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Sonntag, 4. Januar 2015

Rezension zu "Das Meer der Seelen: Nur eine Nacht" von Jodi Meadows

Nicht der Abschluss, den ich mir gewünscht hätte

 

Zum Inhalt:
Nur eine Nacht ist der 3. Teil der Reihe Das Meer der Seelen. Das Ende der Welt hat begonnen: Das Jahr der Seelen wird mit einem fürchterlichen Erdbeben eingeleitet und erinnert Ana und Sam, wie wenig Zeit sie noch haben, die Menschheit vor Janans Aufstieg zu bewahren. Mithilfe einer kleinen Gruppe von Menschen schafft es Ana, aus Heart zu fliehen. Doch Deborl ist ihnen schon bald auf den Fersen. Ana braucht schleunigst einen Plan, wie sie es am besten anstellt, Janans Aufstieg zu verhindern, denn ansonsten wird die ganze Menschheit ausgelöscht. Wird sie es schaffen, Janan zu stoppen? Und wird ihr noch Zeit bleiben, ihr Leben mit Sam zu verbringen, dem Mann den sie liebt?

Meine Meinung:
Nachdem für mich Nur ein Leben und Nur eine Liebe absolute Kracher waren und ich wissen wollte, wie es weitergeht, habe ich in unserer Bibliothek den 3. Teil der Das Meer der Seelen-Trilogie gesehen und natürlich sofort ausleihen müssen.

Nur eine Nacht beginnt auch schon spannend mit der Flucht aus Heart, wobei einige von Anas Freunden verletzt werden und ich freute mich auf ein ähnlich actionreiches Geschehen wie im 2. Teil. Doch nach der Flucht begann die Geschichte irgendwie abzuflauen. Die Handlung schien nur noch vor sich dahinzuplätschern und die Spannung, die Jodi Meadows einbaut, wirkte leider überhaupt nicht auf mich. Auch wenn die Sprache der Autorin wieder sehr flüssig und gut zu lesen und verstehen ist, kommt man in der Geschichte doch nicht so ganz mit, weil man immer wieder abdriftet aufgrund der langweiligen Handlung. Das fand ich sehr schade, vor allem, da mir die Action im 2. Band richtig gut gefallen hat. Wie es scheint, hat Jodi Meadows alle ihre Spannungsmomente im 2. Teil verteilt, so dass für Nur eine Nacht kaum noch etwas übrig blieb. Das fand ich sehr schade, denn so quält man sich durch den größten Teil des Buches.
Außerdem möchte ich noch eine kurze Anmerkung zur deutschen Übersetzung machen. Ich habe die englische Originalfassung nicht gelesen sondern die deutsche Übersetzung in die Hand genommen. Was mir hier besonders aufgefallen ist, ist, dass es unglaublich viele Wortwiederholungen gibt, die vollkommen unnötig gewesen wären. Das hat für mich auch zwischenzeitlich den Lesefluss unterbrochen und ich habe mich wirklich gefragt, warum dieser Satz oder diese Satzsequenz nicht anders übersetzt wurde.

Dies liegt aber nicht an der Erzählperspektive. Wie immer erleben wir alles aus Anas Sicht. Auch im 3. Band ist dies nicht anders und so schlüpfen wir auch dieses Mal in Anas Körper. Durch die Ich-Perspektive kann man sich wieder richtig gut in die Story hineinversetzen und fühlt sich selbst, als würde man mit Sam, Stef, Whit, Orrin und den anderen versuchen, die Welt zu retten. Das ist der Autorin wieder sehr gut gelungen.

Auch was die Kapitellänge angeht, fand ich es sehr schwierig, wieder in die Handlung einzusteigen. Egal, ob es jetzt am Kapitelanfang oder irgendwo mittendrin war - jedes Mal musste ich zurückblättern, weil ich den größten Teil des Geschehens schon wieder vergessen hatte. Das fand ich sehr schade. Dieses Bedürfnis hatte ich bei den ersten beiden Bänden nicht, daher fand ich es sehr schade, dass ich genau dies beim Abschlussband tun musste.
Wie schon zu Beginn des 2. Bandes gibt Jodi Meadows auch in Nur eine Nacht eine kurze Rekapitulation der Ereignisse. Obwohl ich diese nicht zwingend gebraucht hätte, fand ich sie dennoch nützlich, vor allem wieder für die Quereinsteiger, die lange Zeit nicht zum Lesen dieses Teils gekommen sind.

Die Charaktere waren für mich eigentlich wieder relativ ordentlich gestaltet, auch wenn jetzt im 3. Band nicht mehr wirklich viel Charakterentwicklung stattfindet. Was mir jedoch sehr gut gefallen hat, war, dass Jodi Meadows den Charakter von Whit etwas mehr in den Vordergrund gestellt hat und in Anas kleiner Gruppe mitläuft. Mir gefällt sehr gut, wie sie ihn auftreten lässt und zu einem späteren Zeitpunkt schließt man ihn richtig ins Herz. Allerdings muss ich dazu sagen, dass mich einige Dinge, die die Charaktere betrafen überhaupt nicht berühren konnten. Auch wenn es irgendwelche schlimmen Dinge waren wie Tod (ja, soviel darf ich ja wohl spoilern, auch wenn ich nicht verrate wer stirbt ;) ), schwere Verletzungen oder ähnliches, konnte mich das nicht wirklich im Herzen treffen. Ich weiß nicht was ich mir gedacht habe, aber irgendwie wirkte ich ziemlich teilnahmslos als ich las, was die Autorin mit ihren Charakteren macht. Das fand ich wirklich schade. Denn so wirken manche Szenen aber auch Charaktere sehr emotionslos gestaltet.

Auch die "finale Schlacht" wie ich das Ende, den Spannungshöhepunkt, einmal nennen will, fand ich auch irgendwie recht gefühlslos erzählt, obwohl es hier wieder etwas spannender wurde. Hier hatte ich allerdings das Problem, dass ich mir die ganze Szenerie nicht wirklich ausmalen konnte. Dies passiert mir nur ganz selten und auch nur dann, wenn ich wirklich keine Ahnung habe, wie eine bestimmte Szene vonstatten gehen soll. Hiermit konnte "Nur eine Nacht" also bei mir leider keine Pluspunkte sammeln.

Das Ende konnte mich halbwegs zufriedenstellen, wenn auch nicht vollkommen. Hier wird aus einer vollkommen anderen Sichtweise erzählt, der erste und einzige Perspektivwechsel der gesamten Trilogie. Aber auch hier gab es irgendwie wieder einiges was ich anders gemacht, oder besser gesagt, anders aufgelöst hätte. So habe ich das Ende mit einem relativ verzehrten Lächeln auf den Lippen gelesen, weil es mich doch nicht ganz ausgefüllt hat.

Fazit:
Ein recht durchschnittliches Ende für eine überdurchschnittliche Trilogie. Habe mir um Längen mehr erwartet, was die einzelnen Handlungspunkte und ihre Spannungsmomente anging. So plätscherte das gesamte Geschehen nur so vor sich hin und ich war wirklich froh, als ich das Buch zur Seite legen konnte. Ich fand es sehr schade, denn die ersten beiden Bände der Trilogie haben mich richtig vom Hocker gehauen, besonders der 2. Teil. Dahingegen wirkt der 3. Band sehr schwach und hat mich sehr enttäuscht, obwohl die Darstellung der Charaktere wirklich gut war. Somit gibt es nur 3 Sterne für den Abschlussband Nur eine Nacht.

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Allgemeine Infos zum Buch
Erscheinungsdatum Erstausgabe : 18.08.2014
Aktuelle Ausgabe : 18.08.2014
Verlag : Goldmann
ISBN: 9783442476039
Flexibler Einband: 420 Seiten
Sprache: Deutsch

Dienstag, 16. September 2014

Rezension zu "Evermore: Die Unsterblichen" von Alyson Noël

Zieht den Leser ab der Mitte des Buches richtig in seinen Bann

 

Zum Inhalt:
Die Unsterblichen ist der erste Band der Reihe Evermore. Ever ist 16, blond, beliebt, hat einen supersüßen Freund und lebt mit ihren Eltern, ihrer kleinen Schwester Riley und ihrem Hund Buttercup zusammen. Bis ein Unfall ihre ganze Familie auslöscht und Ever niemanden mehr hat außer ihre Tante Sabine. Dass sie aus ihrer gewohnten Umgebung gerissen wird und nach Kalifornien ziehen muss, wo ihre Tante lebt, ist beschlossene Sache. Seit dem Unfall zieht Ever sich immer mehr von der Außenwelt zurück und lässt niemanden an sich heran, auch nicht ihre Freunde Miles und Haven. Bis sie Damen kennenlernt, den Neuen aus ihrem Englischkurs. Auf irgendeine merkwürdige Art und Weise kann sie in seiner Nähe abschalten und sich entspannen und ihm scheint es ähnlich zu gehen. Doch etwas ist merkwürdig an ihm. Denn Ever, die seit dem Unfall, Gedanken lesen kann, kann seine nicht wahrnehmen - in keinster Weise. Kann es sein, dass Damens Seele schon tot ist und er längst nicht mehr leben sollte? Aber woher kommen dann diese starken Gefühle, die die beiden miteinander verbinden?

Meine Meinung:
Eigentlich wollte ich direkt den 3. Band der Reihe lesen, da ich den ersten und zweiten Teil schon gelesen habe. Als ich jedoch das 3. Buch aufschlug, konnte ich mich an fast gar nichts mehr erinnern, was vorher passiert ist und so beschloss ich, die Reihe nochmal ganz von vorn zu beginnen und zwar mit dem ersten Band Die Unsterblichen.

Auf den ersten Blick hat die Geschichte um Ever und Damen einige Parallelen zu den Twilight-Bänden, unterscheidet sich dennoch deutlich in seiner Handlung, den Charakteren und dem Thema um das es geht. Natürlich ist auch hier das Übernatürliche im Spiel, jedoch auf eine ganz andere Art, die man vielleicht nicht vermuten mag.

Die gesamte Handlung ist aus Evers Perspektive geschrieben und sie erzählt uns über ihre Vergangenheit und ihre besonderen Fähigkeiten. Denn dass sie welche besitzt, ist jedem Leser seit der ersten Seite sofort klar, was jedoch nicht unbedingt etwas Schlechtes ist. Die Handlung liest sich ein kleines bisschen wie ein Tagebuch wenn Ever berichtet. Das tut sie meist aus dem Präsens, greift jedoch auch manchmal auf das Imperfekt zurück um vorzeitig geschehene Dinge deutlich zu machen. Das hat mir ganz gut gefallen und lässt den Leser etwas tiefer in die Geschichte hineinrutschen, so, als sei er direkt dabei.

Die Sprache, die hierbei verwendet wird, ist nichts Außergewöhnliches. Sie ist weder besonders poetisch noch besonders detailreich, sondern recht gewöhnlich und alltäglich gehalten. Kann man mögen, muss man aber nicht. Ich empfand das jetzt nicht als störend, aber einen etwas anderen Schreibstil hätte ich hier doch ein bisschen bevorzugt. Trotzdem passt er zu Ever, da sie an sich jemand zu sein scheint, der das, was gesagt werden muss, frei heraus sagt und nicht viele Worte damit verschwendet, die Dinge zu umschreiben.
Auch wenn der Schreibstil jetzt nicht der absolute Knaller ist, fällt es dem Leser schon leicht, sich in Evers Situation hineinzuversetzen. Dies mag zum Teil auch an der Ich-Perspektive liegen, die die Autorin verwendet.

Obwohl man Ever kennenlernt und merkt, dass sie schon jemand Besonderes ist, entwickelt die Geschichte keine Spannung. Ich habe mich richtig durch die Seiten gequält. Auch, als sie Damen kennenlernt, wird es nicht besser, obwohl die Autorin versucht, durch verschiedene Dinge Spannung zu erzeugen. Dass ich die ersten 150 Seiten jetzt nicht ganz so prickelnd fand, kann natürlich auch daran liegen, dass ich mich wieder erinnern konnte, was als Nächstes passieren würde und daher schon von vorneherein wusste, was kommen würde. Trotzdem wurde ich danach doch nochmal richtig von der Handlung gepackt und konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Wer also ein geduldiger Leser ist, wird hier noch reichlich entlohnt. Auch wenn die Spannungskurve gegen Ende wieder etwas niedriger war, kam man doch relativ gut voran, vor allem weil man noch mehr über Damen und Ever erfährt, was ich schon fast vergessen hätte.

Kommen wir aber jetzt mal auf die Charaktere zu sprechen.
Das Ever mit ihren besonderen Fähigkeiten im Mittelpunkt der Handlung steht und somit auch unsere Protagonistin ist, ist sonnenklar. Sie versteckt sich unter Kapuzenpullis mit eingenähter iPod-Tasche um die Welt um sich herum vollkommen auszublenden und das macht sie zu einem recht mysteriösen Buchcharakter. Trotzdem fällt es dem Leser recht leicht, Ever besser kennenzulernen, was auch durch ihre Offenheit dem Leser gegenüber geschieht.
Dagegen bleiben Haven und Miles eher charakterlose Nebenfiguren, die dem Leser nicht weiter vorgestellt werden, auch wenn sie öfter auftauchen.
Auch Damen bleibt für den Leser ein wenig ein Buch mit sieben Siegeln. Auch gegen Ende erscheint er einem immer noch geheimnisvoll und unerreichbar. Das gefällt mir recht gut, denn so bleibt auch für die folgenden 5 Bände noch genug Neues über Damen aufzudecken, worauf ich mich schon recht freue.

Fazit:
Ein recht gelungener Auftakt, auch wenn die ersten 150 Seiten einem nicht so leicht durch die Finger fliegen wie der Rest. Leider fehlt hier die Spannung und könnte ungeduldigere Leser davon abbringen, das Buch weiterzulesen und zu dem wirklich gelungenen Ende des ersten Teils zu kommen. Obwohl der Schreibstil sprachlich nichts besonderes beinhaltet, kann man sich die ganze Handlung hindurch doch in Ever hineinversetzen und die Situationen durch sie durchleben. Ich hätte mir hier nur noch eine bessere Ausarbeitung der Nebencharaktere wie Miles und Haven und vor allem von Damen gewünscht. Deswegen vergebe ich 4 von 5 Sternen für den ersten Teil von Evermore.

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Allgemeine Infos zum Buch
Verlag : Goldmann Verlag 
Originaltitel: evermore
Erscheinungsdatum : 04.11.2009 
ISBN: 9783442473793
Flexibler Einband: 384 Seiten
Sprache: Deutsch