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Samstag, 23. Mai 2015

Rezension zu "Shadow Falls Camp: Geboren um Mitternacht" von C. C. Hunter

1. Band leider gar nicht wie erwartet - Reihe hat aber durchaus Potenzial

 

Zum Inhalt:
Geboren um Mitternacht ist der 1. Band der Serie Shadow Falls Camp. Im Leben der 16-jährigen Kylie Galen läuft so gar nichts wie es sollte - ihre Eltern lassen sich scheiden, ihr Freund Trey hat mit ihr Schluss gemacht und zu allem Überfluss will ihre Mutter sie auch noch in ein Camp für schwer erziehbare Jugendliche stecken. Echt ätzend! Doch das Camp ist ganz anders als erwartet, denn hier treffen nicht kriminelle Jugendliche aufeinander, sondern Feen, Werwölfe, Gestaltwandler, Vampire und Hexen - Fabelwesen also. Und was soll Kylie hier? Naja, sie soll selbst eine von ihnen sein. Gegen diese Behauptung wehrt sich Kylie mit Händen und Füßen. Keiner kann sagen, was sie ist und ihre Fähigkeiten tut sie als bloßen Zufall ab. Doch kann ein "normaler" Mensch wirklich die Geister von Verstorbenen sehen? Gemeinsam mit ihren neuen Freundinnen Della und Miranda will Kylie auf die Spuren ihrer Identität kommen.

Meine Meinung:
Als Fan der House of Night-Serie musste ich mir dieses Buch einfach kaufen, alleine schon deswegen, da eine Empfehlung dafür auf dem Buchrücken ausgesprochen wurde. Nachdem ich schon vor mehreren Wochen meine Rezension hierzu abgetippt habe, mein PC diese aber nicht gespeichert hat, versuche ich jetzt, mithilfe meiner Notizen diese Rezension zu rekonstruieren.

Da es sich bei Geboren um Mitternacht um den ersten Teil der Reihe handelt, gibt es viele Charaktereinführungen, mit denen der Leser vertraut gemacht wird. Was mir hier sehr gut gefällt, ist, dass das erste Kapitel direkt mitten in der Handlung anfängt während Kylies Mutter im Vordergrund steht. Dadurch werden erste Konflikte bekannt und der Leser wird mit der Geschichte vertraut gemacht. Der Sprachstil ist ganz ok. Man kann ihm gut folgen und so auch der Geschichte, aber er sticht nicht durch große sprachliche Ergüsse oder ähnliches hervor. Im Allgemeinen hatte ich das Gefühl, der Schreibstil konzentriere sich mehr auf das körperliche Geschehen anstatt auf die Gedanken und Gefühle der Personen. Trotzdem traten für mich während des Lesens keine großen Verständnisprobleme auf und man konnte sich Orte und Situationen sehr gut vorstellen, die im Buch geschildert wurden. Die Geschichte wird überraschenderweise nicht aus Kylies Perspektive erzählt. Zwar konzentriert sich dieser größtenteils auf Kylies Sichtweise auf die Dinge, erzählt jedoch nicht aus der Ich-Perspektive vom Geschehen. Trotzdem fand ich, dass er ganz gut hineinpasste und man sich auch schön in Kylie hineinversetzen konnte. Leider hatte ich so meine Probleme mit den Unterhaltungen, die im Laufe der Geschichte geführt wurden. Irgendwie erschienen sie sehr flach, da es immer um die gleichen Themen ging: Kylies Identität oder Jungs. Dies langweilt nach kurzer Zeit und streckt die Handlung. Dadurch verliert man die Lust, weiterzulesen und so brauchte ich auch mehrere Monate um dieses Buch zu beenden.

Auch wenn der Klappentext es vielleicht schon andeutet - House of Night und Shadow Falls Camp ähneln sich vom Thema her sehr. Das muss ich leider auch über die Handlungsstränge und die Charaktere sagen. Hier gab es sehr viele Ähnlichkeiten, die ich gleich nochmals genauer ausführen werde. An den Charakteren kann man dies ganz besonders gut sehen wie ich finde. Kylie erinnert ein wenig an Zoey, da sie ähnliche Sachen durchmacht und anscheinend auch etwas besonderes ist. Kylie war mir am Anfang gleich sympathisch, jedoch nervte sie mich mit dem Fortschreiten der Handlung immer mehr. Das lag vor allem daran, dass sie sich auf jeder gefühlten 2. Seite über ihr Schicksal beschwert und über die Jungs im Camp quatscht, obwohl es im Moment wesentlich wichtigere Dinge für sie gibt. Allgemein fand ich die Gestaltung der Charaktere sehr flach und surreal. Sie wirkten eher wie 08/15-Charaktere, was wirklich schade ist, denn die Autorin hatte durchaus ein paar gute Ideen bsw. die Legasthenie einzubinden. Man lernt aber keinen einzigen Charakter, Kylie ausgenommen, auf den fast 500 Seiten genau kennen, so dass man sagen könnte, man mag diesen oder jenen. Das hätte ich mir zumindest gewünscht, schließlich schreibt man nicht 500 Seiten und stellt darin nur den Hauptcharakter richtig vor. Ich hoffe, das ändert sich mit dem 2. Band, denn es ist wirklich nervig, nicht zu wissen, wem man vertrauen kann. Zusätzlich hat mir auch die Charakterentwicklung sehr gefehlt. Ob es eine gab kann ich nicht sagen und wenn, dann habe ich sie anscheinend geflissentlich überlesen. Kein Charakter fällt aus seinem Anfangsverhalten heraus oder lernt dazu, sondern bleibt in dem immergleichen Verhaltensmuster, das er schon an den Tag legte, als er zum ersten Mal auftrat. Das hätte die Handlung nochmals um Längen interessanter gestaltet, als C. C. Hunter es bisher getan hat.

Auch insgesamt betrachtet verläuft die Geschichte langweilig und zäh, da es immer wieder um das Gleiche geht: Kylie will keine magischen Kräfte haben und Jungs. Besonders das letztere Thema ging mir immer mehr auf die Nerven und die Dreiecksgeschichte mit den Campjungs nimmt meiner Meinung nach viel zu viel Platz ein. Ich kann ja verstehen, dass die Autorin gerne eine Liebesgeschichte spannen möchte, aber wie sie das schon im ersten Band der Reihe tut ist mir persönlich ein bisschen zu viel. Auch dass es anscheinend immer mehrere Jungs sein müssen, auf die die Protagonistin steht, ist wirklich nervtötend. Die Reihe richtet sich an 14 - 17-jährige und vermittelt durch dieses ständige Hin- und Herspringen zwischen den Jungs einen sehr verqueren Umgang mit der Liebe. Das hat mich schon an House of Night genervt und das nervt mich auch hier. Erst auf den letzten 100 Seiten wird die Handlung richtig interessant, so dass es wirklich schwer fällt, das Buch zur Seite zu legen. Es ist wie ein Sog, der sich vom restlichen Handlungsgeschehen abhebt und erst jetzt das Potenzial des Buches richtig herausstechen lässt. Ich hätte es mir gewünscht, wenn nicht nur die letzten 100 Seiten so geschrieben worden wären. Jedenfalls würde ich mir den 2. Teil der Reihe genau so geschrieben wünschen.

Auch das Ende holt nochmals alles aus der Geschichte heraus und macht neugierig auf den 2. Teil, der in einer kurzen Leseprobe am Ende des Buches vorgestellt wird. Aus Neugierde werde ich diesen auf jeden Fall noch lesen.

Fazit:
Die Reihe Shadow Falls Camp hat meiner Meinung nach sehr viel Potenzial, nur wird dieses in diesem ersten Band unzureichend genutzt - leider. Die ersten 300 Seiten bestehen aus flachen Unterhaltungen über Jungs und Fähigkeiten, die sich immer wiederholen, obwohl mir der Einstieg ins Buch sehr viel Spaß gemacht hat, und aus flachen Charakteren, die immer wieder in ihre gleichen Verhaltensmuster verfallen. Erst gegen Ende wird das Niveau der Unterhaltungen angehoben und man bekommt richtig Lust, weiterzulesen. Die letzten 100 Seiten haben mir wirklich gut gefallen und ich bin sehr enttäuscht, dass C. C. Hunter nicht schon vorher so geschrieben hat. Für den 2. Band hoffe ich, dass Kylies Jungsgeschichten ein wenig mehr in den Hintergrund rücken und nicht ganz so enervierend sind wie zuvor. Geboren um Mitternacht bekommt daher "gute" 2 Sterne von mir, da die Reihe viel Potenzial hat und sich auf jeden Fall noch verbessern kann.

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Allgemeine Infos zum Buch
Erscheinungsdatum Erstausgabe : 01.06.2012
Aktuelle Ausgabe : 01.06.2012
Verlag : Fischer FJB
ISBN: 9783841421272
Flexibler Einband: 496 Seiten
Sprache: Deutsch

Donnerstag, 11. Dezember 2014

Rezension zu "Himmelsfern" von Jennifer Benkau

Hat mich nicht vom Boden gelöst und in den Himmel befördert

 

Zum Inhalt:
Noa ist 17 und lebt mit ihrem Vater zusammen in einer kleinen Wohnung inmitten einer sehr grauen Stadt. Eigentlich führt sie ein ganz normales Leben - bis sie durch ein U-Bahnunglück schwer verletzt und nur durch jemanden, der auf sie fällt vor dem Tod bewahrt wird. Neugierig wie Noa ist möchte sie herausfinden, wer derjenige war, dem sie ihr Leben verdankt. Nach einigem Hin und Her kommt sie tatsächlich auf die Spur ihres Retters, doch die Ereignisse überschlagen sich und sie lernt Marlon kennen, mit dem etwas ganz und gar nicht zu stimmen scheint. Noa möchte ihm helfen, doch ob dies gelingen wird, steht in den Sternen. Kann ihre Liebe diese schwere Prüfung überdauern?

Meine Meinung:
Da ich schon die beiden Bücher der Dilogie Dark Canopy und Dark Destiny regelrecht verschlungen habe, habe ich mit Freude Jennifer Benkaus neuen Roman Himmelsfern erwartet. Allerdings taten Schul- und Abistress ihr übriges, so dass ich nicht dazu kam, ihr neuestes Werk sofort zu lesen. Erst jetzt habe ich es geschafft, Himmelsfern zu lesen - und meine hohen Erwartungen wurden nicht erfüllt. Und das war unglaublich enttäuschend.

Das lag allerdings nicht an der Sprache, die die Autorin verwendet. Diese hat mich genauso gepackt wie damals Dark Canopy, weil Frau Benkau auch sehr schöne Umschreibungen oder philosophische Gedanken zu bestimmten Situationen findet. Auch durch die Ich-Perspektive, die sie während des fast 500 Seiten langen Romans verwendet, kann man sich gut in die Protagonistin hineinversetzen und die Geschichte durchleben. Doch der Zauber, der Dark Canopy ausmachte, fehlte irgendwie. Als ich angefangen habe, das Buch zu lesen, dachte ich noch, dass sich dieses Gefühl legen würde, doch dem war nicht so. Und so fiel es mir auch unglaublich schwer in die Geschichte hineinzukommen und das Buch wirklich zu beenden.

Meiner Meinung nach zog sich die Geschichte unheimlich. Ich musste immer wieder auf die Seitenzahl schauen nur um festzustellen, dass ich gerade mal 2 oder 3 Seiten weitergelesen hatte. Das war wirklich frustrierend und hat mir auch wirklich den Spaß genommen. Zu lesen, dass Noa dies oder das tut, und das über 10 Seiten hinweg war wirklich langweilig und immens störend. Deswegen haben auch die Spannungsmomente, die zwischenzeitlich eingebaut waren, kaum eine Wirkung auf mich gehabt und gingen daher ein wenig unter. Sie wurden einfach zu wenig ausgeschöpft und mündeten nach 3 oder 4 Seiten wieder in die zähe Handlung. Hier hätte man definitiv mehr draus machen können, nicht nur von der Länge sondern auch von der Gestaltung her.

Ich muss auch dazu sagen, dass man nicht nur deswegen ein wenig Zeit mitbringen sollte, wenn man Himmelsfern liest, sondern auch, weil die Kapitel unglaublich lang sind und sich zwischenzeitlich über 40 Seiten erstrecken. Daher ist es auch unglaublich schwierig, mitten im Kapitel wieder einzustiegen; durch die dahinplätschernde Handlung bleibt dem Leser fast nichts im Gedächtnis, so dass er vielleicht ein paar Seiten zurückblättern und noch mal das Gelesene rekapitulieren muss, was sehr kontraproduktiv war. Schließlich möchte man als Leser quer ins Buch einsteigen können, wenn man einen Kapitelteil schon gelesen hat.

Auch während ich weitergelesen habe, habe ich einfach gemerkt, dass die Geschichte eigentlich überhaupt nicht mein Fall war und viele Momente einfach zu verrückt gestaltet worden waren. Dass es sich hierbei um ein Fantasy-Buch handelt, ist mir schon klar, aber die Ausgestaltung einiger Szenen war mir dann doch ein wenig zu viel und zu abgedreht.

Auch die Charaktere haben mir nicht wirklich gefallen. Sie schienen so blaß und durchsichtig, dass man sie nicht mal richtig als Personen wahrnehmen konnte. Sie blieben einfach auf dem Papier und der Leser konnte sie sich nicht als echte Personen vorstellen. Dies machte es auch schwer sich in den Großteil der Charaktere hineinzufühlen und ein weiterer Punkt der das Folgen der Geschichte erschwerte. Auch entwickelten sich die Charaktere nicht wirklich weiter, sondern blieben in immergleichen Mustern hängen, die den Leser nach etwa der Hälfte des Buches sehr langweilen könnte.

Noa wirkt zwar auf den Leser total sympathisch, aber leider steckt sie in genau der Rolle drin, in der sie nicht stecken möchte: In der graue-Maus/Opfer-Rolle. Durch ihre Naivität wirkt sie wie Bella in Twilight und nicht wie eine starke unabhängige junge Frau. Das kann den Leser nach einer Zeit genauso nerven, auch wenn sie die Hauptperson und Erzählerin der Geschichte ist.
Auch Marlon kann ich nicht wirklich etwas abgewinnen. Zu Anfang wirkt er wie ein Möchtegern-Bad-Boy, zeigt aber nach kurzer Zeit seine weiche Seite und wird genauso langweilig wie Noa, weil er sich danach auch nicht mehr weiterentwickelt.

Das Ende war sehr vorhersehbar, war aber im Gegensatz zum Rest der Geschichte ein wenig gefühlvoller geschrieben und konnte den Leser zumindest ein wenig bewegen, bevor er das Buch zuklappt.

Fazit:
Ich kann gar nicht sagen, wie enttäuscht ich von dem Roman bin. Ich hatte so hohe Erwartungen, aber die wurden nicht erfüllt. Die Geschichte hat mich nicht angesprochen und zog sich richtig. Die Spannungsmomente waren nicht richtig spannend und weckten den Leser nur kurzzeitig aus der Monotonie. Auch die Charaktere haben mir nicht gefallen, weil sie so fad und langweilig waren und über die schon 1000 Mal geschrieben wurde. Einzig und allein die Sprache hat mir wirklich gut an Himmelsfern gefallen - was schade ist, denn eigentlich hätte das Buch durchaus Potenzial gehabt. Daher gibt es leider nur 2 Sterne für Himmelsfern.

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Allgemeine Infos zum Buch
Erscheinungsdatum Erstausgabe : 16.09.2013
Aktuelle Ausgabe : 16.09.2013
Verlag : script5
ISBN: 9783839001431
Fester Einband: 496 Seiten
Sprache: Deutsch