Samstag, 15. November 2014

Rezension zu "Liebe geht durch alle Zeiten: Rubinrot" von Kerstin Gier

Zurück in die Zu- ääh..Vergangenheit

 

Zum Inhalt:
Rubinrot ist der erste Band der Trilogie Liebe geht durch alle Zeiten. Wie viele Geheimnisse kann eine Familie eigentlich haben? Das zumindest denkt sich Gwendolyn wenn sie ihre Familie betrachtet, die alles andere als normal ist und aus einem großen Geheimnisknäuel zu bestehen scheint. Denn einige ihrer Verwandten können in der Zeit springen; sie sind Zeitreisende. Auch Gwendolyns Cousine Charlotte soll eine Zeitreisende sein und die ganze Familie wartet auf ihren ersten Sprung in die Vergangenheit. Als aber Gwendolyn letztendlich eines Tages plötzlich im London des vergangenen Jahrhunderts auftaucht, wird allen klar, dass irgendein Fehler unterlaufen ist. Statt Charlotte hat nämlich Gwendolyn das Gen geerbt. Und schon bald taucht Gwendolyn in die große geheimnissvolle Welt der Zeitreisenden ein - und trifft auf Gideon de Villers, formaly known as Mr Kotzbrocken, der mit ihr die ganzen Zeitreisen unternehmen soll. Doch kann das wirklich gut gehen?
 
Meine Meinung:
Ich habe wirklich lange einen riesigen Bogen um die Trilogie von Kerstin Gier gemacht. Gründe hatte ich dafür viele: Das Thema ist nicht meins, mein SuB-Stapel ist sowieso schon ein Monster und ich habe keine Zeit noch mehr zu lesen. Aufgrund einer mittlerweile recht guten Freundin auf lovelybooks.de (ja, Jenny, du bist gemeint ;)) hab ich dann doch mal angefangen, den ersten Teil der Trilogie zu lesen. Mit Misstrauen habe ich Rubinrot begonnen und mit Begeisterung habe ich den Teil wieder zur Seite gelegt und hätte mich am liebsten selbst dafür geohrfeigt, dass ich so blöd war, das Buch nicht vorher schon zu lesen.

Ich muss gestehen, dass ich bisher noch keinen Kerstin Gier-Roman gelesen habe. Deswegen war ich auch relativ neugierig und gespannt, was mich denn bei ihrem ersten Jugendbuch erwarten würde. Dass ihr Schreibstil mich gleich so vom Hocker hauen würde, hätte ich nicht gedacht. Man kann sich durch die Ich-Perspektive gleich sehr gut in Gwendolyn hineinversetzen und ihre Gedanken und Gefühle sehr gut nachvollziehen. Durch die Ich-Perspektive kommt es dem Leser gleich so vor, als wäre er selbst Gwendolyn und würde die Welt durch ihre Augen sehen. Das hat mir schon einmal ausnehmend gut gefallen. Dadurch, dass ein gutes "Hineinschlüpfen" in die Personen möglich ist, hatte Kerstin Gier schon einmal einen Pluspunkt bei mir gesammelt. Doch nicht nur dadurch konnte sie bei mir punkten. Besonders mit ihrer Variation an Sprache, die sie während des Romans verwendet hat sie mich begeistern können. Dadurch charakterisiert sie Gwendolyn am besten.
Richtig gut gefallen haben mir die witzigen Stellen des Buches.

"Quark edit biscuits - oder so ähnlich" (hab leider keine Seite mehr im Kopf)
oder auch

"Ich saß mit Mr-Gideon-formerly-known-as-Kotzbrocken in einem Beichtstuhl ... und flirtete, was das Zeug hielt! Himmel!" (S. 336)

haben mir den ein oder anderen Lachkrampf entlockt. Sowas kommt dann auch besonders gut, wenn man in der Bahn sitzt und die Leute alle einen anstarren als hätte man sie nicht mehr alle.
Doch nicht nur Gwendolyn wird richtig charakterisiert, sondern auch alle Menschen in ihrem Umfeld. Man lernt ihre Freundin Leslie richtig gut kennen, auch wenn sie nur ein paar Mal auftritt, jedoch gelingt die Ausarbeitung richtig gut. Auch Tante Glenda und Gwendolyns Mutter kommen dem Leser echt vor und nicht wie Charaktere, die nur auf dem Papier existieren. Man hat das Gefühl, dass jeder Charakter gleichwertig ist, da jeder einen bestimmten Anteil an Charakterisation erhält, selbst wenn der Charakter vielleicht nur ein paar Mal im Buch auftritt.

Der Charakter, der neben Gwendolyn am meisten auftritt ist Gideon de Villiers. Wie man schon an dem Zitat sieht, ist Gideon ein ziemlich arroganter Schnösel. Trotzdem hat man ihn als Leser irgendwie gern, selbst wenn er sich, besonders am Anfang, wie ein totaler Idiot verhält.

Auch zu den Zeitreisen und dem Verlauf des Buches möchte ich ein bisschen was sagen.
Die Zeitreisen haben mir ausnehmend gut gefallen. Man war einfach in der Zeit drin, in die die Autorin einen geschickt hat. Das Gefühl, einfach mitzureisen, war echt genial, da alles sehr authentisch wirkte und die Szenerie sehr den Originalszenen aus den jeweiligen Epochen nachempfunden war. Auch in dieser Hinsicht hat mir das Buch sehr viel Freude bereitet.

Zum Verlauf des Buches kann ich nur eines sagen: Man konnte der Handlung sehr leicht folgen. Auch, wenn man manchmal mitten im Kapitel aufhören musste zu lesen, sei es aus Zeitgründen oder aus anderen, kam man beim Wiedereinsetzen in die Geschichte sehr schnell wieder hinein. Man wurde praktisch direkt mitgesogen. Langweilig wurde das Buch in keinster Weise, da immer wieder etwas neues passierte, das den Leser in Atem hielt und seine Neugier weckte.

Auch das Ende hat mir sehr gut gefallen, auch wenn es etwas verwirrend war, aber gerade das hält die Trilogie auch spannend: es geht also weiter mit Gwendolyn und Gideon und es scheint in jeder Hinsicht noch besser zu werden als der gerade verschlungene erste Teil. Bitte mehr davon!

Fazit:
Ein wahrlich zauberhaftes Buch, in dessen Geschichte man so schnell hineingezogen wird, wie der Zeitsprung in den Beschreibungen des Buches vonstatten geht: erst wird es einem etwas mulmig im Bauch, doch dann ist man so in der Geschichte drin, dass man gar nicht mehr aufhören möchte zu lesen. Die Charaktere sind schön ausgearbeitet worden, genauso wie Gwendolyns Zeitreisen und die ganze Handlung des Buches an sich. Ich bin schon gespannt auf den zweiten Teil der Trilogie und vergebe für Rubinrot verdiente 5 Sterne. Seit langem konnte ein Buch nicht mehr so fesseln. Ich freue mich schon auf den zweiten Teil Saphirblau.

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Allgemeine Infos zum Buch
Erscheinungsdatum Erstausgabe : 16.01.2009
Aktuelle Ausgabe : 01.01.2014
Verlag : Arena
ISBN: 9783401506005
Flexibler Einband: 352 Seiten
Sprache: Deutsch