Samstag, 28. Februar 2015

Rezension zu "Touché" von Gabriele Schmid

Eine süße Liebesgeschichte für alle Grey's Anatomy-Liebhaber

 

Zum Inhalt:
Touché ist der erste Teil der Reihe Einzigartige Momente. Für Dr. Katja Thalbach zählt nur eins: ihre Karriere. Für ihre berufliche Zukunft möchte sie zuerst ihren Facharzt machen, dann Oberärztin werden und schließlich den Chefarztposten bekommen. Für Familie bleibt ihr da keine Zeit und schon gar nicht für Kinder. Und das, obwohl Katja doch ein echter Familienmensch ist. Doch erstens kommt alles anders und zweitens als man denkt. Denn Katjas Aufstieg zur Oberärztin wird ihr verwehrt. Und da ist noch Dr. Stefan "Sauertopf" Marquardt, der zwar eine wandelnde Kaltfront ist, zugleich aber auch unverschämt gut aussieht. Die beiden verstehen sich zwar im OP blind, doch außerhalb stacheln Stefan und Katja sich immer gegenseitig an. Kann das mit den beiden gut gehen, oder ist diese zarte Liebe von vorneherein zum Scheitern verurteilt?

Meine Meinung:
Ich habe bisher alle Bücher von Gabriele Schmid gelesen und jedes Buch meist in einem Rutsch durchgelesen. Deswegen war es klar, dass ich mich auch an ihr neuestes Werk Touché machen musste, bevor Hitzeschlacht erscheint. Im Gegensatz zu der Reihe Aus Träumen werden Geschichten, in der es um ein kleines Dörfchen namens Mittsingen und dessen Bewohner geht, spielt Einzigartige Momente an der Oberau-Klinik in Freiburg. Damit begibt sich Gabriele Schmid bisher auf unbekanntes Terrain.

Doch schon die Sprache fesselt den Leser vom ersten Satz an. Man wird direkt in die Handlung hineingezogen und hat keine Sekunde Zeit, sich zu orientieren. Auch bei ihren anderen Romanen setzt die Erzählung mitten in der Handlung an. Mir gefällt dieser Stil sehr gut, da er neugierig auf das kommende Geschehen macht und die Charaktere kurz angeschnitten werden. Auch wenn ich zwischenzeitlich am Anfang mit den ganzen Personen richtig durcheinander kam, fand ich doch schnell in die Geschichte und ihre Personen und Verstrickungen hinein, so dass ich nach vielleicht 3 oder 4 Kapiteln alle Personen auseinanderhalten konnte.

Gabriele Schmids Schreibstil ist sehr flüssig und leicht zu lesen. Demnach kann man auch ihren Erzählungen und Ausführungen leicht folgen, so dass es passieren kann, dass man weiter liest als man eigentlich wollte. Doch das ist nicht schlimm, denn das hebt den knackigen Schreibstil der Autorin hervor. Auch was die Szenen betraf, in denen medizinisches Fachjargon gesprochen wurde, fand ich sehr schön. Natürlich sind dem Laien die meisten der Begriffe, die Frau Schmid verwendet, gänzlich unbekannt, so dass man natürlich nicht genau weiß, was dieser oder jener Terminus bedeuten soll. Die Autorin gibt nach dem Einführen eines dieser Termini eine kurze prägnante Definition, um was für eine Krankheit es sich handelt oder was dieser Begriff im Allgemeinen bedeutet. Somit lässt die Autorin die Leser nicht ahnungslos, sondern erweitert ihr Wissen und das Verständnis für das Buch im Allgemeinen.
Was mir besonders an dem Schreibstil gefallen hat, ist, dass er mal witzig, mal nachdenklich, mal romantisch, mal ernst wirkt. Dieser Wechsel erschafft eine gute Atmosphäre, so dass man sich richtig gut in die Handlung hineinversetzen kann.

Die Kapitel sind relativ kurz gehalten, so dass man es schafft, ein Kapitel während der Lesephase zu beenden. Das schöne an den Kapiteln finde ich, ist die immer abwechselnde Perspektive. Immer wieder nimmt der Erzähler die Sichtweise einer anderen Person ein, so dass genug Abwechslung in der Handlung besteht. Dabei wechselt er nicht nur zwischen den beiden Figuren Katja und Stefan hin und her, sondern auch zwischen den Nebenfiguren wie Vicky, Birgit oder Maxi. Das bringt Spannung in die Geschichte und lässt den Leser nicht nur darauf warten, dass es mit den Hauptfiguren weitergeht, sondern man möchte auch den Werdegang der Handlungsstränge der Nebencharaktere erfahren. Dies zeugt auch davon, dass Gabriele Schmid auch die Nebencharaktere gelungen sind.

An sich haben mir alle Charaktere sehr gut gefallen, natürlich Katja und Stefan ganz besonders. Obwohl Stefan eine richtige Kaltfront gegenüber Katja, den Kollegen und seinen Patienten ist, kann man eigentlich gar nicht anders als ihn zu mögen, besonders da seine Charakterzüge schon von Anfang an Fragen beim Leser aufwerfen. Katja hingegen ist das komplette Gegenteil von Stefan: freundlich, aufgeschlossen und beliebt. Sie nennt Stefan "Dr. Sauertopf", was dem ein oder anderen Leser ein Schmunzeln aufs Gesicht zaubert. Generell liebe ich einfach den Schlagabtausch zwischen den beiden. Dieser reißt auch im weiteren Fortgang der Geschichte nicht ab, was mir sehr gut gefallen hat. So gab es immer wieder etwas zu lachen, wenn die beiden sich zankten oder neckten.
Auch die Geschichten der Nebencharaktere fand ich sehr interessant, da sie zwar angeschnitten wurden, jedoch ab einem gewissen Punkt endeten, damit nicht zu viel verraten wurde. Diese Nebencharaktere werden größtenteils noch in weiteren Bänden der Reihe als Hauptcharaktere auftreten, daher fand ich es auf der einen Seite gut, dass die Autorin aufhörte von ihnen zu erzählen, als auch schlecht, da ich wissen wollte, wie es weiterging. Dies schürt jedoch nur die Vorfreude auf den 2. Band der Reihe. Insgesamt wirkten die Charaktere also wie Personen aus dem echten Leben, von denen man gerne mehr erfahren möchte.

Zur Entwicklung der Geschichte kann ich sagen, dass sie in sich schlüssig, wenn auch an einigen Stellen vorhersehbar war, was dem Lesevergnügen aber keinen Abbruch tut. Auch wenn ich das Ende meinen Geschmack etwas zu kitschig war, hat es mir dennoch sehr gefallen. Ich freue mich auf die weiteren Teile der Reihe.

Fazit:
Wer Serien wie Grey's Anatomy, Doctor's Diary oder In aller Freundschaft mag, wird auch diese Serie gut finden. Mit frischem Schreibstil erzählt die Autorin von den Ereignissen in der Oberau-Klinik und beachtet dabei nicht nur die Erzählstränge der Haupt- sondern auch die der Nebencharaktere. Man kommt sehr schnell durch das Buch, und auch wenn einige der Geschehnisse sehr vorhersehbar sind, nimmt dies dem Leser nicht den Spaß an dem Roman. Für wenig Geld bekommt man eine süße Liebesgeschichte geliefert, die keiner Arztserie in irgendetwas nachsteht. Daher bekommt Touché auch 5 von 5 Sternen von mir.

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Allgemeine Infos zum Buch
Erscheinungsdatum Erstausgabe : 19.01.2015
Aktuelle Ausgabe : 21.01.2015
Verlag : spiritbooks
ISBN: 9783944587196
Flexibler Einband: 396 Seiten
Sprache: Deutsch