Dienstag, 15. Juli 2014

Rezension zu "Ich schreib dir morgen wieder" von Cecelia Ahern

Ein kleines Büchlein verändert ein Leben

 

Zum Inhalt:
Parties, Macht, Geld. Das ist der Lebensstil, den Tamara Goodwin gewohnt ist. Alles, was sie haben will, bekommt sie mit einem Lächeln und einem Fingerschnipsen und ihr wird jeder Wunsch von den Augen abgelesen. Bis eines Tages aus heiterem Himmel ihr Vater stirbt und sie mit ihrer Mutter und einem Berg von Schulden zurücklässt. Die Villa am Meer, ihre Heimat, gehört jetzt der Bank und Mutter und Tochter müssen jetzt zu Onkel und Tante aufs Land ziehen. Während Tamara noch denkt, dass sie in dem kleinen Kaff, in dem sie jetzt ihr Dasein fristen muss, elendig versauern wird, spielt ihr das Schicksal ein mysteriöses Buch in die Hände, das Tamara neugierig macht. Dass dieses Buch etwas ganz Besonderes ist, erfährt Tamara schon bald. Denn es ist ein Tagebuch, ihr Tagebuch, in dem in Tamaras Handschrift die zukünftigen Handlungen des Mädchens für den darauffolgenden Tag niedergeschrieben sind. Doch das ist nicht das einzig geheimnisvolle, das in dem Torhaus von Onkel Arthur und Tante Rosaleen zu geschehen scheint...

Meine Meinung:
Ich habe immer gedacht, dass mein erster Cecelia Ahern-Roman P.S. Ich liebe dich sein würde. Warum, ist wohl ganz schnell geklärt: Weil es der erste und bekannteste Roman der Autorin ist, der auch erfolgreich verfilmt wurde. Dass es jetzt doch nicht ihr Erstlingswerk und somit schon ihr von vielen als ihr "Bestes"betitelt, ist, finde ich eigentlich recht gut, denn so gehe ich eigentlich ohne irgendwelche Erwartungen an die nachfolgenden Romane von Cecelia Ahern heran.

Auf den ersten Blick wirkt Ich schreib dir morgen wieder ein wenig wie eine aufgewärmte Teenager-Story, die wir seit spätestens Mit dir an meiner Seite kennen: Zickige Teenagerin muss Wohnort wechseln, trifft dort auf einen heißen Typen und verliebt sich. Dieses Schema kann man bei Ich schreib dir morgen wieder nicht wirklich anwenden. Zwar muss Tamara umziehen, doch die große Liebe, die in den Romanen von Cecelia Ahern ja ein großes Thema sein soll, lässt erstmal auf sich warten. Stattdessen lernen wir erstmal Tamara als Person kennen, die im ersten Kapitel eine kurze Zusammenfassung dessen gibt, was geschehen ist.

Schon allein an ihrer Sprache merkt der Leser, dass Tamara definitiv kein einfacher Charakter ist und man sie nur lieben oder eben hassen kann. Ich zähle mich was den Anfang betrifft, eher zu der letzten Gruppe, doch während man immer weiter liest, erschließt sich Tamara dem Leser als eine waschechte Person mit Gefühlen und nicht nur als die reiche Teenagerzicke vom Dorf. Diese Entwicklung hat mir ausnehmend gut gefallen und Cecelia Ahern hat das so hinbekommen, dass dieser Umschwung nicht zu plötzlich sondern nach und nach erfolgt, vor allem, als Tamara das Tagebuch findet.

Das Tagebuch ist ein richtiges Schlüsselobjekt in dem Roman und wird, je weiter man liest, immer wichtiger, nicht nur für Tamara sondern auch für den weiteren Verlauf der Handlung. Der Leser wird immer neugieriger auf diesen Gegenstand und ich persönlich habe mich immer sehr gefreut, wenn Tamara aus ihrem Tagebuch etwas gelesen hat.

Wie schon zu Anfang gesagt ist das Tagebuch jedoch nicht die einzige mystische oder eher gesagt komische Sache, die passiert. Tamaras Tante Rosaleen scheint Tamara auf Schritt und Tritt zu bewachen, jedoch wird erst ziemlich gegen Ende des Buches aufgeklärt, was genau mit Rosaleen los ist. Was mir hieran sehr gut gefallen hat, ist, dass der Leser die Möglichkeit hat, selbst Vermutungen anzustellen, warum Rosaleen sich so verhält, sich aber in einem solchen Rahmen bewegt, der die Aufklärung dessen eigentlich unmöglich macht. So bleibt die Spannung im Buch erhalten und die weitere Handlung ist nicht zu vorhersehbar.

Worüber ich jedoch noch gar nicht gesprochen habe, ist die Liebe, die ja nicht fehlen soll. Jedoch rückt diese ziemlich in den Hintergrund, da das Tagebuch und die bevorstehenden Ereignisse am wichtigsten sind. Tamara lernt zwar zwei nette Männer kennen, entscheidet sich aber erst am Ende für einen. Dabei ist dies allerdings so gestaltet, dass die letzte Szene mit ihrem möglichen Zukünftigen sehr offen gestaltet ist und Ahern die beiden nicht direkt eine Beziehung beginnen lässt. Das fand ich sehr schön gelöst.

Das Einzige, was mich ein bisschen gestört hat, waren die Beschreibungen des Torhauses und seine Umgebung. Irgendwie konnte ich mir die Umgebung, in der Tamara nun aufwachsen sollte, nicht richtig vorstellen, was mir sehr leid tat. Denn der Schreibstil von Cecelia Ahern ist wirklich gut und lässt die Figuren auch sehr echt wirken. Dass ich mir daher die Umgebung nicht richtig ausmalen konnte, finde ich daher sehr schade.

Fazit:
Es ist zwar mein erster Ahern aber sicherlich nicht mein letzter. Der Roman ist durchgehend spannend und liest sich leicht und luftig wie ein fröhlicher Sommertag, auch wenn die Stimmung durch den Tod von Tamaras Vater etwas gedrückt sein mag. Alle Charaktere, sowohl die Protagonistin als auch sämtliche Nebencharaktere, die ich jetzt nicht benannt habe, sind liebevoll ausgearbeitet und wirken auf den Leser wie reale Personen. Auch der mysteriöse Teil mit dem Tagebuch hat sehr gut in die Handlung gepasst und wirkte daher sehr gut durchdacht. Schade ist nur, dass ich mir die Szenerie um das Torhaus irgendwie nicht richtig ausmalen konnte. Das hat mir ein wenig den Lesespaß verdorben. Daher gibt es einen Stern Abzug und somit "nur" 4 von 5 Sternen für Ich schreib dir morgen wieder.

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Allgemeine Infos zum Buch
Erscheinungsdatum Erstausgabe : 19.05.2010
Aktuelle Ausgabe : 01.05.2012
Verlag : Fischer Taschenbuch
ISBN: 9783596512126
Flexibler Einband: 528 Seiten
Sprache: Deutsch