allerdings nicht ganz so tragisch finde. Leider gibt es jedoch zwischenzeitlich solch verschachtelte Sätze, dass man diese mehrmals lesen muss, um wirklich zu verstehen, was hier gemeint ist. Ich weiß leider nicht, ob dies der deutschen Übersetzung geschuldet ist, aber es war dann zwischenzeitlich ein wenig anstrengend, den Erzählungen zu folgen, wenn in einem Satz viel zu viele Informationen enthalten waren. Das Buch selbst ist in zwei Erzählstränge unterteilt; im Gegenwartsstrang wird aus Maias Sicht erzählt während der Vergangenheitsstrang Izabellas Geschichte, Maias Urgroßmutter, darlegt. Bei den Kapiteln, in denen es vornehmlich um Maia geht, wird aus der Ich-Perspektive berichtet, während Izabellas Erzählstrang durch einen personalen Erzähler ausgedrückt wird. Obwohl ich normalerweise ein großer Freund der Ich-Perspektive bin, hat mir bei diesem Buch eher der personale Erzählstil bei Izabella zugesagt. Irgendwie kam ich Maia, trotz der Tatsache, dass man in sie hineinschlüpft, nicht wirklich nah, sondern wurde immer auf Distanz gehalten. So fiel es mir auch schwer, mich mit ihr auseinanderzusetzen, geschweige denn mich wirklich in sie hineinzudenken. Dies hat mir bei der Erzählperspektive von Izabella um einiges besser gefallen, so dass ich mich ihr hinterher näher fühlte als Maia. Das die Autorin noch einmal zwischen den Erzählperspektiven hin- und herwechselt, hat mir auch gut gefallen. Es bietet ein wenig Abwechslung und trennt Maia und Izabella als Charaktere voneinander. Leider hätte ich mir gewünscht, dass die Sprache in Izabellas Erzählstrang noch ein wenig mehr an die Zeit angepasst ist. Einen wirklichen Unterschied zu der Erzählweise der Gegenwartskapitel habe ich da leider nicht feststellen können. Das fand ich ein wenig schade. Was mir zudem noch aufgefallen ist, ist, dass einige Kapitel äußerst lang sind, sie also nicht unbedingt in einem Rutsch machbar für alle Leser erscheinen. Trotzdem sind einige Lesepausen möglich, da immer wieder Zeitsprünge in die Kapitel eingebaut werden, an denen man kurz Halt machen kann.

Wie ich vorhin schon erwähnt habe, hatte ich einige Probleme mich in Maia hineinzudenken, denn trotz Ich-Perspektive gab es so etwas wie eine unsichtbare Wand die zwischen mir und der Protagonistin stand. Ich konnte mich überhaupt nicht mit ihr identifizieren, weshalb der Gegenwartsstrang für mich definitiv mehr Schwächen aufweist als Izabellas Geschichte. Während des Handlungsverlaufs hatte ich das Gefühl, dass Maia selbst nur als Medium zur Vermittlung von Izabellas Biografie dient. Im Gegenwartsstrang gab es nämlich keine großartigen Nebencharaktere, die wichtig werden und Maia selbst blieb für mich nur eine Person auf dem Papier, allerdings kein Charakter, den ich mir ins wirkliche Leben hätte denken können. Dadurch wurde die Geschichte für mich recht unspannend. Izabellas Erzählung erschien mir allerdings weitaus interessanter, besonders, was die Charaktere betrifft. Es gibt viel mehr Charaktere, sowohl Protagonisten als auch Nebenpersonen, und um Längen mehr Interaktion mit ihnen. Einerseits wurden die Charaktere somit viel Tiefer, weil es eben mehr Handlungsspielraum gab. Andererseits wurde das Geschehen in diesem Handlungsstrang viel eher am Leben gehalten als es im Gegenwartsteil des Buches der Fall war. Somit hat es mir mehr Spaß gemacht, Izabellas Geschichte fortzusetzen als die von Maia.

Auch der Handlungsverlauf hat mir im Vergangenheitsteil des Romans um Längen besser gefallen als der im Gegenwartsteil. Letzterer galt eher als Rahmen für die Geschichte im Allgemeinen, war jedoch nicht unbedingt zwingend notwendig für mich. Dadurch, dass es im Gegenwartsteil im Vergleich sehr wenig Interaktion gab, kamen mir viele von Maias Entscheidungen und Handlungen, sowie das Geschehen an sich selbst sehr übereilt vor, was für mich nicht zu der Geschichte gepasst hat. Insgesamt war die Geschichte um Maia sehr langwierig und konnte mich nicht wirklich fesseln. Durch diese Passagen des Romans musste ich mich wirklich durchquälen, während Izabellas Geschichte mir viel interessanter erschien. Diese ist durch den historischen Hintergrund - den Entwurf der Christo-Statue als Rahmenhandlung - unglaublich tiefgehend und interessant, besonders, da sich an der wahren Begebenheit orientiert wurde. Das hat mir sehr gut gefallen und bringt dem Leser zudem geschichtliches Wissen näher, das er nicht in der Schule erwerben kann. Durch die jeweiligen Cliff-Hanger beim Erzählstrangwechsel möchte man unbedingt weiterlesen, besonders was Izabellas Geschichte angeht. Die Hoffnung darauf, ihre Biografie weiterzuverfolgen, ließ mich die Langwierigkeiten des Gegenwartsstranges ertragen.

Das Ende rundet zwar den Vergangenheitsstrang recht gut ab, besonders, da einiges davon noch in der Gegenwartshandlung geklärt wird. Mit dem Ende von Maias Geschichte bin ich allerdings nicht ganz so zufrieden. Irgendwie er schien mir alles so abgehackt und abrupt, so dass es nicht wirklich gut in den restlichen Teil des Romans eingbunden ist. Stattdessen gibt die Autorin in den letzten zwei Kapiteln schon einen Ausblick auf die nächste Schwester, deren Vergangenheit beleuchtet wird. Das hätte ich mir persönlich ein wenig anders gewünscht. Stattdessen hätte man Maias Geschichte ein wenig mehr abrunden können, weil hier nun nicht wirklich Informationen über Ally präsentiert werden, die nicht auch am Anfang des 2. Teils hätten stehen können. Auch, dass viele Dinge trotzdem noch ungeklärt blieben, hat mich ein wenig gestört. Dabei geht es vornehmlich um einige Angelegenheiten Pa Salt und Maia betreffend, die ich hier aber aufgrund von Spoilern nicht weiter ausführen möchte. Da im nächsten Band Ally die Rolle der Protagonistin übernehmen wird, denke ich nicht, dass es dahingehend eine Aufklärung geben wird. Schade.
 
Fazit:
Für mich ein recht mittelmäßiger Auftakt dieser Familienserie. Der historische Hintergrund ist unglaublich interessant, ebenso wie die Geschehnisse um Izabella, doch der Gegenwartsstrang war mir leider ein wenig zu lasch. Man kann sich weder in Maia, noch in irgendeine ihrer Handlungen hineinversetzen, da sie praktisch nur als Medium dazu dient, Izabellas Geschichte zu erzählen. Diese ist um einiges tiefer, mit interessanten Charakteren und Cliff-Hangern, so dass man unbedingt weiterlesen möchte. Auch der Rahmen, den die Autorin mit dem Bau der Christo-Staute setzt, hat mir sehr gut gefallen und bringt dem Leser auch historisches Hintergrundwissen näher. Auch hier hat mir das Ende des Vergangenheitsstrangs gut gefallen, während der Gegenwartsstrang mit einigem Holpern schließlich zum Stillstand kam. Wirklich gepasst hat das Ende hier nicht. Das fand ich etwas schade. Ich hoffe, dass der nächste Band Die Sturmschwester mit einer etwas interessanteren Geschichte und tiefergehenden Charakteren in der Gegenwartshandlung aufwarten kann. Für Die sieben Schwestern vergebe ich 3 Sterne.

Neugierig geworden? Dann bestell das Buch gleich hier

Allgemeine Infos zum Buch
Erscheinungsdatum Erstausgabe : 09.03.2015
Aktuelle Ausgabe : 19.09.2016
Verlag : Goldmann
ISBN: 9783442479719
Flexibler Einband 550 Seiten
Sprache: Deutsch

Montag, 16. Januar 2017

Rezension zu "Die 100" von Kass Morgan

Beklemmende Dystopie mit viel Potential

 

Zum Inhalt:
Die Menschheit, 300 Jahre in der Zukunft: Der Planet Erde ist nach dem atomaren Krieg unbewohnbar geworden. Trotzdem haben ihn eine Handvoll Menschen überlebt, welche auf ein großes Raumschiff ausgewichen ist, das in 3 Klassen unterteilt ist: Walden, Arcadia und Phoenix. Wer auf dem Schiff ein gutes Leben haben möchte, muss die Regeln befolgen und diese sind strikt und vielseitig. Wer gegen sie verstößt, kommt unter Arrest und muss auf seinen Prozess warten. Wird der Angeklagte für schuldig befunden erwartet ihn die Todesstrafe, welche allerdings erst durchführbar ist, wenn die Täter volljährig sind. Besorgniserregend: in letzter Zeit wurden fast alle Angeklagten für schuldig befunden und so schnell wie möglich hingerichtet. Dies soll sich nun aber ändern. Die Idee der Schiffsregierung: 100 jugendliche Straftäter auf die Erde schicken um zu prüfen, ob sie wieder bewohnbar ist. Unter ihnen ist die Ärztin in Ausbildung Clarke, der Sohn des Präsidenten namens Wells, der bei seiner großen Liebe sein möchte, und der intelligente Bellamy, der um jeden Preis seine kleine Schwester beschützen will. Doch alleine bei ihrer Ankunft auf dem blauen Planeten wird ihnen klar, dass sie allerhand Schwierigkeiten bewältigen müssen...

Meine Meinung:
Während einer Werbepause habe ich den Trailer zur gleichnamigen Serie gesehen, wusste aber nicht, dass es einen Roman dazu gibt. Kurz bevor ich die Serie anfangen wollte, entdeckte ich dann im Thalia das Buch dazu und musste es natürlich gleich mitnehmen. So ist meine Rezension vom Aufbau der Serie unbeeinflusst und basiert aussschließlich auf der Buchfassung der Autorin.

Insgesamt empfand ich den Schreibstil, den die Autorin nutzt, als sehr objektiv und eher auf die Interaktion der Charaktere fokussiert als auf ihr Gefühlsleben. Vielleicht liegt dies auch daran, dass sie keine Ich-Perspektive genutzt hat, sondern den personalen Erzähler. Trotzdem empfand ich diesen objektiven Schreibstil nicht als störend. Man musste sich ein wenig an ihn gewöhnen, aber nach wenigen Kapiteln konnte ich sehr gut damit umgehen. Jedes Kapitel ist abwechselnd aus der Sicht von den 3 Jugendlichen geschrieben, die die Protagonisten des Romans sind, was einerseits auf verschiedene Handlungsstränge hindeutet und andererseits die Charaktere noch einmal vielschichtiger darstellt. Dadurch kommt viel Abwechslung in die Geschichte selbst, so dass man sich nicht nur auf einen Charakter, sondern auf verschiedene Protagonisten und ihre Hintergrundgeschichte konzentriert. Die Kapitel selbst sind nicht sonderlich lang, so dass man eines auf jeden Fall während eines Leseflusses schaffen kann. Dadurch, dass alle von ihnen mit einem Cliff-Hanger enden, möchte man aber so schnell weiterlesen um zu wissen, wie es mit dem jeweiligen Charakter weitergeht. 

Die Charaktere selbst sind unglaublich verschieden und vielschichtig gestaltet, vor allem da alle Protagonisten, und auch die Nebenfiguren, verschiedene Ziele verfolgen und mit verschiedenen Erwartungen auf die Erde geschickt worden sind. Dies liegt vor allem an den verschiedenen Persönlichkeiten, die jeder Charakter innehat. DIes fällt besonders bei der wörtlichen Rede der Charaktere auf. Da auch kein Charakter wie der andere ist, hat man so verschiedene Persönlichkeiten, die aufeinandertreffen und nicht immer gleich gut miteinander auskommen. Die Protagonisten erhalten besondere Tiefe durch die bruchstückhaft dargestellte Vorgeschichte, die in jedem Kapitel eingebaut wird. Dadurch gelingt es dem Leser, ein wenig hinter die Kulissen zu blicken und die Charaktere besser kennenzulernen, ebenso wie ihre Handlungen besser nachzuvollziehen. Auch wenn der Großteil der Personen, die in der Handlung auftreten, die Protagonisten der Buchserie sind, kommen doch einige Nebencharaktere vor, beispielsweise Graham oder Bellamys Schwester Octavia, ebenso wie Clarkes Freundin Octavia. Zwar lernt man diese nicht ganz so gut kennen wie die Hauptpersonen, trotzdem gibt es einige Interaktion mit ihnen, so dass sie nicht nur auf dem Papier existieren. Auch kann man am Ende des ersten Bandes darüber urteilen, ob man diesen oder jenen Charakter mag, was mir persönlich sehr wichtig ist, da man so ein Gefühl für die jeweiligen Hauptpersonen bekommt.

Der Handlungsverlauf blieb für mich durchgehend spannend. Ich wurde praktisch sofort von der Geschichte mitgerissen und erinnere mich an keine nennenswerten Längen. Die 315 Seiten lasen sich fast wie von selbst. Besonders für Spannung sorgen die verschiedenen Handlungsstränge, die durch die verschiedenen Charaktere geschaffen werden. Besonders die Vergangenheitsschnipsel sorgen für mehr Hintergrundinfos über die Protagonisten und bringen somit viel mehr Leben in die Geschichte insgesamt. Ständig passiert etwas neues, so dass man die zukünftige Handlung nicht vorhersagen kann, da man keine Erwartungen an den weiteren Verlauf der Geschichte stellen kann. Was zudem noch äußerst interessant ist, ist die Situation auf dem Schiff, die auch durch weitere Kapitel noch näher beleuchtet wird. Dadurch erfährt man nicht nur, wie das Leben auf der Erde weitergeht, sondern bekommt auch einen Einblick in das Leben auf dem Raumschiff. Dies sorgt dafür, dass auch das Raumschiff als Lebensraum kein abstrakter Ort bleibt, sondern dem Leser nähergebracht und durch die Beschreibungen der Autorin noch mehr konkretisiert wird.

Der Cliff-Hanger am Ende des Romans macht definitiv Lust auf mehr. Deswegen hoffe ich, dass ich auch bald den 2. Band der Serie lesen kann. Er rundet meiner Meinung nach den ersten Band sehr gut ab, obwohl die Handlung im Auftakt der Serie vielleicht doch ein bisschen kurz gehalten ist. Da der Abschluss aber durchaus vielversprechend ist, möchte man auf jeden Fall weiterlesen, besonders, da sich nicht genau voraussagen lässt, wie die Geschichte weitergeht.

Fazit:
Für mich erweist sich Die 100 als toller Auftakt einer etwas anderen Dystopie, die sehr viel Potential aufweist. Die wechselnde Charaktersicht hält die Spannung aufrecht, ebenso die Rückblicke in die Vergangenheit, die die Tiefe der Charaktere Stück für Stück freilegen. Die verschiedenen Handlungsstränge machen Lust auf mehr. Dadurch, dass dann auch noch die meisten Kapitel mit einem Cliff-Hanger enden, möchte man unbedingt weiterlesen und gleitet praktisch durch das relativ kurze Buch. Obwohl auch viel Sci-Fi-Vokabular benutzt wird, ist die Sprache des Romans doch relativ einfach gehalten, so dass man den Erzählungen der Autorin gut folgen kann. Auch wenn mir die Charaktere und die bisherige Handlung sehr gut gefallen, gibt es trotzdem noch eine Menge Potential, aus dem der 2. Band der Serie schöpfen kann. Für diesen tollen ersten Band vergebe ich daher trotzdem 5 von 5 Sternen, weil er mir im Gesamtpaket einfach unglaublich gut gefallen hat.

Neugierig geworden? Dann bestell das Buch gleich hier

Allgemeine Infos zum Buch:
Erscheinungsdatum Erstausgabe : 27.07.2015
Aktuelle Ausgabe : 27.07.2015
Verlag : Heyne
ISBN: 9783453269491
Flexibler Einband 320 Seiten
Sprache: Deutsch

Samstag, 14. Januar 2017

Rezension zu "Maybe Someday" von Colleen Hoover

Berührende Geschichte, die jedoch leider nur die Protagonisten wichtig erscheinen lässt

 

Zum Inhalt: 
Sydney ist 22 und ihr Leben könnte nicht besser laufen. Sie studiert ihr Wunschfach - Musik - ist mit ihrer besten Freundin Tori in die erste Wohnung gezogen und hat ihren super tollen Freund Hunter. Was Sydney jedoch nicht weiß: ihre Beziehung ist nicht so glücklich wie es scheint. Denn Hunter betrügt sie - und zwar mit keiner geringeren als Tori. Sydney findet dies allerdings nicht selbst heraus, sondern über ihren Nachbarn Ridge. Dieser sitzt jeden Abend auf seinem Balkon und spielt Gitarre, kann allerdings aufgrund einer Schreibblockade keine neuen Songs mehr zustande bringen und bittet Sydney deswegen um Hilfe. Als sie schließlich aus ihrer Wohnung flüchtet, um der ganzen Situation zu entgehen, sucht Sydney Zuflucht bei Ridge. Dieser bietet ihr an, in das leere Zimmer der WG, die nur aus Warren, Bridgette und ihm besteht zu ziehen - allerdings nur, wenn sie ihm weiter beim Songschreiben hilft. Sydney kommt das Angebot gerade recht, denn in der Wohnung mit Tori möchte sie auf keinen Fall bleiben. Doch beim Songschreiben bleibt es zwischen Ridge und ihr nicht: die beiden spüren eine gegenseitige Anziehungskraft und kommen sich immer näher. Und das, obwohl Ridge eine Freundin hat...

Meine Meinung:
Wer mich kennt, weiß, dass ich bereits schon einige Colleen-Hoover-Bücher verschlungen habe. Auch wenn mir nicht alle gleich gut gefallen haben, musste ich mir Maybe Someday einfach zulegen, da ich das Thema unglaublich interessant fand und es wenige gute Romane über Musik gibt. 

Die Sprache ist, wie bei eigentlich allen Colleen-Hoover-Romanen zuvor, sehr einfach gehalten, so dass man der Erzählung sehr gut folgen kann. Sie orientiert sich gleichermaßen am Innenleben der Charaktere als auch an ihren Handlungen, so dass eine gute Balance zwischen beiden Komponenten entsteht. Dadurch, dass sie auch sehr schnörkellos ist, muss man nicht sonderlich viel Konzentration aufwenden, um der Erzählung zu folgen. Abwechselnd wird aus Sydneys und Ridges Sicht erzählt. Das hat mir außerordentlich gut gefallen, denn so kennt man nicht nur die Gedanken- und Gefühlswelt eines einzigen Charakters, sondern die von beiden Protagonisten. Dadurch kann man sich ein ungefähres Bild davon machen, was in der zukünftigen Handlung passieren wird und man kann sich perfekt in die beiden hineinversetzen. Etwas schade fand ich, dass Ridges Kapitel trotz allem immer noch ein wenig kürzer gehalten waren, als Sydneys Kapitel. Während Sydneys Erzählungen meist über 10 Seiten oder mehr gingen, waren Ridges Kapitel oftmals nur halb so lang. Dadurch hatte man, trotz allem, doch noch einen besseren Einblick über Sydney selbst.

Sydney und Ridge lernt man auch im Verlauf des Buches von allen Charakteren am besten kennen. Besonders Ridge ist ein unglaublich interessanter Charakter, alleine schon dadurch, dass der Leser eine riesige Überraschung erlebt, wenn Sydney und er zum ersten Mal wirklich aufeinander treffen. Durch die Eigenarten der beiden Protagonisten schafft Colleen Hoover einzigartige Personen und behandelt auch sensible Themen, die sonst nicht in der Art und Weise angesprochen werden, wie sie es tut. Das gefällt mir immer außerordentlich gut an ihren Romanen. Außer Sydney und Ridge sind außerdem noch Warren und Maggie Charaktere, die der Leser besser kennenlernt. Alle anderen Personen, die im Buch erwähnt werden oder ein paar Auftritte haben, wirken komplett farblos, weil so gut wie gar nicht angesprochen oder charakterisiert werden. Das beste Beispiel sind hier Sydneys Eltern, von denen auch öfter geredet wird. Es findet kein einziges Mal eine Interaktion zwischen ihnen und ihrer Tochter statt, was ich wirklich sehr schade fand, vor allem, da Sydney sie selbst des öfteren erwähnt. Auch Hunter und Tori kommen nur kurz am Anfang vor und bis auf eine einzige Interaktion mit Hunter gibt es nichts weiter über diesen Charakter festzuhalten. Das Gleiche gilt für Bridgette, wodurch die Charaktere für mich nur auf dem Papier existieren, da ich sie mir nicht ins wirkliche Leben denken kann. Dadurch konzentriert sich die Handlung bzw. der Roman im Allgemeinen nur auf Sydney und Ridge, was ich sehr schade finde, denn verschiedene Handlungsstränge hätten hier ihr Potential zur Ausarbeitung gefunden.

Insgesamt fand ich den Handlungsverlauf ganz ok, wenn er auch einige Längen aufweist. Besonders die Song-Entstehungsphasen mit Sydney und Ridge waren für mich unglaublich interessant, besonders, da man sich die Songs selbst auch anhören konnte, so dass man eine Vorstellung von ihrem Klang hatte. Trotzdem gab es keine richtige Abwechslung. Ridge und Sydneys Beziehung - oder eher Nicht-Beziehung - stand die ganze Zeit im Vordergrund. Es gab kein Kapitel in dem die beiden fernab voneinander etwas unternommen haben, beziehungsweise, dass Sydney über ihr Studium oder ihren Job erzählt hat, generell einmal mit anderen Personen außerhalb der WG interagiert oder ähnliches. Auch das Musikthema rückt schnell in den Hintergrund, was ich auch sehr schade fand. Das war nach einiger Zeit unheimlich ermüdend für mich und schmälerte meine Motivation weiterzulesen. Trotzdem behandelt das Buch ein sehr sensibles Thema und stellt die eigene Entscheidungskraft infrage, was verschiedene Situationen betrifft. Viele unerwartete Wendungen können den Leser trotz einiger Längen im Handlungsverlauf überraschen, so dass dieser an das Ende des Buches gelanfen will, da viele Entscheidungen der Charaktere gar nicht klar abzusehen sind. 

Das Ende war mir persönlich vielleicht doch einen Tick zu kitschig, bildet aber auf jeden Fall einen sehr schönen Abschluss zur Gesamthandlung. Es fügt sich gut in die Geschichte ein und rundet den Roman gut ab. Fans von Schnulzenromanen kommen hier auf jeden Fall auf ihre Kosten. Wer es nicht ganz so romantisch mag, empfindet das Ende vielleicht genau wie ich ein wenig zu dick aufgetragen.

Fazit:
Ein recht guter Roman, der ein äußerst sensibles Thema behandelt und die eigene Entscheidungskraft und Moral infrage stellt. Der Sprachstil lässt sich gut verfolgen und die Ich-Perspektive, ebenso wie die wechselnde Charaktersicht helfen dem Leser, sich in die Protagonisten hineinzuversetzen. Nervig war, dass es nur um Sydney und Ridge ging und um gar nichts anderes, so dass sowohl die anderen Charaktere als auch das Thema des Songschreibens recht farblos blieb. Hier hätte ich mir ein wenig mehr Kommunikation mit der Außenwelt gewünscht, besonders bei Sydney. Dadurch wirkt die Handlung schnell langweilig, da im Grunde immer nur wieder das Gleiche passiert, obwohl es mehr Möglichkeiten gegeben hätte, die Handlungsstränge auszuarbeiten. Trotzdem möchte man das Buch beenden, da sich überhaupt nicht absehen lässt, wie die Charaktere sich letzten Endes doch entscheiden. Empfehlen kann ich diesen Roman Musikliebhabern, die mit den Songs sogar noch ein interaktives Erlebnis erfahren und Fans von Liebesromanen, die es nicht stört, wenn das Hauptaugenmerk hauptsächlich nur auf den Protagonisten liegt. Nach reiflicher Überlegung bekommt Maybe Someday von mir gerade noch so 4 von 5 Sternen.

Neugierig geworden? Dann bestell das Buch gleich hier


Allgemeine Infos zum Buch:
Erscheinungsdatum Erstausgabe : 18.03.2016
Aktuelle Ausgabe : 18.03.2016
Verlag : dtv Verlagsgesellschaft
ISBN: 9783423740180
Flexibler Einband 432 Seiten
Sprache: Deutsch

Donnerstag, 12. Januar 2017

Lesechallenge 2017

Aloha, ihr Lieben :)

und damit heiße ich euch auch dieses Jahr herzlich auf meinem Blog willkommen. Schnappt euch eine Tasse Tee, lehnt euch zurück und genießt mit mir wieder ein weiteres Jahr voller (hoffentlich guter) Bücher. Auch dieses Jahr habe ich wieder eine Lesechallenge erstellt, die ich vielleicht dieses Mal endlich schaffe. Insgesamt habe ich mir dieses Jahr vorgenommen, mindestens 60 Bücher zu lesen. Dass diese jedoch wieder einmal verschiedene Kriterien erfüllen sollen, ist natürlich klar. Hier sind die diesjährigen Challengeaufgaben. Ich hoffe, dass ihr mindestens genauso viel Spaß bei der Erfüllung der Aufgaben habt, wie ich :)

    1. Ein Buch, das ein Freund/ eine Freundin dir empfohlen hat
    2. Ein Buch, das in deinem Geburtsjahr veröffentlicht wurde
    3. Ein Buch von einem Autor/ einer Autorin mit deinen Initialen
    4. Ein Buch, das es nur als eBook gibt
    5. Ein Buch, das du seit 5 Jahren nicht gelesen hast
    6. Ein Buch, das weniger als 150 Seiten hat
    7. Ein Buch, das dieses Jahr verfilmt wird ("Hidden Figures - Unerkannte Heldinnen" von Margot Lee Shetterly)
    8. Ein Buch, dessen ISBN mit deiner Lieblingszahl endet
    9. Das neueste Buch deines Lieblingsautors
    10. Ein Buch, das du in einem Tag durchlesen kannst
    11. Ein Buch mit einem Liebesdreieck ("Maybe Someday" von Colleen Hoover)
    12. Ein Buch, das schon zu lange auf deinem SuB liegt
    13. Ein Buch, das von einem Farbigen/ einer Farbigen geschrieben wurde ("Du neben mir und zwischen uns die ganze Welt" von Nicola Yoon)
    14. Ein Buch mit Untertitel ("Du neben mir und zwischen uns die ganze Welt" von Nicola Yoon)
    15. Ein Buch, das 2017 veröffentlicht wurde ("Hidden Figures - Unerkannte Heldinnen" von Margot Lee Shetterly)
    16. Ein Buch, das eine der vier Jahreszeiten im Titel hat
    17. Ein Buch von einem Autor/ einer Autorin, der/die unter einem Pseudonym arbeitet
    18. Ein Buch, das eine mythologische Figur enthält
    19. Ein Buch mit Bildern ("Du neben mir und zwischen uns die ganze Welt" von Nicola Yoon)
    20. Ein Buch über eine interessante Frau
    21. Ein Buch, das in 2 verschiedenen Zeiten spielt ("Die sieben Schwestern" von Lucinda Riley")
    22. Ein Buch, das im Titel den Namen eines Charakters enthält
    23. Das erste Buch einer Serie, die du noch nicht gelesen hast ("Die 100" von Kass Morgan)
    24. Ein Buch mit mehr als 800 Seiten
    25. Ein Bestseller aus 2016
    26. Eine Liebesgeschichte, die in der Zukunft spielt ("Die 100" von Kass Morgan)
    27. Ein Buch mit einem roten Cover
    28. Ein Buch, das auf einer Insel spielt
    29. Ein Buch aus der Bibliothek ("Du neben mir und zwischen uns die ganze Welt" von Nicola Yoon)
    30. Ein Young Adult-Bestseller ("Die Bestimmung: Tödliche Wahrheit" von Veronica Roth)
    31. Ein englisches Buch
    32. Ein Buch, das du bereits gelesen hast
    33. Ein Buch, das du wegen des Covers ausgesucht hast
    34. Ein Buch, das auf einer wahren Geschichte basiert ("Die sieben Schwestern" von Lucinda Riley)
    35. Ein Buch aus deiner Lieblingsreihe
    36. Ein Buch mit einem Ein-Wort-Titel
    37. Ein Buch mit einem Ort im Titel
    38. Ein Buch, das in einem Land spielt, wo du noch nie warst ("Du neben mir und zwischen uns die ganze Welt" von Nicola Yoon)
    39. Ein Buch über Musik ("Maybe Someday" von Colleen Hoover)
    40. Einen Krimi/Thriller

      Rezension zu "Du neben mir und zwischen uns die ganze Welt" von Nicola Yoon

      Wenn die Welt draußen für dich zu gefährlich ist...

       

      Zum Inhalt:
      Madeline ist 18 Jahre alt, hat mehr Bücher gelesen als jeder andere Mensch auf dieser Welt - und hat noch nie in ihrem Leben das Haus verlassen. Grund dafür ist ein seltener Gendeffekt, der bei ihr im Kleinkindalter diagnostiziert wurde. Madeline ist gegen alles mögliche allergisch, wogegen genau kann allerdings niemand feststellen, weswegen die Außenwelt für sie vollkommen tabu ist. Durch eine Schleuse wird alle Luft im Haus, das sie mit ihrer Mutter bewohnt, gefiltert und kein Fremder darf das Haus betreten, wenn nicht einwandfrei festgestellt werden kann, das derjenige keine für Madeline lebensbedrohlichen Bakterien in sich trägt. Und so verbringt Madeline die Tage mit ihrer Mutter, spielt mit ihr phonetisches Scrabble und Ehrenwort-Pictionary und ist glücklich. Bis eines Tages Olly und seine Familie ins Haus nebenan einziehen und zarte Bande der Freundschaft zwischen ihm und Madeline entstehen. Denn erst da beginnt Madeline zu begreifen, dass es ihr nicht genügt, einfach nur am Leben zu sein...

      Meine Meinung:
      Lang lang ist es her, dass ich eine Rezension geschrieben habe. Nun möchte ich das allerdings in diesem Jahr ändern und endlich mal wieder ein paar Bewertungen zu Büchern schreiben, die ich dieses Jahr gelesen habe. Du neben mir und zwischen uns die ganze Welt von Nicola Yoon soll hierbei den Anfang bilden. Es ist der Debütroman der Autorin und aus der Perspektive von Madeline geschrieben, die zu Beginn des Romans ihren 18. Geburtstag feiert. 
      Die Ich-Perspektive, die hier verwendet wird, um Madelines Gedanken und Gefühle festzuhalten, gefällt mir sehr gut. Als gesunder Mensch finde ich es eigentlich relativ schwierig, mich in die Lage von jemandem zu versetzen, der das Haus nicht verlassen darf, aber die Darstellungsart von Madelines Tun und Handeln half mir sehr, nachzuvollziehen wie sie sich fühlt. Der Umgang mit ihrer Krankheit wirkt sehr authentisch und ermöglicht dem Leser einen Einblick in die Welt des seltsamen Gendeffekts, den Madeline hat. Allgemein hat mir der Schreibstil sehr gut gefallen. Man denkt wirklich, dass vor einem selbst ein 18-jähriges Mädchen sitzt und ihre Geschichte erzählt und kann sich sehr gut in seinen Worten wiederfinden. Auch wenn ich mir einrede, dass ich mit 18 (was ja jetzt auch schon fast 3 Jahre bei mir zurückliegt), doch ein wenig erwachsener geredet habe, muss man bedenken, dass Madeline ihr ganzes Leben nur im Haus verbracht und als einzige Bezugspersonen ihre Mutter und ihre Krankenschwester Carla hatte. Somit hat sie nicht sonderlich viel soziale Kontakte, schon gar nicht mit gleichaltrigen. Die Kapitel sind größtenteils sehr kurz gehalten und man kann mehrere direkt an einem Stück lesen, ohne mittendrin eine Pause machen zu müssen. Außerdem enthält der Roman einige Zeichnungen, die (soweit ich weiß) vom Ehemann der Autorin angefertigt wurden, die auch sehr süß ins Buch eingearbeitet worden sind und zu der jeweiligen Situation passen. Auch der Humor hat mir sehr zugesagt. Obwohl es um ein sehr ernstes Thema geht, gibt es doch Stellen, die mir ein Schmunzeln oder auch ein herzhaftes Lachen entlockten, was ich sehr schön fand. So wird dem Leser bewusst gemacht, dass es, obwohl Madeline sehr krank ist, trotzdem noch etwas zu lachen für sie gibt.

      Auch Madeline als Charakter hat mir sehr gefallen. Sie ist im Grunde die facettenreichste Person im gesamten Roman, was aber unter anderem auch einfach daran liegt, dass man sie am besten kennen lernt. Dies merkt man vor allem an ihrem Erzählstil. Wenn sie von Olly spricht, ist sie unglaublich romantisch, fast schon poetisch und lässt sich mit vielen Worten über ihn aus, so dass man sich als relativ unromantisch veranlagter Mensch - wie ich nun mal einer bin - doch zwischenzeitlich ein wenig erschlagen fühlt. Trotzdem fand ich ihre Wortwahl wunderschön und es hat einfach super gut zu ihr gepasst. Auch wie Olly mit Madeline umgeht fand ich unglaublich schön und auch sehr reif für einen Jungen in seinem Alter. Generell, dass er sich so sehr um Madeline sorgt und Angst hat, dass sie nach draußen geht und ihr etwas zustößt, ist unglaublich süß. Allgemein die Beziehung zwischen den beiden ist unglaublich schön gestaltet und fügt sich sehr harmonisch in das Gesamtkonzept des Buches ein. Es geht nicht übereilt daher, meiner Meinung nach, sondern in einem angemessenen Tempo, das den Leser trotzdem mitfiebern lässt, was nun aus den beiden wird. Auch wenn Carla und Madelines Mutter keine sonderlich großen Auftritte haben, ebenso wie Ollys Mutter, sein Vater und seine Schwester, erfährt man doch eine Menge über sie, vor allem durch Madelines Beobachtungen. So kann man sich, obwohl man diese Nebenpersonen nicht ganz so gut kennenlernt wie Maddy und Olly, ein Urteil über sie bilden und auch ein wenig mehr über ihren Charakter sagen, auch wenn das Hauptaugenmerk klar auf der Geschichte von Olly und Maddy liegt.

      Auch gegen den Handlungsverlauf kann ich nichts großartiges sagen. Er hat mir sehr gut gefallen, man konnte ihm als Leser flüssig folgen und es waren keine komischen Sprünge oder abgehackte Handlungen zu finden. Die Geschichte baut sich langsam auf und legt erst das Hauptaugenmerk ein wenig mehr auf Madelines Krankheit. Schade fand ich hier nur, dass man keine wirklichen Informationen über ihren Gendeffekt erhält. Maddy sagt zwar, dass sie diesen Gendeffekt hat, rückt diesen aber im weiteren Handlungsverlauf sehr in den Hintergrund, so dass man am Ende eigentlich nur weiß, dass Maddy nicht rausgehen kann, weil sie eben diesen Gendeffekt hat und somit auf alles Mögliche allergisch reagieren könnte. Das war mir persönlich leider doch ein bisschen zu wenig, zumal es sicherlich einige Menschen gibt, die unter so etwas zu leiden haben. Ansonsten hat mir auch die Geschichte mit Olly sehr gut gefallen und Maddys Charakterentwicklung, die sie während des Romans vollzieht. Auch wenn die Geschichte vielleicht in einigen Teilen etwas vorhersehbar war, hatte ich doch das Gefühl, ständig etwas neues im Buch zu entdecken, was unter anderem das Ende betrifft.

      Dieses kam für mich, in der Form wie es geschrieben wurde, sehr unerwartet. Die Wendung, die die Autorin eingebaut hat, war für mich absolut nicht vorhersehbar, allerdings auch nicht überzogen oder gestellt. Für mich fügte sich das Ende sehr gut an den Rest des Romans an und blieb sogar ein kleines bisschen offen, was mir auch sehr gut gefallen hat. Es wirkte wie ein runder Abschluss zu einem insgesamt sehr runden Buch.

      Fazit:
      Für mich erweist sich Du neben mir und zwischen uns die ganze Welt als ein Roman über die Freiheit und den Unterschied zwischen "leben" und "am Leben sein". Durch den Roman lernt der Leser, seine eigene Freiheit im Handeln sowie seine Gesundheit wertzuschätzen, die ihn nicht darin einschränkt, dass er das Haus nicht verlassen kann. Man wird sich somit seines eigentlichen Glücks bewusst und nimmt seine Freiheiten vielleicht etwas besser wahr. Der Schreibstil hat mir außerordentlich gut gefallen und variiert des Öfteren während der Erzählung. Mal ist er sehr poetisch und dann doch wieder sehr pragmatisch gehalten, was die verschiedenen Facetten von Madeline aufzeigt, die dem Leser die Geschichte erzählt. Doch nicht nur Madeline wird als Charakter von Bedeutung, sondern auch Olly, ebenso wie Carla und Maddys Mutter. Auch wenn man die letzteren beiden nicht ganz so gut kennenlernt, wirken sie doch wie Personen, die nicht nur auf dem Papier, sondern auch im realen Leben existieren könnten. Die Art, wie Madeline uns ihre Geschichte erzählt, ist in sich stimmig und sehr flüssig. Man hat das Gefühl, dass man als Leser praktisch durch das Buch "schwimmt", ohne sich großartig anstrengen zu müssen, weil die Strömung einen selbst antreibt, weiterzumachen. Besonders das Ende fand ich sehr überraschend und hätte es so nicht erwartet. Trotzdem fügt es sich gut in den Rest der Geschichte ein und rundet die Handlung sehr gut ab. Für mich ist Du neben mir und zwischen uns die ganze Welt nicht nur ein einfaches Jugendbuch, sondern ein All-Age-Roman, der uns unser eigenes Glück, wirklich zu leben aufzeigt. Daher gibt es von mir 5 Sterne und eine absolute Leseempfehlung für alle, die sich mit einem etwas ernsteren Thema auseinandersetzen wollen.

      Neugierig geworden? Dann bestell das Buch gleich hier

      Weitere Infos zum Buch:
      Erscheinungsdatum Erstausgabe : 17.09.2015
      Aktuelle Ausgabe : 17.09.2015
      Verlag : Dressler 
      Originaltitel: Everything everything
      ISBN: 9783791525402
      Fester Einband 336 Seiten
      Sprache: Deutsch