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Mittwoch, 30. Dezember 2015

Rezension zu "The Great Gatsby" von F. Scott Fitzgerald

Fantastische Darstellung der Licht- und Schattenseiten des American Dream

 

Zum Inhalt:
Amerika in den "Golden Twenties": Nick ist ein mittelloser Aktienhändler, der nur mit etwas Glück ein majästetisches Haus in West Egg bewohnen darf. Jeden Abend sieht er bei seinem Nachbarn viele Menschen auflaufen, denn dort werden ständig irgendwelche wilden Parties gefeiert. Doch keiner kennt diesen ominösen Jay Gatsby, der für die Feiern verantwortlich ist. Viele Gerüchte ranken sich um ihn, eines unglaublicher als das andere. Doch bald findet Nick heraus, dass Gatsby ein ganz anderer Mensch ist, als er sich ihn vorgestellt hat. Die beiden verstehen sich ausgesprochen gut und freunden sich rasch an. Doch ihr Treffen ist kein Zufall. Seit Jugendzeiten ist Gatsby in Daisy verliebt - und diese ist Nicks Cousine. Allerdings ist diese bereits verheiratet, aber Gatsby will sie unbedingt wiedersehen. Wird es ihm gelingen, Daisy zurückzuerobern?

Meine Meinung:
The Great Gatsby zählt in Amerika als eines der Standardwerke die man liest, wenn man das Thema des American Dream behandelt. F. Scott Fitzgerald hat mit diesem Roman sein persönliches Meisterstück geschrieben, was jedoch erst lange nach seinem Tod wieder in Erinnerung gerufen wurde. Mittlerweile ist The Great Gatsby sein bekanntester und meistgelesenster Roman. Da ich in der Schule nur Death of A Salesman von Arthur Miller gelesen haben, als wir den American Dream nähergebracht bekamen, stand The Great Gatsby schon lange auf meiner Wunschliste und endlich komme ich dazu, eine Rezension zu dem Roman zu verfassen.

Vorab muss ich sagen, dass ich den Roman in seiner Originalsprache, nämlich auf Englisch gelesen habe, allerdings ist auch die deutsche Übersetzung keineswegs auszuschlagen für Leute, die sich nicht ganz so viele Englischkenntnisse zutrauen. Denn The Great Gatsby ist an einigen Stellen sehr schwer zu verstehen und damit auch nichts für Anfänger. Mit meiner Rezension beziehe ich mich auf die Ausgabe des Romans aus dem Schöningh-Verlag aus der Reihe "EinFach Englisch", wo es noch zusätzliche Randbemerkungen zur Historie und signifikanten Worten gab. Hätte ich diese nicht gehabt, wäre es mir wirklich sehr schwer gefallen, den Roman auf Englisch weiterzulesen, und ich hätte vermutlich dann doch zur deutschen Ausgabe gegriffen. Dies liegt allerdings auch daran, dass viele Worte verwendet werden, die in den 20ern des letzten Jahrhunderts einfach aktuell waren. Mit diesen kann der heutige Mensch kaum bis gar nichts anfangen, weswegen die Randbemerkungen wirklich äußerst hilfreich waren. Im Großen und Ganzen lässt sich die Handlung dennoch gut verfolgen und verstehen ebenso bezogen auf das, was gesagt wird. Der gesamte Roman ist aus Nicks Perspektive geschrieben, aber obwohl wir ihn als Protagonisten eigentlich besser kennen lernen sollten, erfahren wir fast nur Details über Gatsby während Nick ein wenig außen vor bleibt. Natürlich weiß ich, dass es The Great Gatsby und nicht The Great Nick heißt, dennoch hätte ich mir ein bisschen mehr Charakterstärke bei Nick gewünscht. Somit fungiert er eher als ein stiller Beobachter, der letztlich nur als Erzähler zu fungieren scheint. Was mir sprachlich wohl besonders gut gefallen hat, ist die Einarbeitung historischer Ereignisse aus den 20ern. Der Aktienhandel, die florierende Marktwirtschaft sowie viele andere Kleinigkeiten wurden von Fitzgerald aufgenommen und im Roman verarbeitet. Dadurch konnte ich mich besonders gut in die Zeit, in der die Handlung stattfindet, hineinversetzen. Insgesamt schreibt Fitzgerald in einer Sprache, die zwar nicht unbedingt leicht verständlich ist, aber dennoch keine sonderlich poetischen Ausläufer hat. Trotzdem durchbricht er einige Stellen des Romans mit Tiefgründigkeit und Poesie, welche sich vom üblichen Erzählstil abheben. Die Kapitel selbst sind mitunter recht lang, so dass man nicht alle in einem Rutsch schaffen kann. Dennoch mischen sich auch einige kurze darunter, die in einem Rutsch durchgelesen werden können.

Zu den Charakteren habe ich bereits gesagt, dass besonders Gatsby im Vordergrund der Handlung steht und so hält es sich den ganzen Roman hindurch. Er ist der Fokus der Geschichte während alle anderen auftretenden Personen und Charaktere nur als Nebenpersonen fungieren. Das fand ich etwas schade, denn ich hätte durchaus mehr über Nick, Daisy und die anderen erfahren wollen, auch wenn man im Roman deutlich ihre Ecken und Kanten wahrnehmen kann. Dennoch hätte ich mir ein wenig mehr Detailarbeit gewünscht, so dass die Nebencharaktere nicht nur wirken als würden sie nur auf dem Papier existieren. Besonders Daisy's Mann, Myrtle Wilson und Nicks Freundin empfand ich hier als sehr außen vor dargestellt und hätte mir mehr Auftritte von ihnen gewünscht, damit der Leser sie näher kennenlernt. Dadurch fiel mir auch das Einfinden in die Gedankengänge und Handlungen von ihnen sehr schwer. Gatsby hingegen hebt sich von alledem ab und ist die schillernde Hauptattraktion der Geschichte. Die Gerüchte, die sich um ihn ranken waren sehr mysteriös und als Leser möchte man wissen, was daran wahr ist und was eben nicht. Er wirkt von allen Figuren, die vorgestellt werden, am realsten und interessantesten und macht den Leser neugierig auf sein Leben und seinen Werdegang. Trotzdem hätte ich mir gewünscht, dass der Autor ein wenig von der Aufmerksamkeit, die Gatsby zuteil wird, auf die anderen Charaktere übergehen lässt.

Der Handlungsverlauf ist durchgehend spannend und weist kaum Stellen auf, die für mich langweilig waren. Am interessantesten gestaltet ist Gatsby selbst, insbesondere seine Vergangenheit, wie er an das große Haus gekommen ist, etc. Er wirkt besonders durch die Erzählungen und Gerüchte, die sich um ihn ranken, äußerst ominös und macht den Leser sehr neugierig auf sich. Auch das Hineinversetzen in die Zeit fiel mir leicht, denn die Ereignisse der "Golden Twenties" sind vom Autor auch sehr detailliert und liebevoll gestaltet worden. Was mir wohl am besten am gesamten Roman gefallen hat, war die Darstellung von Gatsbys Streben nach dem Amerikanischen Traum durch seine Vergangenheit. Ich interessiere mich sehr für Mythen und essentielle Schlagworte, über die sich die amerikanische Gesellschaft definiert und der Amerikanische Traum hat mich bisher immer sehr faszinieren können. Trotzdem zeigt das Buch nicht nur die Lichtblicke der Ideologie auf, was besonders gegen Mitte und Ende des Buches deutlich wird. Eher ist der Roman eine realistische und kritische Herangehensweise des Autors an dieses Konzept und zeigt auf, dass Geld und Macht nicht die Einsamkeit und das Streben nach Liebe aufwerten können.

Das Ende kam für mich sehr abrupt und unerwartet, wirkte dennoch in keinster Weise übereilt. Dies lag einfach daran, das man sehr in der Geschichte drin ist wenn man die letzten Seiten des Romans aufschlägt, aber auch daran, wie Fitzgerald das Ende der Geschichte gestaltet hat. Das Ende repräsentiert den Großteil der Kritik am Amerikanischen Traum und stellt auch für den Leser dar, dass er nichtnimmer erfolgreich erfüllt werden kann. Im Vergleich zum restlichen Roman wirkt es etwas drastisch, fügt sich aber dennoch sehr gut in den Handlungsverlauf ein, den der Autor dem Leser hier präsentiert.

Fazit:
The Great Gatsby ist ein Roman der sowohl die Licht- als auch die Schattenseiten des Amerikanischen Traums perfekt in Szene setzt und dem Leser präsentiert. Auch wenn die Sprache nicht leicht zu verstehen ist und das Buch (zumindest auf Englisch) nichts für Anfänger wäre, konnte ich der Erzählung recht gut folgen, da sie größtenteils in damaliger Alltagssprache verfasst wurde. Trotzdem hebt sich der Roman an einigen Stellen von gerade diesem alltäglichen ab und wird poetisch und tiefgründig, jedoch nur an Stellen wo es auch wirklich zur Situation passt. Obwohl Gatsby sehr detailliert und schillernd herausgearbeitet worden ist, hätte ich mir dennoch ein bisschen mehr Ausarbeitung der Nebenpersonen gewünscht. Zwar haben Nick und Daisy einen kleinen Vorteil gegenüber den anderen Nebencharakteren aber ich hatte trotzdem das Gefühl, dass sie nicht sonderlich real wirkten. Trotzdem war die Handlung durchgehend spannend, mit kaum langweiligen Stellen, so dass der Leser das Buch kaum aus der Hand legen konnte. Für diesen schönen Roman, der sich mit einem der Kernideologien der amerikanischen Gesellschaft befasst vergebe ich daher 5 von 5 Sternen.

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Allgemeine Infos zum Buch
Taschenbuch: 135 Seiten
Verlag: Schöningh Verlag im Westermann Schulbuch (7. März 2011)
Sprache: Deutsch, Englisch
ISBN-10: 3140411901
ISBN-13: 978-3140411905

Freitag, 28. November 2014

Rezension zu "Cannery Row" von John Steinbeck

Eine Ode an das Leben

 

Zum Inhalt:
Kalifornien in den 30er Jahren: Der Fischmarkt boomt und somit schießt eine Fischfabrik nach der anderen aus dem Boden. Diese Fischfabriken heißen im Englischen "Cannery" und bieten die Hauptquelle für Arbeit für Mann und Frau. Allerdings geht es in Cannery Row nicht um die Menschen, die in diesen Fabriken arbeiten, sondern um diejenigen, die um die Fabrik herumleben - und zwar in der "Cannery Row". Verschiedene Persönlichkeiten werden hier vorgestellt zum Beispiel Doc, Mack und die Jungs, Dora, Lee Chong und viele weitere, die den Leser auf seiner Reise durch das Buch begleiten und ihm ihre Geschichten offenbaren.

Meine Meinung:
Cannery Row ist mein jüngstes Buch, das ich für meinen englischen Literaturkurs lesen sollte und dementsprechend neugierig war ich auch darauf. Ich wollte schon lange einen Steinbeck-Roman lesen und jetzt erbot sich mir die perfekte Gelegenheit, auch wenn es nicht Früchte des Zorns war.

Da ich die Penguin Modern Classic-Ausgabe des Kurzromans besitze, erhielt der Leser noch einen Einblick hinter die Kulissen von Cannery Row, was John Steinbeck bewegte, den Roman zu schreiben und welche seiner Freunde die verschiedenen Charaktere personifizierten. Die Einleitung ist wirklich gut und flüssig zu lesen und man erfährt unglaublich viel über Steinbecks Erfahrungen mit San Francisco, seiner Heimatstadt, und Ed Ricketts, dem Cannery Row gewidmet ist. 

Dadurch, das man schon vor dem Anfang des eigentlichen Romans eine kurze Einführung erhält, kann man Steinbecks Schreibstil und die Charakterbildung seiner Protagonisten sehr gut nachvollziehen.
Steinbeck schreibt nicht in einem besonders hochgestochenen Englisch, so dass man selbst als Gelegenheitsleser gut mit der verwendeten Sprache zurechtkommt. Dass man das ein oder andere Wort nachgucken muss, ist verständlich, größtenteils ließen sich jedoch die Wortbedeutungen aus dem Kontext heraus erschließen. Man fühlt sich direkt in die Zeit, in der Cannery Row spielt, hineinversetzt, so dass es sich komisch anfühlt, wieder in die Realität zurückzukehren. Doch nicht nur das ist das, was dieses Buch so besonders macht, sondern auch die einzelnen Charaktere, die im Verlauf der Handlung vorgestellt werden.

Fast jedes Kapitel ist aus der Sicht eines anderen Charakters geschrieben, sodass man innerhalb verschiedener Personen einen ganz persönlichen Eindruck einer bestimmten Situation bekommt. Sobald eine neue Person auftaucht, bekommt der Leser zuerst einen kurzen Einblick in die Lebensgeschichte des jeweiligen Charakters. Allerdings ist diese nicht ganz so detailliert ausgestaltet wie der ein oder andere sich das vielleicht denken mag. Meist geht es nach ein oder zwei Seiten direkt weiter mit der Haupthandlung.

Diese wird meist durch das ein oder andere Zwischenkapitel unterbrochen, in dem es um eine Situation in der Cannery Row ging, die die Nachbarschaft beschäftigt hat.
Und diese Nachbarschaft schleicht sich in das Herz des Lesers, schneller als er denkt. Jeder der Charaktere wächst dem Leser ans Herz und gerade wie der Autor das schafft ist auf gerade einmal 150 Seiten faszinierend.

Das einzige was ich an dem Buch zu bemängeln habe, ist, das Ende. Es war für mich vollkommen unverständlich. Zwar nicht von der Sprache her, aber vom Inhalt und das fand ich wirklich sehr schade. Das war der einzige Wehrmutstropfen, den ich bei diesem Buch empfunden habe.

Fazit:
Ein Buch, das vor Leben nur so zu sprühen scheint. Der Schreibstil ist flüssig und leicht zu lesen; Unterbrechungen im Lesefluss gibt es so gut wie keine. Auch die Charaktere und ihre Geschichten haben mich sehr berührt und man konnte sich sehr gut in sie hineinversetzen. Das einzige was mir nicht gefallen hat, war das Ende des Buches, das für mich ein wenig sinnfrei erschien, da ich keine Ahnung hatte, was das mit der vorherigen Handlung zu tun hatte. Alles in allem gibt es daher 4 von 5 Sternen.

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Allgemeine Infos zum Buch
Taschenbuch: 176 Seiten
Verlag: Penguin Classics; Auflage: New Ed (7. September 2000)
Sprache: Englisch
ISBN-10: 0141185082
ISBN-13: 978-0141185088

Mittwoch, 25. Juni 2014

Rezension zu "Mord im Orientexpress" von Agatha Christie

Ein richtig guter Poirot

 

Zum Inhalt:
Hercule Poirot reist mit dem Orientexpress von Syrien zurück nach London und freut sich auf eine angenehme Nacht in seinem Abteil. Doch daraus wird nichts. Auf den Fluren vor den Abteilen herrscht Unruhe und dann bleibt der Zug auch noch in einer Schneewehe stecken. Als dann jedoch der Millionär Ratchett aus dem Nachbarabteil tot aufgefunden wird, ist alles klar - nur ein Mitreisender kann der Mörder sein. Und Poirot will diesen finden. Und sind wirklich alle Passagiere die für die sie sich ausgeben?

Meine Meinung:
Mord im Orientexpress ist mittlerweile mein zweiter Christie und ich muss sagen, er gefällt mir genauso gut wie Der Tod auf dem Nil. Die Menschen, die sagen, Agatha Christie sei die "Queen of Crime" haben wirklich recht: Agatha Christie schafft es, eine richtig gute Geschichte zu spinnen, die den Leser sowieso schon sehr stark an das Buch fesselt aber mit der Auflösung trifft sie den Leser noch einmal richtig hart. Denn meistens hat man mit dieser Aufklärung nicht wirklich gerechnet.

So ist es auch bei diesem Werk von Agatha Christie. Natürlich hat man als Leser irgendwie immer gegen einen der Charaktere einen Verdacht, doch bei diesem Krimi schien irgendwie jede Person verdächtig zu sein, denn jede hatte auf irgendeine Weise ein Motiv. Dass es jedoch so ausgegangen ist wie es eben ausgegangen ist, hat mich sehr überrascht und ich bin auch jetzt, nachdem ich schon seit mehreren Stunden mit dem Buch fertig bin, immer noch geschockt über die Lösung auf die unser guter Hercule Poirot gekommen ist.

Im Allgemeinen ist Hercule Poirot den Lesern mit seinen Gedankengängen immer um mehrere Schritte voraus. Ich befand mich eher auf dem Gedankenstand des Arztes Dr. Constantine und Monsieur Bouc, seinen Begleitern. Ich hatte wirklich nicht die geringste Ahnung, wer der Mörder sein könnte und bin die ganze Zeit im Dunkeln herumgetappt.

Doch gerade das macht meiner Meinung nach einen guten Kriminalroman aus - nicht wissend wer der Mörder ist versucht man, seine eigenen Vermutungen aufzustellen und selbst wenn diese enttäuscht werden, ist man immer noch hungrig danach zu erfahren, wer der wahre Mörder ist.
Das ist das, was die Christie-Krimis auch so anziehend und spannend macht. Ich habe nur knappe 2 Wochen gebraucht um diesen Krimi zu lesen und das bei 360 Seiten und das ist bei meiner derzeitigen Wochenplanung echt eine kurze Zeit.

Doch nicht nur die Art und Weise, wie Mrs. Christie ihren Fall löst hat mich serh an das Buch gefesselt, sondern auch ihr Schreibstil. Diesen mag ich nämlich sehr. Ich hatte die ganze Zeit das Gefühl, als wäre ich der 3. Begleiter des Monsieur Poirot, der im Orientexpress versucht, den Fall aufzuklären und habe mich im Allgemeinen sehr nah an den Charakteren gefühlt.

Ich habe zwar den Film nicht gesehen, der zu diesem Krimi Christies gedreht wurde, aber das muss ich auch nicht mehr. Ich hatte nämlich die ganze Zeit einen Film vor meinem inneren Auge wenn ich dieses Buch gelesen habe. Und natürlich kann kein Film die eigenen Erwartungen richtig erfüllen.

Fazit:
Dieser Krimi hat mir richtig gut gefallen. Er ist spannend vom Anfang bis zum Schluss und es gibt keine langweiligen Stellen, da immer wieder neues passiert. Für Krimifans und natürlich auch Agatha Christie-Fans ist Mord im Orientexpress ein absolutes Muss. Hier kommt nämlich keine Langeweile auf. Deswegen gibt es von mir auch 5 von 5 möglichen Sternen.

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Allgemeine Infos zum Buch
Erscheinungsdatum Erstausgabe : 01.03.1989
Aktuelle Ausgabe : 08.10.2009
Verlag : Fischer Taschenbuch
ISBN: 9783596511136
Fester Einband: 361 Seiten
Sprache: Deutsch

Mittwoch, 9. April 2014

Rezension zu "Das Urteil und andere Erzählungen" von Franz Kafka

Konnte mich gar nicht überzeugen - leider

 

Zum Inhalt:
Das Urteil und andere Erzählungen besteht aus den Geschichten Das Urteil, Die Verwandlung, Ein Landarzt, Auf der Galerie, Vor dem Gesetz, Elf Söhne, Ein Bericht für eine Akademie, In der Strafkolonie und Ein Hungerkünstler. Die Geschichten sind in sich abgeschlossen und können nicht miteinander vernetzt werden.
Franz Kafka ist wohl für seinen Namen bekannt, seine Geschichten sagen heutzutage jedoch kaum jemandem etwas. Höchstens an "Die Verwandlung" kann der ein oder andere sich erinnern. In diesem Band sind die bekanntesten Werke Kafkas gesammelt worden, um dem Leser einen Eindruck von Kafkas Schreibstil zu geben.

Meine Meinung:
Im November letzten Jahres bin ich mit meinem Deutsch-Leistungskurs nach Prag gefahren. An die Geburtsstätte Kafkas. Unter anderem haben wir einiges über ihn erfahren, nicht nur über seine Werke sondern auch über sein Leben, das nicht ganz so rosig verlaufen ist, wie man  es sich vielleicht vorstellen mag. Aufgrund dessen, dass ich begann, mich für seine Erzählungen zu interessieren, wollte ich unbedingt etwas von ihm lesen.

Mir war von Anfang an klar, dass Kafka einen besonderen Schreibstil hat. Er bleibt distanziert zum Leser mit all seinen Figuren und schreibt über sehr skurille Themen. Und obwohl ich versucht habe, mich auf seine Erzälweise einzulassen, konnte ich es einfach nicht.

Den Schreibstil fand ich am Anfang eigentlich noch recht gut, aber je weiter ich las, desto häufiger verlor ich den Faden und wusste gar nicht mehr, was ich da gelesen hatte. Auch wenn ich eine Lesepause eingelegt habe fiel es mir sehr schwer, wieder in die jeweilige Geschichte hineinzufinden, was nicht unbedingt für Kafkas Schreibstil spricht.

Auch werden die Geschichten immer verworrener, so dass man als Leser hinterher überhaupt nicht mehr durchblickt, was passiert ist und was jetzt Realität und was Fiktion ist. Das Problem ist mir besonders bei Das Urteil aufgefallen. Am Ende habe ich nichts mehr verstanden und mich wirklich verloren gefühlt, weil ich die Handlungen der Personen nicht richtig nachvollziehen konnte.

Was mich auch recht störte war, dass man als Leser zu den ganzen Personen sehr distanziert bleibt. Man fühlt sich ihnen durch Kafkas Erzählweise nicht richtig nahe und es fiel mir persönlich sehr schwer eine Beziehung zu den einzelnen Protagonisten aufzubauen. Auch das Ende mancher Kurzgeschichten hat mich nicht mit den Figuren mitfühlen lassen. Es war eher so, als wäre man ein objektiver Betrachter des Geschehens - und das möchte ich eben beim Lesen nicht sein. Ich möchte mit den Figuren mitfühlen können, mich ihnen nahe fühlen, ihr Denken verstehen. Durch Kafkas Schreibstil konnte ich das leider überhaupt nicht.

Auch blieben für mich viele Fragen in den Geschichten ungeklärt bsw. bei Die Verwandlung. Darin geht es um den jungen Geschäftsmann Gregor Samsa, der eines Morgens als Käfer erwacht - aber wieso? In den ganzen folgenden Seiten wird nicht beschrieben, warum das passiert ist und ob es nicht einen Weg gibt dies rückgängig zu machen. Normalerweise mag ich solch offene Fragen, aber hier erschienen sie mir deplatziert. Eine richtige Lösung gibt es dafür ohnehin nicht. Zumindest hier hätte ich mir eine Aufklärung der Verwandlung erhofft.

Fazit:
Nach den ganzen 181 Seiten dieses Klassikers muss ich sagen: Kafka ist überhaupt nicht mein Fall - leider. Als Person ist er sehr interessant, aber seine Geschichten rufen bei dem Leser eher Verwirrungen hervor, als dass sie ihn über bestimmte Dinge aufklären. Sicher, Kafka ist keine Bettlektüre, das ist mir schon klar, dennoch blieb fast alles für mich sehr oberflächlich und so, als wäre es nicht richtig ausgereift. Auch die Personendarstellung hat mir nicht wirklich gefallen, da ich mich nicht in ihre Lage versetzen und somit auch ihre Handlungen nicht nachvollziehen konnte. Schade. Ich habe mir etwas mehr erhofft. Deswegen kann ich leider auch nur 1 Stern vergeben, da mir die Kurzgeschichten überhaupt nicht gefallen haben.

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Allgemeine Infos zum Buch
1. Oktober 1951
Aktuelle Ausgabe : 30.12.2010
Taschenbuch: 192 Seiten
Verlag: FISCHER Taschenbuch
ISBN: 978-3596200191
Sprache: Deutsch