Mittwoch, 26. März 2014

Rezension zu "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" von John Green

Das emotionalste Buch, das ich je gelesen habe

 

Zum Inhalt:
Hazel Grace Lancaster ist 13 als bei ihr Schilddrüsenkrebs diagonostiziert wird. Heilungschancen: keine. Seit 3 Jahren wartet Hazel jetzt auf ihren Tod. In ihren Lungen haben sich Metastasen gebildet und sie kann nur mithilfe eines Sauerstoffschlauchs richtig atmen. Hazels Mutter will ihrer Tochter helfen und schickt sie zu einer Selbsthilfegruppe, wo sich Jungen und Mädchen im Alter von 10 bis 18 Jahren über ihre Krebserfahrungen austauschen. Hazel ist eigentlich ein Mensch, der aufgrund seiner Diagnose, lieber für sich bleibt und nicht schnell Freundschaften schließt - bis sie in der Gruppe auf Gus trifft, der Hazel selbst in den düstersten Momenten zum Lachen bringt.
Hazel und Gus diskutieren Bücher, hören Musik, gucken Filme und erörtern die Ungerechtigkeit einer Evolution, die Mutationen wie sie zulässt und verlieben sich trotz ihrer Handicaps und Unerfahrenheit ineinander und wollen vor ihrem unvermeidlichen Ende ihr bestes Leben heute leben.

Meine Meinung:
Nachdem mir Looking for Alaska überhaupt nicht gefallen hat, wollte ich eigentlich nicht noch ein Buch von John Green lesen. Ich bin froh, dass ich mich dennoch dagegen entschieden habe. Ich habe mehrmals versucht, dieses Buch kurz und knapp zusammenzufassen und genauso oft habe ich die Zeilen wieder gelöscht. Man kann dieses Buch nicht einfach so vom Inhalt kurz und knapp wiedergeben, weil einfach so viel auf diesen 284 Seiten passiert, dass es fast schon unmöglich ist, nicht zu spoilern.

Was man ganz klar zu Das Schicksal ist ein mieser Verräter sagen muss ist eines: Man sollte definitiv eine Schachtel Taschentücher neben sich liegen haben, denn dieses Buch ist eine wahre Achterbahn der Gefühle. Ich kann mich nicht erinnern, wann ich zuletzt, sei es Buch oder Film, so sehr geweint und gleichzeitig gelacht habe, wie bei diesem Werk. Obwohl es ein sehr ernstes Thema ist, bringt John Green sehr viel Witz ein, ohne, dass es aufgesetzt, gestellt oder befremdend wirkt. Es ist wie in einer Tragödie Shakespeares woher auch der Originaltitel des Buches The Fault in Our Stars entnommen ist. Dies kann man sowohl auf Romeo und Julia als auch Julius Cäsar beziehen. In Romeo und Julia gibt es einerseits das tragische Liebespaar, das durch die Schuld der Sterne dazu verdammt ist, zu sterben, während in Julius Cäsar Cassius zu Brutus sagt:

"Nicht durch die Schuld der Sterne, lieber Brutus. / Durch eigne Schuld nur sind wir Schwächlinge..."

Diese Anlehnungen können sehr gut auf dieses Buch bezogen werden, wodurch der Titel sehr gut gewählt ist. Im Deutschen geht das leider etwas unter.

John Green fesselt den Leser durch die Erzählungen Hazels an das Buch und hilft ihm, die Ausführungen zu verstehen und hinter die Krankheit selbst zu blicken. Obwohl ich schon ein paar Mal mit dieser Krankheit zu tun hatte, muss ich sagen, dass ich mich persönlich dieser Diagnose noch nie so nah gefühlt habe wie bei diesem Buch. Man blickt hinter die Kulissen, man erfährt, was die Krankheit mit dem eigenen Körper macht. John Green betreibt keine Schönmalerei sondern präsentiert den Krebs in einer echten und unaufhaltsamen Art und Weise, dass es mir als Leser zwischenzeitlich selbst unangenehm in der Haut wurde.

Genauso wie der Schreibstil sind auch die Charaktere dieses Buches unnachahmlich.
Hazel ist gerade einmal 16, wirkt aber schon erwachsener als mancher 18-jährige der heutigen Zeit. Ich mag es, wie sie dem Leser präsentiert wird und wie sie denkt. Sie hat eine direkte Art, ihre Meinung zu sagen und ist eine starke Persönlichkeit. Was mir aber vor allem gefällt, ist, wie sie sprachlich mit ihrer Krankheit umgeht.

"Ich erzählte Gus nicht, dass die Diagnose genau 3 Monate nach meiner ersten Periode kam. So in etwa: Herzlichen Glückwunsch! Du bist eine Frau. Und jetzt stirb."

Auch Gus hat mir durchgehend gut gefallen. Er ist unglaublich intelligent für seine 17 Jahre und der Leser verliebt sich gemeinsam mit Hazel in ihn.

Generell sind einfach alle Charaktere so genial konzipiert. Man fühlt mit ihnen mit, leidet mit ihnen, versucht, sie als Außenstehender zu verstehen und lacht und weint in guten wie in schlechten Zeiten.

Fazit:
Ein Buch, das so anders ist, als alle, die ich bisher zu diesem Thema gelesen habe. John Green versteht es, Witz und Romantik in ein solch ernstes Thema, das so stark mit dem Tod verbunden ist, zu verknüpfen und es trotzdem nicht zu überladen oder kitschig wirken zu lassen. Jeder Satz dieses Buch ist kostbar und durch Hazels Erzählungen wird man direkt in die Geschichte, in das Geschehen hineingezogen. Man verliebt sich in Gus Waters. Man erfährt wie es ist, Krebs zu haben. Man erfährt, dass es, obwohl der Tod vor der Tür steht, doch noch Grund zu leben gibt. Für dieses tolle Buch, das mich fast 4 Stunden nach Beendigung noch hat weinen lassen, vergebe ich 5 von 5 möglichen Sternen.

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Allgemeine Infos zum Buch
Erscheinungsdatum Erstausgabe : 01.05.2014
Aktuelle Ausgabe : 01.05.2014
Verlag : DTV
ISBN: 9783423625838
Flexibler Einband: 336 Seiten
Sprache: Deutsch