Donnerstag, 19. Juni 2014

Rezension zu "Die Nähe des Himmels" von Nicholas Sparks

Enttäuschend

 

Zum Inhalt:
Jeremy Marsh ist Wirtschaftsjournalist und beschäftigt sich mit dem Aufklären verschiedener Mysterien. Als er den Betrug um einen sehr bekannten Wahrsager aufdeckt, steigt seine Popularität und er wird sogar ins Fernsehen eingeladen. Kurz darauf wird er von einer Bewohnerin eines kleinen Dorfes namens Boone Creek in North Carolina gebeten, ein weiteres mysteriöses Phänomen aufzuklären: Auf dem alten Friedhof Cedar Creek tauchen an manchen Abenden merkwürdige Lichterscheinungen auf, die von einigen für Geister gehalten werden. Jeremy, der nicht an das Übernatürliche glaubt, ist sich sicher, dass die Gemeinde nur Profit aus dieser Sache schlagen will, denn der Friedhof ist die neue Hauptattraktion der Stadtführung.
Doch entgegen all seiner aufgestellten Pläne verliebt er sich Hals über Kopf in Lexie, deren Großmutter ausgerechnet Hellseherin ist. Und um Lexie zu gewinnen, kann er diesmal nicht auf seinen Verstand vertrauen. Er muss lernen seinem Herzen zu folgen.

Meine Meinung:
Ich liebe Nicholas-Sparks-Romane und das gebe ich auch ganz offen zu. Ich habe schon einige gelesen und oft hatte ich eine richtige Gänsehaut bei den Beschreibungen des Autors. Die Nähe des Himmels ist das nächste Werk von Mr. Sparks, das ich mir herausgepickt habe und was soll ich sagen? Ich war einfach mega enttäuscht.

Diese Geschichte ist für mich unvergleichbar zu Werken wie Zeit im Wind oder Mit dir an meiner Seite. Es ist kaum Spannung in dem Roman vorhanden und die Handlung dümpelt so vor sich hin. Ich habe über 2 Monate (!) gebraucht, um dieses Buch zu beenden und stand schon oft kurz davor, es einfach abzubrechen, weil nur eine Sache passierte: nämlich rein gar nichts.

Der Anfang war sogar richtig gut gemacht, mit dem Prolog, der erklärt, wie Jeremy den Schwindel des Gedankenlesers aufdeckt, aber danach geht es nur noch bergab und die Spannungskurve hebt sich auf den 445 Seiten kein weiteres Mal. Das fand ich wirklich schade, denn die Idee des Buches ist wirklich gut, man hätte aber definitiv noch mehr daraus machen und auf jeden Fall mehr Spannung einbauen können. So ist die Handlung ungefähr wie trockenes Toastbrot: labberig und dröge und man hat schon nach wenigen Kapiteln die Lust an der weiteren Geschichte verloren.

Auch die Charaktere haben mir nicht wirklich gefallen. Man lernt zwar Jeremy im Laufe der Zeit immer mehr kennen, aber man bleibt trotzdem immer irgendwie distanziert zu ihm und kann seine Handlungen und Gedanken nur in Teilen verstehen und nachvollziehen.

Lexie ist noch der andere Charakter, der dem Leser etwas näher gebracht wird, doch auch sie bleibt, wie Jeremy sehr distanziert zum Leser, so dass der Leser keine Entscheidung darüber treffen kann, ob er Lexie mag oder nicht.
Die restlichen Charaktere sind für den Verlauf der Handlung nur Nebensächlichkeiten, die vielleicht hin und wieder mal auftauchen, aber keine wirklich große Rolle spielen. Sie bleiben flach und unausgereift in der Erinnerung des Lesers. Es scheint fast so als sollte man sich nur auf die Hauptcharaktere konzentrieren.

Auch das Thema, nämlich das Übernatürliche und Fantastische, rückt stark in den Hintergrund. Auf mich hat es so gewirkt, als hätte der Autor dieses nur als Vorwand genutzt um die Liebesgeschichte um Lexie und Jeremy aufzuspannen. Das eigentliche Thema wird nämlich nur anfangs richtig angeschnitten, ansonsten geht es eigentlich nur um Jeremy und Lexie. Da hätte Mr. Sparks auch sagen können, dass die beiden sich auf einem Flughafen oder sonst wo begegnen, anstatt so ein Thema darumherum zu spinnen.

Das Einzige, was mich an diesem Roman halbwegs überzeugen konnte, war der Schreibstil des Autors. Man konnte sich die Dinge wirklich gut vorstellen und die Szenen liefen dem Leser vor dem inneren Auge vorbei. Nur schade, dass selbst der Schreibstil nicht über die lasche Handlung hinwegtäuschen konnte.

Fazit:
Es ist nicht mein Lieblingsbuch von Nicholas Sparks und das wird Die Nähe des Himmels auch nie sein. Die Handlung ist lasch ohne wirkliche Höhepunkte und mir fiel es schwer, das Buch zu beenden. Genauso schwer fiel es mir mit den Charakteren mitzufühlen, da ich mich als Leser viel zu distanziert von ihnen gefühlt habe. Ob ich mir die Fortsetzung Das Wunder eines Augenblicks noch antue weiß ich nicht. Kommt darauf an, ob ich Lust habe, zu testen, ob das wieder so ein langatmiger Roman wird. Das Einzige, was mir wirklich gut gefallen hat, war der Schreibstil, auch wenn selbst dieser es nicht schaffte, mich in die Handlung hineinzuziehen.
Mit Ach und Krach bekommt Die Nähe des Himmels 2 Sterne von mir.

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Allgemeine Infos zum Buch
Erscheinungsdatum Erstausgabe : 22.08.2005
Aktuelle Ausgabe : 26.03.2008
Verlag : Heyne
ISBN: 9783453721739
Flexibler Einband: 448 Seiten
Sprache: Deutsch