Donnerstag, 6. August 2015

Rezension zu "Chroniken der Unterwelt: City of Ashes" von Cassandra Clare

Guter 2. Teil, der noch mehr Fragen aufwirft

 

Zum Inhalt:
City of Ashes ist der 2. Band der Reihe Chroniken der Unterwelt von Cassandra Clare. Eigentlich scheint alles so schön in Clarys Leben zu sein, nachdem Valentine spurlos verschwunden ist. Doch normal ist ihr Leben ganz sicher nicht mehr. Clary ist eine Schattenjägerin und somit dazu bestimmt, gegen Dämonen, Werwölfe und andere Schattenwesen zu kämpfen. Damit nicht genug ist der mysteriöse Schattenjäger Jace auch noch ihr Bruder - und Valentine ihr gemeinsamer Vater. Das darf doch alles nicht wahr sein, denkt sich Clary. Doch als Jace in große Gefahr gerät, kann Clary sich nicht mehr länger zurückhalten und stellt sich ihrem Schicksal als Schattenjägerin. Denn im Kampf gegen Valentine und seine riesige Dämonenarmee sind Clarys Fähigkeiten von äußerster Wichtigkeit.

Meine Meinung:
Lang, lang ist es her, dass ich eine Rezension geschrieben habe, was viel an meinem Unistress gelegen hat. Und deswegen ist es auch schon sehr lange her, dass ich den 2. Teil der Reihe von Cassandra Clare beendet habe. Trotzdem werde ich versuchen, meine Meinung zu dem Buch aus meinem Erinnerungsvermögen zusammenzupflücken.
Der erste Band der Reihe hatte mir schon gut gefallen (allerdings war es ein großer Nachteil, dass ich den Film zuvor im Kino gesehen hatte, aber egal) und ich wollte unbedingt wissen wie es weitergeht. Deswegen war ich sehr froh, als ich sah, dass City of Ashes bei Amazon wieder im Kindle-Shop verfügbar war. Das musste ich natürlich direkt kaufen und auch anfangen zu lesen. 

Auch, wenn es etwas länger her ist, dass ich den ersten Band gelesen habe, konnte ich mich sehr schnell wieder in die Handlung einfinden, was zudem auch daran lag, dass immer wieder ein paar der Geschehnisse aus dem Vorgänger aufgegriffen wurden. Das hat mir ausnehmend gut gefallen. Wer die Bücher selbst gelesen hat, weiß, dass jeder einzelne Band etwa 500 Seiten umfasst und noch einmal eine Geschichte zu lesen, von der man die Handlung vergessen hat nur um in den zweiten Teil hineinzukommen, ist nicht gerade motivierend für einen Leser. Deswegen fand ich es gut, dass die Autorin immer wieder kurz erwähnte was passierte. Dies geschah noch nicht einmal in einem Abschnitt, sondern immer in kleinen portionierten Häppchen, was trotzdem auch die Handlung des 2. Bandes weiterbrachte. Die Sprache, die in dem Buch verwendet wird, hat mir, wie schon im ersten Band, sehr gefallen, allerdings finde ich immer noch, dass zu der Geschichte eine Ich-Perspektive besser gepasst hätte. Trotzdem tat es dem Einfinden in die Charaktere keinen Abbruch. Die Handlung knüpft nahtlos an und so wird man direkt von der ersten Minute von der Geschichte mitgerissen. Immer wieder baut die Autorin kleine Lacher in die Geschichte mit ein, wie den hier:

"[...]
>>Nein bin ich nicht<<, knurrte Alec zwischen zusammengebissenen Zähnen. >>Nur weil du gesagt hast, Drachendämonen wären ausgestorben...<<
>>Ich hab "nahezu ausgestorben" gesagt.<<
Alec fuchtelte mit dem Finger in Jace' Richtung. >>Nahezu ausgestorben<<, entgegnete er mit vor Wut zitternder Stimme, >>ist NICHT AUSGESTORBEN GENUG.<<" (Seite 17)


Dies lockert die recht düstere Stimmung des Romans sehr auf, jedoch in einem sehr positiven Sinn. Die Handlung wird nicht ins Lächerliche gezogen oder die Atmosphäre zerstört, sondern ein bisschen Entspannung hineingebracht. Auch eine Sache, die sehr angenehm am zweiten Band war. Leider sind die Kapitel etwas lang geraten, wie auch schon im ersten Teil. Wer hier nicht etwas mehr Zeit mitbringen kann, wird es kaum schaffen, ein Kapitel in einem Rutsch durchzulesen, auch wenn man an vielen Stellen wieder gut in die Handlung hineinkam.

Was ich im ersten Teil ein wenig vermisst habe, war eine ausführlichere Beschreibung der Schattenwesen und ihrer Welt. Bei diesem Band hat die Autorin anscheinend besonders darauf ihr Hauptaugenmerk gelegt. Durch die Einführung von Werwölfen und Vampiren (die im Verlauf des Romans noch eine sehr große Rolle spielen), werden immer mehr Rituale und Bräuche der jeweiligen Schattenwesen aufgedeckt, was dem Leser auch dabei hilft, sie sich genauer vorzustellen. Hier tritt das Fantasy-Genre sehr deutlich hervor und man kann sich richtig in dieser detailreichen Welt verlieren, die Cassandra Clare hier erschafft. 

In City of Ashes stehen dieses Mal nicht die Hauptcharaktere im Vordergrund, sondern die Nebencharaktere kommen zum Zug. Simon, Luke und das Werwolfmädchen Maia erhalten bedeutende Rollen in diesem Band und rücken von der Definition eines Nebencharakters stark ab. Ich hoffe, dies bleibt im 3. Band genauso erhalten. Auch Jace' Gefühlswelt ist ein wichtiges Thema in diesem Band und wir haben immer mehr Kapitel, die sich mit seiner Sicht der Dinge auseinandersetzen. Clary ist meiner Meinung nach der schwächste Charakter in diesem Band. Immer noch scheint sie mir ein bisschen naiv, und ich hoffe, dass sie jetzt, wo sie ihr Schicksal eine Schattenjägerin zu sein angenommen hat, auch ein bisschen mehr Charakterstärke beweist. Die hat mir in diesem Band nämlich ein bisschen bei ihr gefehlt, während die anderen Nebencharaktere durch trockenen Humor, Väterlichkeit und ihren Sarkasmus glänzen. 

Trotzdem hatte ich an einigen Stellen des Buches, trotz guten Charakteren und tollem Schreibstil, das Gefühl, als würde die Handlung in einen "Leerlauf" geraten. An einigen Stellen des Buches konnte ich mich einfach nicht dazu aufraffen, weiterzulesen. Es fehlte die Spannung und die Charaktere dümpelten vor sich hin. Für mich war es daher sehr schwer, in die Handlung hineinzufinden, wenn ich eine längere Lesepause gemacht hatte, da ich mich einfach nicht daran erinnern konnte, was vorher passiert war. Das fand ich ein wenig schade, denn die Handlung im Allgemeinen ist wirklich gut geschrieben und durchdacht. Aber besonders gegen Ende des Bandes steigt der Spannungspegel trotzdem nochmals an und reißt den Leser förmlich mit, so dass man das Buch kaum aus der Hand legen mag.

Das Ende, so wie auch die Handlung selbst, werfen immer mehr Fragen auf, habe ich das Gefühl, scheinen aber nur wenige bis gar keine beantworten zu können. Das bemängele ich jedoch keinesfalls, denn das ist auch einer der Gründe warum die Serie für mich so reizvoll ist. Der Cliffhanger am Ende ist wirklich fies und man möchte sich am liebsten sofort den 3. Teil schnappen um weiterlesen zu können. Zudem bin ich nicht mehr ganz so überzeugt, ob Clary nun wirklich Jace' Schwester ist, da in "City of Ashes" immer wieder Zweifel gestreut werden. Ich bin schon sehr gespannt, was mich in "City of Glass" erwarten wird.

Fazit:
Der zweite Teil ist um Längen detaillierter und sogar noch etwas fantasievoller als der erste. City of Ashes entführt den Leser noch tiefer in die Welt der Schattenwesen und zeigt die Verstrickungen zwischen Schattenjägern und ihnen auf. Langsam kann sich der Leser einen Reim darauf machen, wie diese ganze Welt zusammenhängt, obwohl sie ihm immer noch sehr neu erscheint. Fokus lag in diesem Band auf den Nebencharakteren, die sehr gut herausgearbeitet wurden und immer mehr von ihrem Charakter erkennen lassen. Sei es Luke mit seiner väterlichen Fürsorge oder Simon mit seinem Sarkasmus - alle haben sich auf eine gewisse Weise weiterentwickelt. Einzig und allein die Handlung gerät manchmal in ein Tief, aus dem der Leser nicht herausgelöst werden kann und somit meist nach einer Weile das Buch zuschlägt und auch für längere Zeit nicht weiterliest. Im Allgemeinen war die Handlung wirklich gut, aber viele Stellen dümpelten nur vor sich hin und konnten mich leider nicht richtig begeistern. Das Ende treibt die Spannung allerdings nochmals nach oben und der Cliffhanger macht richtig Lust auf den 3. Band. Insgesamt gibt es daher 4 Sterne von mir für Chroniken der Unterwelt: City of Ashes.

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Allgemeine Infos zum Buch
Erscheinungsdatum Erstausgabe : 01.06.2008
Aktuelle Ausgabe : 10.06.2011
Verlag : Arena
ISBN: 9783401502618
Flexibler Einband 480 Seiten
Sprache: Deutsch