Dienstag, 8. Juli 2014

Rezension zu "Nach dem Sommer" von Maggie Stiefvater

Wundervoller Auftakt einer Trilogie mit dem schönsten Titel aller Zeiten

 

Zum Inhalt:
Nach dem Sommer ist der erste Teil der Nach dem Sommer-Trilogie. Mercy Falls. Ein kleiner Ort ohne jegliche Besonderheiten für den normalen Betrachter. Doch die 17-jährige Grace ist da ganz anderer Meinung. Denn schon seit Jahren faszinieren sie die Wölfe, die in dem Wald hinter ihrem Haus leben. Diese zeigen sich jedoch nur zur Winterszeit und deswegen wartet Grace jedes Jahr auf die Rückkehr der Wölfe, besonders auf den mit den gelben Augen...

Dass diese Wölfe jedoch keine gewöhnlichen Tiere sind, findet sie heraus als sie Sam begegnet. Dieser lebt während des Winters mit seinem Wolfsrudel in völliger Abgeschiedenheit und wartet auf den Sommer, wo er endlich wieder ein Mensch sein kann...

Das Schicksal will, dass die beiden sich treffen - im September, kurz bevor Sam wieder zu einem Wolf wird. Doch der Winter naht und mit ihm der endgültige Abschied.

Meine Meinung:
Ich habe lange hin und her überlegt, wie man dieses Buch mit einem Wort beschreiben kann. Die einzige Antwort, die mir dazu eingefallen ist: "Woooooooow". Und das meine ich durchaus positiv.

Wer Twilight gelesen hat, erinnert sich bestimmt noch an die Werwölfe, die dort auftauchen und wahrscheinlich wird sich der ein oder andere Leser denken, dass Nach dem Sommer in etwa genau die gleichen Klischees und sonstigen Kram. Aber das tut dieser Roman eben NICHT. Er hebt sich durch seine Beschreibungen so sehr von dieser üblichen Werwolf/Vampir/Mystery-Geschichte ab, dass er selbst Zweiflern oder Menschen, die Werwolfsgeschichten nicht sonderlich bevorzugen - ich - an sich fesselt und begeistert. Ich habe lange keine so große Freude am Lesen gehabt wie bei diesem Buch, woran es genau lag, kann ich auch nicht wirklich sagen. Eigentlich hat mir alles so unsagbar gut gefallen, vor allem der Schreibstil, den Maggie Stiefvater an den Tag legt. Man hat das Gefühl, als würde man alles hautnah miterleben und fühlt sich so stark in die Geschichte hineinversetzt, dass man gar nicht anders kann als ein Kapitel nach dem anderen zu verschlingen. Auch für diejenigen, die vielleicht nicht so viel Zeit haben, ist dieses Buch wirklich gut geeignet, denn durch die oft kurzen Kapitel wird der Wiedereinstieg in die Handlung sehr erleichtert.

Was die Autorin wirklich sehr geschickt macht, ist der Wechsel der Perspektiven. Mal wird ein Kapitel aus Grace', mal ein anderes aus Sams Sicht erzählt. Das hilft dem Leser, beide Charaktere sehr gut kennenzulernen und sich in sie einzufühlen, so dass sie einem wie echte Personen vorkommen, eine Sache, die bei jedem guten Roman so sein sollte. Jedenfalls kann auch ich mich zu den Menschen zählen, die die Personen durch die wechselnde Erzählersicht sehr gut kennenlernen konnte.

Grace und Sam muss man aber auch einfach mögen. Ob alleine oder getrennt: beide haben einfach eine Art, den Leser für sich zu gewinnen, so dass sie sofort sympathisch wirken. Beide sind auf ihre Art und Weise verträumt und können mit bestimmten Dingen besonders gut umgehen, was sie in der erschaffenen Welt zu etwas besonderem macht.

Auch durch den Schreibstil von Maggie Stiefvater, den ich zuvor schon angesprochen habe, fühlt man sich den Charakteren sehr nahe. Ich hatte manchmal das Gefühl, dass dieser wie ein magisches Band wirkt, dass die Personen und ihre gemeinsame Geschichte zusammenhält. Maggie Stiefvaters Schreibstil hat aber wirklich eine sehr große Wirkung, so dass ich manchmal das Gefühl hatte, die Welt um mich herum stehe still.
Die Geschichte um Grace und Sam ist gut durchdacht. Man erfährt sehr viel über Sams Wolfsleben und auch einige neue Werfwolfmythen werden aufgestellt, was ich aber sehr toll fand. Auch wenn schon im Klappentext verraten wird, dass die beiden sich fast sofort ineinander verlieben, blieb die Handlung dennoch spannend, denn eigentlich wird nur ein Grundgerüst des Geschehens verraten. Es gab für mich eigentlich keine Stelle, wo ich fand, dass sich die Geschichte zog oder ähnliches. Sie hat mich  durchgehend gefesselt und so muss ein gutes Buch sein.

Fazit:
Zum Träumen schön. So lässt sich dieses Buch wohl am besten beschreiben. Die Geschichte um Grace und Sam ist vielleicht auf den ersten Blick nichts neues, aber die Aufmachung der Autorin ist unglaublich liebevoll gestaltet, so dass Nach dem Sommer ein richtiger Hingucker unter den Fantasyliebesromanen ist. Durch den Perspektivwechsel zwischen Sam und Grace lernt man die Hauptcharaktere und ihre Bezugspersonen richtig gut kennen und erfährt auch viel über ihr bisheriges und momentanes Leben, wodurch man sich richtig gut in die Personen hineinversetzen kann.
Was mir bei der deutschen Ausgabe besonders gut gefällt, ist, dass alle Teile der Trilogie einen Satz vollenden. Nach dem Sommer ist also nur der Anfang eines Satzes und da muss man auch mal die deutschen Übersetzer loben, dass sie diese tolle Idee hatten. Für mich ist die Titelübersetzung eine der besten, die ich je gesehen habe.
Für das Gesamtpaket von toller Story, tollen Charakteren, tollem Schreibstil, tollem Titel und toller Romantik bekommt Nach dem Sommer 5 von 5 Sterne von mir.

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Allgemeine Infos zum Buch
Erscheinungsdatum Erstausgabe : 06.09.2010
Aktuelle Ausgabe : 17.02.2014
Verlag : script5
ISBN: 9783839001677
Flexibler Einband: 424 Seiten
Sprache: Deutsch