Donnerstag, 3. Juli 2014

Rezension zu "This is not a love story" von Holly Bourne

Kitschige Love Story gepaart mit abstruser Fantasy trifft auf nervigen Hauptcharakter

 

Zum Inhalt:
"Liebe ist bescheuert und Jungs sowieso."

Das ist der Leitspruch der 17-jährigen Penny, wenn ihre besten Freundinnen anfangen über die Liebe zu sprechen. Vor allem hat Penny sich geschworen, sich nie zu verlieben. Dass daraus nichts wird, ist klar, als sie Noah kennenlernt, den Gitarristen der Band "Growing Pains". Als sie ihn zum ersten Mal auf einem Konzert sieht, reißt es ihr den Boden unter den Füßen weg. Wie ein Magnet fühlt sie sich zu ihm angezogen, doch es in seiner Nähe zuzugeben...dafür ist Penny viel zu stolz. Bis sie merkt, dass es Noah anscheinend genauso geht wie ihr selbst. Mit ihm erlebt sie die ganz großen Gefühle und bald schon ist ihr klar: Sie kann nicht ohne Noah. Doch je näher die beiden sich kommen, desto gefährlicher scheinen sie für sich selbst und ihre Umgebung zu werden...

Meine Meinung:
Mir hat der Titel der Geschichte sehr gut gefallen. Bei This is not a Love Story denkt man direkt an ein Paar, das vielleicht zueinander passt, aber eine Art Hassliebe aufeinander entwickelt, weil der andere einem zwischenzeitlich richtig auf die Nerven geht. So ist dieses Buch auch - zumindest teilweise.

Am Anfang lernt man Penny kennen, ein 17-jähriges Mädchen, dass ziemlich zynisch ist und nicht wirklich viel von der "großen Liebe" hält. Wegen ihrer ungewollt lustigen Art mit ihren ganzen ironischen Bemerkungen war sie mir auch deswegen gleich sympathisch und ich dachte, ich könnte ein wenig aufatmen, dass sie nicht eine von diesen Mary Sues ist, über die immer wieder Geschichten geschrieben werden. Deswegen ist sie mir schon zu Anfang ein wenig ans Herz gewachsen.

Leider lernt man ihre Freundinnen, außer die sexsüchtige Ruth, nicht wirklich besser kennen, so dass diese ziemlich in den Hintergrund rücken. Hier hätte ich mir vielleicht etwas mehr Interaktion gewünscht, damit auch dem Leser Pennys Freundinnen vertraut werden.

Was mich aber direkt zu Beginn schon gestört hat, war, dass dieses Buch wirklich vor Klischees nur so strotzt, wie Penny auch schon erwähnt. Immer weiß man, was vorher passiert und richtige Spannung wollte nicht wirklich aufkommen. Der Leser hatte immer schon fast die genaue Ahnung was als nächstes mit den Charakteren passieren würde, was das Buch in meinen Augen richtig langweilig gestaltete.

Deswegen war ich auch nicht sonderlich überrascht als Penny Noah auch schon früh kennenlernt und erst einmal voll weggetreten ist. Auch hier wird sich wieder so vielen Klischees bedient, dass es schon nicht mehr feierlich ist und die Geschichte wirkt wirklich ziemlich flach.

Wer jetzt allerdings denkt: "Mein Gott, Penny ist eine starke Persönlichkeit, vertritt ihre Meinung und lässt sich nicht so schnell von dem Typen rumkriegen" liegt garantiert falsch. Auf die kleinen Auseinandersetzungen mit Noah hatte ich mich schon richtig gefreut und hatte mich schon auf den ein oder anderen Lacher vorbereitet. Und wie enttäuscht ich war, als sich herausstellt, dass die beiden sich nur zweimal richtig treffen und auch necken bevor sie zusammenkommen. Das hat mir leider überhaupt nicht gefallen. Wenn die beiden etwas mehr Interaktion gehabt hätten, bevor sie wirklich zusammengekommen wären, wäre das viel interessanter für den Leser gewesen. So aber wirkt es, als wären sie praktisch von der Autorin gezwungen worden, zusammenzusein.

Danach geht es weiter mit allen möglichen Klischees. Ich mag ja gerne romantische Geschichten, keine Frage, aber der weitere Verlauf der Handlung strotzt nur so von Liebesgesäusel und Kitsch, dass ich manchmal echt innerhalten musste um nicht irgendwie würgend die Augen zu verdrehen. Ich habe mich die ganze Zeit gefragt: "Wo ist die tolle, zynische Penny vom Anfang hin? Was habt ihr mit ihr gemacht?" Durch ihr Zusammensein mit Noah wurde sie nur noch nervig und ich war manchmal kurz davor, das Buch abzubrechen, obwohl ich es doch in einer Leserunde gewonnen hatte.

Richtig verwirrend waren dagegen einige Kapitel, die in Kursiv geschrieben sind. Man erfährt dort etwas über eine Anita und einen Rain, die Penny und Noah zu beobachten scheinen. Also kommt zu der ganzen kitschigen Liebesklamotte auch noch irgendein völlig absurdes Fanstasyding daher. Wie unpassend ist das denn bitte? Besonders das Ende fand ich einfach nur noch merkwürdig und unpassend zu der restlichen Geschichte. Fast schien es mir so, als hätte die Autorin aus zwei Geschichten einfach eine gemacht und im Laufe der Handlung die Charaktereigenschaften der Protagonistin ausgetauscht.

Das Einzige, was mir wirklich gefallen hat, waren Pennys Gedanken am Ende über die Liebe, die schon eine tolle Wirkung auf den Leser haben und endlich mal etwas Tiefgang ins Buch bringen. Ansonsten aber wirkt die Geschichte flach, ohne jeglichen Hintergrund, den ich auch über 500 Seiten schon erwartet habe. Allein Pennys Humor entlockte mir einige Lacher, ansonsten habe ich mich regelrecht durch Schreibstil und Charaktere gequält. 

Fazit:
Für ein Buch mit einer so vielversprechenden Inhaltsangabe eine echte Enttäuschung. Die Charaktere sind flach genauso wie die Handlung, die vor Kitsch nur so strotzt. Der Leser wusste immer genau Bescheid, was passieren würde, was das Buch noch langweiliger für mich gemacht hat. Zwar habe ich das Ende in einem Rutsch durchgelesen, aber nicht, weil es mir so gut gefallen hat, sondern weil ich eher dieses "What the hell?"-Gefühl hatte. Das Ende hat für mich überhaupt nicht gepasst. Da war mir einfach zu viel Fantasy drum herum, die die Autorin besser in einem anderen Buch hätte verwerten können.
Da mir wirklich fast nichts an dem Buch gefallen hat, gibt es nur einen Stern für This is not a Love Story.

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Allgemeine Infos zum Buch
Erscheinungsdatum Erstausgabe : 01.04.2014
Aktuelle Ausgabe : 01.04.2014
Verlag : DTV
ISBN: 9783423715850
Flexibler Einband: 512 Seiten
Sprache: Deutsch