Samstag, 22. März 2014

Rezension zu "Zwischen uns die Zeit" von Tamara Ireland Stone

Der Klappentext verrät leider schon die ganze Geschichte

 

Zum Inhalt:
1995: Die 16-jährige Anna lebt in der kleinen Stadt Evanston und träumt davon, eines Tages die Welt zu bereisen, da sie ihren kleinen Ort viel zu langweilig findet. Jeden Morgen joggt sie bis zum Stadion der nahegelegenen Universität. Doch auf einmal ist etwas anders. Ein Junge sitzt auf den Stufen der Tribüne und zieht Anna in seinen Bann. Und als sie ein paar Stunden später in den Spanischunterricht kommt, schaut der gleiche Junge ihr ins Gesicht. Sein Name: Bennett. Und was Anna am meisten fasziniert: Er kommt aus dem fernen San Francisco. Die beiden kommen sich näher und Bennett vertraut ihr letztendlich ein unglaubliches Geheimnis an...
Meine Meinung:
Durch eine Leserunde bin ich auf dieses Buch aufmerksam geworden und da mich schon das Cover und vor allem der Titel des Buches sehr angesprochen hat, musste ich mich natürlich als Testleser bewerben.

Die Geschichte um Anna und Bennett ist wirklich süß - wenn sie nicht schon im Klappentext preisgegeben werden würde. Ich habe in meiner Zusammenfassung versucht, den Inhalt so gut wie möglich wiederzugeben ohne wirklich zu spoilern. Dies hat der Klappentext jedoch überhaupt nicht geschafft. Er verrät praktisch schon die ganze Geschichte, sodass man sich als Leser gleich zweimal überlegt, ob man das Buch jetzt in die Hand nehmen sollte oder nicht. Dadurch fehlt die Spannung in dem gesamten Buch und man weiß schon genau, was passieren wird und ist auf das Geschehen von vorneherein eingestellt. Es gibt keine wirklichen Höhepunkte und die Handlung erscheint vorhersehbar und lasch.

Der Schreibstil der Autorin ist das ganze Buch durchgehend ausnehmend gut. Das verwendete Präsens lässt den Leser glauben, er durchlebe die Handlung gemeinsam mit Anna und Bennett und durch die nicht allzu langen Sätze kann der Leser dem Geschehen flüssig folgen. Zwischenzeitlich kam mir das Buch ein wenig wie ein Film vor. Man konnte sich seine eigenen Sachen dazu denken und der Fantasie einigen Spielraum lassen, der nicht durch zu detaillierte Beschreibungen extrem eingegrenzt wurde.

Generell hat mir der Anfang sehr gut gefallen. Man wird direkt in die Geschichte hineingeworfen und läuft mit Anna gemeinsam zum Stadion. Nach den ersten Kapiteln jedoch ist die Luft ein wenig raus, weil man ab da alles über Bennett und sein Geheimnis erfährt und, wenn man den Klappentext gelesen hat, natürlich alles schon darüber weiß.

Die Geschichte plätschert vor sich hin und wirklich viel Interessantes geschieht nicht. Die Charaktere Anna und Bennett werden auf insgesamt 100 Seiten charakterisiert, was den Leser langweilt und die Story nicht sonderlich vorantreibt. Trotzdem muss ich sagen, dass man sich gut in die Charaktere einfühlen kann.

Mann kann sich sowohl mit Anna als auch mit Bennett sehr gut identifizieren, was mir als Leser natürlich besonders am Herzen liegt. Schließlich möchte ich keine flachen Figuren auf Papier sondern echt wirkende Menschen, die mir ihre Geschichte erzählen.

Anna mag man sofort und auch Bennett schließt man schnell ins Herz. Mir kam es allerdings so vor, als würden die anderen Charaktere ein wenig außer Acht gelassen werden, beispielsweise Annas Freundin Emma, die später noch eine wichtige Rolle spielt oder auch Annas Vater. Alles scheint nur auf die Liebesgeschichte zwischen Anna und Bennett ausgelegt, die zwar recht süß ist, aber trotzdem doch auf die Dauer langeweilt.

Was ich auch recht schade fand, war, dass an den Stellen, wo etwas Spannendes hätte passieren können, dieses überhaupt nicht eintritt sondern nach nur knappen 30 Seiten die Geschichte wieder so weit abflacht, dass Anna und Bennett wieder in den Vordergrund rücken. Der Roman könnte richtig Potenzial haben, wenn es auch mal um mehr als um die beiden Liebenden gehen würde.

Erst auf den letzten 100 Seiten scheint die Spannungskurve zu steigen und man fiebert mit den Charakteren mit - jedoch nur mit den beiden Protagonisten.

Das Ende hätte ich mir daher etwas anders vorgestellt. So, wie es geschrieben ist, wirkt es wie eine in sich abgeschlossene Geschichte. Es ist aber durchaus ein zweiter Teil in Planung. Der englische Titel soll Time after time lauten, von der deutschen Übersetzung weiß ich allerdings noch nichts genaues. Daher hätte ich hier einen Cliff-Hanger erwartet, der die Freude auf den zweiten Teil schürt.

Fazit:
Nette Geschichte, die jedoch nicht wirklich etwas Besonderes ist. Es kommt kaum Spannung auf und die Handlung plätschert vor sich hin. Ich kann denjenigen, die dieses Buch trotzdem gerne lesen würden, raten, den Klappentext nicht zu lesen, denn dieser verrät eigentlich schon den gesamten Inhalt des Buches.
Die beiden Protagonisten fand ich gut herausgearbeitet, jedoch rücken Nebenfiguren stark in den Hintergrund. Insgesamt wird sich mehr auf die Liebesgeschichte zwischen Anna und Bennett fokussiert, als auf irgendetwas anderes. An den Stellen, an denen wirklich etwas Spannendes hätte passieren können, wird die Handlung so schnell abgewickelt, dass der Leser sich kaum umguckt und schon wieder in Richtung der Liebesgeschichte von Anna und Bennett gelenkt wird. Durch das Ende wird auch keine Spannung auf den zweiten Teil geschürt, so dass die Geschichte nur so dahinplätschert. Daher kann ich nur 3 von 5 Sternen für dieses Buch vergeben.

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Allgemeine Infos zum Buch
Erscheinungsdatum Erstausgabe : 25.11.2013
Aktuelle Ausgabe : 25.11.2013
Verlag : cbj
ISBN: 9783570154700
Fester Einband: 350 Seiten
Sprache: Deutsch