Donnerstag, 9. Januar 2014

Rezension zu "Eine Handvoll Worte" von Jojo Moyes

Liebe zwischen den Zeiten

 

Zum Inhalt:
Die Journalistin Ellie hat es geschafft: Sie arbeitet bei einer renormierten Londoner Zeitung und hat einen wundervollen Freund. Dumm nur, dass dieser bereits verheiratet ist und zwei Kinder hat.

Vor über 40 Jahren lebt Jennifer Stirling, die eigentlich ein glückliches Leben an der Seite ihres wohlhabenden Mannes führen müsste. Sie arbeitet nicht und hat auch sonst keine Verpflichtungen einzuhalten. Doch sie kann sich nicht der Sorglosigkeit hingeben - denn ihr Herz gehört einem anderen, der sie bittet, alles für ihn aufzugeben.

Eines Tages fällt Ellie im Zeitungsarchiv ein Brief an eine Frau in die Hände. Der Verfasser, bittet seine Geliebte mit nach New York zu kommen und somit ihren Ehemann zu verlassen. Ellie ist erschüttert und stellt Nachforschungen über die beiden an: Was ist aus der Liebe der beiden Menschen geworden? Bei ihren Untersuchungen begegnet sie Jennifer, die unglückliche Ehefrau von vor 40 Jahren. Sie hat alles verloren - außer einer Handvoll kostbarer Worte...

Meine Meinung:
Nachdem ich Ein ganzes halbes Jahr regelrecht verschlungen habe, musste ich mich natürlich auch an Jojo Moyes' zweites Werk heranwagen, das sie vor ihrem ersten Bestseller veröffentlichte und im Zuge dessen erst jetzt auf Deutsch erschienen war. Auch hier nahm mich wieder einmal der Schreibstil gefangen, der nicht anders als wundervoll beschrieben werden kann. Der Leser wird zuerst mit Ellie bekannt gemacht, einer Journalistin der Londoner Zeitung Nation. Infolge dessen führt die Autorin den Leser an das Problem von Ellie heran - ihre Affäre mit einem erfolgreichen Schriftsteller, der nicht durchblicken lässt, seine Frau und die gemeinsamen Kinder zu verlassen. Mir war Ellie anfangs sehr unsymphatisch, ich weiß nicht genau woran es lag. Vielleicht war es einfach die Art, wie sie sich für diese Affäre gerechtfertigt hat und sich auch von ihren Freundinnen keinen guten Rat hat geben lassen. Jedenfalls habe ich zu Beginn die Handlungsstränge, die von Ellie handelten, schnell gelesen, damit ich mit Jennifers Geschichte weitermachen konnte.

Wie die kurze Inhaltsangabe schon sagt, handelt es sich hierbei um ein zweigeteiltes Buch mit zwei verschiedenen Handlungen, einer in der Vergangenheit und einer in der Gegenwart.

Jennifers Geschichte spielt in der Vergangenheit und der Teil des Buches, der auf sie ausgelegt war, hat mir am besten gefallen. Zu Beginn findet sich Jennifer im Krankenhaus wieder. Sie hat einen Autounfall gehabt und kann sich an nichts mehr erinnern, was davor passiert ist; auch nicht an ihren Mann und ihre alten Freunde. Der Leser findet mit Jennifer gemeinsam heraus, weswegen sie im Krankenhaus erwachte und erkennt, dass es in Jennifers Welt viel mehr um Schein als um Sein geht.

Jennifer war für mich der liebste Charakter in dem gesamten Buch - nebst Anthony natürlich - gerade weil sie so aus der Gesellschaft heraussticht, mit der sie sich normalerweise umgibt und sich ihrem Ehemann gegenüber auflehnt, was für die Zeit damals recht untypisch war. Sie war ein starker und unabhängiger Charakter und war damit definitv runder gestaltet als Ellie, über die man in ihren Abschnitten relativ wenig erfahren hat.

Auch bei diesem Roman von Miss Moyes musste ich öfters das Buch zur Seite legen, damit ich nicht weinen musste. Der Leser verfolgt die ganze Tragik von Anfang bis zum Ende und obwohl er weiß, was geschieht will er es trotzdem nicht wahrhaben. Jennifers Part nimmt den Großteil des Buches ein und sie wächst dem Leser ans Herz während Ellie eher ein wenig außen vor bleibt. Zum Ende hin wird ihr Handlungsstrang noch ein wenig interessanter, da sie endlich Jennifer trifft. Hier wird auch ein wenig mehr über ihren Charakter und ihr Leben klar und der Leser beginnt, auch in ihr eine Persönlichkeit zu sehen und nicht nur einen flachen Charakter ohne Relevanz.

Fazit:
Für mich ist der Roman Eine Handvoll Worte ein würdiger Nachfolger von Ein ganzes halbes Jahr, obgleich er sich mit einer völlig anderen Thematik befasst. Die Themen sind zwar nicht ganz so tiefgründig, aber mindestens genauso interessant wie die aus ihrem Vorgänger. Jennifer wächst einem ans Herz und erkundet gemeinsam mit dem Leser ihre Vergangenheit, was die Spannung deutlich erhöht. Ellie kommt meiner Meinung nach ein wenig zu kurz und wird erst zum Ende hin, wo sie Jennifer trifft, ein wenig interessanter für den Leser. Mit Ellie selbst konnte ich sowieso nicht viel anfangen, daher sei mir dieser kleine Kritikpunkt verziehen. Der Schreibstil ist genauso fesselnd wie in "Ein ganzes halbes Jahr" und selbst wenn es hier vielleicht nicht um solch schwerwiegende Entscheidungen wie Leben oder Tod geht, rührt die Geschichte von Jennifer den Leser zu Tränen und ohne eine Packung Taschentücher lässt sich auch dieses Buch nicht durchstehen. Deswegen gibt es von mir 4 von 5 Sternen für diesen Roman.

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Allgemeine Infos zum Buch
Erscheinungsdatum Erstausgabe : 04.10.2013
Aktuelle Ausgabe : 04.10.2013
Verlag : Rowohlt Taschenbuch
ISBN: 9783499267765
Flexibler Einband: 512 Seiten
Sprache: Deutsch