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Samstag, 26. September 2015

Rezension zu "Tausend strahlende Sonnen" von Khaled Hosseini

Gewalt und Grausamkeit gepaart mit Hoffnung

 

Zum Inhalt:
Mariam ist das uneheliche Kind des reichen Kinobesitzers Jalils und wird von ihrer Familie verspottet. Selbst ihre Mutter schimpft sie einen harami obwohl sie auf Mariam angewiesen ist. Von allen verstoßen bewohnt Mariam mit ihrer Mutter eine kleine Hütte im Wald, fernab der Stadt. Ihr einziger Lichtblick sind die wöchentlichen Besuche ihres Vaters, die sie immer mit Freude erwartet. Doch das ändert sich schlagartig als Mariam 15 wird. Sie soll den 20 Jahre älteren Schumacher Raschid heiraten und mit ihm nach Kabul gehen. Doch den liebevollen, fürsorglichen Ehemann bekommt Mariam mit Raschid nicht. Seine Brutalität und die ständigen Gewaltausbrüche machen ihr schwer zu schaffen. Und es wird von Tag zu Tag schlimmer...

Jahre später gerät auch Laila mit Raschid in Kontakt. Bei einem Bombenangriff werden ihre Eltern getötet, weswegen die 14-jährige Zuflucht bei Mariam und ihrem Ehemann sucht. Die einzige Bedingung, damit Laila bei ihnen bleiben kann, ist, dass sie Raschid heiratet. Als Raschids Zweitfrau erfährt Laila viel Misstrauen durch Mariam, doch bald legt sich dieses und die beiden werden enge Freundinnen. Gemeinsam wehren sie sich gegen Raschids Brutalität und planen die Flucht...

Meine Meinung:
Ich hatte einmal Traumsammler von Khaled Hosseini begonnen, doch leider konnte ich das Buch aufgrund einer Klausurphase nicht beenden. Als es eine Aktion bei meinem Buchhandel auf ausgewählte Bücher gab, habe ich deswegen als erstes Tausend strahlende Sonnen gepackt und mit nach Hause genommen.

Die Sprache des Buches ist sehr fesselnd, weswegen es dem Leser schwerfällt, das Buch überhaupt aus der Hand zu legen. Und das nicht weil Hosseini sehr poetisch schreibt. Das tut er nämlich ganz und gar nicht. Seine schnörkellosen Beschreibungen zielen mehr auf das Geschehen ab als darauf, die Gefühle der verschiedenen Personen zu erklären und trotzdem ergreift die Geschichte den Leser ganz und gar. Dies liegt vor allem an die wechselnde Sichtweise zwischen Mariam und Laila, was besonders gegen Mitte des Buches auftritt, da die beiden Frauen hier zusammentreffen. Der personale Erzähler, der die ganze Zeit verwendet wird expliziert die Frauen auf eine sehr detaillierte Weise und macht besonders viel aus ihrer Vergangenheit deutlich. Dadurch hatte ich als Leserin das Gefühl, Mariam und Laila schon von Kind auf zu kennen. Zudem werden durch die recht gefühlsintensiven Beschreibungen des Geschehens klar, dass man beide Frauen sehr sympathisch findet. Man möchte in manchen Situationen in denen Raschids Brutalität durchbricht am liebsten selbst eingreifen. Auch wenn man weiß, dass die beiden Frauen keine Chance gegen den Älteren haben, wünschte man sich doch, dass sie etwas gegen ihn unternehmen würden. Was mir zudem noch sehr gut gefallen hat, war der recht objektive Bericht über die Historie Afghanistans. Ich, die nach einer Weile einfach den Überblick über die Geschehnisse im Nahen Osten verloren hatte, konnte durch das Buch meine Gedanken darüber ordnen und weiß im Nachhinein wirklich, wie sich die politische und soziale Situation in dem Land veränderte. Im Großen und Ganzen erhält man also nicht nur eine sehr emotionale Geschichte sondern auch einen Schnelldurchlauf durch die politische Geschichte des Landes in den letzten 30 Jahren.

Auch über die Charaktere erhält man einen sehr guten Überblick, da alle sehr detailliert herausgearbeitet wurden. Dies betrifft nicht nur die Hauptcharaktere, sondern auch die Nebenpersonen. Der Leser kann mit allen Charakteren mitfühlen, besonders natürlich mit Laila und Mariam; trotzdem haben mir auch die Nebencharaktere sehr gut gefallen. Sie stehen nicht zu sehr im Vordergrund, was sie mehr zu Hauptpersonen machen würde, und bleiben auch nicht allzu unerwähnt, was eine richtige Mischung für einen guten Nebencharakter darstellt. Zudem ist auch die Charakterentwicklung der beiden Frauen sehr gut ausgearbeitet worden. Sie wird nicht zu schnell vollzogen sondern ist durchaus logisch und auf die Handlung und die Persönlichkeit beider Frauen abgestimmt. Sie wirkt nicht übertrieben sondern sehr gut nachvollziehbar. Deswegen macht es sehr viel Spaß, zu sehen wie die beiden Frauen sich nach und nach entwickeln.

Auch wenn die Handlung scheinbar ruhig startet, bleibt sie dennoch spannend, denn immer wieder passieren neue Handlungen, die immer wieder Auswirkungen auf das Hauptgeschehen zu haben scheinen. Der Leser wird direkt in die durchgehend spannend bleibende Handlung hineingezogen und entdeckt gemeinsam mit den beiden Frauen das Leid aber auch sehr viel Hoffnung. Immer wieder werden neue Aspekte erläutert, besonders die Stellung der Frau im afghanischen Eheleben und die kriegsähnliche Situation in Kabul. Obwohl die Geschichte im Grunde genommen schon spannend genug ist, bringt der Wechsel von Mariam auf Lailas Handlungsstrang noch ein wenig mehr Schwung in das Erzählte. Die liebevolle Gestaltung der Vergangenheit der beiden Frauen zeigt, dass der Autor sich sehr intensiv mit seinen Charakteren auseinandergesetzt hat. Dies gilt ebenso für die Auseinandersetzung mit der politischen Geschichte seines Heimatlandes. Durch diese werden in "Tausend strahlende Sonnen" verschiedene Ereignisse genauer erklärt und dem Leser verständlicher gemacht. Zudem sind die Eindrücke, die man durch Khaled Hosseinis Ausdrucksweise bezüglich der politischen Geschichte Afghanistans erhält, weitaus objektiver geschildert als man sie in den Medien präsentiert bekam.

Das Ende fand ich persönlich gut gelöst, auch wenn ich das Buch mit einem lachenden und einem weinenden Auge abgeschlossen habe. Meiner Meinung nach war das, was am Ende passiert sehr realitätsnah und nicht zu übertrieben. Damit fügte es sich perfekt in die restliche Geschichte hinein. Ich werde jedenfalls auch die anderen Bücher von Khaled Hosseini lesen, da mir Tausend strahlende Sonnen sehr gut gefallen hat.

Fazit:
Mit Tausend strahlende Sonnen präsentiert Khaled Hosseini einen Roman, der nicht nur einen tollen Bericht über die afghanische Politik bietet sondern zudem das grausame Schicksal zweier Frauen aufzeigt, die von ihrem Ehemann terrorisiert werden. Der schmale Grad der Hoffnung lässt sich dennoch nicht komplett ausmerzen und wirkt wie ein roter Faden, der sich trotzdem immer noch durch das Buch zieht, egal wie grau die Wolken über den Köpfen von Laila und Mariam auch sein mögen. Durch die durchgehend spannende Geschichte und den objektiven aber auch emotionalen Sprachstil hat Khaled Hosseini einen der bewegendsten Romane geschrieben, die ich je gelesen habe. Auch die längeren Kapitel machen sehr viel Spaß, ebenso wie die liebevoll gestalteten Haupt- und Nebencharaktere, so dass der Leser die im Buch dargestellten Gefühle selbst fühlen kann. Auch das Ende hat mir durch diesen realitätsnahen Aspekt sehr gut gefallen, auch wenn es relativ offen bleibt, wie die Geschichte weitergehen würde. Für diesen abgerundeten Roman, der Trauer, Freude, Erstaunen und Empörung bei dem Leser hervorruft, gibt es von mir verdiente 5 Sterne.

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Allgemeine Infos zum Buch
Erscheinungsdatum Erstausgabe : 27.08.2007
Aktuelle Ausgabe : 21.04.2009
Verlag : bloomsbury taschenbuch
ISBN: 9783833305894
Flexibler Einband 381 Seiten
Sprache: Deutsch

Montag, 2. Februar 2015

Rezension zu "Ich fürchte mich nicht" von Tahereh Mafi

Ein toller Auftakt einer Dystopie, die mit der Sprache spielt wie keine zweite

 

Zum Inhalt:
Ich fürchte mich nicht ist der Auftakt der gleichnamigen Trilogie. Juliette ist ihr Leben lang eine Außenseiterin. Von den eigenen Eltern verstoßen, von keinem gemocht, verbrachte sie ihr bisheriges Leben in verschiedenen Anstalten bis sie schließlich im Irrenhaus landet. Seit einem Jahr ist sie hier gefangen. Keiner spricht mit ihr, sie sieht niemanden - und dass nur, weil jeder der sie anfasst sterben könnte. Denn Juliette kann niemanden berühren, ohne ihm schreckliche Schmerzen zuzufügen. Juliette glaubt sich allein in dieser Welt, in der es kaum noch Nahrung, Tiere oder Pflanzen gibt, geschweige denn Luft. Bis sie eines Tages einen neuen Zellengenossen bekommt - Adam. Doch für Juliette ist es ein Schock. Denn sie kennt Adam von früher...

Meine Meinung:
Schon bevor ich Ich fürchte mich nicht begann, wusste ich, dass das Buch hauptsächlich wegen seiner Sprache gelobt wird. Zuerst war das für mich etwas unverständlich. Doch dann begann ich zu lesen - und wurde in den Sog des Buches gezogen.
Seit langem konnte mich kein Buch so begeistern wie Ich fürchte mich nicht. Wie die Autorin mit der Sprache spielt, ist einfach unglaublich. Manchmal scheint es tatsächlich so, als würde die Welt nur für Juliettes Gedanken für kurze Zeit angehalten werden. Dadurch entsteht eine regelrechte Verbildlichung der Dinge, die Juliette beschreibt und die Juliette selbst umgeben und ermöglicht dem Leser einen genauen Einblick in Juliettes Sicht der Dinge sowie eine gewisse Nähe zu der Protagonistin.

Zwar wird die Handlung schon aus Juliettes Sicht erzählt, so dass man sich ihr schon sehr nah fühlt, dennoch hilft die verwendete Sprache dem Leser Juliette noch ein bisschen besser zu verstehen. Auch dass die Geschichte im Präsens geschrieben ist, ist hier sehr von Vorteil. Man wird direkt in die Geschichte hinein katapultiert - in medias res also - so dass man gar nicht anders kann, als sich von der Handlung gefangen nehmen zu lassen. Generell fand ich, dass am Anfang des Romans immer wieder Fragen auftraten: Warum genau ist Juliette in dieser Anstalt (was ja später auch geklärt wird durch ihre "Gabe")? Was passierte mit ihren Eltern? Was ist in der Welt da draußen genau los? Da man nur einen kleinen Einblick in diese Fragen erhält - sie also nicht genau von Juliette beantwortet werden können, da sie darüber selbst nichts weiß - motiviert es den Leser regelrecht die Geschichte weiterzulesen und hinter diese Antworten zu kommen.

Was mir auch noch beim Schreibstil aufgefallen ist, ist, dass die Autorin viele Kommata weglässt, einige Zeilensprünge einbaut und zudem auch einige von Juliettes Gedanken "durchstreicht". Dadurch wird dieser Bewusstseinsstrom, der immer wieder von Juliete Besitz zu ergreifen scheint, besonders deutlich und zeigt dem Leser auch, was Juliette eigentlich nicht denken will, es aber trotzdem tut.

Im Laufe der Geschichte werden die "durchgestrichenen" Gedanken immer weniger, bis sie schließlich ganz aufhören. Das zeugt von Juliettes Entwicklung, die sie im Laufe des Buches durchmacht. Dass diese Entwicklung an einigen Stellen ein bisschen zu plötzlich erfolgte, finde ich nicht sonderlich erwähnenswert. Das kann immer mal wieder passieren, besonders bei einem Erstlingswerk. Aber ich fand Juliettes Charakteraufbau logisch und nachvollziehbar und nicht so sonderlich vorhersehbar, wie einige vielleicht meinen. Selbst wenn du durch die Gesellschaft gebrochen bist, weil sie dich einsperrt, heißt das noch lange nicht, dass du keine neue Hoffnung finden kannst. Daher würde ich das auch nicht weiter bemängeln.
Auch Adam hat mir sehr gut gefallen. Zwar lernt man ihn nicht so haargenau wie Juliette kennen, aber trotzdem weckt er das Interesse des Lesers, so dass man eigentlich gar nicht anders kann als ihn zu mögen. Dass er zusätzlich noch eine Person ist, die Juliette von früher kennt, lässt die Sympathie für ihn nochmals steigen. Man wird also von der Autorin praktisch dazu gezwungen, Adam zu mögen, was ich aber nicht sonderlich tragisch finde, da Adam ein sehr verträglicher männlicher Protagonist zu sein scheint. Ich bin gespannt, wie sich das mit ihm und Juliette weiterentwickeln wird.

Ich möchte jetzt noch kurz etwas zur Entwicklung und den Spannungsmomenten der Geschichte sagen. Ich fand das Buch wirklich an keiner Stelle zu langweilig oder zu langatmig; immer wieder schien etwas neues zu passieren, das den Leser weckte bevor er überhaupt einschlafen konnte. Ich habe lange überlegt, ob es eine Stelle in dem Buch gab, die mir nicht so gefallen hätte oder sogar langweilig für mich gewesen war. Das zeugt auch von dem Talent der Autorin, den Leser nicht nur durch die Sprache mitzureißen, sondern auch durch die Handlung im Allgemeinen. Ich bin sehr neugierig, wie die weiteren beiden Bände gestaltet sind und freue mich schon auf Rette mich vor dir.

Fazit:
Ich fürchte mich nicht ist ein Buch, das mich von der ersten Sekunde an mitgerissen hat - und dieses Mitreißende verschwindet während der gesamten 317 Seiten nicht ein einziges Mal. Die actionreiche Handlung zieht den Leser mit und beschäftigt ihn auch noch nach Beendigung des Buches. Die Sprache ist wohl am eindrucksvollsten in Ich fürchte mich nicht und durch Juliettes häufiger auftretende Bewusstseinsströme wird dem Leser klar, wer Juliette ist und welche "Gabe" sie hat. Ich habe noch nie ein Buch gelesen, das so toll mit der Sprache spielen konnte wie diese Dystopie. Die anderen beiden Teile der Trilogie, sowie die beiden Kurzgeschichten werde ich auch noch lesen. Ich fürchte mich nicht bekommt aber erstmal wohlverdiente 5 Sterne von mir.  

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Allgemeine Infos zum Buch
Erscheinungsdatum Erstausgabe : 19.07.2012
Aktuelle Ausgabe : 21.07.2014
Verlag : Goldmann
ISBN: 9783442478491
Flexibler Einband: 336 Seiten
Sprache: Deutsch

Dienstag, 11. März 2014

Rezension zu "Die Wolke" von Gudrun Pausewang

Eines der wenigen Bücher, wo mir der Film besser gefallen hat

 

Zum Inhalt:
Die Wolke spielt noch zu DDR-Zeiten und schildert die Geschichte von einem möglichen Super-GAU in dem Städchen Grafenrheinfeld, das vor allem für sein Kernkraftwerk bekannt ist. Die 14-jährige Janna-Berta lebt etwa 100 Kilometer weit weg und erfährt durch eine Durchsage in der Schule von dem schrecklichen Unfall. Mutter und Vater sind auf einer Tagung in Schweinfurt, genauso wie der kleine Bruder Kai, die Großeltern machen Urlaub auf Mallorca. Janna-Berta muss sich alleine um ihren kleinen Bruder Ulli kümmern. Gemeinsam machen die beiden sich mit den Fahrrädern auf den Weg um der Wolke mit den giftigen Gasen zu entkommen...

Meine Meinung:
Da ich den Film vor zwei Jahren gesehen habe, wollte ich auch unbedingt das Buch dazu lesen, jedoch kam ich erst vor kurzem dazu, es in die Hand zu nehmen. 

Normalerweise bin ich eine wahre Verfechterin des Mottos Die Bücher sind immer besser als die Filme, doch bei diesem Buch, dass man nicht unbedingt als Fiktion sehen muss, muss ich meine Meinung dahingehend ändern. Während im Film noch ein wenig Vorgeplänkel stattfindet, wirft Gudrun Pausewang den Leser regelrecht in die Handlung, indem sie direkt mit der Durchsage startet, die Janna-Berta auf den Unfall im Atomkraftwerk aufmerksam macht.

Dies rückt vor allem das Geschehen in den Vordergrund und lässt die Personen recht stark in den Hintergrund treten, was mir nicht so gut gefallen hat. Schließlich möchte ich als Leser die Personen verstehen, ihre Handlungen nachvollziehen können. So kommt es dem Leser jedoch so vor, als stände er nur daneben. Die Empfindungen der Menschen prallen an ihm ab und somit auch der Unfall, der in unserer heutigen Zeit immer noch Aktualität besitzt. Insgesamt hatte ich nicht das Gefühl, dass es der Autorin darum ging, den Unfall dem Leser zu erklären und ihn die Folgen nachempfinden zu lassen, sondern einzig und allein darum, Panik zu schüren. Aufgrund dessen jetzt eine politische Diskussion darüber zu führen, halte ich jedoch für unsinnig.

Was mich vor allem sehr gestört hat, war, dass es zwischenzeitlich sehr eindimensional geschrieben war. Die Autorin bzw. der Erzähler lenkte den Leser immer nur in eine Richtung: Die Grünen haben Recht (wobei ich ausdrücklich sagen muss, dass ich nichts gegen die Grünen habe) und alle anderen Politiker sind heuchlerisch, betrügen und belügen die Menschen. Wenn ich so ein Buch lese, möchte ich mir gerne selber eine Meinung bilden können, da es schon ein sehr ernstes Thema ist. Dadurch aber, dass mir, dem Leser, eine vorgefertigte Meinung dargelegt wurde, habe ich den Spaß an dem Buch verloren und hatte zwischenzeitlich keine große Lust, es weiterzulesen.

Auch die Charaktere waren für mich eine Enttäuschung. Ich war den Personen nicht nah genug, um ihren Schmerz, ihr Schicksal nachvollziehen zu können, sondern fühlte mich oft wie ein distanzierter Beobachter, der nur mitbekommt, was gerade vor seinen Augen passiert, sonst aber keine weitere Bindung zu den Charakteren hat. Auch in Janna-Berta konnte ich mich nicht richtig reinversetzen. Obwohl sie die Protagonistin der Geschichte ist, bleibt sie dem Leser fern und mitfühlen kann man mit ihr schon gleich gar nicht. Weitere richtige Hauptpersonen gibt es in der Handlung auch nicht, was meine Vorfreude über das Buch weiter gedämpft hat. 

Fazit:
Der Film hat mir eindeutig besser gefallen. Das Buch lässt den Leser nicht mit den Charakteren mitfühlen sondern stellt ihn als einen Außenstehenden dar, an dem die Handlung nur oberflächlich vorbeizieht. Man wird mit keiner Person richtig vertraut und auch die Protagonistin Janna-Berta wirkt sehr unnahbar zum Leser. Hätte sich Gudrun Pausewang mehr auf die Handlung als auf die negative Darstellung der Politiker konzentriert, hätte das Buch von mir eine bessere Wertung bekommen. Somit kann ich jedoch nur 3 Sterne vergeben.

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Allgemeine Infos zum Buch
Erscheinungsdatum Erstausgabe : 01.02.1992
Aktuelle Ausgabe : 01.03.2011
Verlag : Ravensburger Buchverlag
ISBN: 9783473580149
Flexibler Einband: 222 Seiten
Sprache: Deutsch