Sonntag, 19. Januar 2014

Rezension zu "House of Night: Entfesselt" von P.C. und Kristin Cast

Wer die bisherigen Teile gelesen hat, wird auch diesen hier lesen

 

Zum Inhalt:
Entfesselt ist der 11. und somit vorletzter Teil der House-Of-Night-Reihe von P.C. und Kristin Cast und knüpft an die Geschehnisse des letzten Bandes an. Neferet ist fürs erste besiegt und vorerst scheint Ruhe ins House of Night eingekehrt zu sein. Doch das täuscht. Bald schon wird Aphrodite von weiteren Visionen geplagt, in denen Zoeys Reaktionen alles andere als normal sind und auch der Ort, an dem sie sich aufhält alles andere als vertrauenserweckend wirkt. Und immer wieder sagt Zoey Sätze wie "Ich verdiene das". Was meint sie damit? Aphrodite hat nicht die geringste Ahnung, was das zu bedeuten hat. Sie weiß nur: Zoey wird immer wütender und mächtiger. Hat das etwas mit der Alten Magie zu tun?

Meine Meinung:
Der letzte Band Verloren hat mir, nach den vorherigen beiden Enttäuschungen Geweckt und Bestimmt, wieder ausnehmend gut gefallen, so dass ich relativ hohe Erwartungen an den 11. Band setzte. Wie würde die Sache mit Neferet sich weiterentwickeln und wie würden die roten und blauen Jungvampyre reagieren?
Wie immer nahm mich der Schreibstil des Mutter-Tochter-Gespanns stark in den Bann; einer der Gründe, warum ich der Reihe überhaupt noch folge, da die Bände zwischenzeitlich mehr als nur schwach waren. In diesem Band fand ich die Jugendsprache überhaupt nicht übertrieben eingesetzt. Sie wurde genau an den richtigen Stellen eingefügt und passte wunderbar zu den Charakteren und gut zu der aufgebauten Atmosphäre einiger Szenen. Gott sei Dank haben die Autorinnen dieses Mal diese schrecklichen Abkürzungen wie "ABF" größtenteils weggelassen, so dass man nicht das Gefühl hatte, man würde der Erzählung einer 12-jährigen lauschen, die versucht, cool zu tun. Auch die benutzte Sprache im Allgemeinen war sehr fesselnd und man konnte sich wirklich die einzelnen Situationen bildhaft vorstellen.

Was mir jedoch ein wenig gefehlt hat war die Weiterentwicklung der Charaktere. Zoey verhält sich genau so wie in den letzten Bänden gegenüber Aurox und Heath und wirkt wie eine waschechte Mary Sue, da sie irgendwie von allen begehrt zu sein scheint. Zwischenzeitlich haben mich diese Szenen echt angenervt und ich habe mir nur gedacht: Entscheide dich endlich mal, Mädel. Du kannst nicht jeden haben. Diese Szenen mit Aurox und Stark wirkten zwischenzeitlich wirklich wie gewollt und nicht gekonnt, was ich etwas schade fand, da man definitiv mehr aus den Charakteren hätte herausholen können. Auch Dallas ist immer noch eifersüchtig auf Rephaim und Stevie Rae und zeigt dies auch an jeder Stelle, in der er auftaucht.

Sehr gelungen fand ich jedoch die Rückblicke in Neferets Vergangenheit, die größtenteils von der Zeit nach ihrer Wandlung zum Vampyr berichten. Wirklich lächerlich fand ich jedoch, warum sie sich wirklich auf die Seite des Bösen geschlagen hat. Ich persönlich fand den Grund viel zu banal und echt weit hergeholt und habe mich hinterher nur gefragt: Und deswegen ist sie jetzt böse geworden? Das kann nicht deren Ernst sein! Bis auf die Tatsache, dass das ein wenig unlogisch war, haben mir jedoch die Rückblenden sehr gut gefallen, auch wie davon berichtet wird, wie sie auf Kalona aufmerksam geworden ist.

Das Ende kann ich in ein paar Worten zusammenfassen: Es hat mich nicht wirklich vom Hocker gehauen. Es gab eigentlich keinen miesen Cliff-Hanger oder sonst etwas in der Richtung, jedoch bin ich dadurch auch nicht wirklich neugierig auf die Geschehnisse im 12. Teil geworden. Klar möchte ich wissen, wie die ganze Geschichte ausgeht, aber für mich war das Ende definitiv "nichts Besonderes". Zum Ende hin wurde zwar wieder Spannung aufgebaut, aber irgendwie hat mich diese nicht wirklich erreicht oder berührt, von daher war ich am Ende sehr von der Handlung distanziert. Hier hätte man definitiv mehr herausholen können, um die Vorfreude auf den letzten Band noch einmal richtig zu schüren.
 
Fazit:
Mein Fazit steckt eigentlich schon im Titel der Rezension: Wer die Reihe bisher verfolgt hat, wird sie auch zuende lesen. Der Schreibstil ist wieder einmal sehr fesselnd und die Jugendsprache an den richtigen Stellen eingesetzt, so dass die ernste Atmosphäre richtig gut zur Geltung kommt. Weiterhin gefallen mir die Rückblenden in Neferets Vergangenheit, wobei der Grund für ihre Wandlung zum Bösen hin für mich leicht lachhaft war. Schade fand ich dieses Mal, dass die Charaktere sich nicht wirklich weiterentwickelt haben. Zoey sitzt immer noch zwischen ihren Männern wie die letzten 10 Bände zuvor schon und ihr Mary-Sue-Gehabe kommt immer wieder stark hervor. Auch das Ende hat mich nicht sonderlich vom Hocker gehauen, da es für mich persönlich nichts Spezielles an sich hatte, das die Vorfreude auf den Abschlussband erhöht. Von daher war ich nach dem letzten Band etwas enttäuscht von dem Geschreibsel der beiden Autorinnen. Der 11. Band der House-Of-Night-Serie ist nette Unterhaltung. Nicht mehr und nicht weniger. Deswegen bekommt der 11. Teil 3 von 5 möglichen Sternen.

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Allgemeine Infos zum Buch:
Erscheinungsdatum Erstausgabe : 15.01.2013
Aktuelle Ausgabe : 15.01.2013
Verlag : Fischer E-Books
ISBN: 9783104028514
E-Buch Text: 448 Seiten
Sprache: Deutsch